Diagnose ADHS und nun...?!

Hallo,

vor ein paar Tagen wurde bei meinem Sohn ADHS diagnostiziert und er sollte auch SOFORT Ritalin nehmen, damit er bis zum Schulstart eingestellt ist....

Wie sind denn Eure Erfahrungen? Gibt es hier jemanden, der sich bewusst gegen solch ein Medikament entschieden hat?! Und was dann? Gibt es jemanden, der evtl. auf homöopathische Dinge zurück greift wie z. B. Bachblüten? Oder wenn jemand sich für Ritalin entschieden hat, wie haben sich die ADHS-Symptome damit verändert?

Oh man, ich weiß, ich habe jede Menge Fragen, aber ich bin einfach total verunsichert, was ich machen soll (was das beste für meinen Sohn ist). Daher würde ich mich sehr über Eure Meinungen/Antworten dazu freuen :-)

Liebe Grüße, Ela

Hallo,

bevor ich meinem Kind Ritalin geben würde, würde ich auf jeden Fall mindestens eine weitere Meinung eines Experten einholen!!

Außerdem würde ich es auf jeden Fall erst mal mit diversen anderen Methoden versuchen! Ritalin hat echt superviele Nebenwirkungen und die Langzeitwirkung ist noch nicht erforscht!!

Das Zeug ist mit absoluter Vorsicht zu genießen!!!!!

Viele Grüße und alles Gute
Luna

Hallo,

da viele ADHS Diagnosen leider falsch sind, würde ich definitiv noch eine 2. Meinung eines anderen Psychologen einholen. So haben wir das auch gemacht.
Außerdem bekam mein Sohn über 1 Jahr lang Ergotherapie bevor wir uns für Medikamente entschieden haben.
Es ist schwer zu beurteilen ob Medikamente bei deinem Sohn wirklich nötig sind.

Ich kenne Kinder denen hilft die Ergotherapie und einige Sachen die im Alltag verändert werden schon so viel, das sie nichts anderes mehr benötigen.
Andere Kinder können ohne Medikamente kein "normales" Leben führen.

Auf jedenfall würde ich an deiner Stelle erst mal eine 2. Meinung einholen.

LG Melanie

Hallo Ela,

wo wurde die Diagnose gestellt? Wenn du vertrauen hast und ebenfalls meinst, dein Kind sei "anders",dann erspare ihm weitere Diagnostik. Meine Tochter haben die vielen Tests ganz verwirrt.

Homöopathie hat bei uns nicht geholfen. Da sie einen IQ haben muss, der weit über dem Durchschnitt reicht, konnte sie die Schule die ersten 2 Jahre ganz gut OHNE Medikamente packen.

3te Klasse, der Druck wuchs, der Leistungsdruck machte ihr zu schaffen und als ihre Mitschülter mit Hänseleien anfingen, sie nur noch am Weinen war weil ihr einfach die Konzentration mangelte bei Klassenarbeiten - haben wir uns für Medikamente entschieden.

Und es keinen Tag bereut. Wir haben es uns nicht leicht gemacht und haben immer wieder Medikamentenpausen. Merken den Unterschied sofort.

Begleitend bekommt sie Verhaltenstherapie, Konzentrationstraining, Ergo. Aber ohne die Medikamente greifen bei ihr die Therapien kaum. Sie vergisst es schnell und setzt es nicht um.

In der Schule schwimmt sie ganz oben mit. Noten sind prima - aber das wäre uns egal - uns war wichtig, dass sie glücklich ist. Einen grossen Teil ihres Selbstbewustseins zieht sie allerdings aus ihren guten Noten. Sie kann zeigen, was sie drauf hat.

Lese dich genau ein, verdamme die Medikamente nicht per se - es hat alles vor und Nachteile ... Ganz wichtig: Dein Kind muss sie nicht ein Leben lang nehmen. Bei meiner Tochter sehen wir auch zu, es irgendwann mal auslaufen zu lassen.

Sie verzichtet an manchen Tagen sogar von selbst drauf.

Lg
B.

Liebe barbarelle,

nur weil ein Kind "anders" ist gibt man ihm keine Medikamente! Wir Menschen sind ja nicht alle gleich, oder??

Ich finde schon, dass man "dem Kind weitere Tests" zumuten sollte, bevor man eine so wichtige Entscheidung trifft und ihm die "Gabe von Ritalin antut"!!!!

Nachdem nun alles wissen, dass die Diagnose ADHS leider viel zu oft FALSCH gestellt wird finde ich es unverantwortlich sich nicht noch vorher eine 2. Expertenmeinung einzuholen!

Du schriebst, Dein Kind habe wahrscheinlich einen IQ der weit über dem Durchschnitt liegt! Wusstest Du, daß viele Kinder, die hochbegabt oder überdurchschnittlich intelligent sind als ADHS´ler diagnostiziert werden, da Hochbeagbung teilweise die gleichen "Symptome" aufweist wie ADHS- vor allem dann, wenn diese Kinder unterfordert sind?

Wäre es mein Kind würde ich ihm nicht gleich bei der ersten "ADHS-Diagnose" Ritalin geben!!

LG luna

Richtig!

Wie siehst du (TE) denn dein Kind? Hat es immense Probleme mit seinem ADHS? Wenn ja dann solltet ihr schon an Ritalin denken, aber bitte mit einem Arzt der eine Medikamentengabe auch kritisch hinterfragt.

Ritalin sollte mE nur als letzes Mittel gegeben werden, wenn andere Therapien nicht greifen. Mein Arzt meinte er gebe es nur, damit in die Familie soweit Ruhe einkehren kann, dass man mit ihnen arbeiten kann.

Ich selbst bin betroffen und mein Sohn ebenso. Ich fand Ritalin ganz furchtbar und habe es wieder abgesetzt, mein Sohn hat es nie bekommen und ist mit Verhaltenstherapie und Ergo ganz gut gefahren.

Ich würde mir an deiner Stelle unbedingt eine weitere Meinung einholen.

PS: ADHS ist keine Krankheit sondern nur eine andere Form der Informationsverarbeitung mit der man umgehen lernen kann und die auch durchaus ihre Vorzüge hat!

Hallo Melanie,

danke für Deine Antwort! Ich war vor einem halben Jahr im SPZ Hannover und da wurde er zwar nicht speziell auf ADHS getestet, aber sein Verhalten tendierte da auch schon in diese Richtung. Raphael ist SEHR auffällig...

Ergotherapie bekommt mein Sohn jetzt schon weit über 2,5 Jahre und ich habe einen Familienhelfer, der auf ADHS spezialisiert ist, der mir geholfen hat feste Strukturen zu Hause zu schaffen, aber es hat alles nicht geholfen.

Raphael´s ADHS ist SEHR ausgeprägt :-(....Er wird die Schule ohne weitere Maßnahmen wahrscheinlich nicht schaffen, weil er sich einfach selber im Wege steht. Deswegen meine Frage, ob lieber sowas wie Ritalin oder ob auch Bachblüten etc. helfen könnten....

Bin mir nur sehr unsicher, was man am besten macht :-(, das ist mein Problem!!! #heul, nur leider muß ich diese Entscheidung alleine treffen und DAS ist echt schwer :-(.

LG, Ela

Halllo Ela

ich habe 2 ADHS kinder.Sie nehmen beide Medikinet.Die große seit April 2010 und der kleine jetzt seit 7 Wochen weil auch bei ihm im sept die schule beginnt und er nicht den Horror mitmachen soll wie es die große getan hat.

Ergo hat bei meinen kaum was gebracht.

schau dir mal:adhs-anderstwelt.de an da sind ganz viele betroffene.

mit hömopathie haben wir nichts gemacht weil ich einfach sage wenn es richtig diagnostiziert ist dass ist es so sicher.meine kinder wurden von je 2 versch. ärzten diagnostiziert.

Überleg mal über eine spez. ADHS reha nach.

Hol dir fachliteratur da gibt es ganz tolle Bücher.

Kannst michgerne anschreiben wenn du noch fragen hast.

lg

Hallo,

Deine Nachricht hat mir doch ein wenig Mut gemacht :-).

Mein Sohn ist definitiv "anders" als andere Kids, das war er schon immer. Die Diagnose wurde von einem Kinder- und Jugendpsychiater- und psychotherapeut gestellt mit sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet. Auch habe ich einen Familienhelfer, der hier bei der Jugendhilfe ADHS-Berater ist. Er meint, dass mein Sohn sich selber im Weg steht und so weder die eine noch die andere Schule packen könnte....

Auch ist sein Selbstwertgefühl ziemlich im Keller :-(.

Wie war denn das bei Deiner Tochter mit den Nebenwirkungen? War sie erstmal noch aufgedrehter als ohne Medis? Ess- und Schlafstörungen? Wie lange hat es denn gedauert, bis Ihr die ersten Anzeichen einer "Besserung" der ADHS-Symptome feststellen konntet?! Fragen über Fragen, ich weiß, aber ich bin einfach sehr verunsichert!

Einerseits möchte ich ihm natürlich helfen, die Impulse etc. etwas besser kontrollieren zu können angesichts der bevorstehenden Einschulung, ABER wer gibt seinem Kind schon solche Medis freiwillig!!!???

Würde mich sehr freuen, wenn Du Dich nochmal meldest und vielen Dank nochmal!

LG, Ela

Hallo,

ja leider hat mein Sohn immense Probleme mit seinem ADHS :-(. Er kann sich überhaupt nicht kontollieren und sein Selbstwertgefühl ist ganz tief im Keller...

Der Arzt möchte gerne das Medikament vorerst ein Jahr geben und dann soll eine längere Pause erfolgen. DAS finde ich gut, mein Arzt sieht es also nicht als Non-plus-Ultra an und begleitend läuft eine Verhaltenstherapie sowie Ergo (diese schon 2,5 Jahre).

Im häuslichen Umfeld komme ich sehr gut mit ihm zurecht, aber ausserhalb ist es sehr kritisch und alles, was mit schulfähig zu tun hat, ist eher schwierig bei ihm.

Die Aussage meines Familienhelfers dazu (ADHS-Berater): es sei ein Arbeiten gegen Windmühlen, wenn zu Hause alles gut klappt, aber im schulischen Bereich Schwierigkeiten auftreten :-(.

LG und vielen Dank für Deine Antwort, Ela

Du hast P N ;-)

Hallo Ela,

das ist sehr verantwortungsvoll vom Arzt! Das A u. O ist eine gute Betreuung während der ganzen Zeit. Und eine gute Kurklinik kann dir sehr helfen.

LG
B.

huhu,

wie lange hat die diagnostik denn gedauert? wie schätzt du selber denn die situation ein? wie "schlimm" ist es bei deinem sohn?
ich persönlich würde erst zu so hammermedikamenten wie ritalin greifen, wenn alle anderen therapeutischen mittel wie zb ergotherapie ausgeschöpft sind.
wir sind noch mitten in der diagnostik.

lg

Sei froh das du keine schlimmere Diagnose hast. Mal ehrlich wenn du jetzt wenigstens eine Diagnose hast, dann kannst du doch wenigstens ganz anders handeln, als wenn du in der Luft hängst. Somit macht es die Sache doch etwas leichter.
Mein Sohn hat es auch und nicht nur das. Diagnose wurde übrigens auch 2 mal abgeklärt!

Ela

Ja, leider wird oftmals bei Asperger Autismus zuerst mal ADHS diagnostiziert ...

"froh" über die Diagnose ADHS kann man erst sein, wenn eine "Behandlung" anspricht...
lg

sanne

Sicherlich ist vieles erst besser wenn auch eine Behandlung anspricht. Das macht die Sache wesentlich einfacher. Aber schon eine Diagnose zu haben ist leichter. Vorher schwebte man nämlich oft in der Luft und jetzt hat das GEsicht sozusagen einen Namen.

Ela