Der ganz normale Wahnsinn - eine (Zangen-)Geburt

Ich hatte, bis auf die letzen paar Wochen, wo ich mit äusserst schmerzhaften Hämorrhoiden zu kämpfen hatte, eine sehr schöne Schwangerschaft.

Offizieller Entbindungstermin war der 10. Januar 2007 und nichts tat sich. Dies obwohl mir bereits am 29. Dezember 2006 ein geburtsreifer Befund attestiert worden war. Meine Ungeduld nahm zu und ich bereute es, am 3. Januar 2007 meine Arbeit eingestellt zu haben... . Was nur sollte ich den ganzen Tag tun? Auf Anraten meiner Beleghebamme trank ich Wehentee und wanderte am 16. Januar 2007 über eine Stunde von unserem Hausberg runter in die Stadt. Abends um 17h00 spürte ich erstmals ein Ziehen im Unterleib. Frühere Anzeichen wie Schleimpropf oder Nestbautrieb verbunden mit putzen o.ä. habe ich nicht gespürt. (Dabei wäre putzen wirklich nötig gewesen ;-) ). Ich ass mit meinem Partner noch eine ordentliche Portion Gnocchi (was ich später bereute) und wir sahen und den obligaten Dienstagskrimi an. Um 22h00 informierte ich meine Beleghebamme, dass ich richtige Wehen hätte. Grossspurig behauptete ich, diese noch bestens auszuhalten. Bereits eine Stunde später rief ich Hebamme wieder an um ihr mitzuteilen, dass ich mich zuvor wohl getäuscht hätte und ich es ganz und gar nicht mehr aushalten würde. Wir vereinbarten, uns um 24h00 vor dem Eingang des Spitals zu treffen. Wir fuhren los und ich wimmerte nur noch vor Schmerzen. Ich fragte mich, wo der sanfte Wehenbeginn und vorallem diese verflixten Wehenpausen sind, von denen alle immer sprechen. Weder das eine noch andere konnte ich bei mir feststellen. Ich legte mich im äusserst modern ausgestatteten Gebärsaal auf das Geburtsbett und harrte der Dinge die da kamen. Die Wehen kamen ohne Pausen, ich übergab mich ohne Ende und die Herztöne der Kleinen sackten entsprechend ab, hatte sie doch keine Zeit, sich zu erholen. Nach 2 Stunden Wehen hatte sich der Muttermund auf 9 cm geöffnet und die Hebamme motivierte mich, durchzuhalten, bald kämen wir in die Austreibungsphase. Mir war das egal: so hatte ich mir das nicht vorgestellt. Zum richtigen Atmen musste die Hebamme mich jeweils anhalten und ihre gutgemeinte Ratschläge von wegen Badewanne, Mayahocker oder Seil schlug ich in den Wind. Ich lag einfach auf dem Bett, wand mich vor Schmerzen und die zuhause vorbereitete Geburts-CD, die Kerzen und das Massageöl lagen noch immer in meinem Spitalköfferchen. Um 03h00 verlangte ich eine PDA. Diese wurde mir - nachdem ich meinen Wunsch sehr bestimmt vorgetragen habe - sofort gesetzt (den Narkosearzt habe ich gar nicht wahrgenommen), da man mitunter hoffte, dass sowohl ich als auch das Kind sich ein bisschen erholen könnten. Leider ging es heftig weiter, zwar mit wesentlich weniger Schmerzen, aber die Herztöne unseres Babys gaben nach wie vor zur Sorge Anlass.

Um 05h20 informierte die Beleghebamme meinen Frauenarzt, da ihr die Situation nicht mehr gefiel. Dieser war um 05h50 da und entschied sofort, dass nicht mehr zugewartet werden sollte. Er erklärte mir, dass er nun die Zange einsetzen werde. Man schraubte meine PDA zurück, damit ich entsprechend mithelfen konnte. Er setzte um 06h18 die Zange an, die Hebamme warf sich auf meinen Bauch und ich presste und um 06h19 war sie da! Unsere Yaëlle #herzlich#herzlich#herzlich! Gesund und munter mit besten APGAR-Werten. Man legte mir die Kleine sofort auf den Bauch und um 07h00 sog sie zum ersten Mal an meiner Brust. Sie wog 3650 gr, mass 48cm und hatte einen Kopfumfang von 37cm! Ich hatte einen Scheidenriss und einen Dammriss dritten Grades (was d.h. erfuhr ich erst Tage später: der Riss geht bis in den Schliessmuskel), die noch vernäht wurden. Davon merkte ich dank PDA nichts.

Heute ist Yaëlle 6 Wochen alt. Die Schmerzen nach der Geburt (wegen der Nähte und der wieder aufgetretenen heftigen Hämorrhoiden) hatte ich unterschätzt. Ich litt und konnte die ersten Tage kaum gehen. Nichts lief an dieser Geburt so, wie ich es mir vorgestellt hatte (ich wollte es natürlich #bla) und gleichwohl war es halt einfach meine Art zu gebären. Rückblickend meine ich zu wissen, dass diese (heftige und sehr kraftvolle) Art wohl eher zu meinem Charakter passt #freu als alles andere. Ich kann diesen Verlauf deshalb gut akzeptieren.

Und auf unser wunderhübsches, gesundes Mädchen bin ich stolz und ich bin unendlich dankbar, dass sie gesund ist. Möge sie ein glückliches und erfülltes Leben haben #herzlich.

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Herzlichen Glückwunsch zu Eurer Maus!

Ich hatte mit meinem Sohn auch eine Zangengeburt und einen ziemlich langen Dammschnitt!
Kann die Schmerzen somit gut nachempfinden!

Wünsche Euch alles Gute!

LG
Sonja

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#herzlich Glückwunsch,

am tollsten finde ich den Satz << Rückblickend meine ich zu wissen, dass diese (heftige und sehr kraftvolle) Art wohl eher zu meinem Charakter passt als alles andere. Ich kann diesen Verlauf deshalb gut akzeptieren.
Du scheinst echt eine starke Frau zu sein. Ich wünsche dir/euch eine ganz tolle Babyzeit.
Lg Nicole