Schielen! Räumliches Sehen wiederherstellbar? Erfahrungen gesucht!!

    • (1) 04.07.06 - 12:29
      Inaktiv

      Hallo zusammen!
      Unsere Tochter, jetzt 6 Jahre alt, schielt seit sie eindreiviertel Jahre alt war. Inzwischen steht fest, daß sie zumindest inzwischen kein räumliches Sehen mehr hat, wodurch auch endlich klar ist, weshalb sie motorisch relativ ungeschickt ist. Nun habe ich gehört, daß es möglich sei, räumliches Sehen wieder "auszugraben" durch eine Schiel-OP, wenn sie in der wichtigen Phase bis zum zweiten Lebensjahr bereits einmal räumliches Sehen erlernt hatte. Wer hat da entsprechende Erfahrungen und kann uns Mut machen oder kann uns Tips geben?
      Danke für Eure Beiträge!! #klee
      Claudia

      • Hallo Claudia,
        ich würde Euch auf jeden Fall dazu raten. Ich selber habe als Kind sehr stark geschielt und wurde mit 3 Jahren operiert. Mein räumliches Sehen ist zwar nicht hundertprozent in Ordnung, also etwas eingeschränkt, hat für mich persönlich aber überhaupt keine Auswirkungen, weil ich es eigentlich so gut wie gar nicht mehr merke, es ist für mich also absolute Normalität und fällt überhaupt nicht auf. Man merkt es nur, wenn ich z.B. aus großer Entfernung was fangen will. Selbst Autofahren ist absolut kein Problem, ich kann rückwärts fast besser einparken als mein Mann ;-) Allerdings wäre das alles ohne die OP damals sicher nicht in solchem Umfang möglich.
        Und ich denke, die Medizin ist heute soweit, dass sie Deiner Tochter sicher helfen können (bei mir liegt es immerhin 25 Jahre zurück und selbst damals wurde mir prima geholfen).
        Also, ich würde mich an Eurer Stelle nochmal mit Eurem Augenarzt zusammensetzen und mich beraten lassen, ich kann Dir wirklich nur dazu raten Eure Maus operieren zu lassen, es wird für sie nur von Vorteil sein.
        Falls Du noch Fragen hast, kannst Du Dich jederzeit an mich wenden.
        Liebe Grüsse
        Conny

        • (3) 05.07.06 - 09:49

          Hallo Conny,
          herzlichen Dank für Deinen mutmachenden Bericht!
          Wenn wir unserer Tochter mit einer OP helfen können, werden wir das auf alle Fälle tun. Mich würde interessieren, wo Du operiert worden bist: bei einem "normalen" Augenarzt? In einer Uniklinik? Hast Du von Geburt an geschielt?
          Viele Fragen, ich weiß. Da unsere Jüngste mit 6 Monaten ebenfalls schielt (ist eine Vererbung schwiegerväterlicherseits, wie wir inzwischen wissen), steht auch hier wohl eine OP an.
          Ich würde mich über weitere Infos von Dir sehr freuen. Weiter unten habe ich auch nochmal ausführlich unsere momentane Situation geschildert - falls Du lesen magst (ist ziemlich lang geworden).
          Viele liebe Grüße und nochmal Danke
          Claudia

          • Hallo Claudia,
            also ich habe von Geburt an geschielt, ist eine ganz klassische Vererbung, mein Opa, meine Mama, ich... Bei Laura ist noch nichts bemerkbar, was nicht heisst, dass es nicht noch kommen kann. Und selbst wenn, bin ich optimistisch, dass auch ihr geholfen werden kann.
            Ich wurde mit 3 Jahren in der Uniklinik in Frankfurt operiert. Ich kann mich an diese Zeit natürlich nicht mehr erinnern, sondern weiss nur alles aus Erzählungen meiner Mutter. Es war wohl alles halb so schlimm, wir waren eine Woche zusammen im Krankenhaus und ich hätte alles ganz tapfer über mich ergehen lassen.
            Du hast geschrieben, dass es evtll. auch nur ein "kosmetischer" Eingriff bei Deiner Tochter sein könnte, aber selbst dazu würde ich Dir raten. Ich wurde als Kind ich öfters von anderen Kindern gehänselt, es ist manchmal aufgefallen, wenn ich sehr müde war oder so. Das hat mir schon sehr weh getan.
            Soweit ich weiss, sind diese OP´s heute wirklich keine große Sache mehr.
            Hol Dir doch einfach bei einem anderen Augenarzt nochmal eine Meinung ein, vielleicht hilft Dir das weiter.
            Liebe Grüsse
            Conny

            • (5) 05.07.06 - 15:17

              Hallo Conny,
              wie schön, daß Du Dich nochmal gemeldet hast! Wegen dem "kosmetischen" Eingriff: eine Schulfreundin von mir wurde wegen Schielens damals zweimal operiert und das Schielen war dennoch nie ganz weg. Wenn sie müde wird oder ihre Brille nicht trägt, rutscht ihr Auge dennoch weg. Da keiner garantieren kann, daß dies nicht auch bei Barbara geschieht, möchte ich die OP aus dem Grund alleine nicht machen lassen, denn tagsüber fällt ihr Schielen (wie gesagt, sie trägt ihre Brille immer) keinem auf (selbst der Augenarzt hat das festgestellt). Sollte aber ihr tatsächlicher Schielwinkel vollständig korrigiert werden können, dann würde das bedeuten, daß das Schielen auch komplett weg wäre und sie darüber hinaus sogar vielleicht wieder räumlich sehen könnte. Und das wäre mir auch eine Reise zu dem Spezialisten plus privat zahlen wert.
              Es freut mich, daß Du zumindest teilweise wieder räumliches Sehen hast. Dies macht mir für unsere Kinder sehr viel Mut. Diese Zuversicht ist es auch, die ich im Moment dringend brauche. Auf alle Fälle werden wir weiter dran bleiben und sicher nicht den Kopf in den Sand stecken :-)
              Viele Grüße
              Claudia
              PS: Wie schön, Du hast ja denselben Namen wie unsere Jüngste!! #freu

              • (6) 06.07.06 - 10:30

                Ich bin an einem Auge sogar zweimal operiert worden, am anderen Auge einmal.
                Bei mir ist das Schielen aber nicht vererbt - auch meine Kinder haben das zum Glück nicht.

                Ich trage meine Brille ständig, Kontaktlinsen kann ich nicht tragen wegen der Vernarbungen (durch die Op's) auf der Hornhaut.

                Nun - das Schielen sieht man mir auch nur noch an, wenn ich müde oder überarbeitet bin.
                Räumliches Sehen fehlt mir leider. Allzu schlimm ist das aber nicht. Man gewöhnt sich schließlich daran und hat alle möglichen Tricks auf Lager, um das zu kompensieren.

                Ball fangen ist schwierig oder auch Federball, Tischtennis spielen. Aber ich hab es trotzdem immer gerne gemacht und mach es heut noch gerne mit den Jungs.
                Oft gieße ich daneben, wenn ich mich nicht darauf konzentriere. Oder ich greife daneben - z.B. auch bei Türklinken, Schranktürgriffe oder beim Händeschütteln. Naja, das ist manchmal auch etwas peinlich, aber ich mag ohnehin kein Händeschütteln und versuche das immer eher zu vermeiden.
                Autofahren geht auch. Allerdings habe ich Probleme die Seitenabstände zu erkennen. Ist blöd beim Einparken, aber dann sucht man sich halt große Lücken :-) oder auch bei engen Straßenverhältnissen (Baustellen).

                Sind alles eher Kleinigkeiten, die nicht weiter tragisch sind.

                Die OP's wurden damals in der Uniklinik Mainz gemacht. Aber das ist auch eine Ewigkeit her und heute gibt es da sicher bessere Methoden. Ich hab da nicht so tolle Erinnerungen daran - ich war 2 und 4 Jahre alt - denn ich musste da alleine hin, durfte nicht mal Besuch empfangen, weil die Tränen beim Abschied meinen operierten Augen schaden könnten. Diese Meinung wird aber zum Glück heute nicht mehr vertreten.

                Nach den OP's musste ich noch jahrelang in die Sehschule und bekam öfter zusätzlich die Augen (wechselnd) abgedeckt.

                Trotzallem bin ich sehr sehr dankbar, dass diese Operationen bei mir gemacht worden sind. Denn ich kann SEHEN ! Ohne Op wäre das definitiv nicht möglich gewesen, da der Schielfaktor sehr extrem war.


                Mein Patenkind wird auch abgeklebt und ist immer mal wieder in der Sehschule. Bei ihr ist keine OP nötig. Aber sie trägt auch eine Brille.

                Ich würde mit deinen Kindern zu einer Orthoptistin und zu einem Augenspezialisten gehen und mich nochmal gründlich beraten lassen in Bezug auf Operation. Immerhin ist es ein Eingriff und den sollte man wirklich nur machen, wenn es absolut indiziert ist.

                • (7) 06.07.06 - 11:51

                  Herzlichen Dank für Deine Antwort! Es bestätigt mich darin, gerade unsere Mittlere nur von einem ausgewiesenen Spezialisten operieren zu lassen. Denn daß das Schielen bei Müdigkeit ansonsten nicht doch wiederkommt, kann mir sonst eh keiner garantieren und damit wäre die OP für die Katz, weil es keine Verbesserung brächte. Wir haben ja schon einen langen Weg hinter uns mit jahrelangem Abkleben (was immerhin die volle Sehkraft des schielenden Auges gerettet hat), viele, viele Augenarztbesuche, homöopathische und osteopathische Behandlungen... in diesem Fall aber ohne Erfolg. Und nun hat uns eine sehr erfahrene Optometristin den Tip mit diesem Spezialisten gegeben und ich habe inzwischen so viel Gutes von anderer Seite von ihm gehört. Und selbst wenn es mit der Wiederherstellung des räumlichen Sehens nicht klappen sollte, so bin ich doch froh von Dir und anderen zu erfahren, wie gut es im Laufe der Jahre doch geht, vieles zu kompensieren.
                  Viele Grüße
                  Claudia

              Hallo Claudia,
              wenn es bei Barbara mit Brille nicht auffällt, kann ich Deine Bedenken wg. einem kosmetischen Eingriff gut verstehen. Dann würde ich es wahrscheinlich auch nicht machen.
              Bei mir hat man es trotz Brille extrem gesehen und nach der OP war es wie gesagt so gut wie weg. Meine Mutter hat mir ja den Augenfehler vererbt und bei ihr ist es auch so wie bei Barbara, hat sie ihre Brille auf, bemerkt man gar nix, aber sobald sie die Brille mal absetzt, ist es deutlich sichtbar (sie wurde nicht operiert).
              Und was das räumliche Sehen betrifft, wie Anette schon geschrieben hat, es wird wirklich absolute Normalität. Ich kann manchmal gar nicht unterscheiden, ist es jetzt Tolpatschigkeit oder der Sehfehler, wenn ich mal irgendwo dagegenstosse oder irgendwas nicht richtig treffe. Und auch sonst fühle ich mich überhaupt nicht eingeschränkt. Gut, Ballspiele sind schwierig zu gewinnen, aber ich mache es - wie Anette auch schon geschrieben hat - trotz allem sehr gerne.
              Also, mache Dir wg. dem räumlichen Sehen nicht soviele Sorgen, auch falls es nicht wieder hergestellt werden kann, es lässt sich wirklich trotzdem gut damit leben. Und was den Schielwinkel betrifft, drücke ich Euch natürlich ganz doll die Daumen, dass er komplett wieder korrigiert werden kann und bin da diesbezüglich sehr optimistisch.
              Liebe Grüsse
              Conny
              P.S.: Schön, dass Eure Jüngste den selben Namen hat #freu , wie seit Ihr denn darauf gekommen? Ist ja heutezutage sehr, sehr selten gworden.

              • (9) 07.07.06 - 21:57

                Hallo Conny,
                wir haben uns entschieden, die OP zu versuchen. Vielleicht klappt es danach mit dem räumlichen Sehen, vielleicht auch nicht. Es freut mich aber zu lesen, daß Du und so viele andere mit dieser anderen Art zu sehen so problemlos zurechtkommst. Somit kann es nur gut ausgehen. :-)
                Ich habe vor, von unseren Erfahrungen mit der OP im Forum wieder zu berichten und bin selber schon gespannt darauf, was ich dann schreiben kann!
                Danke für Deine Anteilnahme und Deine hilfreichen Worte!
                Liebe Grüße
                Claudia
                PS: Der Name schwirrte bei uns immer wieder herum und seit zwei Jahren habe ich eine sehr gute Freundin, die Kornelia heißt. Also eine positive Verbindung mehr zu diesem Namen. So haben wir unsere Tochter Cornelia (halt nur mit C vorn dran) genannt; aber auch deshalb, weil uns die Bedeutung so gut gefiel: "stark wie das Horn" und das paßt einfach perfekt zu ihr #freu

                • Hallo Claudia,
                  super, ich wünsche Euch alles erdenklich gute für die OP. Ihr habt die richtige Entscheidung getroffen, es kann nur von Vorteil sein. Ich freu mich richtig für Euch mit #freu
                  Ich fieber jetzt schon Deinem Bericht nach der OP entgegen.
                  Also, alles alles Liebe für Eure kleine Maus, Ihr schafft das!
                  Liebe Grüsse
                  Conny

    (11) 04.07.06 - 20:24

    Hallo Claudia,

    Eine OP ist sehr ratsam, schon alleine für das Selbstvertrauen Deiner Tochter. Aber durch die OP wird kein räumliches Sehen wieder hergestellt.

    Das ist Fakt. Ich selber habe das alles hinter mir.
    Es ist soweit auch nicht schlimm, für gewisse Tätigkeiten braucht man aber ein räumliches Sehen. Zb. bei der Personenförderung. Sonst kann man diese Tätigkeit nicht ausüben.

    Vielleicht gibt es ja andere Alternativen. Erkundige Dich doch mal genau bei Deinem Augenarzt.

    Liebe Grüße

    Rosi:-)

    • (12) 05.07.06 - 09:54

      Hallo Rosi!
      Herzlichen Dank für Deine Antwort. Darf ich Dich fragen, ob Du seit Geburt geschielt hast? Oder hat es bei Dir erst später angefangen? In welchem Alter bist Du operiert worden?
      Es ist nämlich so, daß unsere Jüngste mit 6 Monaten auch noch schielt und da ist es wegen der bisher kaum vorhandenen Möglichkeit, räumliches Sehen zu erlernen für mich ganz wichtig, schnell etwas zu unternehmen - jedenfalls hat uns die Optometristin dazu geraten.
      Barbara schielt übrigens nicht mehr sichtbar, seit sie eine Brille wegen ihrer Weitsichtigkeit trägt. Daher kommt für uns eine rein kosmetische OP nicht in Frage, weil es von außen eben nicht auffällt.
      Ich würde mich sehr freuen, wenn Du mir nochmal schreiben könntest. Wenn es Dir lieber wäre, auch gerne über meine VK.
      Herzlichen Dank und viele Grüße
      Claudia

(13) 04.07.06 - 22:51

Hallo,

meine große Tochter hat seit Geburt an stark geschielt. Wir mussten sie 2mal operieren lassen und es ist leider nicht 100% gelungen, da ihr Schielwinkel sehr groß war.
Ich hab es so früh wie möglich (3. LJ) machen lassen, da auch sie Wahrnehmungsstörungen und dadurch Entwicklungsverzögerungen hatte.
Leider muss sie eine Brille tragen, obwohl ihre Weitsichtigkeit nur gering ist.
Mir wurde gesagt in der Schielsprechstunde, dass das räumliche Sehen dadurch aber nicht wiederhergestellt werden kann.
Ein Trost dürfte Dir aber sein, dass sie es nicht anders kennt und daher auch nicht vermissen wird. Da sie ja noch sehr klein war, bevor sie anfing zu schielen, empfindet sie ihr jetziges Sehen als normal.

Noch eine Frage interessehalber: Warum fing sie plötzlich an zu schielen, gab es einen Auslöser? Ich dachte immer, so etwas ist angeboren?

Hast Du noch andere Kinder, die auch Augenprobleme haben? Meine kleine Tochter hat nämlich auch einen ziemlich seltenen angeborenen Augenfehler (Retraktionssyndrom).
Wir haben keine Erklärung, warum unsere Töchter sowas haben obwohl niemand in unseren Familien irgendwelche solcher Handicaps hat.

Viel Glück Euch für die OP!
Jacqueline

  • (14) 05.07.06 - 09:44

    Hallo Jacqueline,
    herzlichen Dank für Deine Antwort. Seit kurzem wissen wir, daß das Schielen bei unseren Kindern eine Vererbungssache ist. D.h. Barbara, die Mittlere hat definitiv mit eindreiviertel Jahren damit angefangen und hat davor bis 6 Monate zeitweise geschielt. Wieso das Schielen dann so plötzlich und heftig anfing, wissen wir nicht. Auffällig war nur, daß sie schon als Baby sehr infektanfällig war und selbst normaler Schnupfen Monate anhielt. Sie hat durch viele Mittelohrentzündungen auch einen leichten Hörverlust am linken Ohr und ist somit doppelt beansprucht, einen für andere Kinder normalen Tagesablauf durchzustehen. Dies zeigt sich auch an ihrem unglaublich hibbeligen Verhalten in und nach Streßsituationen.
    Unsere Jüngste ist gerade 6 Monate alt und schielt zeitweise auch. Mein Schwiegervater schielt und hat auch keine räumliche Wahrnehmung, mein Mann und ich sind normalsichtig. Der Augenarzt hat uns erklärt, daß manche Sehfehler eine Generation überspringen können.
    Vor einer guten Woche waren wir nun bei einer Optometristin, die uns Hoffnung machte, weil das räumliche Sehen in frühester Kindheit (bis 2 Jahre) gelernt werden könne. Wenn also Barbara in dieser Zeit räumliches Sehen hatte, könne dies durch eine gezielte OP wieder "ausgegraben" werden. Sie kenne leider in ganz Deutschland nur einen Spezialisten dafür und der sei in Berlin (und kein Kassenarzt). Über dies alles haben wir mit unserer Kinderärztin gesprochen und sie meinte, die Koriphäe von Deutschland auf diesem Gebiet, eine Professorin an der Uniklinik, sitze in Regensburg, wo wir auch wohnen. Leider weiß ich von dieser Professorin und etwaigen Erfolgen gar nichts, von Berlin höre ich nur Bestes. Da Barbara nicht sichtbar schielt, so lange sie ihre Brille trägt (sie ist auch mittelgradig weitsichtig), möchte ich sie nur operieren lassen, wenn damit nicht nur eine "kosmetische" Wirkung erzielt werden kann. Und nun bin ich auch verunsichert, wohin wir uns wenden sollten - nach Berlin reisen und selbst zahlen oder hier bei uns in Regensburg operieren lassen und auf volles Risiko gehen... :-( Oder eben gar nichts mehr unternehmen, so wie das auch unser Augenarzt einmal geäußert hat. Die Aussicht aber, ihr durch eine spezielle OP wieder räumliches Sehen zu ermöglichen, wäre für sie eine wesentliche Lebenserleichterung (da sie ja noch die Hörproblematik zusätzliche hat).
    Uff, ist lang geworden. Es ist schwer für mich, diesen Stein auf meinem Herzen kurz zu fassen. Danke für Deinen Bericht und Deine Fragen.
    Viele Grüße
    Claudia

(15) 05.07.06 - 15:05

Hallo Claudia,

habe auch als sehr kleines Kind schon geschielt und bin 3x operiert worden. Hatte auch motorische Prpbleme und überhauptkein räumliches sehen da auch ständig ein Auge zugeklebt war gabs ja auch keine Chance das zu üben.

War sehr schwer als Kind weil ich fast gar nicht fangen konnte und damit auch für jedes Ballspiel unbrauchbar...

Habe jetzt immernoch fast kein räumliches sehen aber habe gelernt damit alles zu tun. Kann inzwischen fangen , fahre normal Auto und bemerke es im alltäglichen Leben nicht. Meine OP`s liegen 30 Jahre zurück inzwischen klappts normalerweise bei der ersten OP und wenn die früh genug stattfindet so das die Augenzukleberei aufhört kann deine Tochter sicher wieder lernen räumlich zu sehen . Hilfe gibts in der Sehschule beim Augenarzt.
Die OP ist übrings überhaupt nicht schlimm. Kontakt gerne über die VK

LG Nobbie

(16) 05.07.06 - 20:56

Hallo!

Ich rate dir zur OP!
Ich hatte mit 5 Jahren diese Op! Und ich bin froh darüber, denn wer läuft schon gern schielend durchs Leben.. #gruebel

Mein räumliches Sehen ist dadurch nich besser geworden. Aber ich habe im Alltagsleben keinerlei Einschränkungen (und auch nie gehabt).
Nur bei irgendwelchen ärztlichen Kontrollen, wo man so ein Blatt mit bunten Punkten vors Auge bekommt und nen Gegenstand daraus erkennen soll, hab ich versagt. ;-)

Liebe Grüße

Ina

  • (17) 06.07.06 - 11:55

    Hallo Ina,
    herzlichen Dank für Deine Antwort. Sie bestärkt mich zur OP und macht mir Mut, daß Barbara ihr Leben auch ohne räumliches Sehen gut bewältigen wird, wenn es denn so sein soll. Für vieles scheint es unglaublich viele "Tricks" zu geben.
    Viele Grüße
    Claudia

    • (18) 07.07.06 - 10:08

      Hallo,

      ich rate dir auch zur OP. Ich habe früher als Kind auch sehr stark und wurde ebenfalls mit fünf Jahren operiert.

      Ich habe auch keinerlei Einschränkungen im Alltag, jedenfalls keine, von denen ich weiß ;-)

      Mein einziges Problem waren auch immer nur diese komischen Bilder mit Punkten beim Augenarzt. Lange Zeit wurde immer wieder getestet, ob ich da wieder etwas sehen könnte, aber das ist nix mehr geworden. Aber gestört hat es mich nie!

      Ich wünsche euch viel Glück!

      Gruß

      calleigh

(19) 08.07.06 - 11:13

Hallo,

ich kann dir auch nur zu der OP raten.

Selber hatte ich eine mit 5 Jahren, vorher habe ich so schlimm geschielt, dass ein Auge fast vollstänig wegrutschte. Die OP hat das Schielen nicht vollständig beheben können, aber doch wesentlich verringert. Es ist heute noch nicht ganz weg, im Laufe der Jahre ist es nur noch ein "Silberblick" geworden. Manche wissen gar nicht, warum ich eine Brille trage. Über die Jahre hinweg ist auch meine Sehfähigkeit immer besser geworden, ohne Brille beträgt sie derzeit 120% (Adlerauge meinte meine letzte Ärztin *grins*), die Brille trage ich eigentlich nur noch zur Korrektur der Fehlstellung (ohne Brille ermüden meine Augen etwas schneller).

Räumliches Sehen ist bei mir auch ein Problem seit ich denken kann. Aber irgendwie ist das "antrainiert", ich stolpere nicht über Bordsteinkanten, kann "sehen", welcher Baum weiter vorne ist und welches Auto weiter hinten fährt #freu. Probleme gibts immer wieder mal, wenn ich Kaffee einschenken will, ich treffe manchmal die Tasse nicht richtig. Aber das ist auch durch die Weitsichtigkeit, wenn was direkt vor meiner Nase ist, klappt das räumliche Sehen nicht immer.

Ein ganz großes Problem ist für mich das "Stereo-Sehen". Mir hats mal ein Augenarzt erklärt, dass ich "mit jedem Auge einzeln gucke". Und das wird im Gehirn auch nicht so schnell zusammengesetzt, so dass ich z.B. beim Fernsehen Probleme habe, wenn die Bilder schnell wechseln. Also z.B. wenn sich 2 Menschen unterhalten - einer links am Bildschirmrand steht, einer rechts und die Bilder wechseln schnell. Dann ist halt immer mal wieder einer der beiden "weg", weil ich mit dem "Umschalten der Augen" nicht hinterherkomme.

Eine Amtsärztin hat mal gedacht, ich wolle sie veralbern, weil ich nur 4 Striche sah beim Test sah. Irgendwann "schaltete" ich auf das andere Auge und da war plötzlich noch ein Strich #hicks.

Ich kann aber nur sagen, ich habe durch die OP erst die Möglichkeit gehabt, dass sich meine Augen so sehr verbessern können. Man lernt, sich mit den kleinen, übriggebliebenen Problemchen zu arrangieren.

LG, Jana

(20) 10.07.06 - 11:39

Hallo nochmal alle zusammen!
Herzlichen Dank für Eure vielen, mutmachenden Beiträge #sonne
Ihr habt mir viel Mut gemacht, daß das Leben auch ohne räumliches Sehen gut "in den Griff" zu bekommen ist. Als Mutter von so kleinen Kindern sauge ich diese Zuversicht wie ein Schwamm auf :-)
Gerade habe ich in Berlin angerufen und einen Termin für beide Kinder (die Kleine und unsere 6jährige) ausgemacht. Am Donnerstag, den 19.10.06, werden beide zunächst untersucht und dann erfahren wir Genaueres. Bis dahin bekommen wir auch einen Fragebogen zugeschickt, den ich vorher noch beantworten soll.
Ich freue mich riesig und bin sehr zuversichtlich, daß dieser Weg richtig ist und daß alles seinen Sinn hat - egal, wie es ausgeht. Wichtig ist nur, den Kopf jetzt nicht in den Sand zu stecken.
Gerne berichte ich Euch in diesem Forum dann wieder, wie es weitergegangen ist.
Viele viele Grüße und nochmal #danke
Claudia

(21) 03.06.07 - 21:19

Hallo,

es ist etwas länger her, dass du schriebst. Hast Du schon neues zu berichten?
Unsere Tochter schielt auch schon seit sie ca. 1 Jahr ist. Sie wird bald fünf.
Wir haben seit 2 Jahren abgeklebt, 1 Stunde pro Tag.
Jetzt ist bei uns auch das Thema OP und oder Brille ein Thema, da sie angeblich kein räumliches Sehen hat.

Ist Eure Tochter inzwischen operiert und kann sie nun räumlich sehen? Das würde mich sehr interessieren, da ich sehr unsicher bin, ob eine OP bei unserer Tochter das richtige wäre.

Viele Grüße
lieschen2

  • (22) 03.06.07 - 23:49

    Hallo,
    das freut mich ja sehr, dass Du nachfragst! #freu
    Wir waren im Oktober in Berlin bei dem Spezialisten. Dieser hat leider festgestellt, dass unsere Tochter seit Geburt ein Mikroschielen hat (das ist ein ganz leichter, für den Laien kaum wahrnehmbarer Schielwinkel). Was wir bei ihr im Alter von zwei Jahren als Schielen wahrgenommen haben, war ein Kompensationsmechanismus des Gehirns für ihre starke Weitsichtigkeit (also zusätzlich ein Pseudoschielen, das sich im Erwachsenenalter von selbst geben wird und deshalb auch nicht operiert werden darf). Räumliches Sehen wird aber in den ersten beiden Lebensjahren gelernt, danach nicht mehr. Da das Schielen auch bei den Vorsorgeuntersuchungen nie erkannt worden ist und wir von diesem Spezialisten auch erst im letzten Jahr erfahren haben (da war unsere Tochter bereits fünf Jahre alt), ist sie natürlich auch nicht vor ihrem zweiten Lebensjahr operiert worden. D.h. sie hat nie räumliches Sehen gelernt und damit ist es auch nicht wiederherstellbar. Es ist sogar so, dass sie durch das Abkleben (nach Anweisung durch unseren örtlichen Augenarzt) eine Schwachsichtigkeit auf ihrem Führungsauge entwickelt hat (sie hat dort nur 80% Sehkraft, auf dem Schielauge kommt sie durch das Abkleben auf 70%).
    Inwieweit Deine Tochter räumliches Sehen gelernt hat, wenn sie erst/bereits mit einem Jahr angefangen hat zu schielen, kann ich Dir leider nicht sagen. Ich würde Dir empfehlen, diesen Arzt aufzusuchen, wenn es für Euch in Frage kommt, einen Privatarzt zu konsultieren. Eine Beratung mit Untersuchung (Dauer ungefähr 30-45 Minuten) kostet etwa 60-80 Euro. Er erklärt alles so genau, wie ich es bisher von keinem Augenarzt erlebt habe und ich bin froh, nun einfach umfassend informiert zu sein, auch wenn es für unsere Tochter in vielem zu spät ist noch etwas für sie zu tun.
    Ich kenne aber hier in der Nähe eine Frau, deren Tochter in Berlin operiert worden ist und die dadurch wieder räumliches Sehen bekommen hat.
    Mein Trost ist, dass unsere Tochter dennoch gut durch die Schule (ihre Sehkraft ist dafür ausreichend; sie sollte aber frontal und relativ weit vorne zur Tafel sitzen) und das Leben kommen wird. Ca. 15% der Bevölkerung hat kein räumliches Sehen und fährt z.B. trotzdem Auto. Allerdings scheiden manche Berufe später aus.
    Hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen. Wenn Du noch Fragen hast, kannst Du Dich gerne wieder melden, auch über VK.
    Viele Grüße und alles Gute für Euch
    Claudia

    • Hallo Claudia,

      ich habe mit grossem Interesse Deine Beiträge gelesen. Was nich nun noch sehr interessiert ist folgendes:
      Kannst Du mir den Namen des Augenarztes in Berlin, vielleicht auch mit Adresse und Telefonnummer mitteilen?
      Und: Wie konnte der Arzt feststellen, das Deine Tochter bereits seit Geburt ein Mikroschielen hat?

      Bei uns liegt der Fall fast genauso wie bei Deiner Tochter. Wir haben bei unserem Sohn mit 1 3/4 Jahren festgestellt, dass er mit dem rechten Auge schielt. Er hat links +5 und rechts + 8 Dioptrie. Seit er 2 Jahre alt ist kleben wir das linke Auge 3 Stunden minimum am Tag ab. Er ist jetzt 3 Jahre alt. Wenn er seine Brille trägt hat er immer noch rechts ein Mikroschielen. Ohne Brille schielt er etwas mehr, so dass es auch fuer andere sichtbar ist, wenn man genau hinschaut. Die Problematik mit "den bis zwei Jahren kann man räumliches Sehen erlernen" kenne ich. Aber mich interessiert, ob er denn in dieser Zeit vielleicht doch schon einmal räumlich gesehen hat. Fuer diesen Fall wuerde sich eine Operation lohnen. Mein Mann behauptet er hätte vorher nicht geschielt. Dazu muss ich sagen, mein Mann ist selbständiger Optikermeister und hat dafuer schon ein "Auge". Bei der Sehschule sagte man mir bei unserem Sohn käme eine OP nicht in Frage, weil er mit Brille nur geringfuegig schielt und er ohnehin hicht räumlich sehen kann, es angeblich auch nie konnte und er es auch nach einer OP nicht mehr erlangen kann.
      Ich wuerde gerne zu diesem Augenarzt in Berlin fahren und hoffe Du kannst uns weiterhelfen.
      Noch eine Frage: Wieviel Dioptrie ist Deine Tochter Weitsichtig?
      Vielleicht kannst Du Deine Antwort direkt an unsere E-Mail Adresse schicken, da ich nicht so oft im Internet bin.

      ulf.anhaeuser@gmx.de

      Viele Gruesse Simone aus Köln

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