Einleitung vor ET wegen Makrosomie - so nie wieder!

Bei uns wurde die Geburt bei 39+0 eingeleitet, weil die kleine Maus bei 38+5 schon auf 4250g geschätzt wurde. Die Diagnose „Makrosom“ hatten wir schon mehrere Wochen vorher gehört…
Uns wurde dringend davon abgeraten die natürliche Geburt abzuwarten, wir haben auf die Ärzte gehört… und ich würde es in dieser Konstellation nie wieder so machen!

Haben mit 2cm weit geöffneten MuMu angefangen. Wollte am liebsten auf Medikamente verzichten, also morgens der erste Versuch mit einer Eipollösung, kein Erfolg. Ab Mittag Cytotec, am ersten Tag 4 Dosen, am zweiten Tag 3, am dritten Tag 3. Über die ganze Zeit alle 3 Stunden zum CTG.

Währenddessen kam die erste Frau mit in mein Zimmer, bekam ihr Kind und ging nach Hause. Und dann kam die zweite Frau, bekam ihr Kind und ging nach Hause. Nachts weinten die Neugeborenen und tagsüber sagten die Hebammen ich solle mich dringend erholen, sonst macht sich das Kind sich nicht auf den Weg, wie wolle ich so auch eine Geburt überstehen.
Wegen Corona durfte mich auch niemand besuchen. Es war der reine Stress und einfach zermürbend. Ich habe bei vielen Telefonaten mit meinem Mann geweint.

Am vierten Tag hab ich gesagt, dass ich das nicht mehr möchte und nach Hause gehe. Der MuMu hatte sich inzwischen auf 2,5cm geweitet. Die Ärztin hatte vollstes Verständnis, bot mir aber an noch eine Eipollösung zu machen und wenn das nicht hilft ein Wehentropf. Wenn der nicht anschlagen sollte könnten wir das ja jederzeit abbrechen. Wieder folgte ich der Empfehlung der Ärztin.
Die Eipollösung half nix. Dann ein paar Stunden an den Wehentropf, auch das ohne Erfolg. Zumindest konnte mein Mann endlich wieder bei mir sein.

Am frühen Nachmittag dann nach Hause. Ich war inzwischen völlig fertig körperlich und seelisch. Auf der Fahrt bekam ich leichte Wehen, Zuhause angekommen dachte ich mir, dass man vielleicht mal den Abstand messen sollte. 3,5 Minuten. Also im Kreißsaal angerufen und wieder ins Auto.

Das CTG hat bestätigt, die Wehen sind zu leicht und bringen uns auch nicht voran. Die Hebamme wollte mal fühlen, ohne jegliche Absprache fing sie plötzlich wieder mit einer Eipollösung an, die war vermutlich die eine, die dann zu viel war. Wieder ins Zimmer und nach 3 Stunden wieder zum CTG.
Inzwischen war es später Abend. Dieses Mal dauerte es knapp 2 Stunden. Das Baby sei nicht richtig wach. Bewegen sie sich doch mal, trinken sie noch was. Inzwischen war es sehr unangenehm für mich zu liegen. Die Antwort war, das sei normal, ich hätte halt Wehen. Trotzdem weiter machen. Bis sie ein paar Minuten gute Aktivität aufzeichnen konnten.
Im Nachhinein total dumm, ich habe mir gar nicht wirklich Sorgen um meine Tochter gemacht, sie ist unser erstes Kind und wir wurden doch von Hebammen und Ärzten engmaschig überwacht. Warum soll ich mir denn Sorgen machen wenn es von denen niemand tut?!

Die Nacht war schrecklich, konnte nur noch sitzen, habe immer nur wenige Minuten geschlafen, bis ich nach vorne oder zur Seite gekippt bin. So saß ich die halbe Nacht auf dem Bett. 3 Stunden bevor ich eigentlich sollte bin ich wieder in den Kreißsaal. Neues CTG. Dasselbe Spiel wie am Abend zuvor. Schlechte Werte, ihr Baby schläft. „CTG im sitzen ist nicht ok, wir brauchen bessere Daten“. Ich lag da, hab mich gequält weil es so wahnsinnig unangenehm war und natürlich hab ich mir inzwischen auch Sorgen gemacht. Ich war völlig am Ende und hatte die ganze Zeit Tränen in den Augen.

Dann die Frage, ob wir ausnahmsweise meinen Mann dazu holen wollen. Unbedingt!
Als er da war, noch eine Stunde Quälerei. Er hat sich auch Sorgen gemacht, nicht nur um unsere Tochter, auch um mich. Dann die Frage, ganz unschuldig, ob wir schon über einen Kaiserschnitt nachgedacht hätten. Ja, haben wir inzwischen. Die Entscheidung hat dann nicht mehr lange gedauert, also los!

Es war kein Notkaiserschnitt, hätte aber wohl einer sein sollen. In der Fruchtblase fand sich putride wirkendes Fruchtwasser, aufgrund des Stress des Einleitung (Geburtsstress im eigentlichen Sinne gab es ja nicht) hat die Tochter das Mekonium abgesetzt und eingeatmet. Hier auch die Erklärung der schlechten CTG Werte (seit inzwischen mindestens 18 Stunden!). Wie es sein kann, dass das kein Arzt vorher erkannt hat konnte mir niemand erklären.

Sie hat nachdem sie geholt wurde nicht selbstständig geatmet und wurde wenige Stunden später von einem Arzt aus einem anderen Krankenhaus abgeholt. Dort wurde sie dann auf der Intensivstation behandelt. Sie hatte eine schwere Atemwegsinfektion. Ich habe sie erst eineinhalb Tage später kennengelernt, sie war intubiert und musste per Magensonde ernährt werden.

Ihr Geburtsgewicht lag übrigens bei gerade mal 3565g, die Größe kennen wir nicht, weil es in den ersten Tagen so nebensächlich war.

Ich würde es nie wieder so machen! Einleiten wegen Makrosomie, wegen einer (im Zweifel schlechten) Schätzung, vor Termin wenn das Baby offensichtlich einfach noch nicht so weit ist. Hätten wir nichts gemacht und sie wäre an Ende tatsächlich einfach zu groß gewesen wäre es auch auf einen Kaiserschnitt hinausgelaufen. Das alles hat für uns überhaupt keinen Sinn gemacht!

(Nichts gegen Einleitungen bei zu wenig Fruchtwasser, schlechter Plazenta, Diabetis oder sonstigen medizinischen Gründen!)

Im übrigen haben wir von Anfang an massive Probleme ihr Gewicht zu erhöhen, sie hat in 3 Monaten 600g geschafft. Und das obwohl inzwischen, ärztlich verordnet, Frühchenmilch zugefüttert wird. Ich glaube nicht wirklich, dass die Ursache in der Geburt liegt, aber ich finde irgendwie macht es die Geschichte rund.

Ich glaube, jeder muss in so einer Situation die Entscheidung treffen, die für die Person am besten passt und es kann bestimmt auch ganz anders laufen! Aber ich weiß wie ich mich entscheiden würde, wenn ich nochmal müsste!

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Krasse Geschichte. Es ist gut dass ihr euch für einen Kaiserschnitt entschieden habt. Ich halte auch nichts von Einleitungen, wenn es keine medizinische Notwendigkeit gibt. Ich wünsche euch eine schnelle Genesung und hoffentlich sind die Strapazen sehr basks vergessen. Alles Gute für euch.

2

Puuhhh... Ihr habt ja was durchgemacht 😑
Das selbe wurde mir vor 6 Jahren auch mal gesagt..
"Ihre Tochter geht schon Richtung 4200-4400,da raten wir Ihnen gleich ein KS!"
Mann macht sich natürlich Sorgen und vertraut den Ärzten.

Zum Glück endete unsere Geschichte anders.
Es kam doch zu einer spontan Geburt und dabei wog unsere Maus genau 3200!

Jetzt bin ich mit Kind Nr 4 schwanger und diese schätzwerte haben nix zu sagen bei mir.
Solange ich eine gesunde ss habe.

Ich wünsche euch für die Zukunft alles Gute.