Erstkommunion für Asperger Autisten?

    • (1) 15.06.16 - 16:32

      Hallo zusammen,

      Mein Sohn ist Asperger Autist, ein intelligenter Junge, er geht mit Schulbegleiterin in die 2. Klasse der örtlichen Grundschule. Er ist katholisch getauft und eigentlich würde nächstes Jahr dann die Erstkommunion anstehen. Aber wenn ich daran denke, was er und ich bis dahin durchmachen müssten, wird mir ganz anders... Er hält es gar nicht aus, einen Gottesdienst zu besuchen, die vielen Leuten stressen ihn total, ich müsste die ganze Zeit beruhigend auf ihn einreden uns ihn anflehen, sitzen zu bleiben. Mit Langeweile kann er sehr schlecht umgehen. Was soll ich nur tun? Unser erzkonservativer Pfarrer (kommt aus Polen), hat sicherlich nicht das geringste Verständnis dafür, das jemand nicht regelmäßig die Kirche besucht bzw. es dort gar nicht aushält. Die Frage ist auch, ob eine Erstkommunion da überhaupt Sinn macht. Aber ich mache mir auch sorgen, dass er im kath. Religionsunterricht in der Schule dann der einzige ist, der nicht geht. Was soll ich nur tun? Habt ihr einen Rat für mich?
      LG Brilli

      • Dann geht er halt nicht zur kommunion. Und in welchem Jahrhundert leben wir denn dass der Pfarrer sich da aufmandelt???

        Unser erzkonservativer Pfarrer (kommt aus Polen), hat sicherlich nicht das geringste Verständnis dafür, das jemand nicht regelmäßig die Kirche besucht bzw. es dort gar nicht aushält.
        ...................................
        Wenn er kein Verständnis für ein krankes Kind hat, dann ist er aber ganz falsch in seinem Amt. #aerger

        Aber davon von mal abgesehen, man muss keine Kommunion haben, um im Religionsunterricht sitzen zu dürfen.

        Hallo,
        ich kann dich da sehr gut verstehen. Mein Sohn ging dieses Jahr auch zur Kommunion. Es liegt bei ihm ein Verdacht auf Autismus vor, die Diagnose bekomme ich hoffentlich bald.

        Es war teilweise ein Kampf. Von Anfang an hab ich ihn erst mal gefragt ob er es möchte. Er wollte, seine freie Entscheidung. Dann hab ich ihm erklärt was dazu gehört, regelmäßig Kirche und Kommunionsunterricht. Es gab Sonntage wo er total blockiert hat und ich ihn überhaupt nicht dazu bekam. Es gab Sonntage wo alles reibungslos klappte. Von der Beichte habe ich vorher nichts erzählt, sonst wäre er nie gegangen, da hätte er ja reden müssen. Es war ein auf und ab, bis kurz vorher war ich mir nicht sicher ob der große Tag dann klappen wird. Er ist auch nie in die ersten Reihen bzw. Kirchenbänke zu den anderen Kindern gegangen, er saß immer bei mir.

        Ich war so stolz auf ihn das er es geschafft hat, wir hatten einen wunderbaren Tag.

        Der Pastor sollte vielleicht vorher Bescheid wissen und es akzeptieren, denn gerade besondere Kinder sollten auch mit in die Gemeinde eingebunden werden.

        Geht es entspannt an, ich hätte auch jederzeit abgebrochen, was nicht geht, geht halt nicht.

        Liebe Grüße

      • Hallo, du solltest einen Termin mit dem Pfarrer machen und ihn fragen. Dein Sohn wird nicht das erste Kind mit solchen Problemen sein, das bei ihm die Kommunion macht. Vielleicht reagiert er ja ganz anders, als du denkst. LG

        Hallo Brilli,

        also ich denke das einzige was hilft ist das Gespräch zu suchen. Hier ist für die Kommunion eine Gemeindereferentin zuständig und nicht der Pfarrer. Es gibt keine Pflicht den Gottesdienst zu besuchen.
        Ich war bei der Kommunion meiner Tochter Gruppenleiterin. Da hatte ich einen Jungen der auch nur schwer damit umgehen konnte. Da haben wir gemeinsam einen Weg gesucht, das er zur Kommunion gehen konnte. Er hat immer so viel teilgenommen, wie er konnte.
        Die Gemeindereferentin hat ihn wirklich gut aufgefangen und ihn teilweise auch alleine "unterrichtet".
        Einen Gottesdienst kann man auch zur hälfte besuchen und gehen, wenn es zu viel wird.

        Möchte dein Sohn denn zur Kommunion und hat er was mit Glaube am Hut?

        Mona

      • Das wäre doch die Gelegenheit aus der Kirche auszutreten und ihm die Kommunion zu ersparen ;-) Nur meine Sicht der Dinge.

        Barrik

        Was der Pfarrer denkt, wäre mir erstmal egal.
        Was will denn dein Sohn??

        Ich glaube, ich les hier nicht richtig!

        Welche Macht hat bitte die Kirche auf euch? Im 21. Jahrhundert??? Ich lese hier ja wirklich viele gruselige Dinge in Verbindung mit der Kirche... Aber das hier ist ja wohl die Höhe!

        Natürlich würde ich das meinem Kind NICHT antun und auf SEINE Bedürfnisse eingehen! Wenn der Pfarrer eine Erklärung möchte - gern. Ob er sie versteht oder nicht, wäre mir bereits wieder egal!

        Ich sehe das eher wie Barrik. Wer meint, als Institution ein Kind ausrenzen zu müssen, weil es "anders" ist, gern! Kirche ist keine Pflichtveranstaltung. Dann tritt man halt aus!

        Meine Kinder waren beide bei der Erstkommunion und meine Enkelin auch - allesamt sind aber gottseidank gesund. Wir sind katholisch, aber nicht jeden Sonntag in der Kirche ;-)
        Meine Frage: Würde Dein Sohn überhaupt den Sinn der Erstkommunion verstehen?
        Wenn eher nein, würde ich ihm den ganzen Stress ganz sicher nicht antun.

        In der Schule beim Religionsunterricht wurde bei meiner Enkelin eh nicht viel darüber gesprochen, das spielte sich alles in den Schülergottesdiensten und den Zusatzunterrichten ab, die übrigens einen ganz schönen Terminplan darstellten.#schwitz Was der Pfarrer dazu sagt, wäre mir egal.
        Übrigens gab es auch bei meiner Enkelin Kinder, die zum Großteil der Zusatztermine nicht erschienen sind (weil es auch den Eltern egal war). Die Kommunion machten sie trotzdem mit.
        LG von Moni

        Hallo,

        vielleicht solltest Du Dir eine Gemeinde suchen mit einem offeneren Priester.

        Vor Jahren wurde die Tochter einer Freundin konfirmiert. Sie ist leicht körperlich und geistig behindert.

        Der Pfarrer und die anderen Konfirmanden haben sie betreut und ganz toll mit einbezogen.

        GLG

        Was ist das denn für ein Pfarrer? Geht ja gar nicht.

        Meine Tochter (auch Aspie) hatte vor 2 Jahren ihre Erstkommunion.

        Unser Pfarrer war so super. Bei uns lief das so ab, dass wir ab November jeden Sonntag zur Messe kommen sollten, wo die Kinder auf die Erstkommunion vorbereitet wurden. Die Messen waren sehr kindgerecht aufgebaut und die Kinder auch miteinbezogen.

        Meine Tochter blieb meist bei mir (alle anderen Kinder waren meist vorne beim Altar in der Nähe des Pfarrers), aber das war nie ein Problem. Der Pfarrer und auch der Dekan der Kirche haben sich immer sehr bemüht, meine Tochter zu nichts gedrängt und es ist alles so gut gelaufen. Die Erstkommunion selbst war dann auch kein Problem.

        Unmöglich, wenn für solche Kinder kein Verständnis entgegengebracht wird. Ich glaub da würde ich, außer mein Kind möchte unbedingt, von der Erstkommunion absehen...soll ja ein schöner Tag werden und nicht in einem Desaster enden

        Hallo,

        meine Tochter hatte dieses Jahr Erstkommunion.

        Zum ersten Elternabend stellte sich ein Ehepaar vor (sie im Rollstuhl), die nicht aus der Gemeinde stammen sondern aus der Innenstadt (wir leben am Stadtrand). Ihr körperbehinderter Junge (auch verhaltensauffällig) wurde von ihrem Pfarrer nicht zur Erstkommunion zugelassen, warum auch immer. Sie wollten es nun spontan bei uns versuchen.
        Für unseren Pfarrer und auch Pastoralreferent, der die Erstkommunion leitet war das überhaupt kein Problem. Ich hatte den Jungen dann auch in meiner Erstkommuniongruppe. Ein sehr intelligenter Junge.

        Er kann ganz schlecht laufen, sitzt im Rollstuhl oder geht am Rollator. Wenn er läuft, fällt er oft hin. Und er steht auch einfach mal auf und rennt rum.

        In der Kirche war er zwar sehr "zappelig", hat aber alles super mitgemacht. Wir haben ihn unterstützt beim Kerzentragen ect., aber er war irre stolz.
        Er durfte sogar in der Feier etwas zum Altar bringen, was ihn sehr glücklich gemacht hat.

        Wenn man die Kinder integriert, vielleicht hilft das ein wenig?
        Ansonsten, wenn der Pfarrer ihn ablehnt, versuche es doch in einer anderen Gemeinde.

        Viel Glück

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