AVWS und trotzdem normale Schule?!

    • (1) 12.05.16 - 11:18

      Guten Morgen,

      gestern hat eine HNO-Ärztin (auch Pädaudiologie und Phoniatrie) unseren Verdacht auf AVWS bestätigt. Mein Sohn ist gerade fünf Jahre alt geworden und erste Anzeichen gab es schon mit zwei Jahren, z.B. hat er im Spielkreis nie reagiert, wenn er gerufen wurde. Man musste ihm leicht auf die Schulter klopfen. Er mag keine lauten Geräusche, ist selbst aber unheimlich laut beim sprechen usw. Der Hörtest war immer in Ordnung. Er ist sprachverzögert, besucht seit knapp einem Jahr den Sprachheilkindergarten und und und... Wir haben schon viel durch... Paukenröhrchen OP usw. usw...

      Nun sollen wir im Januar wieder kommen, wenn das Jahr der Einschulung beginnt. Dann soll er eine FM Anlage bekommen. Mehr können wir zur Zeit nicht machen, da er im SpraKi ja alles an Therapie hat - Logopädie, Ergotherapie, bald machen wir noch Päpki zusätzlich.

      Sie hat uns das LBZH in Osnabrück für weitere Beratung empfohlen.

      Auf der einen Seite bin ich sehr erleichtert, denn vermutet haben wir es schon lange. Er kann sich bei auditiven Sachen nicht konzentrieren, Bücher vorlesen, Hörspiele usw. Ach die Liste mit den Symptomen ist lang.

      Könnt ihr mir eure Erfahrungen berichten? Sind eure Kinder auf eine normale Schule?! Und haben sie sich sonst normal entwickelt?!

      Danke und LG!

      • AVWS hat viele Seiten. Du musst schon genau sagen, was davon dein Kind alles hat. Manches davon ist therapierbar, manches ist gut einstellbar mit Hilfsmitteln und gegen manche Dinge davon hilft einfach gar nichts.
        Mein Ältester hat das Pech einfach alles zu haben. Gleichzeitig ist er noch Autist (normaler IQ)- das verstärkt die Wirkung dann nochmal. Er geht auf eine normale Schule, hat aber wegen des Autismus eine Schulbegleitung. Er nutzt wegen des AVWS Hilfsmittel im Unterricht und hat seit 7 Jahren ununterbrochen Logopädie 1-2 mal wöchentlich. In der Schule hat er einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Sprache - kann aber so weiter lernzielgleich mit der Klasse beschult werden. Das bedeutet, er bekommt eine ganze Menge Nachteilsausgleiche. In Deutsch wird er quasi nach seinen eigenen Zielen beurteilt. Er kommt schon mit, bei dem was im Unterricht dran ist, aber gleichzeitig ist er unheimlich schwach im Lesen und Schreiben. Da könnte er noch nicht mal mit einem Erstklässler mithalten - er ist jetzt 3. Klasse. Seine Schulbegleitung hilft ihm aber. In allen anderen Fächern macht sich das natürlich auch bemerkbar. Er kann eben kaum lesen und nur schlecht schreiben. Er war übrigens erst in einer Sprachheilschule - wir haben ihn dort wieder runtergenommen, weil er im Unterricht eingeschlafen ist. Die Fahrt dorthin war einfach viel zu lang.
        Seine Nachteilsausgleiche sind:
        Lärmschutzkopfhörer (FM-Anlage ist sinnlos bei ihm)
        Computer (Aufsätze am PC schreiben - schlechte Feinmotorik, fehlende Ausdauer)
        Mehr Zeit bei Tests/Arbeiten
        Extra Raum zur besseren Konzentration (insbesondere bei Arbeiten)
        Schulbegleitung (Arbeiten werden vorgelesen, Antworten werden nach Diktat aufgeschrieben)
        Mehr Pausen während des Unterrichts
        Außerdem bekommt er in der Schule spezielle Förderungen - zusätzlich zu den normalen Therapien, die vom Arzt verordnet werden.

        An deiner Stelle würde ich mal mit dem HNO reden, ob er euch Otoplastiken verschreiben oder empfehlen kann. Es sollte noch genug Lautstärke durchgehen, dass euer Kind die Stimmen hören kann, nur der Störschall muss gefiltert werden. Sowas gibt es. Das ist eine Erleichterung für Kids mit diesen Problemen. Mein Sohn setzt seine Lärmschutzkopfhörer in der Schule freiwillig nur ungern ab. Nur die Filtern echt alles weg und manchmal muss man halt doch die Lehrerin hören ;-).

        Hi,
        beim Großen vermuten wir es immer noch, aber er kann sich in Prüfungen sowas von Anstrengen, da kam nichts eindeutiges raus.

        Der Kleine hat es, und wird auf der Sprachheilschule eingeschult.

        Im Moment sind 5 AWVS Kinder dort. 4 haben so gut gelernt "zu hören", das sie es jetzt auf der Regelschule, 3. Klasse, nach den Ferien weiter versuchen. Das eine Kind, wird weiter auf eine andere Sprachheilschule gehen.

        Wo wir hin müssen, ist eine Nebenstelle, dort wird nur bis zum Ende des 2. Schuljahres unterrichtet, danach geht's zur Heimatgrundschule, oder eben zur "Mutterschule".

        Habt ihr schon mal von der Tomatis Therapie gehört?

        Eine Bekannte hat ganz neu die AWVS Diagnose bei ihrem 10 jährigen bekommen. Und waren jetzt 12 Tage in Belgien. 3x 90 min. am Tag werden die Ohren beschallt, mit Geräuschen und Signalen, das das Gehirn die "Areale" wieder reaktiviert.

        Ich hoffe, das ich am Samstag mehr Infos bekomme. Der Sohn ging auf die Regelschule und vermuteten Legasthenie usw., aber jetzt sind sie mal 1 Schritt weiter.

        Gruß Claudia

        • Hallo,

          Nur interessehalber und ot: sind sie nur für Tomatis nach Belgien? Es gibt doch auch in D einige Anbieter? Magst du evtl berichten, wie sie es empfunden haben, ob sich etwas getan hat? Subjektiv wie objektiv...?

          Wir haben gerade die zweite Runde durch, subjektiv fallen die (positiven) Veränderungen auch Außenstehenden auf, die nichts von der Klangtherapie wissen. Auf die nächste Messung warten wir noch, und ob die Veränderungen anhalten ist die nächste Frage. Bin gespannt!

          Lg!

          • Hi,
            wir waren jetzt zum Horchtest in Köln.

            Die befreundete Mutter war jetzt 3x in Belgien, und ist total begeistert. Mich hat es restlos in Köln überzeugt.

            Die nächste Tomatis Praxis wäre in Dietzenbach, über 100 km einen Weg, da kann man auch nicht jede Woche hinfahren.

            Ich werde wohl unbezahlten Urlaub machen und versuchen nach Weihnachten dahin zu kommen.

            Gruß

      Hallo,
      Wenn ich mich recht erinnere, wohnen wir in der selben Gegend. Ich kann hier die sprachheilklasse sehr empfehlen, da macht ihr nichts falsch! Sonst schreib mich gern mal an.

      Lg, Kate

    • Hallo meine Große ( 9 Jahre ) hat es auch.
      Sie wurde zu erst in eine Regelschule eingeschult.
      Leider war die Lehrerin nicht in der Lage mit ihrer
      Besonderheit um zu gehen.
      Auch die Lautstärke mit 24 Kinder waren zu viel für sie.
      Wir haben nach vielen Überlegungen entschieden sie auf eine Schule zu schicken wo E wie L Kinder drauf sind.
      Es gibt nicht mehr als 10 Kinder in der Klasse was ihr sehr zu gute kommt.
      Da es eine private Schule ist hat sie immer noch die Möglichkeit später auf eine Regelschule zu gehen.

      Lg

      Hallo du.
      Meine große Tochter hat auch AVWS.
      Da sie vor allem das Problem hat bei vielen

      Personen wenn sie durvheinander sprechen.
      Wurde und nah gelegt eine Schule zu suchen in der nicht viele Schüler sind.
      Daher geht sie auf die Waldorfschule mit L und E Kindern. Das tut ihr richtig gut da sie dort endlich alles versteht.
      Ich würde mir vom Arzt die Blätter ausdrucken lassen auf was man bei AVWS achten soll.
      Dies sollte einem ein guter Arzt schon geben damit der Umgang für alle einfacher wird.

      Lg

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