Vom Frauenarzttermin ĂŒber Einleitung bis zum Kaiserschnitt (lang) 🙈

Es ist Mittwoch, der 07.08.2019, am 04.08.2019 hattest du deinen errechneten Geburtstermin. Es ist ein heißer Sommertag, wieder ein Frauenarzttermin. Na natĂŒrlich ist mein eigentlicher Frauenarzt im Urlaub und ich muss zu seiner Urlaubsvertretung. Halb so wild, war ja schon zwei mal dort. Also komme ich Mittags gut gelaunt in die Praxis, die ĂŒberfĂŒllt ist. Ich schaue mich nach dem Betreten des Wartebereichs, nach einem Platz um. Alle besetzt! So viele MĂ€nner und Teenager, die sich warscheinlich nur die Pille verschreiben lassen wollen. FĂŒr mich steht eine Ă€ltere Dame auf. Es war mir so unangenehm, den Platz an zu nehmen. Mein Mann holt schonmal Abendessen und wartet im Auto vor der Praxis auf mich. Nach gut 20 min darf ich zum CTG. Ich lege mich auf die unbequeme Liege mit dem Kopf zur Wand. Ich muss die beiden Sonden festhalten, damit sie nicht verrutschen, also habe ich heute kein Blick auf das alte CTG GerĂ€t. Der Ton ist aus und ich liege im Stillen und lasse meine Gedanken kreisen. Vier Mal kommt die Ärztin rein und schaut auf das Blatt vom CTG. Normalerweise schaut sie zwei Mal. Aber ich habe mir nichts dabei gedacht als sie immer wieder wortlos, das Zimmer verließ. Nach 30 min war das CTG zuende. Immer noch sagte mir keiner etwas. Der nĂ€chste ungewöhnliche Punkt war, dass ich sofort ins Untersuchungszimmer durfte und nicht wie sonst immer, ins Wartezimmer. Naja, dachte ich, es ist ein wirklich heißer Tag, ich bin hochschwanger, warscheinlich wollen sie nicht, dass ich unnötig lange hier bleibe. Also schrieb ich schonmal schnell meinem Mann eine Nachricht, dass ich wohl gleich fertig bin. Die Ärzthelferin betritt das Untersuchungszimmer, lĂ€chelt mich fast mitleidig an und bittet mich, mich schonmal fĂŒr die Untersuchung vorzubereiten. Die Ärztin kam rein, und dann stand ich da, und hörte sie sagen: Sie fahren gleich ohne Umwege ins Krankenhaus, es stimmt etwas nicht mit den Herztönen ihres Kindes. Sie verließ wieder den Raum, sie komme wohl gleich wieder. Ich merkte wie mir noch heißer wurde,wie mir jemand den Boden unter den FĂŒĂŸen weg riss. Ich musste mich setzten war alleine. Hielt die TrĂ€nen zurĂŒck und funktionierte nur noch. Ich schrieb meinem Mann, die Neuigkeiten. Dann kam die Ärztin zurĂŒck. Eine kurze Untersuchung, kein Unltraschall. Die Ärztin erklĂ€rte mir ganz ruhig, dass die Herztöne zu hoch sind. Ich kann mir gleich die Überweisung und das CTG fĂŒr das Krankenhaus bei der Anmeldung abholen. Ich merke nichts mehr, es fĂŒhlt sich an als ob ein Film vor meinen Augen ablĂ€uft und ich nicht dabei bin. Mutterpass, CTG Bild und Überweisung halte ich in der Hand und gehe zu meinem Mann zum Auto. Ich sehe in seinem Blick, dass er tausend Fragen hat. Ich fange an zu erzĂ€hlen, er fĂ€ngt mich wie immer mit seine ruhigen Art auf. Ich halte die ganze Zeit das CTG Bild, die Überweisung und den Mutterpass in der Hand. 30 min Fahrt... genug Zeit um sich den Kopf zu zerbrechen. Ich öffne das Fenster komplett, der warme Sommerwind blĂ€st mir ins Gesicht. Die 90er Jahre CD lĂ€uft im CD Spieler. Ich merke, dass ich weine, mir wird ĂŒbel, mein Mann redet mir gut zu. Und dann kommen wir am Krankenhaus an. Der Parkplatz ist von schönen BĂ€umen umgeben. Ich nehme nur meine Handtasche mit. In der Hoffnung gleich wieder nach Hause zu dĂŒrfen. Den Weg zum Kreißsaal kennen wir in und auswendig. Waren wir doch leider schon einige male hier. Der Weg ist viel zu kurz. Ich finde mich auf einmal vor der Kreißsaal TĂŒr mit meinem CTG Bild, der Überweisung und dem Mutterpass in der Hand wieder. Ich atme tief durch, und drĂŒcke die Klingel. Es vergeht eine halbe Ewigkeit bis eine liebe HebammenschĂŒlerin kommt und mir öffnet. "Hallo, ich habe eine Überweisung von meinem Frauenarzt, hier her" ich bin stolz auf mich, kein erneuter TrĂ€nenausbruch. Es geht ins U-Zimmer, es wird wieder ein CTG geschrieben. Ich liege auf der Seite schaue meinen Mann an und trinke nochmal ein ordentlichen Schluck Apfelschorle. Ich sehe schon selbst, dass das CTG gut aussieht. Ich höre andere Frauen in den Wehen liegen. Denke mir noch, die GlĂŒcklichen haben es gleich geschafft. Die Ärztin kommt rein und sagt, das Ultraschall ist vollkommen okay. Sie macht ein Ultraschall und erklĂ€rt mir mein Kind. Ich bin verliebt und trotzdem voller Angst. Fertig. Sie schreibt etwas auf und kommt dann zur Sache. Sie rĂ€t mir dazu am nĂ€chsten Tag einzuleiten. Ein Schock. Aber sowohl ich als auch mein Mann sind beide sofort dabei ohne uns abzusprechen. Sie verlĂ€sst kurz den Raum die HebammenschĂŒlerin und eine Hebamme kommen rein, wollen mir ein Zugang legen. Die arme SchĂŒlerin tut mir leid. Sie sucht wie verrĂŒckt meine Ader. Gefunden, abgebunden, aber ein Fwhler gemacht, weil sie den Rest noch nicht vorbereitet hatte. Ich bin mega empfindlich was Spritzen betrifft, aber beiße die ZĂ€hne zusammen. Ich bin gerne ihr Versuchskaninchen. Geschafft! Sie hat es klasse gemacht. Die Ärztin kommt wieder rein. Und beginnt den Ablauf zu erklĂ€ren. Morgen frĂŒh um acht Uhr wird ein CTG geschrieben und dann soll mit einem Cocktail eingeleitet werden. Okay alles klar. Ich darf mein Zimmer beziehen. Ich bekomme ein Zweibettzimmer, in dem ich alleine liege. Mein Mann bringt mir meine Kliniktasche. Wir gehen draußen noch eine Runde spazieren. Wir reden, noch lange an diesem Nachmittag. Gegen 19 Uhr verabschiedet er sich und fĂ€hrt nach Hause. Er soll sich noch ausruhen. Vielleicht werden die nĂ€chsten Tage mega anstrengend. Ich mache den Fernsehr an. Ich habe keine Ahnung was ich schaue. Meine Gedanken kreisen. Ich weine. Um 22 Uhr kommt eine Krankenschwester rein und fragt ob bei mir alles gut ist. Alles super. Ich kann ihr schlecht sagen, dass ich Angst habe vor der Geburt, den Schmerzen, und das eventuell etwas mit meinem Kind ist. Um halb 1 schreibe ich meinem Mann, dass ich nicht schlafen kann. Ich bekomme direkt eine Antwort. Er hat sein Handy auf laut. Ich vermisse meinen Ruhepol. Irgendwann schlafe ich ein, bei offenen Fenster. Es ist eine wunderschöne klare Nacht.
Um 7 Uhr bin ich wach. Ich gehe mich schnell frisch machen. Hole mir mein FrĂŒhstĂŒck. Bekomme ja aber doch nichts runter. Die Aufregung steigt. Ich schreibe meinen Mann an, ob er schon unterwegs ist. Ist er. Er wird es nicht pĂŒnktlich schaffen.. wieder Angst. Ich gehe zum CTG. Alles super. Der Cocktail wird vorbereitet. In meiner Phantasiewelt dachte ich, ich trinke den Cocktail und es geht los. Ich bekomme den Cocktail mit aufs Zimmer und soll ihn innerhalb von 2 Stunden aus trinken. Ich habe gerade die ersten SchlĂŒcke genommen, als mein Mann rein kommt. Boha ist der Cocktail widerlich. Ich schmecke nur den Seckt. Ich fĂŒhle mich am Ende angetrunken aber merke nichts. Wir klĂ€ren noch schnell ab ob wir ein Familienzimmer bekommen können. Das ist möglich. Ich freue mich. Mein Mann muss allerdings nochmal nach Hause seine Sachen holen. War halt eine spontane Entscheidung. Also sitze ich alleine im Zimmer und hoffe es geht nicht ohne ihn los. Nachmittags habe ich das nĂ€chste CTG, außer einen Druck nach unten spĂŒre ich nichts. Mein Mann ist wieder da, wir ziehen uns noch etwas aufs Zimmer zurĂŒck und ruhen uns aus. Schlafen beide ein wenig. Um 19 Uhr gehe ich nochmal zum CTG. Keine Wehe und die Herztöne sind okay. Mein Mann und ich gehe spazieren und entdecken den wunderschönen Garten direkt hinter dem Krankenhaus. Hier ist kaum jemand. Wir suchen uns eine Bank und bleiben dort sitzen bis die Sonne langsam unter geht und es KĂ€lter wird. Wir gehen wieder aufs Zimmer, schauen noch etwas Fernsehen. Irgendwann schlafen wir ein. Heute Nacht schlafe ich gut. Mein Ruhepol liegt mir direkt gegenĂŒber. Ich bin dankbar dafĂŒr das ich ihn habe. Keiner konnte ahnen, dass er mir schon am nĂ€chsten Tag noch wichtiger werden wird.

Es ist der 09.08.2019, 7 Uhr. Ich wache auf. SpĂŒre immer noch nichts. Es geht wieder zum CTG. Es ist wieder alles okay. Keine Wehe in Sicht. Ich soll frĂŒhstĂŒcken gehen. Also frĂŒhstĂŒcken mein Mann und ich in Ruhe auf dem Zimmer. Ich bekomme trotzdem kaum was runter. Bin aufgeregt, voller Angst und Freude. Um 10 Uhr gehe ich wieder runter in den Kreißsaal und bekomme die erste Portion Gel zur Einleitung. Es brennt aber mehr merke ich nicht. Wir gehen noch eine Runde spazieren, sitzen draußen, dann ruhen wir uns mittags auf dem Zimmer aus. Um 14 Uhr geht es wieder zum CTG. Alles okay. Minimale Wehen. Jetzt gibt es die zweite Portion Gel. Ich bekomme leichte RĂŒckenschmerzen.... dachte ich zumindest. Als wir wieder auf dem Zimmer ankommen beschließe ich gegen die RĂŒckenschmerzen heiß duschen zu gehen. Eine wirklich dumme Idee. Als ich unter der Dusche stehe und das angenehm warme Wasser auf mich Runterprasslet, werden die Schmerzen auf einmal unertrĂ€glich stark. Die Schmerzen hören nicht auf. Mir entfĂ€hrt ein Schrei. Da ist er wieder mein Held. Mein Mann. Er holt sofort eine Krankenschwester. Ich habe mich angezogen und klammere mich an sein Bett. Die Schmerzen werden kurz besser. Die Krankenschwester ist total lieb, mir ist das alles peinlich. Sie fragt nach den genauen Schmerzen. Ich erklĂ€re ihr alles. Sie erklĂ€rt mir dass das wohl wehen sind. Ich bin erschrocken. Erst ging gar nichts und jetzt geht es wirklich los. Bin ich bereit ? Sie verlĂ€sst das Zimmer. Da ist er wieder der Schmerz, er hört nicht auf. Mein Mann holt einen Rollstuhl fĂ€hrt mich in den Kreißsaal. Ich bekomme ein ZĂ€pfchen und darf wieder aufs Zimmer. Das ZĂ€pfchen bringt gar nichts. SpĂ€ter erfahre ich, dass das ZĂ€pchen bei echten Wehen gar nichts bringt. Naja innerhalb von 20 min stand ich wieder im Kreißsaal. Mein RĂŒcken bringt mich um. Ich soll wieder ans CTG. Mittlerweile hasse ich das Ding. Jap eindeutig Wehen... oder eine durchgehende Wehe, ein Wehensturm. Keine Pausen zwischendurch. Ich kann nicht liegen. Muss mich permanent bewegen. Die HebammenschĂŒlerin Paulina nimmt sich mir an. Sie hĂ€lt die Sonden da wo sie hin gehören. Ich möchte durchs Zimmer laufen. Ich dachte immer, wenn ich Schmerzen habe werde ich ruhig. Was soll ich sagen, ich brĂŒllte zwar nicht aber permanent musste ein "ahhh" aus mir raus. Die Fenster sind gekippt. Jeder hört mich. Es ist mir egal. Ich Ă€nder dauernd die Position. BeschĂ€ftige Paulina und meinen Mann damit Kabel und Sonden zu ordnen. Ich will laufen.. ich will kein CTG mehr. Ich fĂŒhle mich wie ein Löwe an der Kette. Die Ärztin kommt. Ich soll mich hinlegen. Ich lege mich hin, die HebammenschĂŒlerin und die Ärztin tasten nach dem Muttermund. 3cm... es geht nicht voran. Das erste Mal fĂ€llt das Thema Kaiserschnitt. Die Ärztin verlĂ€sst das Zimmer... ich habe Schmerzen, immer noch der Wehensturm. Paulina ist mega lieb, ich entschuldige mich mittlerweile durchgĂ€ngig bei ihr, dass ich so anstrengend bin. Die Herztöne unseres Schatzes sind hoch. Jetzt langsam will ich auch den Kaiserschnitt. Ich will kein Notkaiserschnitt, wenn schon Kaiserschnitt dann möchte ich dabei sein. Mein Mann kann mich nicht mehr leiden sehen. Er weist Paulina aufgebracht an, dass sie eine Ärztin holen soll. Sie kommt. Nach einer weiteren Untersuchung steht der Entschluss! Kaiserschnitt! Die Ärztin verlĂ€sst das Zimmer. Paulina und die andere betreuende Hebamme bereiten WehenhĂ€mmer und alles weitere fĂŒr den OP vor. Ich weine. Ich habe solche Angst vor der OP. Aber mein Ruhepol kommt mit. Als ich den wehenhĂ€mmer bekam, fĂŒhlt ich mich auf einmal so leicht. Ich kam zur Ruhe. Ab in die OP klamotten. Mir war es egal, dass ich mit meinem Mann nicht alleine im Raum war. Ich musste den Ehering ab machen. Nein dachte ich... ich wollte ihn mit rein schmuggeln. Ging nicht. Egal. Mein Mann zieht sich auch schnell um. Ohh ihm stehen die OP Klamotten. Ixh darf zum OP. Auf dem Flur sehe ich schon mein Bett stehen. Ich renne mit offenen OP Kleid ĂŒber den Flur. Mir ist gerade alles egal. Ich möchte endlich mein Kind haben. Der OP ist nicht groß. Fast gemĂŒtlich. Es ist sehr warm. Ich setzte mich auf den kalten OP Tisch. Ixh werde jetzt vorbereitet. Mein Mann wartet vor der TĂŒr. Paulina ist die ganze Zeit bei mir. Ich habe ein Klasse OP Team. Wir fangen sofort an zu Scherzen. Sie lenken mich alle ab. Dann kam der Nakose Arzt. Ich musste einen runden RĂŒcken machen und soweit wie möglich nach vorne lehnen. Paulina umarmte mich und wurde mit die wichtigste StĂŒtze im diesem Moment. FĂŒr die erste BetĂ€ubung brauchte der Nakose Arzt zwei Versuche. Es tat nicht weh, brannte nur etwas. Dann kam die Spinale. Nach weiteren zwei Versuchen, saß auch die gut. Jetzt ging alles gefĂŒhlt sehr schnell. Ich sollte mich hinlegen, die FĂŒĂŸe in ein Gestell machen, mein Bauch wurde mit etwas Kaltem eingerieben, der Katheter gelegt, der Sichtschutz aufgestellt. Arme gefesselt, Sonden an mir angebracht. Irgendwie alles unwirklich. Das OP Team unterhielt sich ĂŒber ihre Essenbestellung. Die Ärztin freute sich auf den OP und sagte gleich haben Sie Ihr Baby. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass Du gleich da bist. Eine OP Helferin fragte wie sie heißen soll. Ich antwortet Leni. Sie bekam direkt Ärger von ihren Kollegen, weil man das wohl vor der Geburt nicht frag. Dann wurde mir schlecht. Der AnĂ€sthesist sah es noch bevor ich es aussprechen konnte. Ich bekam irgendwas in den Tropf gegen die Übelkeit. Ich fĂŒhlte mich ab dem Zeitpunkt leicht und etwas Gaga im Kopf. Endlich kam mein Mann in den OP. Ich ließ ihn fast gar nicht mehr aus den Augen. Ich fragte mich wann es wohl los geht. In dem Moment kam der AnĂ€sthesist und Gratulierte uns zu unserer Tochter. Erst spĂ€ter werden mir viele Fragen zu bzw. Ab dem Moment in den Kopf kommen. Der Arzt fragte uns wie schwer unsere Tochter bei der letzten Untersuchung geschĂ€tzt wurde. Ich sagte 3500Gramm ca. Das OP Team lachte. Nein das kann nicht sein, meinte der Arzt. Er hatte die Kleine in der Hand und SchĂ€tzt sie auf ca. 4000 bis 4300Gramm. Ich bin stolz. Mein Mann muss mir eine TrĂ€ne weg wischen. Dann kommt der AnĂ€sthesist erneut zu uns und ich höre ihn sagen: erschrecken Sie jetzt nicht aber Ihre Tochter hat Anpassungsschwierigkeiten. Ihre SauerstoffsĂ€ttigung stimmt nicht. Ihre Tochter ist bei den KinderĂ€rzten und muss dann auf die Intensivstation. Ich stand wirklich neben mir und fragte bei wie vielen Kindern das vor kommt. Der AnĂ€sthesist antwortete bei 30 Prozent. Er verließ den OP. kurz darauf ging mein Mann. Im OP wurde ich abgelenkt. Wir unterhielten uns ĂŒber den Namen Leni. Ich hatte keine Zeit um mir Sorgen zu machen oder Nachzudenken. Auf einmal war alles vorbei. Der Vorhang ging runter, mein Bett wurde rein geschoben, Sonden entfernt und meine Arme befreit. Der lustigste Moment folgte, als ich ins Bett gehoben worden bin. Ich sah meine Beine, aber sie fĂŒhlten sich nicht wie meine an. Ich lag im Bett, wurde zugedeckt und in einen Kreissaal gefahren. Ich sah von weitem dass mein Mann mit einer KinderĂ€rztin im GesprĂ€ch war. Noch bevor ich im Kreißsaal ankommen konnte, kam er mir entgegen, ich solle mir keine Sorgen machen. SpĂ€testens jetzt hatte ich welche, und wann sehe ich mein Kind. Er erklĂ€rte mir, dass Leni auf die Intensivstation wegen Problemen mit der SauerstoffsĂ€tigung muss. Wieder gab man mir keine Zeit zum Nachdenken, ich lag ohne mein Kind alleine in meinem Bett, mein Mann war bei meinem kleinen Engel. Da gehörte er jetzt auch hin. Der Kleine Schatz soll wenigsten ein Elternteil bei sich haben. Mir war kalt, trotz der heißen Temperaturen. Hatte viel Blut verloren. Die Hebamme versorgte mich mit GetrĂ€nken jetzt erfuhr ich die Daten von Leni. Geboren am 09.08.2019 um 19:19 Uhr , 4300 Gramm schwer, 51 cm lang und ein Kopfumfang von 35cm. Ich bin stolz, eine tolle Uhrzeit an einem tollen Tag in genau diesem Jahr. Jetzt bekomme ich endlich Fotos meiner Tochter. Ich sehe sie endlich das erste Mal. Zwar nur auf Bildern, aber das ist meine Tochter. Du warst 9 Monate unter meinem Herzen, ich liebe dich. Endlich kommt auch mein Mann wieder mit noch mehr Fotos. Und dann passierte das schönste und traurigste zu gleich. Mein Bett wurde auf den Flur gefahren. Dort standest du im Inkubator. Ich war noch irgendwie benebelt. Das erste was ich gesagt habe war" da ist meine kleine Astronautin" daher hast du deinen Spitznamen, mein Schatz. Mein Bett wurde so hoch gefahren wie es nur ging. Ich durfte dich streicheln. Ich kam gerade mal so an deine Hand. Es war so schön und traurig zu gleich. Du warst komplett dick eingepackt. Der Moment war viel zu kurz. Du musstest jetzt gehen. Ich wurde wieder in den Kreißsaal ohne dich geschoben. Dein Papa darf dich in zwei Stunden besuchen. Die Hebamme fragt mich welches Bild ich in die Onlinegalerie haben möchte. Dein Papa musste erstmal raus eine rauchen. Er hat das alles so gut gemacht. Ich glaube ich liebe ihn seit dem Moment noch mehr. Ich war dann das erste Mal kurz alleine, die ganzen Informationen konnten jetzt in meinem Kopf ankommen. Ich frohr immer noch, konnte nicht weinen, nicht lachen... ein GefĂŒhl zwischen Hoffen, Bangen und purem GlĂŒck. Endlich ist dein frisch gebackener Papa wieder bei mir. Wir reden lange. Ich liege fast noch drei Stunden im Kreißsaal. Freue mich, dass ich meine Zehen wieder bewegen kann. Ich bin MĂŒde, kann ja aber doch nicht schlafen. Dann werde ich aufs Zimmer geschoben. Ich schicke mein Mann sofort zu unserer Tochter. Wenn ich nicht fĂŒr sie da sein kann dann wenigstens er. Paulina kam ins Zimmer als er gerade raus war. Sie gratulierte zur Geburt und sagte sie hĂ€tte echt Spaß mit mir gehabt. Paulina soll am Ende die jenige sein, der ich am Ende fĂŒr die Betreuung am Dankbarsten war. Ich erfuhr spĂ€ter, von meinem Mann, dass sie wohl auch unsere Tochter aus dem OP gebracht hat.
Nach ca 30.min kam mein Mann wieder aufs Zimmer mit guten Nachrichten. Anstatt der angesetzten 36 Stunden auf der Intensiv, denke man jetzt schon darĂŒber nach, uns unsere Tochter wieder zu geben. Sie hĂ€tte gut gegessen, ein ZuckerstĂ€bchen im Mund und die Werte sind stabil. Ich freute mich. Zuerst mĂŒsste aber die Ärztin ihr ok geben. Er sagte ich soll mich ausruhen. Ich war blass wie eine Wand. Ich wollte gar nicht schlafen, schlief dann aber doch einige male ein. Um 03.00 Uhr Nachts öffnete sich unsere ZimmertĂŒr. Eine Krankenschwester, schob ein kleines Bettchen ins Zimmer, auf einmal war ich hell wach. Du lagst friedlich schlafend in deinem Bett. So wunderschön. Endlich bist du bei deiner Familie. Ich gebe dich nie mehr her. Die erste Flasche gab dir dein Papa die erste Windel wechselte er auch. Ich hatte dich danach das erste mal im Arm. Wir lieben dich- LENI

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Was ein liebervoller Text 😍 Toll das alles gut ausgegangen ist nach diesem Martyrium
Ich habe TrĂ€nen in den Augen. Ich habe fĂŒr unsere Tochter auch die Geburt niedergeschrieben fĂŒr ihre Erinnerungskiste
Lg

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Huhu,

Ganz lieben Dank fĂŒr deine lieben Worte. Vor der Geburt unserer Tochter war uns immer ihre Gesundheit am Wichtigsten. Sie ist jetzt gesund und wir sind glĂŒcklich ❀

Liebe GrĂŒĂŸe

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... ich habe drei Kinder auf die Welt gebracht ( mein Ă€ltester Sohn ĂŒbrigens mit 4300g 55 cm und 37 Kopfumfang 😅) Ă€hnlich wie Eure Kleine. . Einiges hier gelesen, aber du bist die erste, wo mir die TrĂ€nen kamen.. wunderschön wirklich ❀ Immer wieder ein Wunder!! ALLES GUTE WÜNSCHE ICH EUCH MIT Eurer LENI ❀

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Huhu,
Ganz lieben Dank fĂŒrs Lesen und die ehrlichen Worte. Es ist tatsĂ€chlich total selten, auch eine Mami zu treffen, die so ein Wonneproppen hat 🙈
Ich möchte mit meiner Geschichte zeigen, dass nicht jede Geburt ideal lÀuft, aber doch schön enden kann. Ich habe sooo viele Geburtsberichte gelesen, die entweder totaler Horror, oder Traumgeburten waren. Teilweise sehr emotionslos.
Ich hoffe ich habe dich im positiven mit meiner/unserer Geschichte bewegt ❀
Liebe GrĂŒĂŸe đŸ€—

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Danke fĂŒr Deinen Bericht. Stellenweise habe ich mich darin wiedergefunden, nĂ€mlich an den Stellen, wo es um den Kaiserschnitt ging.

Du schreibst sehr schön. Ich hatte das GefĂŒhl, der Bericht entstamme einer professionellen Autorin, die fĂŒr ein Magazin arbeitet.

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Huhu, ganz lieben Dank fĂŒrs Lesen. đŸ€—

Und danke fĂŒr das Kompliment. Aber ich bin leider keine Autorin 😅 ich stecke nur gerne etwas Herzblut in meine Texte. Den Ă€hnlichen Geburtsbericht habe ich handschriftlich in die Erinnerungsbox fĂŒr spĂ€ter gelegt đŸ€—

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Ein wunderschöner Text und am Ende kamen mir die trĂ€nen weil ich genau fĂŒhle wie du dich gefĂŒhlt hast .

Mein engel kam in der 27 ssw als FrĂŒhchen zur Welt bei mir war es eine notsectio wurde im 2:15 in den OP gebracht mit Presswehen und bin erst um 9 Uhr aufgewacht es musste viel und schnell Narkosemittel gegeben werden

Bei mir sitzt alles noch sehr tief selbst nach fast 10 Monate kann mit immer noch nicht ohne trÀnen die Bilder ansehen wo er im Inkubator lag mit sein 980 Gramm Und 37 cm LÀnge

Alles liebe euch

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Danke fĂŒrs Lesen und deine liebe Nachricht.

Ich hoffe euch geht es jetzt gut. đŸ€— die Erfahrung von dir ist nochmal krasser. Du Verdienst meinen vollsten Respekt.

Ich kann mir bis heute keine Geburten o.Ă€. im Fernsehen ansehen, weil mir dann die TrĂ€nenen kommen. Wir sind also nicht alleine ❀

Ich wĂŒnsche euch auch alles Liebe ❀

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Lieben Dank dir❀ uns und den kleinen geht's super er wird am 28.5. 10 Monate alt korregiertes alter 7 Monate 🙃 alles liebe dir

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Ein wunderschöner emotionaler Geburtsbericht❀schön das alles am Ende gut ausgegangen ist 😍mir liefen meine TrĂ€nen 🙈

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Wow, es flasht mich echt immer wieder, wie viele Leute wir berĂŒhren. ❀

Danke fĂŒr deinen Kommentar đŸ€—