Entwicklungsgespräch im KIGA (Hilfe ADHS???)

Hallo zusammen,

ich muss mal meine Ängste los werden und bin natürlich auch sehr froh über Rückmeldungen.

Unsere Tochter war schon immer ein sehr aktives Kind und da ich diese Verhaltensweise und auch die Probleme, die in der Schule daraus entstehen können aus meiner eigenen Kindheit kenne, war ich immer schon sehr sensibilisiert für ihr Verhalten. Aber bisher kamen vom Kinderarzt und vom Kiga immer nur die Rückmeldungen: " Sie ist ein aktives Kind aber in keiner Weise zu aktiv oder unruhig, es ist alles o.k."

Gestern hatte ich mal wieder das obligatorische Entwicklungsgespräch im Kiga in dessen Verlauf ich erst einmal wieder auf die vollkommen normale Entwicklung unserer Tochter hingewiesen wurde, aber dann kam der Hammer.

Die Gruppenleiterin teilte mir mit, dass sie mir, in Rücksprache mit allen Erzieherinnen (weil sie sich selber nicht so ganz sicher war), nahe legt, den Kinderarzt auf eine Ergotherapie anzusprechen, weil die Unruhe (sie steht selten still vor einem, wenn man mit ihr redet) sich nicht gebessert hat. Eigentlich wollte sie es bereits im letzten Entwicklungsgespräch ansprechen, aber die KIG-Leiterin meinte, sie solle noch abwarten.

Irgendwie fühle ich mich veräppelt. Ich rede seit JAHREN davon und werde permanent vertröstet und jetzt stehe ich da wie ein Depp, dem man sagt, vielleicht ist Finjas Verhalten doch nicht ganz normal.

Das macht mir Angst. Ich möchte nicht, dass unser Mädchen in eine Schublade gesteckt wird, weil sie besonders aktiv ist.

Natürlich gehe ich mir ihr zum Arzt (der leider im Moment Urlaub hat) und dann zur Ergotherapie aber ich hoffe einfach für unseren Schatz, dass sie in den nächsten 2 Jahren die Ruhe finden kann, die ihr das Schulleben erleichtern wird.

Jetzt habe ich ziemlich durcheinander alle meine Gedanken aufgeschrieben und ich hoffe, dass ihr ihnen folgen könnt.

Danke fürs zuhören.

Diana

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Ich habe zwar kein Kind mit ADHS, aber eine sehr lebhafte Tochter (jetzt 5 1/2), kommt nach den Sommerferien in die Schule.

Auch ich habe mir vor ca. 2 Jahren aehnliche Sorgen gemacht. Das Kind war immer in Bewegung (aber sehr geschickt dabei), lief extrem frueh (mit 10 Monaten), fuhr frueh Rad, kletterte ueberall hinauf (fiel aber nie herunter) etc.

Insgesamt war sie hibbeliger als andere Kinder und zuweilen auch sehr nervoes.

Der Kindergarten wies uns natuerlich darauf hin, ich war damals sehr ungluecklich (wie Du). Eine sehr erfahrene Erzieherin nahm mich damals zur Seite und troestete mich "Das wird sich schon verwachsen, sie kommt doch erst in 2 Jahren zur Schule".

ABER: wir haben seit dem einiges umgestellt: Regelmaessige Mal- und Bastelstunden am Wochenende, Schulweg per Rad oder zu Fuss etc.

Fakt war, unsere Tochter hat in den vergangenen Jahren einen ernormen Sprung gemacht. Lebhaft ist sie nach wie vor, aber nicht mehr unruhig. Sie ist sehr kreativ und bei ihren Mal- und Bastelarbeiten kann sie wirklich stundenlang auf ihrem Hintern sitzen bleiben.

Ich muss dazu sagen, dass wir ein sehr unruhiges Familienleben in der Zeit hatten, als sie nervoeser sonst war (haeufige mehrwoechige Geschaeftsreisen des Vaters). Entsprechend gereizt war natuerlich auch ich.

Sie ist jetzt mehr als schulreif, die Erzieherinnen sehen keinerlei Probleme (und ich auch nicht).

Also nimm es Dir nicht so zu Herzen und befolge den Rat der Erzieherinnen und des Kinderarztes.

LG,

Claudia