Frühzeitige Geburt in der 35. Woche

ch war immer eine die Geburtsberichte sehr gerne gelesen hat. Ich nahm mir dabei vor, dass meine Geburt ein sehr schönes und unvergessliches Erlebnis wird. Unvergesslich war es. Ob es als schön bezeichnet werden kann, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Am Sonntag (33+6) hatte ich nachmittags einen rosa Ausfluss auf der Slipeinlage. Ich hatte mich kurz vorher rasiert. Vielleicht hab ich ja deshalb geblutet? Ich war verunsichert, weil aber nichts mehr nachblutete, ging erst einmal so zu Bett. Am nächsten Morgen hatte ich dann Blutfäden im Ausfluss. Ich ging also bei Praxisöffnung zu meiner Gyn. Ich hoffte, dass sie mich beruhigen würde. Leider tat sie das nicht. Der MUMU war 1 cm geöffnet und der GMH bei 2,8 cm. Sie schickte mich zur genaueren Untersuchung in meine Geburtsklinik. Das Ergebnis blieb auch dort gleich. Dem Baby ging es gut. Man schätzte ihn auf 2.200 g und 45 cm. Herztöne super. Da man eine eintretende Geburt bei einem Baby mit der Entwicklung nicht mehr aufhalten würde, schickte man mich zur Entspannung mit möglichst durchgängiger Bettruhe nach Hause. Also fuhr ich Heim und legte mich sofort hin. Statt der Entspannung bekam ich erst mal Wehen. Sie waren leicht aber durchaus regelmäßig. Irgendwann hörte das auf. Dafür löste sich abends aber der Schleimpfropf. Das konnte doch alles nicht wahr sein. In der Nacht blieb es ruhig.
Am Dienstag sollte ich zur Kontrolle zur Gyn. Sie stellte keine Verschlechterung fest. Was mich sehr freute. Vielleicht schaffen wir ja doch noch ein bis zwei Wochen.
Am Mittwoch war ich schon wieder ganz positiv mit der Entspannung noch eine Zeit durchzuhalten. Mittags kam meine Mama zu mir um mir ein Mittagessen zu machen. Ich stand also kurz auf. In diesem Moment lief es mir warm die Beine hinunter. Meine Hose färbte sich schnell dunkel. Da meine Mama bei mir auch einen Blasensprung erlitt, wusste sie sofort was zu tun war. Ich wurde aufs Sofa verfrachtet und ein Krankenwagen geholt. Ich war wahnsinnig nervös und völlig außer mir ich war doch erst bei 34+2. ich hatte solch eine Angst um mein Baby.
Im Kreißsaal angekommen wurde der Blasensprung bestätigt. Ich würde das Krankenhaus also als Mama verlassen. Man wollte nochmal 6 Stunden abwarten, ob mein Körper selbst mit Wehen starten würde. Da mein Mann und ich bisher keinen Geburtsvorbereitungskurs gemacht hatten - der sollte an diesem Wochenende stattfinden - luden wir uns einen Onlinekurs herunter. Wir nutzten die Wartezeit für Atmenübungen und sonstige Theorie aus. Nach 6 Stunden hatten sich keine Wehen eingestellt. Aus dem Grund leiteten sie die Geburt mit Gel ein. In 2 Stunden sollte das Medikament seine volle Wirkung entfalten. Vielleicht startet der Körper dadurch die Geburtswehen. Wenn nicht sollte nach abermals 6 Stunde die Dosis erhöht werden. Nach bereits einer Stunde startet die Wehen. Erst leicht und gut zu veratmen. Dann ging es los. Die Schmerzen wurde innerhalb kurzer Zeit gigantisch. Kaum noch Pausen. Ich hatte mir so fest vorgenommen, dass zu schaffen. Nach jeder Wehe versuchte ich positiv zu denken. Auch als ich mich vor lauter Schmerz übergeben musste, blieb ich einigermaßen positiv eingestellt. Nach 6 Stunden dieser Qualen musste ich mich zu einer PDA entscheiden. Es ging einfach nicht mehr. Ich war enttäuscht von mir. Ich hätte mir mehr Durchhaltevermögen gewünscht. Durch die PDA konnte ich endlich etwas entspannen und schlief für 1,5 Stunden ein. Es war jetzt Donnerstag 6 Uhr morgens. Der Muttermund hatte sich nach der Nacht auf nur 5 cm geöffnet. In meiner Schlafzeit hatten die Wehen nachgelassen und kamen nur noch sehr unregelmäßig. Dazu kam, dass mein Baby die Sternkuckerposition eingenommen hatte. Die Hebamme versuchte ihn mehrfach zu einer Drehung zu animieren. Erfolglos. Als letztes Mittel setzte man einen Wehentropf ein. Dieser bewirkte eine Öffnung auf 5,5 cm. Das Baby lag weiterhin falsch. Ich bekam Fieber und die Herztöne des Kleinen gingen in den Keller. Man legte mir jetzt den Kaiserschnitt sehr nahe. Was hatte ich für eine Wahl? Ich wollte es überhaupt nicht, aber uns ging es beiden schlecht. Also lag ich ab 12 Uhr im OP.
Um 12:30 Uhr kam mein Sohn Alexander Felix mit einem Gewicht von 2.580 g und 45 cm zur Welt. Sein Kopfumfang betrug 31 cm. Sein erster Schrei war das Glück dieser Erde für mich. Ich bin so froh, dass es ihm trotz der 5,5 Wochen zu früh so gut geht. Im Moment liegt er noch auf der Frühchenstation. Er macht sich aber extrem gut. Ich hoffe, dass wir bald Heim gehen dürfen.

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Hey, herzlichen Glückwunsch zur Geburt!
Sei nicht so streng mit dir! Es klingt so durch, dass du alles in allem enttäuscht bist, auch von dir selber. Aber mach das nicht! Das wichtigste ist am Ende, dass es euch beiden gut geht. Es gab vl einen triftigen Grund, weshalb er es so eilig hatte (esoterisch gesehen oder auch körperlich) und auch einen wichtigen Grund, weshalb es per KS sein sollte. Das alles ist jetzt egal, Hauptsache, ihr habt euch und seid gesund. Erhol dich und freu dich auf die Zeit mit deinem Sohn zuhause. Am Ende ist es doch wurst, wie die Zwerge zu uns kommen, Hauptsache unbeschadet!
Sei lieb gedrückt ♥️

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Herzliche Gratulation!
Wunderschöne Namen habt ihr ausgesucht!
Hoffe für euch dass es ihm weiterhin so gut geht und ihr bald nach Hause dürft!