Rouladen... zwei köche verderben wirklich den Brei

    • (1) 16.08.18 - 07:48

      Oh man... gestern war feiertag und ich denk mir... machen wir mal was größeres und auch teureres zum Essen. Rouladen. Gut ich wollte eigentlich alles selber machen. Dann war aber meine Schwiegermutter da und junior konnte sich nicht so ganz von mir los reisen. Also bot sie sich an die Rouladen aufzusetzen.

      Herje... ich hab geschaut wie ein Schwein wenn's blitzt. Kocht sie die Rouladen. Ohne vorher anzubraten in Wasser im ofen. Ich so "das wird doch nix die müssen vorher scharf angebraten werden um die Poren zu schließen"... Antwort"ich mach das so wie meine Mutter" ich "So wird es pfurztrocken. Zumal mir so auch röstaroma etc für die Soße gefehlt hat. Sie hingegen beschwerte sich das ich keine maggitüte da hab für die Soße. Soße später separat dazu gemacht war natürlich nicht das gelbe vom Ei. Und das Fleisch wie zu erwarten pfurztrocken.

      Ich bin beim kochen normal sehr eigen und hasse nix mehr wie die Anwesenheit von möchte gern mitreden köchen die alles anders machen. Koch und backen sind ne Passion von mir und ach was soll ich sagen. In meinen Augen war das Fleisch danach nur noch den Gang in den Mülleimer wert. Ich hab 4 bissen probiert und war gar nix. Zwar durch und auch nicht zäh aber eben trocken.

      Jetzt weiß ich wieder das es nicht um sonst heißt mehrere Köche verderben den Brei. Ist echt so. Zukünftig mach ich wirklich die Sachen nur noch selbst und verbanne 3. Aus der Küche. Schade ums jute teure Fleisch. :-(

      • Hallo,

        das mit dem Maggi-Tüten kenne ich auch von meiner Schwiegermutter. Ich komme aus der ehemaligen DDR und hier gab es so etwas nicht. Meine Oma lernte meiner Mutter das Kochen und meine Mutter mir. Komplett ohne Maggi fix. Meine Schwiegermutter hat das Kochen nie ohne gelernt. Meine Schwiegeroma war früh allein mit 5 Kindern und musste von früh bis spät arbeiten um die Familie durch zu bringen. Da waren fix-Produkte sehr willkommen um schnell zu kochen. Da meine Schwiegermutter es nicht anders kennt, schmeckt ihr normal gekochtes Essen auch nicht. Mein Mann musste sich auch erst daran gewöhnen, dass ich komplett ohne koche. Trotzdem kochen meine Schwiegermutter und ich gemeinsam wenn sie mal da ist. Sie lässt es sich aber auch von mir zeigen und ich kritisiere sie nicht wenn sie es nicht weiß. Ich denke, dass deine Schwiegermutter auch zu der Generation gehört, in der alles mit fix gekocht wurde und sie es ebenfalls nie gelernt hat. Ich sage dann nicht: "So wird das nichts, das ist falsch so wie du das machst.", sondern sage: "Ich brate die Rouladen vorher scharf an etc." oder ich sage ihr, was sie machen kann um mir zu helfen: "Kannst du bitte die Rouladen anbraten." Damit ist die Gegenpartei nicht gekränkt. Ich stell mir das als Schwiegermutter schon blöd vor, wenn die Schwiegertochter mich kritisiert. Aber ich verstehe dich auch. Ich habe auch schon öfters mit dem Kopf geschüttelt wenn ich meine Schwiegermutter hab kochen sehen. Sie hat die gleiche Vorgehensweise wie deine. Obwohl sogar auf den fix-Päckchen steht, dass man das Fleisch anbraten muss. Um das Fleisch ist es wirklich schade. Verbuche es als Lehrgeld 😉.

        LG

        • Ist nicht so das sie gar nicht kochen kann. Dem ist echt nicht der Fall. Sie macht beispielsweise fantastische sparerips. Sie kommt aus Polen ist eigentlich komplett ohne fertigprodukte groß geworden. Selbst nudeln hat ihre Mutter von Hand gemacht. Sie ist aber hier in Deutschland drauf gekommen weil bei ihr vieles schneller gehen musste. Sie hat ne handvoll Gerichte da überlass ich ihr das Feld. Bulletten... Schnitzel... sparerips... ihre spezielle Tomatensuppe sowas. Aber irgendwie ist ihr Vielfalt irre gering. Oft gibt's die immer gleichen Standards. Dazu oft die tütensuppe.

          Meine Mutter kommt aus der DDR und daher weiß ich das es durchaus nicht wenige fertigprodukte gab. Meine Oma mütterlicherseits ist der mit Abstand miserabelste Koch den man finden kann. Meine Mutter ist schon um Welten besser. Arbeitet aber auch zu viel mit fertigprodukten. Gerade was Soßen angeht. Gulasch kommt bei ihr aus der Dose und Suppen größtenteils auch. Wenn es ums backen ging hab ich meine Mutter bereits mit 12 aus der Küche verbannt. Diese fertigbackmischungen... Grusel.

          Durch meine Oma väterlicherseits... aber auch von meiner besten Freundin hab ich verdammt viel gelernt wie man ohne fertigprodukte arbeitet. Und meinen verkorksten Gaumen untrainiert. Ich wollte der Gesundheit wegen fertigprodukte so stark als möglich reduzieren. Mittlerweile gibt's kaum noch was was ich fertig Kauf. Kräuterbaguette ok... oder pierogi holen wir fertig vom polnischen Laden.. Und klosteig hol ich tatsächlich aus der kühltheke sowie Blätterteig da trau ich mich nicht selbst dran. Aber das war's so ziemlich. Mein Mann findet es besser wenn ich Soßen mache weil er auf Maggie und Co gemerkt hat das er nach meinem essen seltener mit Bauchweh und Durchfall zu tun hat. Hab ihm auch gesagt. Wahrscheinlich hat er ne Glutenunverträglichkeit denn in diesen Tütensosen ist extrem viel glutamat drin und geschmacksverstärker.

          Ich war so schockiert da ich annahm das jeder Mensch der Rouladen kocht selbstverständlich weiß das man das scharf anbraten muss. Nachdem die aber schon geschwommen sind halbroh hat mir das nix mehr geholfen hätte ich noch was ändern wollen dran.

          Ohne anbraten (war im Garten mit dem kleinen hab daher auch nix brutzeln hören können) fehlte mir auch die Pfanne mit röstaroma etc für die Soße. Und ne beilagensoße schmeckt natürlich anders wie ne Soße die mit dem Fleisch kochen kann. Anscheinend hat sie das Fleisch vorher auch noch geklopft. Ich meinte nur "das ist doch kein schnitzel" aber ohne o ton... eher so "hä wie kommt man auf die Idee?" Und meinte nur "Normal brät man das scharf an um die Poren zu schließen damit der fleischsaft nicht komplett Austritt und innen mitgart... man brät doch auch Gulasch vorher an." ... Gulasch wäre was anderes. (Ist ja auch nur Rindfleisch ebenfalls aus der Keule???)

          Ich bin normal auch echt jemand der sie machen lässt normal dann komplett. So Teil sie Teil ich funzt offenbar bei einigen Dingen nicht. Wenn ich ihr zb die Küche überlasse schau ich auch nicht was sie tut. Umgedreht erwarte ich das zb auch. In dem Moment war die Art der Zubereitung für mich gefühlt aber so alienartig absurt das ich gar nicht anders könnte ohne zu kritisieren. Ich lass sie dann doch lieber mehr die krautrouladen machen... aber rinderrouladen... Nicht nochmal auf die zubereitungsart. Die Kombi aus sie konnten ihren Stiefel nicht komplett durchziehen und meiner Soße hat ebenfalls die Grundlage gefehlt konnte daraus nix werden.

          Dachte echt nur schade ums Fleisch arme Kuh ist um sonst gestorben.

            • Keine Tütensoßen wie Maggie oder Knorr. Aber Konserven ohne Ende oder Instantprodukte. Meine Mutter erzählt immer von ihrem Grießbrei den meine Oma ihr gekocht hat. Instantgrisbrei... "3× rühren gleich beton"... also ist nicht so das man immer alles selbst machen musste. Meine Oma kenn ich auch nur mit dosenfleisch und Instantkaffee bis Suppen. Die gab's anscheinend früher schon sonst würden die Erzählungen meiner Mutter nicht passen. Und sie ist ein 60er Kind aus Leipzig. Bei meiner Oma heißt roulade... Dose auf roulade in die Mikrowelle oder ofen und 20 Minuten später... fertig. Brrrrrähhhh... Meine andere Oma hat alles selbst gemacht und Konserven waren hier selbst eingewecktes. Die hat aber auch nicht in einer Großstadt gelebt. Glaub das macht auch ein Unterschied.

      • Du kannst bestimmt toll kochen, aber bitte lass mich bitte etwas klugscheissen:
        - Glutenunverträglikeit hat nix mit Glutamat zu tun
        - Rouladen kocht man nicht, man schmort sie
        - es gibt durchaus Rouladenrezepte (wie auch Gulaschrezepte) bei denen das Fleisch nicht angebraten wird, sondern im Backofen gart (allerdings ohne es in Wasser zu ertränken) und dort Farbe bekommt und Röstaromen entwickelt. Zusammen mit Wurzelgemüse, etwas Tomatenmark, Gewürzen, etwas Fond und ggf. einem Schuss guten Rotwein bekommt man da eine perfekte Sauce.

        Btw. bei uns im thüringer Dorf gab es auch, ausser Brühpulver, keine Fix-Produkte. In der Küche meiner Eltern gibt's die bis heute nicht. Allerdings haben sie immer ein paar Eintopfkonserven da, für den Fall, das es mal schnell gehen muss. Meine Schwiegereltern aus dem "Westen" haben ebenfalls höchstens Fertigbrühe verwendet, trotzdem musste ich mich erst an den anderen Kochstil und Geschmack gewöhnen. Genau wie mein Mann sich an meinen.
        Jeder kocht einfach anders. Beim nächsten mal machst Du es halt wieder selbst.

Hallo,
ich mache meine Rouladen auch im Ofen, der hat aber ein spezielles Programm dafür. Die kommen roh mit Flüssigkeit in den Bräter. In der Flüssigkeit ist Gemüse mit drin, das brauche ich dann für die Soße.
LG

  • Ok... wie gesagt ich hab das noch nie bei jemanden gesehen. In dem Fall sind sie auch tatsächlich trocken geworden und das röstaroma hat voll gefehlt... Sprich der Pfiff. Auch jedes Rezept was ich gelesen hab oder kochsendungen da wird das immer angebraten.

    Für die Soßengrundlage hat mir halt das bratenfett mit dem fleischresten völlig gefehlt. Ich glaub wenn man Unterschiedliche Wege zum Ziel hat. Kann und sollte man nicht zusammen arbeiten. Man arbeitet automatisch gegeneinander weil die Grundlage völlig verschieden ist. Vielleicht wäre es was geworden hätte ich anschließend gar nix mehr mit gemacht. Obwohl ich dann auch nicht wüsste wie aus trocken saftig wird. Vielleicht waren 4 Stunden garen auch zu wenig?? Komplett nur gekochtes Fleisch braucht tendenziell länger um zart zu werden. Allerdings steh ich zb nicht auf suppenfleisch... ess das auch nicht letztlich war das geschmacklich sehr wie suppenfleisch. Vielleicht deswegen meinerseits auch die Abneigung. Und sie kann eigentlich wirklich gut kochen.

    Meine Soße konnte so natürlich auch nüscht werden.

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