Am 02.08. kam Silas endlich zur Welt - Achtung lang

Am 01.08.2006 gingen wir 10 Tage nach errechnetem ET (22.07.2006) in die Klinik nach Garmisch-Partenkirchen zur Einleitung. Leider wollte sich unser Schatz nicht alleine auf den Weg nach draussen machen. Um 07:50 Uhr waren wir in der Klinik und machten das übliche Programm durch. CTG, Ultraschall... und dann wurde mir das Gel gelegt, das die Einleitung bewirken sollte. Um 09:30 Uhr lag ich also wieder eine Stunde mit dem frisch eingebrachten Gel am CTG. Danach sollten wir zwei Stunden rumlaufen und frühstücken und so weiter... und dann wieder zum CTG kommen. Das CTG zeichnete zwar regelmässig Wehen auf, aber die waren kaum spürbar und sie bewirkten auch nichts.
Das ging dann so weiter bis ca. 15:00 Uhr. Da habe ich dann die Wehen auch gespürt, mußte ab und an mal einfach stehen bleiben und veratmen. Aber die Wehen waren noch ganz gut erträglich. Dann habe ich noch Kügelchen bekommen, die die Wehen verstärken sollten. Da nahm ich einmal eine Dosis und später noch eine Dosis. Um 17:00 Uhr kamen dann meine Eltern aus Mannheim, die den kleinen Erdenbürger auf alle Fälle sofort begrüssen wollten. Um 18:00 Uhr wurden die Wehen langsam richtig stark und unangenehm. Ich mußte dann auch wieder rein zum CTG und habe ich bei den Eltern verabschiedet. Mein Mann und ich dachten uns schon, daß wir wohl im Kreißsaal bleiben müssen bzw. im Wehen/Paarzimmer uns vielleicht noch ein bisschen ausruhen sollen bis es dann richtig losgeht. So weit kam es dann aber doch nicht mehr... Die Wehen wurden stärker und stärker... aber der Muttermund hat sich leider kaum geöffnet. Er war auf 2-3 cm offen, also quasi fast gar nicht. Die Hebamme schlug vor,daß ich zur Entspannung ins Bad sollte. Okay, habe ich gemacht. Davor bekam ich noch einen Einlauf. Ich war dann (nach CTG und kurzer Besprechung wie es weitergehen sollte) um 20:30 / 21:00 Uhr ca. in der Wanne. Anfangs war das echt schön und entspannend... aber nach ca. einer halben Stunde wurden die Wehen in der Wanne so unerträglich, daß ich sofort rauswollte... wir sind dann in den Kreißsaal gelaufen (war direkt gegenüber) und auf dem Weg dorthin ist mir die Fruchtblase geplatzt. Ich hatte so große Hoffnung, daß der Muttermund jetzt richtig weit geöffnet ist... aber leider war er nur auf 5 cm geöffnet. Ich konnte es nicht fassen und dachte mir, daß das doch jetzt nicht ewig so weitergehen konnte.
Dann hat mich die Hebamme nochmals genauer untersucht. Der kleine Schatz hatte Schädellage II (also er lag mit dem Rücken rechts) und war ein Sterngucker. Daher ging bei der Geburt auch nichts voran. Ich mußte mich dann auf die rechte Seite legen, damit der kleine Schatz es schafft sich richtig in den Geburtskanal zu drehen... da meine Schmerzen bis dahin schon sehr, sehr stark waren und wir schon seit 6 Uhr an dem Morgen auf den Beinen waren, schlug die Hebamme vor, eine PDA zu legen. Das nahm ich dankend an. Die PDA wurde um halb elf gelegt und um elf Uhr hat sie dann gewirkt. Das war echt notwendig, weil ich ohnehin auf der rechten Seite nicht liegen konnte und mit Wehen war das dann erst recht nicht möglich. Und was ich bis dahin noch nicht wußte, ich lag sehr viele Stunden in dieser unbequemen Position. Die PDA war so dosiert,daß sie bis ca. 3 Uhr nachts sehr gut betäubt hat und dann hat die Betäubung nachgelassen. Damit ich bei der Geburt leichter aktiv mithelfen kann, wurde beschlossen, daß ich keine erneute Dosis bekommen soll. Also hatte ich wieder Wehenschmerzen, aber sie waren nicht mehr ganz so unerträglich wie vorher. Ach, was ich vorher vergessen habe zu erwähnen... durch die Einleitung hatte ich praktisch immer Doppelwehen. Es kam nicht eine Wehe, die eine Minute hielt, sondern es kam eine Wehe, die ziemlich schnell auf dem Höhepunkt war und dann blieb und dann abflaute und schwupps kam schon die nächste... dann hatte ich eine Pause von ca. 2-3 Minuten und das ganze ging von vorne los... ich wußte echt nicht mehr wie ich atmen soll... naja, und nach der PDA kamen die Wehen doch etwas gemässigter. Vielleicht auch, weil man mir ein wehenhemmendes Mittel gab, um die PDA zu legen... Damit die Geburt aber doch wieder in Gang kommt, bekam ich jetzt wieder einen Wehentropf gelegt. Also, wieder stärkere Wehen. Dann bekam ich noch Fieber und man mußte mir einen neuen Zugang legen, weil der alte irgendwie auf einmal verstopft war und mir Antibiotika geben. Um 5 Uhr war der Muttermund dann endlich auf 10 cm offen. Das war wohl auch der Punkt, als ich sagte, daß ich nicht mehr will und daß das Kind jetzt bekommen kann, wer will - ICH WILL HEIM! Damit war für Hebamme und meinen Mann klar, daß es jetzt nicht mehr lange dauert (wie man mir später sagte). Und tatsächlich, jetzt kamen die Presswehen. Zuerst war ich völlig überwältigt von dem neuen Gefühl, da ich jetzt schon so viele Stunden einfach nur gewartet habe,daß der Muttermund sich öffnet und jetzt ging es los... ich "durfte" mich also endlich mal auf den Rücken drehen und dann wurde ich angeleitet wie ich zu pressen hatte. Ich war ziemlich kaputt und hatte auch total vergessen wie man da atmen muß. Die ersten zwei Preßwehen habe ich wohl auch völlig versemmelt und die Hebamme hat mich ein bissel geschimpft. Naja, aber dann machte ich es nach und nach besser. Auch wenn ich zwischendrin wieder mal aufgeben wollte. :o(. Dann war aber auf einmal eine ziemliche Hektik, denn die Herztöne von dem kleinen Schatz gingen in den Keller. Und auf einmal meinte die Hebamme:"Das Kind muß jetzt raus und zwar schnell" und die Ärztin lag auf meinem Bauch und die Hebamme dehnte wie verrückt meinen Damm und mein Mann drückte meinen Kopf bei jeder Presswehe nach vorne und die Tatsache, daß die Herztöne runter gingen, gab mir so viel Kraft, daß ich alles gab... und es war wirklich so, daß ich noch zwei Preßwehen hatte und der kleine Liebling war endlich da. Es war das absolut schönste Gefühl, das man haben kann. Und jetzt (fast 4 Wochen nach der Geburt) muß ich immer noch schlucken, wenn ich daran denke. Die Herztöne gingen runter, weil ich nicht nur einen kleinen Sterngucker habe, sondern dieser kleine Sterngucker hatte auch noch die Nabelschnur um den Hals. Aber er hat sich blitzschnell erholt und es geht ihm sehr, sehr gut!
Hier sind noch die "Maße": 54 cm groß, 3630 g schwer und KU 37,5 cm. Für mich ziemlich groß. Die Hebamme meinte auch, daß er für mich nicht viel größer hätte sein dürfen ;o). Danach war ich mächtig stolz, daß ich es geschafft habe ihn natürlich zur Welt zu bringen, obwohl es doch sehr lange gedauert hat. Und es ist richtig: Egal wie lange es dauert, egal wie schmerzhaft es ist - sobald das Baby da ist und die Schmerzen weg sind, ist alles vergessen...

Alles Liebe,
Tammy mit #baby im Arm und nicht mehr im Bauchi

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Hey Tammy!

Meinen Glückwunsch zu eurem Liebling!
Meine große Tochter wurde auch am 02.08. geboren. Nur schon 2 Jahre eher! Solche Kinder werden was ganz besonderes... :-)
Viel Spaß noch mit deinem Süßen!
Steffi

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Glückwunsch!!!
Die Geschichte kommt mir sehr bekannt vor. *gg* Bei der Großen lief es auch ungefähr so ab, 24 Stunden Wehen, Herztöne irgendwann im Keller, Dammschnitt, Saugglocke und ein Arzt der mir auf den Bauch drückte. Die Maus war eben auch ein Sternengucker und unser kleiner Mann meinte wohl, er muss das genau so machen, nur dass er mich nur 2,5 Stunden leiden ließ.

Liebe Grüße