Horror 1. Geburt..

Hallo ihr lieben!
Da ich nach knapp 3 Jahren diese Geburt immer noch nicht richtig verarbeitet habe wollte ich mal hier alles aufschreiben.

Es ging ca. gegen 1 Uhr Nachts los mit dem platzen der Fruchtblase, die wehen setzten fast sofort ein und ich dachte mir ich stoppe mal die zeit. Als ich dann merkte dass nach der ersten wehe ca. 40 Sekunden vergingen und die 2. wehe kam (diesmal schon fast unerträglich schmerzhaft) weckte ich meinen Mann und wir fuhren ins Krankenhaus. Es blieb die ganze Geburt über (10 Stunden) bei den 40 Sekunden daher hatte ich keine richtige erholungszeit. Im Krankenhaus wurde ich untersucht und war schon bei 3cm. Wegen der zu kurzen wehenpausen gab man mir wehenhemmer und buscopan. Nach der Hälfte wollte ich eine pda, so kam der Anästhesist (Lehrling) der mir versuchte die pda 3! Mal zu stechen. Jedes Mal spürte ich wie die nadel nach rechts ging und einen heftigen nervenschmerz auslöste... Es wurde abgebrochen. Ca 9 Stunden nach Beginn der wehen spürte ich, dass ich pressen muss. Wir verständigten die hebamme, sie untersuchte mich - 9,5cm. Sie holte eine Ärztin. Diese kam mit 2 Assistenzärzten herein und untersuchte mich auch, woraufhin ich pressen sollte und sie mir mit den Fingern versuchte den muttermund weiter zu öffnen... das waren wahnsinnige Schmerzen, ich dachte ich sterbe.. dann meinte sie, dass die wehen aufgrund der wehenhemmer zu anfang wohl zu schwach sind und sie jetzt einen wehentropf anhängt, sie stellte ihn ein und verließ den Raum. Die Assistenzärzte unterhielten sich dann, dass das was die Ärztin da eingestellt hat doch viel zu schwach wäre und stellten den Tropf höher. Ich bekam heftige wehenstürme und die Erholungszeit zwischen den wehen ging runter auf ca. 10 Sekunden (so mein empfinden). Ich schnauzte die hebamme dann an, dass sie das sofort ausstellen soll. Sie tat das und holte wieder die Ärztin. Nun untersuchte sie mich wieder und stellte fest, dass meine Tochter sich mit ihrem Kopf wohl verkeilt hat. Ich sollte wieder pressen und sie versuchte mit den fingern meine Tochter zurückzuschieben, damit sie eine neue Position einnimmt, aber das klappte nicht. Es muss ein Kaiserschnitt gemacht werden. Der Anästhesist (diesmal der Oberarzt) setzt die spinale und auch hier spürte ich die nadel die nach rechts ging und Schmerzen verursachte. Infolgedessen war auch nur mein rechtes Bein betäubt.. Es wurde eine vollnarkose vorbereitet. Als ich aufwachte lag ich auf der Intensivstation. Ich hatte wohl während der OP 2 liter blut verloren. Die Schwester auf der Station war sehr ruppig. Sie drückte mir mit sehr wenig Einfühlungsvermögen auf meiner Narbe rum um zu prüfen ob die gebärmutter sich zusammenzog und meinte auf meinen Schmerz "ich soll mich nicht so anstellen". Sie musste mir jetzt Blut abnehmen und warf mir eine nierenschale voller Kanülen direkt auf die Narbe.. Danach gab sie mir ein starkes Schmerzmittel und ich bin weggetreten. Am nächsten Morgen wachte ich auf und sollte auf die wöchnerinnen Station verlegt werden. Dort angekommen sollte mir eine andere Schwester den Verband an der Narbe wechseln. Da ich in dem Bereich am Bauch auch schon früher sehr empfindlich auf Berührung reagierte wollte ich das grosse Pflaster selbst langsam abziehen. Die Schwester schlug meine Hand weg und meinte ich soll bis 10 mit ihr zusammen zählen und sie macht das. Ich versuchte an sie zu appellieren (sie fing an zu zählen 1,2) ich meinte zu ihr dass ich doch kein Kind sei dass sie mich so behandelt, aber sie setzte immer wieder mit 1,2..an und als es ihr zu blöd wurde riss sie mir mit einem ruck den Verband runter. Ich musste vor Schmerz schreien. Erst jetzt wurde mir meine Tochter gebracht. Zum stillen wurde ich nicht beraten, sie legten mir stillhütchen hin und meinten ich soll ein bisschen sab Simplex Gel draufschmieren damit die kleine den Mund aufmacht. Zuhause schmerzte meine Narbe noch mehrere wochen, da sie direkt in der bauchfalte angesetzt wurde und deswegen jede Unterhose und Hosen etc. daran gerieben haben...auch meine Frauenärztin meinte dass sie ruhig 2-3 cm tiefer hätte sein können.

Sorry für den langen Text, aber ich musste es mir mal von der Seele reden. Vor einer weiteren Geburt hab ich jetzt natürlich ziemlich schiss. Ich werde mir auf jeden Fall ein anderes Krankenhaus suchen falls ich mich nochmal dazu entschließe.

Danke an alle die sich meine Erfahrungen bis hierhin durchgelesen haben.

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Es tut mir sehr leid, dass es dir so ergangen ist. Vielleicht hilft es dir, die Geburt professionell aufzuarbeiten?

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Hallo, es tut mir so Leid für dich, dass du so eine Tortur mitmachen musstest. Ich hatte auch eine traumatische Geburt und konnte es nicht verarbeiten. Irgendwann habe ich dann beschlossen, dass ich es so nicht stehen lassen kann wie ich da teilweise behandelt wurde. Ich schrieb das Beschwerdemanagement der Klinik an und bekam umgehend einen Termin beim stellvertretenden Klinikleiter sowie dem Anästhesisten der mich während des Kaiserschnitt furchtbar behandelt hat und dessen Worte mich immer noch 5 Jahre später wütend machen. In dem Gespräch gingen wir alles Punkt für Punkt durch, die Leitung war sehr verständnisvoll und räumte auch Fehler ein. Der blöde Anästhesist dagegen redete sich ständig raus und brachte auch keine wirkliche Entschuldigung über die Lippen. Trotz des semi zufriedenstellenden Gesprächs hatte ich das Gefühl, dass mir eine große Last von den Schultern gefallen ist. Die Konfrontation hat mir sehr gut getan. Auch wenn es bei dir 3 Jahre her ist, würde ich immer noch eine Beschwerde aufsetzen, damit du einfach damit abschließen kannst. Das du Deine Erfahrung hier geteilt hast ist schon mal ein sehr guter und richtiger Schritt!
Liebe Grüße!

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Liebe Wishenka, ich wünsche Dir viel Kraft um alles zu verarbeiten. Nach meinem Kaiserschnitt hat mir die Schwester das Pflaster auch mit voller Wucht abgerissen ohne jegliches Mitgefühl. Ich konnte vor Schmerzen nicht laufen und wurde trotzdem dazu gezwungen.
Liebe Grüße Christina