2× Einleitung, 1×"normal"...Vorsicht lang 😁

Da ich während meiner letzten Schwangerschaft auch gern Geburtsberichte gelesen hab, möchte ich euch meine nun auch nicht vorenthalten.

1. Geburt 2008:

Vorgestellt hatte ich mir, wie viele andere auch, eine natürliche Geburt, die von alleine beginnt und eventuell ohne Schmerzmittel, bin ja relativ hart im Nehmen 😉 😀
Es war eine ganz und gar unkomplizierte Schwangerschaft, ohne Wehwehchen oder irgendwelche Probleme.
Gegen Ende der Schwangerschaft war dann allerdings die Plazenta ziemlich verkalkt und die Kleine war wohl auch etwas zu klein, so musste ich erstmal zum Wehenbelastungstest.
Also Montags ins Krankenhaus, Gespräch hier und da, Tropf angeschlossen und ab ans CTG.
Der Kleinen gings wunderbar, die Wehen zogen nur im Rücken und ich dachte noch in meinem jugendlichen Leichtsinn, wenn das Wehen sind, wird die Geburt ein Spaziergang. Ich sollte mich irren... 😆
Danach gabs nochmal ein weiteres Gespräch, Termin zur Einleitung ein oder zwei Wochen später, ich weiß nicht mehr ganz genau, ist ja schon ne Weile her.
Also Montags wieder ins Krankenhaus, wieder Gespräch hier und da und um 11 Uhr bekam ich dann ein Gel an den Muttermund gelegt.
Wir gingen dann also spazieren, zwischendurch wieder zur Untersuchung und weiter spazieren. Irgendwann so zwischen 14 und 14:30 Uhr saßen wir im Cafe vom Krankenhaus und haben noch einen Kaffee getrunken, als mir gegen 14:45 Uhr ziemlich schlecht wurde und mir schlagartig bewusst war, dass es jetzt tatsächlich los geht. Ich schleppte mich also zum Kreißsaal, mit einigen Unterbrechungen, da die Wehen mittlerweile eingesetzt hatten. Ich weiß nicht mehr, wann wir dort waren, aber es hat gefühlt eine Ewigkeit gedauert.
Im Kreißsaal angekommen, erstmal ans CTG angeschlossen, Wehen waren deutlich sichtbar und kein Vergleich zu denen vom Wehenbelastungstest.
Ich versuchte also, die Wehen irgendwie zu ertragen und zu veratmen, aber irgendwann war es einfach zu arg, also eine PDA verlangt.
Der Anästhesist kam, hinsetzen, Buckel machen, geht ja prima während man Wehen hat, desinfizieren, Spritze rein und auf die Wirkung warten, welche dann irgendwann eingesetzt hat.
So ließen sich die Wehen aushalten 😊
Irgendwann wurde der Druck nach unten so stark, dass ich dann pressen durfte und um 18:28 Uhr war meine Tochter dann da 😍

2. Geburt 2018:

Auch dieses mal hatte ich wieder eine unkomplizierte Schwangerschaft ohne großartige Probleme, bis auf die Symphyse, die  schon relativ früh schmerzte beim im liegen umdrehen oder wieder aufstehen wollen.
Der ET kam und ging, ohne dass sich etwas getan hätte. Bei 40+5 gab mir meine Frauenärztin eine Überweisung für ins Krankenhaus, weil mein Fruchtwasser weniger wurde. Wir sind dann bei 41+0 ins Krankenhaus. Dort haben sie die Fruchtwassermenge nochmals per Ultraschall ermittelt und empfanden es ebenfalls als zu wenig, also wollten sie am liebsten gleich einleiten. Ich bin in Tränen ausgebrochen, weil ich mir ja wieder eine Geburt gewünscht hatte, die von alleine beginnt. Naja, die Gesundheit der Kleinen geht vor, also für den nächsten Tag nen Termin zur Einleitung ausgemacht. Wir haben nochmal einen schönen Abend zusammen verbracht, was aber leider nichts gebracht hat 🤗
Also am nächsten Morgen ins Krankenhaus gefahren zur Einleitung. Wir waren gegen 8 Uhr dort, dann wieder erstmal Gespräch hier und da, erstes CTG, danach 1. Tablette Cytotec, dann wieder CTG und danach spazieren. Mein Mann hat dann irgendwann seinen Eltern bescheid gesagt, dass wir im Krankenhau sind und die sind natürlich voller Vorfreude direkt angetanzt 🙄
Hätte ja auch noch Tage dauern können, aber naja... 😀
In regelmäßigen Abständen mussten wir dann zum CTG erscheinen, was natürlich nichts aufzeichnete. Beim letzten CTG gegen 18 Uhr, vor der nächsten Tablette, bemerkte ich ein Ziehen im unteren Rücken, was immer stärker wurde, aber auf dem CTG war natürlich immer noch nichts zu sehen.
Ich musste dann plötzlich dringend auf Toilette und konnte kaum abwarten, bis die Hebamme mich vom CTG abgestöpselt hatte. Ich also schnell, so schnell es eben ging, auf Toilette, wo sich dann mein Darm entleerte und mich einige Wehen in kurzen Abständen überrollten. Ich konnte nicht aufstehen und hatte schon Angst, mein Kind auf der Toilette zu bekommen 😀
In einer Pause nutzte ich die Gelegenheit, um wieder ins Untersuchungszimmer zu gehen und meinem Mann zu sagen, dass ich denke, dass es losgeht.
Mein Mann hat dann ganz aufgeregt der Hebamme Bescheid gesagt, die dann seelenruhig angeschlendert kam und meinte, sie würde mich dann mal untersuchen wollen. Die Ffuchtblase war geplatzt, als mein Mann wieder rein kam und die Hebamme noch nicht da war, der Druck nach unten wurde richtig stark.
Die Hebamme war also da, wollte mich untersuchen, half mir beim ausziehen und hat dann plötzlich ganz große Augen gemacht, als sie gesehen hat, dass der Kopf schon fast draußen war. So viel zum Thema erstmal untersuchen^^
Sie wusste var nicht, was sie zuerst machen soll, Handschuhe anziehen oder die Ärztin rufen oder was auch immer... 😀
Mein Mann erzählte mir später, dass es ausgesehen hääte, als hätte die Hebamme den Kopf wieder reinschieben wollen im ersten Schock 🤣
Naja, noch 2 mal pressen und meine Tochter war um 19:32 Uhr bei uns 😊
Wir hatten es nicht mal mehr in den Kreißsaal geschafft und waren Gesprächsthema Nr.1 auf Station 😀

3. Geburt 2020:

Wieder eine absolut unproblematische Schwangerschaft, bis auf die Symphyse 🤗
Die Zeit verging, der ET kam und ging, wieder mal, ohne dass sich etwas tat. Ich stellte mich innerlich wieder auf eine Einleitung ein.
Meine Frauenärztin gab mir wieder eine Überweisung ins Krankenhaus wegen wenig Fruchtwasser und die sollten dort gleich alles weitere machen.
Wir also zur Abklärung wieder ins Krankenhaus, die dort jedoch per Ultraschall genug Fruchtwasser feststellen konnten, somit konnten wir noch abwarten mit der Einleitung. Außerdem schickten die mich wieder zur Frauenärztin zur weiteren Kontrollen, weil die Kapazitäten im Krankenhaus begrenzt seien und sie dort keine reguläre Vorsorgeuntersuchungen machen können. Im Notfall könne ich aber gern wieder kommen. Bei 40+4 hatte ich wieder Termin bei meiner Frauenärztin, welche dann nur CTG geschrieben hat und mich dann wieder heim schickte. Wegen ihrer Panikmache wegen wenig Fruchtwasser sind wir also wieder ins Krankenhaus gefahren zum nachschauen lassen. Dort stellten sie fest, dass alles ok ist und ich weiterhin abwarten kann.
Am Abend hab ich nochmal meinen Mann verführt, in der Hoffnung, dass es was bewirkt 😁
Einige Tage davor hatte ich schon immer mal wieder leichten Durchfall, was ich aber auf den erhöhten Milchkonsum und Joghurt mit Leinsamen schob^^
Bei 40+5 bin ich morgens mit meiner kleinen Tochter aufgestanden, haben zusammen gefrühstückt und kurz vor 11 Uhr merkte ich das erste Ziehen im Bauch.
Ein oder zwei Tage vorher hatte ich mir noch ne Wehen-App runtergeladen, die ich dann auch startete.
Die Wehen kamen in 10-15 minütigen Abständen, aber ich nahm sie noch nicht für voll.
Zwischendurch waren die Wehenabstände mal länger, dann wieder kürzer und als sie regelmäßig so alle 5 Minuten kamen, hab ich mich mal selbst untersucht, was mir bestätigte, dass es tatsächlich eeeendlich von allein losgegangen war. Ich packte also meine Kliniktasche, richtete noch ein paar Sachen für die Kleine, weil sie ja mit musste, weil wir keinen Babysitter haben und die Großeltern weiter weg wohnen und es wahrscheinlich nicht rechtzeitig schaffen würden.
Als die Abstände so bei 3 Minuten waren, hab ich dann meinen Mann angerufen, dass es soweit ist und er kommen soll. Nach ca. 15 Minuten war er da und wir sind Richtung Krankenhaus gefahren, wo wir im schlimmsten Fall 15 Minuten für die Fahrt brauchen.
Aufgrund von Baustellen und Unfall auf der Strecke war natürlich ab der Hälfte der Strecke Stau, es ging nur sehr schleppend voran.
Mein Mann rief im Krankenhaus an, um zu fragen, was wir machen sollen. Die meinten, entweder abwarten, weiterfahren und wieder anrufen, wenn wir Hilfe brauchen oder RTW anrufen.
Also rief mein Mann kurz nach 16 Uhr den RTW, der ganze 20 Minuten !!! brauchte, um zu uns zu kommen.
Bei nem Herzinfarkt hätten wir gelitten....
Naja, die kamen also, haben mich eingeladen, meine Tochter im Auto hat Rotz und Wasser geheult, weil sie natürlich Angst um die Mama hatte 😣
Die Sanitäter meinten zu meinem Mann, er könne nicht hinterherfahren, das wäre zu gefährlich und blablabla...
Zum Glück war ein stück weiter vorne noch ein Unfall, wo dann ein Polizist kam, der meinen Mann kannte. Er durfte dann den Polizisten hinterherfahren und hatte dann fast freie Fahrt, um hinterm RTW herzufahren 😀
Im Krankenhaus angekommen, sind wir gleich in den Kreißsaal, wo mich die Hebamme gleich ans CTG angeschlossen hat und nach der ersten Untersuchung auch gleich die Fruchtblase öffnen wollte, weil wir schon bei 8,5 cm waren.
Ich musste aber nochmal aufs Klo und wollte noch warten, bis mein Mann und meine Tochter dann da waren.
Die 2 kamen dann auch relativ zügig nach, die Hebamme öffnete die Fruchtblase und kurz danach durfte ich schon pressen.
Nach ein paar Presswehen war die Kleine dann um 17:10 Uhr da, nach nicht mal einer Stunde im Kreißsaal 😍

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Voll die schönen Geburtsberichte, vielen Dank :-) Ich finde es immer sooo spannend. War deine Tochter bei der dritten Geburt dann auch bei der tatsächlichen Geburt dabei? Mich würde auch interessieren, wie sie es fand :-D

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Danke 😊
Ja, sie war tatsächlich dabei 😀
Zuerst hat sie die Kleine gestreichelt, aber kurz danach hat sie bitterlich angefangen zu weinen 😣
Es war glaub ich alles ein bisschen viel für sie...erst wird die Mama mit dem Krankenwagen weggefahren, dann hat sie Schmerzen im Kreißsaal, kurz danach ist das Baby da...sie war ja selber erst 19 Monate alt, da versteht man noch nicht so ganz, was los ist 🤗