Klein Judith hatte es eilig!

So, jetzt möchte auch ich endlich mal meinen Geburtsbericht einstellen.

Am 24.01.07 bin ich morgens so gegen 8 Uhr aufgestanden. Ich dachte noch, dass ich heute irgendwie Bauchschmerzen habe. Habe dies aber nicht als Wehen o.ä. gedeutet.
Mein Mann musste erst so gegen 9 Uhr zur Arbeit fahren, weil er Spätdienst hatte. Er fragte mich noch, ob er denn zu Hause bleiben solle. Ich sagte noch: "Nee, fahr Du mal zur Arbeit! Nachher geht es doch nicht los und wer weiß, was Du Dir dann von Deinen Kollegen anhören darfst".
Gesagt getan. Kai (mein Mann) fuhr zur Arbeit. Er war gerade weg, da bekam ich plötzlich alle 3-4 Minuten Wehen. Ich rief meine Eltern an, die gerade auf dem Weg waren Hendrik zum Turnen abzuholen, und bat sie, Hendrik mit zu sich nach Hause zu nehmen.
Ich zog noch ganz gelassen, obwohl ich ständig stehen bleiben musste und die Wehen veratmen musste, Hendrik an und räumte sogar noch die Wohnung auf (im nach hinein schüttele ich darüber den Kopf).
Zwischenzeitlich habe ich Kai, der gerade in Frankfurt angekommen war, an und teilte ihm mit, dass er doch bitte wieder zurückkommen solle.
Gegen 10 Uhr war er auch tatsächlich wieder da. Er total durch den Wind wollte den Koffer schnappen und ich sagte (so wie ich halt bin). "Warte mal, ich will jetzt erst mal wissen, ob das wirklich wehen sind. Pump doch bitte mal den Gymnastikball noch etwas auf und ich trink noch einen Tee und Du zieh Dich noch schnell um". Eigentlich dämlich, denn schließlich hatte ich alle 3-4 Minuten Wehen, bei denen ich mich schon abstützen musste und diese auch veratmen musste. Aber gut, jeder, der mich kennt, weiss, dass das so mein Typ ist. Ich wollte 100 % ig sicher sein, dass es auch wirklich losgeht und ich nicht umsonst ins Krankenhaus fahre.
Ich nahm also einen Schluck von meinem Tee und sagte plötzlich zu Kai " Ok, wir sollten dann doch JETZT fahren! "
Also, kein Gymnastikball mehr aufpumpen, sondern geradewegs zum Auto!
Auf dem Weg zum Auto musste ich noch zwei mal stehen bleiben.
Im Auto kamen die Wehen bereits alle 2-3 Minuten. Trotzdem fand ich es noch wichtig, meiner besten Freundin eine sms zu schicken, dass wir jetzt losfahren!
Um 10.45 Uhr stellten wir unser Auto auf einem Parkplatz vorm Krankenhaus ab. Ich wurde zuerst untersucht. Der Muttermund war gerade mal 2 cm geöffnet. Ich war verzweifelt, denn ich hatte inzwischen tierische Schmerzen. Auf dem CTG sah man nur so winzig kleine Hügel. Ich sagte noch zu Kai, nachdem er vom "Autoumparken" zurückkam (man darf nur kurzfristig vorm Haus parken) : " Mir glaubt doch kein Mensch, dass ich solche Schmerzen habe"
Aber die Hebamme war total lieb. Sie meinte, da ich die Wehen im Unterbauch spüre und dieses Teil (mir fällt gerade nicht der Name ein) oberhalb der Gebärmutter anliegt, kann das Gerät die Wehen nicht so aufzeichnen. Fand ich super, dass ich da nicht als Simulant (wie es bei der ersten Geburt der Fall war) hingestellt wurde. Habe mich total wohl dort gefühlt. Schließlich kam der Chefarzt. Er fragte mich, wie es mir ginge und was für ein Gefühl ich hätte.
Ich natürlich " ich hab ziemliche Schmerzen im Unterbauch", was leicht untertrieben war, denn ich hatte höllische Schmerzen)
Er sagte, wir sollen dann erst noch mal eine Stunde spazieren gehen und uns dann wieder im Kreißsaal melden. Ich sagte zu Kai, dass wir ja dann meinen Koffer holen können ( wir parkten allerdings 10 Gehminuten weit entfernt, da man um diese Uhrzeit direkt vorm Krankenhaus keinen Parkplatz bekommt). Als wir auf dem Weg zum Fahrstuhl waren, überlegte ich es mir allerdings rasch anders. Kai wollte zurück in den Kreißsaal. Ich aber sagte " Guck mal, da vorne ist der Besucherbereich. Da setzen wir uns auf die Stühle". Ok, dort hielt ich es noch sage und schreibe knapp 10 Minuten aus und entschied dann schließlich doch wieder in den Kreißsaal zu gehen. Auf dem Weg dorthin musste ich mich mehrmals an Kai abstützen. Ich kann schon gar nicht mehr sagen, wie oft die Wehen kamen. Es kam mir so vor, als hätte ich nur noch eine Einzige!
Der Chefarzt hatte mich wohl beobachtet und kam gleich hinterher und rief " machen sie für Frau Rohde einen Kreißsaal frei". Dort angekommen sollte ich auf das Bett. Ich fragte jedoch, ob ich nicht auf den Gymnastikball kann. Nach kurzer Zeit hielt ich es auch dort nicht mehr aus. Ich wurde nochmals untersucht. Muttermund gerade mal 5 cm offen. Ich dachte noch " oh Gott! Ich hab so höllische Schmerzen! wie soll ich das noch aushalten?". Währenddessen versuchte die Hebamme mir eine Kanüle zu setzen, was bei meinen Venen ziemlich schwer ist. Mir war inzwischen alles sowas von egal, was die da gemacht hat.
Noch nicht mal 5 Minuten nach der Untersuchung platzte die Fruchtblase und weitere noch nicht mal 5 Minuten später verspürte ich so einen Drang zu pressen. Ich sagte noch" ich hab so einen Druck nach unten". Die Hebamme, die sich noch an meinem Arm zu schaffen machte fragte " wo? auf den Darm? " Ich sagte nur noch " Nein, ich muss pressen"
Da reagierte sie sofort, rief den Chefarzt. Und ich konnte nicht mehr, ich musste pressen. Und schwupp, um 13.01 Uhr war die kleine Judith Sophie da. Der Chefarzt sagte zu Kai „ Der Vater holt die Tochter ins Leben“ und gab ihm ihn die Schere zum durchtrennen der Nabelschnur in die Hand. Dann bekam ich sie gleich auf Brust gelegt. Das war ein so wunderschönes Gefühl, dass ich bei meinem Sohn in dieser Art leider nicht erleben konnte!
Die Hebamme sagte noch " Also ich dachte jetzt, es dauert noch so 2 Stunden. Dass es letztendlich einen Sturzgeburt wurde, hätte ich nicht gedacht. Haben ja alles allein gemacht! Super!"
Wir sind überglücklich, dass alles so super verlaufen ist! Wobei ich heute wirklich nur noch mit dem Kopf schütteln kann, was ich noch alles gemacht habe bzw. noch machen wollte, obwohl ich schon so starke Wehen hatte! Eigentlich ziemlich leichtsinnig. HÄtte ich noch ein wenig länger gewartet, hätte ich die Kleine bestimmt zu Hause bekommen! Oder wären wir tatsächlich noch zum Auto gelaufen hätte ich sie womöglich auf der Straße bekommen... Also bloß nicht nachmachen! :-)

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Hallo,

ich bin auch erst gefahren ,als die Wehen alle 2-3 min kamen.Was habe ich bei mir im Wohnzimmer geflucht,das ich vergessen habe,wie weh die Wehen doch tun.
Meine Mutter,die kam um auf meine Große aufzupassen,erklärte mich für verrückt ,das ich nicht eher angerufen habe.
Im Krankenhaus wollte mich die Ärztin wieder nachhause schicken,weil auch bei mir der Wehenschreiber versagte.
Aber die Hebamme erkannte das ich die Auawehen hatte und als ich dann noch losreiherte ,hatte die Ärztin auch ein einsehen.
Leider hat sich mein Sohnemann dann doch noch Zeit gelassen,er kam dann erst nach 5 Stunden im Krankenhaus.
Als ich mich endlich dazu durchgerungen habe mal nachzufragen,ob ich eine Pda haben könnte,da legte sich mein Sohn ins Zeug.Die Hebammen sagten zu mir"JA,ja warten wir mal ab und lachten.10minspäter war er da.
Aber du hast schon recht,es hätte auch anders ausgehen können.

Schlagzeile in der Bild"Baby im Taxi geboren"

Lg Sabine