Asperger Autismus - dringend Erfahrungen gesucht!!!!

    • (1) 22.03.16 - 11:25

      Hallo,
      ich weiss nicht ob ich hier richtig bin, aber ich weiss sonst nicht wohin mit meinem Thema.

      Ich suche Leute, die über Asperger Autismus Bescheid wissen bzw damit Erfahrungen gemacht haben. Vor allem würde ich gerne wissen, wie das Baby und Kleinkindalter so war.
      Wann wurde das erkannt? Und vor allem wo? Wohin kann man sich wenden bei Verdacht?

      Ich frage aus Interesse, weil mein Sohn "anders" ist, was heute auch die Erzieherin bestätigt hat. Klar - wir werden auch zum Kinderarzt gehen.
      Jedoch wollte ich erstmal eure Erfahrungen hören! Vielleicht sprecht ihr mir ja aus der Seele!

      Grüße Marta

      ps: ich hoffe so sehr, dass mir jemand dabei helfen kanN!

      • Vielleicht kann ich dir etwas beitragen, aber nicht abschließend "helfen". Wenn du noch fragen hast, immer gerne her damit.

        Grundsätzlich ist erst einmal zu sagen: Jeder Mensch hat autistische Züge, die einen mehr, die anderen weniger. Nur, weil jemand mehr autistische Züge hat als ein anderer, heißt das noch lange nicht, dass er Autist ist, auch nicht Asperger Autist.

        Des Weiteren ist jeder Mensch "anders". Da gibt es Lebensphasen (unter anderem eben im Kleinkindalter), wo das extrem auffällt und dann wieder nicht.

        So und jetzt zu uns. Wir haben ein Kind, heute 10 Jahre alt, das definitiv deutlich mehr autistische Züge hat als der Durchschnitt. Sie fiel auch schon immer aus der "Rolle". Von Anfang an war sie ein Schreibaby (0-6Monate), dann kam extremes Fremdeln (8 Monate bis 1,5 Jahre), anschließend eine extrem opportunistische Phase (1,5 bis 3 Jahre), anschließend Phase "altklug" (3 Jahre bis 5 Jahre), danach Phase "sozialer Rückzug" (5 bis 7) usw. usf.

        Sie war also immer anders. Kurz nach ihrem 1. Geburtstag hatte ich die erste Empfehlung von einer Musik-Pädagogin, dieses Kind beim Psychologen vorzustellen. Damals dachte ich noch, die Dame hat doch einen an der Waffel, wenn sie sowas bei so einem kleinen Kind vorschlägt.

        In der gesamten Krippen- und Kindergartenzeit wussten die Pädagogen, dass sie "anders" ist, konnten damit aber wunderbar umgehen. Sie haben sie einfach so genommen, wie sie ist.

        Probleme gab es dann erst wieder in der Schule, einmal 1. Klasse und einmal jetzt Ende 4. Klasse/Anfang 5. Klasse. Dazwischen hatte sie das Glück, eine Lehrerin zu haben, die mit ihr umgehen konnte.

        Das ist auch nicht weiter schwierig, nur wenn man sich komplett weigert, Besonderheiten zu erkennen und auch nach Gesprächen auf seine Meinung beharrt (das Kind ist völlig normal, das braucht keine Förderung), wird es problematisch.

        Dank externer Hilfe (externe Angebote für Schüler) haben wir das aber im Griff. Bei beiden Malen waren wir bei der Schulpsychologin. Bei einem IQ-Test zeigten sich klare Auffälligkeiten, die man hätte weiter diagnostizieren können. Da das in dem Moment aber unserem Kind nicht geholfen hätte, haben wir es sein lassen.

        So und jetzt zu deinem Kind: Was versprichst du dir davon, wenn bei einem 2Jährigen (!!!) Asperger Autismus diagnostiziert wird? Wie kommst du überhaupt auf diese "Vorab"-Diagnose? Wir haben in unserer Bekanntschaft ein Kind (heute 9), bei dem mit 2 Asperger diagnostiziert wurde und das heute austherapiert ist. Der Professor hat über seine Entdeckung des jüngsten Asperger Autist viele Veröffentlichungen geschrieben und meiner Meinung nach war das Kind sein Versuchskaninchen.

        Alternativ wäre das Kind völlig normal ohne zeitraubende Therapien und Beobachtungen aufgewachsen.

        Und das würde ich mir für euer Kind auch wünschen. Wenn Probleme auftreten, solltet ihr handeln. Autismus kann man nämlich nicht "wegtherapieren". Man kann den Betroffenen zeigen, wie sie besser mit sich und der Umwelt klarkommen. Aber dazu müssen sie erst einmal da ankommen. Und mit 2 ist das definitiv noch nicht der Fall.

        Ich bin jedenfalls stolz, dass wir es unter dem Deckmantel "normal" hinbekommen haben, auch wenn es nicht immer leicht war. Aber wenigstens versuchen sollte man es, bevor man das Kind pathologisiert.

        (3) 22.03.16 - 21:06

        Wie anders ist denn "anders"?
        Jeder Mensch zeigt im Laufe seines Lebens in verschiedenen Entwicklungsphasen verschiedene autistische Züge. Das sind mal mehr und mal weniger. Das kann auch sehr extrem sein.
        Autismus kann man nicht mit 2 Jahren diagnostizieren. Asperger Autismus schon mal erst recht nicht. Also: Nehmen wir mal hypothetisch an, dein Kind ist tatsächlich Autist (das stellt sich eben in Zukunft heraus), die Tatsache, dass dein Sohn JETZT so auffällig ist UND du überhaupt auf die Idee des Autismus kommst, schließt eigentlich schon den Asperger Autismus aus und würde für den Frühkindlichen oder den Atypischen Autismus sprechen.
        Eigentlich läuft das anders herum. Irgendwann mit mindestens 3 Jahren wird ein ADOS gemacht. Dann wird rückblickend auf die Babyzeit und die frühkindliche Entwicklung geschaut. Bei uns war da auffällig, dass er nie reagiert hat (obwohl er definitiv hören konnte). Die Sprachentwicklung ist auch immer auffällig, außerdem war er ein Tolpatsch. Rückblickend waren das alles schon Zeichen für Autismus - aber allein deswegen kommt kein Mensch auf Autismus.

        • (4) 23.03.16 - 11:36

          Auch Asperger Autisten können bereits im Babyalter und im Kleinkindalter typisch autistische Merkmale haben, dass die Diagnose später Asperger und nicht Frühkindlicher Autismus lautet erklärt man heute damit, dass es einigen mit hoher Intelligenz gelingt schon sehr früh sehr viel zu kompensieren, dass bei ursprünglich frühkindlichen Autisten nur noch Asperger Symptome bleiben.

          Google mal, die jüngsten Veröffentlichungen in Fachzeitschriften sind voll davon.

          Bei meiner 19jährigen Tochter steht es sogar so in den Abklärungsberichten, und die ältesten Berichte über sie sind mittlerweile 16 Jahre alt! Sie war mit sechs Wochen schon extremst auffällig.
          Bei meinem Mann dürfte es ähnlich sein, er läuft zwar als "frühkindlicher Autist" aber von den Symptomen her würde es wohl bei einer neuen Abklärung "nur" noch zum Asperger reichen.

          • (5) 23.03.16 - 12:16

            Nein, du hast mich nicht verstanden.
            Natürlich haben auch Asperger Autisten schon im Babyalter Auffälligkeiten. Autismus ist ANGEBOREN. Das zeigt sich nicht erst mit der Einschulung ganz oberplötzlich.
            Normal hast du (schau in meinen letzten Post, da habe ich das gleiche geschrieben), irgendwann NACH dem 3. Lebensjahr eine Testung auf Autismus und ggf. erhält man eine Autismusdiagnose. Das ADOS kann erst bei Kindern mit einem kognitiven Alter von 3 Jahren gemacht werden. Das ADOS ist auch das einzig bisher allgemein anerkannte Diagnostikinstrument. Erst nach dem 3. Lebensjahr hätte man dann ein Gespräch mit dem KJP und dieser würde auch nach dem Babyalter und Kleinkindalter fragen und nach Auffälligkeiten. Meines Erachtens war das sogar Teil des ADI-R, da bin ich mir aber nicht mehr ganz sicher. Rückwirkend würde man dann also sagen, dass eben genau diese Auffälligkeiten schon Zeichen des Autismus gewesen sind, ABER absolut gar kein KJP (der etwas von Autismus versteht), oder sonstiger Spezialist in dieser Richtung würde bei einem 2-jährige Kind bei eben diesen Auffälligkeiten in eben dem Alter von 2 Jahren sagen: "Das ist Asperger Autismus.". Das Kind der TE ist zum aktuellen Zeitpunkt aber nun mal nur 2 Jahre alt. Das kann man nicht ändern. Eine Autismusdiagnose ist schlichtweg nicht möglich. Die Richtung des Autismus wird erst nach der bestätigten Autismusdiagnose festgelegt. Also ist Asperger Autismus unmöglich - einfach aus dem Grund, weil es derzeit (in dem Alter) keine Diagnose geben kann. Nur rückwirkend in einigen Jahren könnte eventuell gesagt werden, dass das schon die Zeichen dafür waren.

            Aber heute, im Alter von 2 Jahren, kann das Kind auch einfach normal sein oder eins von vielen anderen Behinderungen haben. Das zu unterscheiden ist zu schwer.

            • (6) 23.03.16 - 12:53

              Tut mir leid, ich gehe mit dir wirklich nicht einig, eine Autismus Diagnose IST mit zwei Jahren möglich, zwar nicht die Diagnose Asperger, aber eine Diagnose könnte zu einem späteren Zeitpunk in Asperger abgewandelt werden.
              Innerhalb Europas gehört das KJPD Zürich rund um Dr. Gundelfinger zu den federführendsten Forschungsanstalten, mit beratender Funktion für praktisch jede Autismusfachstelle auch in Deutschland, die Resultate aus Zürich sind eindeutig was Frühdiagnostik anbelangt.
              Ich bin nicht der Ansicht, dass zwingend so früh diagnostiziert werden kann oder muss, es aber einfach zu verneinen als Möglichkeit trifft die Wahrheit schlicht nicht.

              • (7) 23.03.16 - 13:49

                Ok, es geht in dem Thread nun mal um Asperger. Könnten wir uns einigen, dass es unmöglich ist, dass mit 2 Jahren zu diagnostizieren?
                Ich habe nie behauptet, dass das Kind nicht an Asperger leiden KÖNNTE, man kann es aber einfach jetzt noch nicht feststellen.
                Ein Kind (und das heißt JEDES Kind) hat nun mal im Laufe seines Lebens autistische Züge. Das ist völlig normal. Nur bei Autisten ist eben die Masse der "autistischen Züge" so hoch, dass es für eine eigene Behinderung reicht (das jetzt nicht falsch verstehen, ist nicht negativ gemeint).
                Was bringt es mir, wenn ich bei einer Frühdiagnostik erfahre, dass mein Kind Autist ist. Ein Jahr später wird mir bei der richtigen Diagnostik gesagt, dass es doch kein Autist ist, sondern nur eine ganz massive Sprachentwicklungsstörung hat. Oder vielleicht erfahre ich ja auch, dass mein Kind AD(H)S oder eine sonstige seelische Behinderung hat - die sehen nämlich alle ziemlich gleich aus am Anfang. Nicht umsonst gibt man den Kindern eine "Behelfsdiagnose" der Entwicklungsverzögerung.

                Ich kann dir sagen, dass meine Kinder beide Frühkindliche Autisten sind - beide wurden von unzähligen Ärzten nicht als solche erkannt. Mein Jüngster ist DER typische KANNER-Autist, trotzdem hat es Jahre gedauert, bis er die Diagnose bekam. Mein Großer hat sogar mehrere Gutachten bekommen, die besagen, dass er kein Autist ist - soviel zum Thema einer frühen Begutachtung. Irgendeine Aussage kann ich auch treffen - die Wahrscheinlichkeit einer richtigen Aussage liegt immerhin bei 50%.

      (8) 23.03.16 - 15:14

      Jedes Kind ist anders. Wie kommst du auf Asperger?

      ja mein Jungs haben sich anders bewegt, entwickelt als der Durchschnitt. Aber beim kleinen haben wir von Anfang an aufgepasst das er soziale Kontakte zu pflegen lernt. der große mußte auch lernen mit den anderen klar zukommen. Es waren schöne aber auch harte Jahre. Mit vielen höhen und tiefen. Mittlerweile besucht der große eine Uni und der kleine ist ein beliebtes Kind innerhalb der Schule und im Umfeld. Wir haben es nie als Krankheit gesehen, es war zeitweise richtig schwer für die kinder wie auch für uns aber es lohnt. Bekannte haben ihr Kind in diese "Kiste Asperger" gesteckt, das Kind kommt mit seinem Umfeld nicht annähernd zurecht ( die Eltern pflegen diese Besonderheit statt ihrem Kind zu helfen mit der Umwelt klar zu kommen.) Beim großen wurde mit 7 Jahren getestet und das erste mal Asperger in den Raum geworfen, mit 9 dann bestätigt ( ich hatte das vorher für Quatsch gehalten, da bei jedem Menschen etwas vom Autisten drin ist). Beim kleinen mit 5 Jahren
      lg

      Hallo, meine 12jährige Tochter ist Asperger-Autistin. Ich hatte bereits mit zwei Jahren das Gefühl, dass sie anders als andere Kinder war, aber alle beruhigten mich und meinten, sie bräuchte nur Zeit. Auf der Grundschule hatte sie eine tolle Klassenlehrerin, die viel aufging, aber auf der weiterführenden Schule nahm das Drama seinen Lauf. Ich stellte sie dann mit 11 bei einem KJP vor, der sie erfolgreich auf Asperger testete. Nach Jahren endlich eine Diagnose zu haben, war eine Erleichterung für sie und für uns. Seit einem Jahr macht sie eine Therapie und hat sich ganz toll entwickelt.
      LG

      (10) 25.03.16 - 00:53

      Im Nachhinein kann ich dir sagen, dass meine erstgeborene Tochter immer schon anders war und dass es praktisch von Geburt an Anzeichen gab. Aber das war mir ja damals nicht klar, denn ich hatte keinen Vergleich, weil es mein erstes Kind war.

      Ich weiß nur, dass mir viele gesagt haben, ich soll mich nicht so anstellen und nicht so ein Riesen-Gewese um mein Baby machen. Andere haben ja schließlich auch Kinder und bei denen geht das ja auch so.

      Ich weiß noch, als die kleine noch nicht mal ein Jahr alt war, da hatten wir einen Wasserschaden im Wohnzimmer und da mussten wir alles renovieren, Fußboden, Wände, neue Möbel alles.... Da sagte meine Nachbarin so ganz komisch, dass sie nicht verstehen könnte, warum mein armer Mann die ganze Renovierung alleine machen muss, warum ich nicht mithelfe, nur weil ich ein Kind habe. Ich könnte das Kind doch auch im Laufstall spielen lassen und wenigstens ein bisschen mithelfen. Und da dachte ich noch so: Hä?? #kratz Auf gar keinen Fall!!!

      Als ich dann mein zweites Kind bekam, habe ich erst verstanden, was sie meinte. #klatsch

      Erkannt wurde das so mit 2 Jahren in der Krippe, aber die haben gesagt, wir sollen das erstmal nur beobachten, aber sie ist schon sehr eigen und auch besonders in ihrer Entwicklung. Sie konnte zum Beispiel schon mit 1 1/2 in ganzen Sätzen sprechen, auch sehr deutlich und sie hat sich früh schon ganz alleine an- und ausgezogen. Sie hatte eigentlich keine Trennungsangst, aber schon früh ausgeprägte Wutanfälle, wollte nie an Singkreisen teilnehmen und hat sich bei Gruppenaktivitäten immer schon sehr aus allem herausgehalten und zum Beispiel dafür gesorgt, dass sie in einer Reihe immer als Letztes drankam, weil sie das Drängeln nicht leiden konnte.

      Man hatte bei ihr recht früh das Gefühl, dass sie ihren ganz eigenen Humor hatte, denn sie liebt Wortspiele und hat schon früh mit Zitaten um sich geworfen.

      Und die Art und Weise, wie sie sie ferngesehen hat, war auch immer speziell: Sie war immer vollkommen paralysiert und hat mit dem ganzen Körper ferngesehen. Wenn eine Stelle spannend war, dann ist sie oft aufgesprungen und ist auf der Stelle herumgehüpft. Ihre Gesichtszüge waren völlig entgleist und ab und zu hörte man sie heftig atmen, dann hielt sie wieder viel zu lange die Luft an und dann hörte man sie auch hin und wieder quieken. Nun ist sie 10 und sie macht das immer noch exakt genauso. Sie sagt, sie kann das nicht unterdrücken, das ist bei ihr einfach ein Reflex.

      Dazu kommt noch das Trampeln mit den Füßen.

      Wir haben hier in der Nachbarschaft einen Jungen mit Asperger, der ist 12. Dasselbe in grün. Manchmal setzen wir die beiden vor den Fernseher und gehen raus und setzen uns in die Küche. Am doppelten Pferdegetrappel kann man hören, wann da drüben die interessanten Szenen kommen. #rofl Wenn man die richtig ärgern will, läuft man einmal durch das Bild. #schein

      Mir ist auch aufgefallen: Asperger sind nie an etwas schuld. Schuld sind immer andere oder der Tisch. Oder das Wetter. Wenn sie einen Fehler gemacht haben: Ging nicht anders.

      Eine gewisse motorische Ungeschicklichkeit kommt auch noch dazu, aber das ist zu inviduell, als das man das im Kindergartenalter schon so abschätzen könnte. Meine Tochter hat zum Beispiel NULL Ballgefühl. Wenn ich die sehe, wie sie versucht einen Ball zu fangen und zu werfen, dann möchte ich hingehen und sagen: Lass es besser.... Aber macht ja nichts, man muss ja auch nicht alles können.

      Dafür liest sie unglaublich schnell. Viele machen sich manchmal schon Sorgen, weil sie meinen, dass meine Tochter viel zu viel im Zimmer sitzt und liest und sich zu wenig bewegt. Sie hat das aber auch schon sehr früh angefangen, schon damals im Krabbelalter mit diesen komischen Fühlbüchern und später mit den Bilderbüchern.

      Achso, einer der wichtigsten Anzeiger auch, die Schlafprobleme bzw. das extrem geringe Schlafbedürfnis. Nach 10 Jahren kann ich mal sagen, wir haben alles mögliche probiert, sie hat immer Probleme mit dem Einschlafen, egal, was man macht. Irgendwann ist sie erschöpft, dann holt sich der Körper seinen Schlaf, egal, ob Schlafenszeit ist oder nicht. Dann kann sie auch mal 13 Stunden am Stück schlafen.

      Mit 6 Monaten hat sie ca. 10 Stunden insgesamt in 24 Stunden geschlafen, da ging ich zeitweilig am Stock. In der Schulzeit geht sie so ca. 22 Uhr schlafen (Licht aus), vorher ist nichts zu machen. Ich habe den Luxus der regelmäßigen und frühen Schlafzeiten auch erst beim zweiten Kind kennengelernt.

      • #rofl Klingt ja wie bei uns...

        Zitat aus dem Zeugnis - 1. Klasse - meiner Großen: Im Umgang mit dem Ball kann sie im nächsten Jahr noch mehr Sicherheit erlangen. #rofl

        Sie ist 10 und nein - hat sie nicht!

        • Es ist so fies... meine Tochter wollte bei der Wahl der AGs im 2. Halbjahr Badminton auswählen. Da musste ich echt mal fies sein und ihr sagen, dass ich das nicht möchte.

          Ich habe sie schon Federball spielen sehen und ich möchte ihr das ersparen, denn Kinder können so grausam sein.

          Da hat sie mich böse beschimpft: Nie erlaubst du mir, was ich will! Immer verbietest du mir den Spaß! usw.

          Aber an der Stelle merkt man eben, dass sie selbst auch gar kein Gefühl für ihren Körper hat.

          Anderes Beispiel: Inline-Skaten oder Schlittschuhfahren. Da hat sich jetzt in drei Jahren nichts getan. Meine Mutter hat es gut gemeint und ihr die komplette Ausrüstung zum Geburtstag geschenkt, aber das wird nichts werden.

          Sie konnte auch übrigens erst so Ende des 6. Lebensjahres Fahrradfahren und Schwimmen. Beim Schwimmen ist es aber nicht nur die Motorik, sondern die totale Abneigung gegen Wasser im Gesicht. Also, sie geht wahnsinng gerne schwimmen und wenn sie selber tauchen möchte, dann ist Wasser im Gesicht auch kein Problem. Sie geht auch rutschen oder springt vom Dreimeterbrett. Aber wehe!, jemand springt vom Beckenrand und spritzt sie nass... #schock Dann kriegt sie Panik, will sofort aus dem Schwimmbecken raus, findet aber den Ausgang nicht, weil sie ja Wasser in den Augen hat und dann will sie sofort nach Hause!

          Ich hatte einen Riesenstress mit dem Vater, weil dessen Freundin ja gemeint hat, es sei für die Besuchswochenenden eine tolle Idee mit den Kindern schwimmen zu gehen. Im Sommer war sie dann mit den Kindern im Meer schwimmen, während der Papa schön am Strand auf die Sachen aufgepasst hat (und mit dem Handy gespielt hat).

          Ich bin natürlich total durchgedreht, weil die Kinder mir hinterher davon erzählt haben. Damals war der Vater natürlich noch der Meinung, was er mit den Kindern in seiner Besuchszeit macht, ginge mich gar nichts an. Und ich wäre nur eifersüchtig auf seine Freundin. Immerhin hätte die das goldene Schwimmabzeichen. #bla

          Wir waren damals noch mitten im Gerichtsverfahren und ich musste ja erstmal sämtliche Helikopter-Mutter- und Mutter-will-dem-Vater-die-Kinder-entziehen-Vorwürfe ausräumen.

          Meine Mutter ist die einzige außer mir, die mit den Kindern praktisch von Geburt an regelmäßig schwimmen gegangen ist und sie meinte: Mit diesen beiden Kindern schwimmen zu gehen ist ohne Zweifel eine Herausforderung und man muss die schon sehr gut kennen und quasi schon im Vorfeld alle Risiken erkennen können, damit das einigermaßen reibungslos durchläuft.

          Nur mal angenommen, im Schwimmbad sind die Duschen voll. Jedem normalen Kind kannst du erklären, dass es dann mal kurz warten muss, bis es dran ist, und dann nimmt man die nächste Dusche, die frei wird, notfalls auch nacheinander.

          Nicht so bei meinen Kindern. Die Dusche ist voll - meine Große geht da gar nicht erst rein, weil es ihr zu voll ist. Außerdem, wenn sie warten muss, wird ihr kalt und sie fängt an zu quengeln. Außerdem fragt sie 738 Mal, wie lange sie noch warten muss, bis sie dran ist mit Duschen. Meine kleine hyperaktive Tochter kann auch überhaupt nicht warten, aber anders. Wenn ihr langweilig ist, fängt sie an Fragen zu stellen, über ALLES, was sie beobachtet hat. Da könnte es auch mal sein, dass sie ungeniert fragt, warum die eine Frau sich alle ihre Schamhaare entfernt, warum sie da ein Piercing hat oder warum die eine Oma solche Hängebusen hat. Die Große ist auf ihre eine Frage fokussiert, wie lange es noch dauert, und beide möchte dann meine 100 % Aufmerksamkeit und fangen an, sich zu streiten. Das wird dann ganz schnell sehr aggressiv.

          Dann musst man ja immer alle Sachen mitschleppen und meine Große möchte aber, dass wir die Haken und Fächer und die Duschen nebeneinander haben. Sonst gehts nicht.

          Der Vater meiner Kinder ist ja früher nie mit ins Schwimmbad gekommen, selten mal mit an den Badesee oder an den Strand. Und da war sein Einsatz meistens: auf die Sachen aufpassen. Schwimmen ist ja eh nicht so seins. :-D

          Also war mir sofort klar, dass die Freundin das mit den Kindern machen würde.

          Und da dachte ich: Nein, die kann unmöglich die Verantwortung dafür übernehmen. Die weiß doch gar nicht, wie man reagieren muss, wenn die Große auf einmal sagt:"Ich will JETZT SOFORT HIER RAUS!" #schock

          Das muss man aussitzen können.

          Wir haben dafür ein Ritual, das ich hier mal offenbaren möchte. Es gibt doch die Serie "Hör mal, wer da hämmert" mit dem Heimwerker-King Tim Taylor, der immer tolle Ideen hat, dem aber auch vieles misslingt. Und wenn der mal wieder so eine tolle Idee hat, sagt seine Frau oft, genau wie sein Assistent Al: "Kommt nicht in Frage, Tim!"

          Und so mache ich das auch. Wenn meine Tochter ihre Asperger-Allüren bekommt, dann sage ich diesen Satz. Wir finden dann meistens eine andere Lösung, aber sie muss wissen, so wie sie sich das vorstellt, gehts beim besten Willen nicht.

          Die diagnostizierende Ärztin meinte damals, sie findet das total gut, dass wir so unsere eigene Sprache entwickelt haben. Leider habe ich dann das Problem, dass andere Eltern total irritiert sind davon, wie ich mit den Kindern rede.

          Ich meine, ohne Witz, wie würde ihr das finden, wenn ihr eine Mutter hört, die zu ihrem Kind sagt: "Du darfst heute keine Fragen mehr stellen!" ??? #kratz

          Mein Nachbar mit dem Asperger-Jungen war mal so verzweifelt, der hat mal zu seinem Sohn gesagt: "So, du hast jetzt für den Rest der Woche ALLES-VERBOT!" #aerger

          Und ich musste soooo lachen....!!! #rofl#rofl#rofl#rofl

          Echt, diese Kinder können einen wirklich an die Grenze bringen.

          • (13) 26.03.16 - 15:01

            Achso, die Kinderpsychologin hat dem Vater dann ins Gewissen geredet, dass er das mit dem Schwimmen bitte einfach lassen soll. Er bringt ja nicht nur seine Kinder, sondern auch seine Freundin in Teufels Küche, wenn da mal was passiert.

            Jetzt haben wir eine schriftliche Vereinbarung, dass er mit den Kindern gar nicht mehr schwimmen geht, zumindest bis die Kleine sicher alleine schwimmen gehen kann, und dann auch nur unter der Voraussetzung, dass er selber mit ins Wasser geht.

            Meine Große ist jetzt 10 und da wird das mit dem Duschen ein Problem - in die Männerdusche will sie nicht, der Vater darf nicht mit in die Damendusche, also müsste der Vater die ganze Zeit abrufbereit vor der Damendusche rumlungern, während die Kinder alleine duschen gehen oder die Freundin versucht, das Ganze in den Griff zu bekommen.

            Und wer jetzt noch meint, ich würde übertreiben, der kann ja mal mitkommen. Habe ich der Verfahrenspflegerin dann auch so gesagt. :-p

            Die ganzen Mitteilungen der Sportlehrer bezüglich des Schulschwimmens sprechen ja auch für sich. ;-)

            • (14) 18.05.16 - 10:32

              Wenn ich das jetzt noch mal so lese, wundert es mich gar nicht, dass viele denken, ich hätte einen Haschmich. Aber das ist wirklich so bei uns. #gruebel

              Man tut alles, um das Kind nicht zum Ausrasten zu bringen. Das kostet so viel Kraft. Und wenn man dann seinen Alltag einigermaßen normal über die Bühne kriegt, sieht es ja keiner, denn es ist ja nichts Besonderes passiert.

    Auf Facebook gibt es eine Tolle Gruppe für Eltern mit Kindern die am Asperger leiden dort erhält man auch viele Informationen zu Ärzten und Gruppen zum Treffen und austauschen.

    (16) 24.04.17 - 19:39

    Hallo,

    mein Sohn ist eine Mischung aus Asperger- und HI (High-functioning) Autist.
    Bei ihm fiel es gleich nach der Geburt auf das er anders ist. Er wollte nur zu Mama und Papa. Hat ihn ein anderer auf den Arm genommen, wurde sofort gebrüllt. Das ein anderer als wir den KiWa schieben konnten - ausgeschlossen. Körperkontakt wollte er schon im 1 LJ nicht unbedingt. Unsere Kinderärztin hatte den Verdacht zuerst. Als er in die Krippe sollte war das ein Akt. Geschrei bis er sich übergeben hat. Mit Hilfe des Jugendamtes haben wir dann eine tolle Tagesmutter gefunden, die sich viel Mühe gegeben hat. Er war 3 Jahre alt als er in die Kita kam als Integrativkind. Es hat eine Weile gedauert bis er zu einer Erzieherin Vertrauen gefasst hat. Sie ist auch seine Hauptbezugsperson in der Kita. Ist sie krank oder hat Urlaub war das schonmal nicht so einfach für ihn. Wir waren damals immer im SPZ hier bei uns in der Stadt. Nach vielen Tests wurde uns gesagt das er sehr intelligent ist, aber sie sich mit Autismus nicht wirklich auskennen. Wir sind dann in die nächste Autismusklinik gefahren und bekamen nach einiger Zeit die Diagnose, die wir und die Kinderärztin schon lange wussten.

    Nun geht er 2x in der Woche in die Autismusambulanz hier in der Stadt und ist ein sehr fröhlicher, offener Junge. Kuscheln kommt er wenn er das möchte, auswärts schlafen ist bei uns nicht möglich. Er hat Freunde, muss sie aber nicht ständig sehen. Lieber spielt er alleine für sich.

    Dieses Jahr wird er mit einem Schulbegleiter eingeschult und freut sich schon sehr auf die Zeit. In der Kita ist es ihm nämlich immer zu langweilig.

    Wenn du Fragen hast kannst du mich gern anschreiben.

    LG Lintu

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