Schöne Geburt, aber nichts für ängstliche!!!

Mein Großer kam im August 2017 15 Tage vor Termin nach Blasensprung.
Ich hatte schon eine Woche lang immer vormittags regelmäßige Wehen, die nach dem Mittagsschlaf besser waren...
Montags genau so wie immer, aber ich war aufgewühlt, unruhig und konnte nicht schlafen. Weder mittags, noch abends/nachts. Zum Sport wollte ich abends aber auch nicht mehr, ich wollte lieber noch die Abrechnung für die Klassenfahrt machen, die ich für die Kollegen noch übernommen hatte, habe dann nachts um 3 noch eine Mail an alle Kollegen und Schüler geschrieben, wie viel jeder zurück bekommt und dann nochmal probiert zu schlafen.

Um kurz vor 4 sprang ich dann so schnell unf gelenkig wie monatelang nicht mehr aus meinem Bett. Aus dem Tiefschlaf aufgeschreckt, stand ich da und plötzlich tropft es auf den Teppich vorm Bett.
Bin dann aufs Klo und kam nicht wieder hoch. Es lief und lief und lief... habe dann meinen Mann gerufen, der mir nicht glauben wollte.
Naja, nachdem er durch die Pfützen im Flur lief, glaubte er mir dann doch, brachte mir die Pelzys und wir machten uns ganz in Ruhe fertig. Die Frauenärztin hatte vor 2 Wochen gesagt, sie glaube zwar, dass wir uns an diesem Tag nochmal sehen würden und dass bei mir nichts für einen vorzeitigen Blasensprung spräche, aber wenn, dann könnte ich ganz entspannt los machen.
Wir haben erstmal gefrühstückt, die Kater versorgt, er hat das Auto wasserdicht verpackt und ich meine Tasche noch umgepackt. Um halb 6 waren wir dann völlig entspannt im Kreißsaal. Auf der Fahrt bekam ich auch erste Wehen, die ich veratmen musste. Im Kreißsaal wurde ich kurz untersucht. Alles bestens, bitte runter gehen und einchecken...

Bis 7 tigerten wir vor der Anmeldung rum, bis eeeeeeeeendlich die Dame von der "Verwaltung" anfing zu arbeiten und ich einchecken konnte. Die Wehen wurden fieser und ich war zuversichtlich, dass es voran ging.

Bis Mittags wurde es immer unangenehmer und ich wollte von Station zurück in den Kreißsaal, ich war müde... klar... hatte ja nicht geschlafen... und ich wollte Schmerzmittel. Die bekam ich auch und durfte schlafen. Danach blieb ich im Kreißsaal. Bis späten Nachmittag hatte sich dann noch immer nichts getan. Ich bekam endlich eine PDA bei 4cm (von 10-17 Uhr nichts!!!).
Sie half, aber die Wehen gingen weg. Ich bekam also einen Wehentropf und die Herztöne verschwanden immer wieder. Also Wehenhemmer. Das ganze dann drei Mal und um 19 Uhr stand der Kaiserschnitt fest. Ich durfte mich nicht bewegen, musste auf der linken Seite liegen und hatte höllische Schmerzen von dieser Position, aber es half nichts. Sie kamen auch nicht ans Köpfchen, aber er musste raus...

Ich wurde in den OP gefahren. Unterwegs wurde die PDA aufgespritzt, ich fing an unkontrolliert zu zittern und das schlimmste... ich wusste, dass JEDE Wehe meinem Kind schadet und ich hatte noch viele!
Eine Hebamme ging mit dem CTG neben dem Bett, eine Hebamme kniete im Bett und versuchte den Kopf bei jeder Wehe von unten hochzudrücken und dann wurde ich auf den OP Tisch gehoben und hörte: "Junge Dame, der Bauch ist so klein, wir haben keine Neo... sind sie sicher, dass das Kind schon kommen darf? Naja, nun lassen sie mal endlich die Beine locker!"
Der Narkosearzt kam rein, lachte sich schlappt und fragte mich, ob der das mit den Beinen echt gesagt hat... meine Beine waren taub! Da war nichts mit locker lassen! Er half mir, mich zu entspannen und ich wurde ruhiger!

Naja, noch schnell den Zugang vom Fuß auf den Arm verlegt und los ging es. Mein Mann war bei mir und auf meiner Brust klebte eine Art Bratschlauch. Dieser wurde mit warmer Luft aufgepustet. Direkt nach dem mein Sohn herausgehoben wurde, hat er das OP-Team erst angeniest und dann angepinkelt und sich lautstark beschwert!
Er wurde kurz raus gebracht, vom Papa ordentlich abgenabelt und dann auf meine Brust gelegt. :-)

Alles war gut!!! Er hatte keine Käseschmiere mehr an sich und kleine scharfe Fingernägel bis nach sonstwohin. Der Kerl war zwar sehr klein und leicht, aber sowas von fertig!!!

Er hatte sich seine Nabelschnur vor den Ausgang gelegt und so bei jeder Wehe sich selbst die Luft abgedrückt. Dass es kein Nabelschnurvorfall war, war pures Glück!

Jetzt bin ich (endlich) schwanger mit Nummer 2. Im März ist Termin und für mich steht fest, dass ich dieses Mal direkt den Kaiserschnitt möchte. Ich habe einfach Angst, dass sich alles wiederholt...

Ja, ich könnte alles aufarbeiten, aber das muss ich nicht. Ich bin fine damit, aber ich habe einfach Angst um mich und mein Kind. Und vor allem um meinen Mann, der noch lange nicht alles verstanden hat.