Geschmackssinn durch Fix-Tüten geprägt (?)

    • (1) 20.10.18 - 13:48

      Hallo zusammen!

      Ich lese gerne bei euch mit, gibt mir immer gute Anregungen zum Kochen. Bin nämlich Anfängerin bei vielen Sachen.

      Meine Mutter kocht seit ich Denken kann eigentlich nur mit Fix-Tütchen. Das hab ich dann mit frisch 18 in meiner ersten Wohnung auch so gemacht, kenne es ja nicht anders, aber nach und nach gelernt, wie man vieles ohne macht. Heute nutze ich die Tüten gar nicht mehr.

      Heute gibt es bei uns Gulasch. Ich hab Bücher und Internet gewälzt und dann mal losgelegt.

      Jetzt ist es fertig und ich denke mir "Hm. Mamas schmeckt anders".
      Und da kommt mir wieder der Gedanke, ob mein Geschmackssinn so sehr geprägt wurde, dass ich alles ohne Fix als "komisch" empfinde. (Oder ob mein Gulasch einfach nicht schmeckt, aber das entscheidet mein Mann, wenn er von der Arbeit kommt 😄)

      Wenn mein Einjähriger bei seiner Oma mal mitisst, dann haut er richtig rein. Frage mich, ob das am Fix liegt. Mein Gekochtes isst er auch gerne, das ist es nicht, aber er rastet fast schon aus vor Eifer.

      Ich weiß gar nicht, wodrauf ich hier hinaus will... Bin halt irgendwie traurig, dass ich bei vielen Gerichten den Fertiggeschmack noch immer als DEN Geschmack sehe, auch wenn es unbewusst ist.

      Wie sind denn da eure Erfahrungen so?

      Liebe Grüße

      Nora ☺

      • Hallo,

        das kenne ich von meinem Mann. Bei uns daheim gab es früher keine Fix-Tüten und ich habe das Kochen komplett ohne gelernt. Meine Schwiegermutter wiederum kannte es nicht anders und kochte nur damit. Mein Mann hat lange gebraucht bis er sich an mein Essen gewöhnt hat. Vor allem beim Gulasch. Das hat ihm Anfangs gar nicht ohne Fix-Tüten geschmeckt. Also glaube ich schon, dass man sich den Geschmack mit Fix-Tüten versaut. Die stecken ja auch voll Aromastoffe und Geschmacksverstärker. Deshalb fährt dein Sohn auch so darauf ab. Geschmacksverstärker wirken eben extremer auf die Geschmacksnerven.

        LG
        Michaela

      (4) 20.10.18 - 19:01

      Ich habe beides erlebt, sowohl Fix-Tüten (Mutter) als auch frisch kochen (Großmutter). Meine Mutter war oft beleidigt, weil ich das Essen meiner Oma bevorzugte. Lag aber eher am frischen Gemüse aus dem eigenen Garten, das schmeckte immer viel besser, als aus dem Supermarkt.

      Mir wurde kochen nicht beigebracht, war ja dank Fix-Tüten nicht nötig. Das Essen, das meine Mutter ohne die Tütchen machte, schmeckte mir oft nicht. Sie hat sich wohl den Geschmack durch Fix zerstört. Überall war auch massig Fett drin.
      Es ist denke ich auch ein Altersding, oder? Als Maggi etc. rauskam, wurde das frisch kochen als veraltet dargestellt und was die tüchtige Hausfrau für Zeit spart mit den Fix-Tütchen ... Ich hab zu viel alte Werbung gesehen dank YouTube XD Ich seh auch gern mal Reportagen, da haben sie auch Maggi, Knorr und Chefkoch gegeneinander antreten lassen. Maggi hat gewonnen der Chefkoch wurde letzter, obwohl er als einziges echte Lebensmittel verwendete. Dank kam heraus, dass viele mit genau diesen Maggi-Produkten groß geworden sind und es ihnen deshalb besser schmeckt.

      Meine heutigen Gerichte sind vielfältig und orientieren sich an meiner Oma. Übrigens ist mein Lieblingsgulasch mit Malzbier XD Ich brauchte etwas, um mit Kräutern etc. diesen speziellen "Wie bei Oma"-Geschmack reinzubekommen. Liebstöckel (Maggikraut) ist da wohl oft drin gewesen, ein bisschen Zimt war wohl auch überall drin, darauf muss man aber auch erst mal bei einer Bratensauce kommen XD

      • (5) 20.10.18 - 20:40

        Vielen Dank!

        Das ist ja traurig, dass der Chefkoch Letzter wurde... Aber ja, viele wachsen damit auf. Meine Mutter wurde die ersten Jahre fast nur von meiner Uroma erzogen, weil mein Opa Witwer war und arbeiten musste. Die hat sicher ohne Fix gekocht. Keine Ahnung, warum meine Mutter später dazu griff. Wahrscheinlich wirklich, weil es einfacher war.
        Meine verstorbene (Stief-)Oma hat sooo toll gekocht. Aber nicht mal Salzkartoffeln bekomm ich so toll hin wie sie! 😅 Und sie hat die beste Buttercreme gemacht. Leider hat sie nie einer nach dem Rezept gefragt...

    Hallo,

    bei mir war es auch so... meine Mutter machte alles aus Fix-Produkte und kaum war ich daheim ausgezogen nahm ich es über, nur nach und nach lernte ich ohne Fix zu kochen. Ich bin echt froh frisch kochen zu können, da kann ich es meinen Mädels gleich es richtig bei bringen ;-)

    LG

    • Genau das ist mir auch wichtig! Der Kleine soll lernen, wie man frisch kocht, den Umgang mit Lebensmitteln. Ich bin keine Öko-Anti-Zucker-Mama, achte aber etwas drauf und biete viel Obst und Gemüse an. Bisher mag er alles, vor allem Brokkoli und Himbeeren ☺

      Ich erinnere mich immer noch mit komischem Gefühl an eine Situation. Ich passte auf die damals sechsjährige Nachbarstochter auf, sie wünschte sich Fischstäbchen und Kartoffelpüree. Gut, ich setz die Kartoffeln auf und mache Püree. Sie stand mit großen Augen daneben und fragte, was ich da mache. Wieso ich es denn nicht richtig mache wie ihre Mama (die Pulver für Kartoffelpüree nutzt). Sie war sich nicht mal bewusst, dass man das aus echten Kartoffeln machen kann...

Ich bin nicht nur mit Fixtütchen großgeworden, sondern mit Fertiggerichten. Und mir hat das als Kind auch besser geschmeckt, als wenn meine Mutter mal selbst gekocht hat (damals konnte sie das einfach nicht, ist jetzt aber besser)..

Ich selbst koche gern und schon immer ohne Fertiggewürze, und mir schmeckt Fertigzeug auch schon lang nicht mehr, wenn ich es mal probiere. Mit einer Ausnahme, alle paar Wochen hab ich Lust auf Miracoli. Das esse ich aber nur, wenn ich allein bin, meine Familie würde das verweigern.

Geprägt im Sinn von:ich kann das essen, ja. Aber mit einer richtigen Pasta hat das ja nichts zu tun.

  • Meine Schwiegermutter hat letztens "das falsche" Miracoli gekauft und es meinem Mann mitgegeben. Ich hab davon so Sodbrennen bekommen 😶
    Aber Fertiggerichte ist auch ein Punkt. Meine Mutter holt sogar diese fertigen Bratkartoffeln, die man nur in die Pfanne hauen muss. Oder Kartoffelgratin mit Soße in der Packung, muss nur in den Ofen... Da schüttelts mich ehrlich gesagt.

    • (10) 21.10.18 - 20:21

      Ich mag nur "das falsche" vom Aldi;-). Eigentlich komisch, weil ich aufs echte geprägt wurde, Sodbrennen hab ich eh hin und wieder, nach dem letzten Kind ging's nicht mehr weg. Naja, das ist 5 mal im Jahr ein Ausflug in die Kindheit, und sonst gibt es hier frisches (vegetarisches) Essen.
      Meine Mutter kocht mittlerweile auch frisch, nicht besonders einfallsreich, aber ganz gut.

(11) 21.10.18 - 10:40

Hallo Nora

Ich denke schon, dass dein Geschmack durch die Fix Tüten geprägt worden ist, was wirklich schade ist. Schmeckt dir dein Essen vielleicht zu fade im Gegensatz zu den Fix Gerichten? Das hat was mit dem starken Salzgehalt, den künstlichen Aromen und den Geschmacksverstärkern in diesen Tüten zu tun. Deine Geschmacksnerven werden eine bestimmte Zeit brauchen um sich an den neuen Geschmack zu gewöhnen.

Meine Eltern haben früher nur frisch gekocht, denn in der damaligen DDR gab es so etwas wie Fix Tüten nicht. Meine Schwestern und ich handhaben es genauso und sogar mein Bruder kocht nur frisch. :-)
Wir alle mögen keine Fertiggerichte oder ähnliches, sicherlich weil wir es aus unserem Elternhaus nicht anders kennen.

Kopf hoch, bleib am Ball und koche weiterhin mit frischem Gemüse und ohne Tütchen. #pro

LG
Sandra

  • (12) 21.10.18 - 19:08

    Mein Essen schmeckt mir immer, das ist es nicht. Nur dieses Gulasch gestern... Das schmeckte wirklich etwas fad. Mein Mann war aber zufrieden ☺
    Ich bin beim Kochen generell sehr selbstkritisch.

(13) 21.10.18 - 11:18

Hallo.
Bei mir ist es andersherum als viele hier schreiben. Ich bin ohne Fix Tüten groß geworden und koche selbst sehr gern ohne fertigprodukte. Doch irgendwann so alle halbe Jahre komme ich auf die (dumme) Idee doch mal ein Tütchen auszuprobieren. Und was stelle ich jedes mal fest? Es schmeckt einfach nicht 🤣🤣🤣

Mein Freund ist mit fertiggerichten aufgewachsen und hat anfangs jedes Nudelgericht von mir mit Maggi nachgewürzt. Aber so sehr dass wirklich von dem eigentlichen Geschmack nix übrig blieb (meiner Meinung nach). So nach und nach hat er es dann aber reduziert und gemerkt was denn da alles für geschmacksnuancen herauskommen (die ich mühevoll aber gerne kreiere ;)

  • (14) 21.10.18 - 19:12

    Maggi mochte ich komischerweise noch nie, obwohl es zu der Ernährung meiner Kindheit gepasst hätte 😅

    (15) 22.10.18 - 11:09

    Bei mir ist das ähnlich, obwohl ich als Kind drauf geprägt war. Alle paar Monate denk ich, das hat mir als Kind doch geschmeckt, das kauf ich mal, probiere es, und stelle fest, es schmeckt nur widerlich.

Ich habe keine Ahnung, wie einem die gruseligen Fixtüten-Erzeugnisse schmecken können. Künstlich, salzig, bäh. Weder meine Mutter noch ich kochten jemals mit dem Zeug. Zwei Dinge hab ich zuhause, eine gute Bio-Trinkbouillon für eine schnelle Tasse Brühe oder notfalls mal zum Abschmecken, wenn Sojasoße nicht passt - und den Bratensaft von Knorr, wenn wirklich mal keine Soße zusammen zu kriegen ist. Aber da brauch ich so wenig, dass ich schon immer kritisch in die Dose schaue, ob sie noch gut ist.
Es rentiert sich wirklich, Fleischknochen mit Suppengemüse und viel Zwiebeln und Tomatenmark anzurösten und eine Soße zu köcheln. Die frier ich dann portionsweise ein und freu mich immer noch, wenn ich für eine leckere Soße keine Chemie brauche ;-) Du schaffst das!
Übrigens mag ich die Rezepte von Tim Mälzer - stöber mal. LG Moni

  • Ja, eine gute Soße ist Gold wert! Vorletztes Jahr hab ich zu Weihnachten eine Gans gemacht und auch die Soße mit Knochen, Parüren, Gemüse etc angesetzt. Meine Mutter verstand den Aufwand nicht. Genau wie beim Hirschgulasch letztes Jahr. Da war mein Sohn 2 Monate alt, da musste es etwas "schnelleres" sein 😄
    Am Ende waren jedes Mal alle begeistert. Dieses Jahr darf ich wahrscheinlich auch wieder ran, sonst gibt es irgendwas mit Tütchen an Weihnachten 🙄
    Leider ist in unserer Mietwohnung sehr wenig Platz und das Gefrierfach winzig, sonst hätte ich das Vorkochen und Einfrieren auch längst gemacht!

    • Ich LIEBE zu Weihnachten Rehbraten - bekomm ich bald wieder vom Jäger meines Vertrauens ;-)
      Der packt mir die ganzen Knochen und Rippen usw schön extra zusammen und das gibt ein Sößchen zum Niederknieen lecker. Mach ich immer die Hälfte mit Rotwein, die andere mit rotem Traubensaft, wenn Kinder mitessen - auch abgeschmeckt mit viel Gewürzen und Preißelbeeren.
      Du kannst Soßen auch heiß in penibel saubere Marmeladengläser/Gurkengläser einfüllen (ohne Mehl und Milch!!) dann halten sie auch einige Monate,wie Marmelade. Kannst sie auch im Backofen einkochen - (100 Grad 30 Minuten)dann ist es noch sicherer. Dann rauf damit auf den Schlafzimmerschrank bzw im kühlsten Zimmer. Meine Oma hatte auch nicht viel Platz, ihr Schlafzimmerschrank war ihre Vorratskammer :-D dazwischen dufteten die getrockneten Pilze usw.
      LG Moni

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