Gendiagnostikgesetz

    • (1) 23.01.17 - 12:41

      Hallo ihr Lieben,

      Vielleicht kann mir jemand meine Frage beantworten.
      Wir haben vor kurzem aufgrund von starken Auffälligkeiten eine Fruchtwasseruntersuchung bei unserer kleinen Tochter durchführen lassen.
      Das Ergebnis: Monosomie X - UTS
      soweit so gut, wir lieben sie schon seit dem positivem Schwangerschaftstest und eine Abtreibung kommt auf keinen Fall in Frage, zumal man mit dem Ullrich Turner Syndrom ein gutes Leben führen kann, vorausgesetzt sie überlebt diese riskante Schwangerschaft.
      Wir und auch ich bei der Humangenetologischen Untersuchung, haben wurden mit dem Genetikdiagnostikgesetz vertraut gemacht.
      Jetzt meine Frage: Falls unser kleines Wunder es schafft, lebendig zu uns zu kommen, möchten wir ja den besten Versicherungsschutz. Dass wir sie innerhalb von 2 Monaten bei uns anmelden können wissen wir, wie sieht es später aus? Müssen wir die Versicherungen über ihre Chromosomale Besonderheit in Kenntnis setzen? Wir sind da geteilter meinung. Mein Mann sagt, ja das ist ja ein Medizinischer Befund. Ich bin der Meinung, dass die Versicherungen die Gene meiner Tochter nichts anzugehen haben.
      Weiß da jemand mehr?

      Alles Liebe und danke schonmal

      • Die Gene deiner Tochter SIND ihre Behinderung. Sie sind es, die dieser Behinderung ihren Namen geben und sie definieren. Also ja, das geht die Versicherung schon etwas an. Die Versicherung würde euch nichts erstatten im Versicherungsfall, sobald herauskäme, dass ihr von der Diagnose gewusst habt. Und ja, das kommt raus ;-).

        • Okay danke, dann werden wir sie direkt überall abmelden wo es geht und hoffen dass nichts fehlt und unser Schutz ausreicht...
          Liebe Grüße

          • Musst du nicht.
            Viele Versicherungen würden nie greifen bei deiner Tochter, bei anderen kommst du nicht durch die Gesundheitsfragen, aber einige sind schon möglich.

            Ich weiß nicht, inwieweit deine Tochter nach ihrer Geburt Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung hat. Du könntest z.B. eine Pflegezusatzversicherung nach der Geburt abschließen. Die Fragen in aller Regel nicht nach bekannten Behinderungen, sondern da wird nur gefragt, ob eine Leistung der Pflegekasse irgendwann mal beantragt wurde.
            Oftmals bieten die GKVs zusammen mit irgendwelchen privaten Versicherungen ein kleines Plus an Absicherung an. Gerade unmittelbar nach der Geburt kann man da sicher verschiedene Dinge noch absichern. Chefarztbehandlung, Einzelzimmer oder solche Sonderwünsche für das Krankenhaus hingegen wirst du nie versichert bekommen. Brille, Kieferorthopäde, Homöopathische Behandlung...das bekommt man hin. Aber: man braucht es nicht! Die GKV zahlt echt alles notwendige. Der Rest ist Luxus und dabei muss man eben manchmal selbst in die Tasche greifen.

            Bei der eigenen Haftpflichtversicherung unbedingt darauf achten, dass sie Deliktunfähige mit einschließt.
            Eine Unfallversicherung ist so eine Sache. Es gibt nur extremst wenige Unfallversicherungen für Behinderte. Eine "normale" Unfallversicherung braucht man hier nicht abzuschließen.

            • Wir haben beide eine Pflegeversicherung und eine Krankenzusatzversicherung. Bei diesen würden wir sie direkt mit aufnehmen was ja ohne probleme innerhalb von 2 Monaten möglich ist.
              Danke für die Info wir werden auf jeden Fall darauf achten dass die Haftpflicht diesbezüglich geändert wird. Weißt du ob sie bei den Behinderungen Unterschiede machen? Das Turner Syndrom beeinträchtigt ja nicht die Intelligenz, was ja bei Unfall und Haftpflicht bestimmt eine Rolle spielt, ist aber dennoch eine Chromosomenstörung...

              • Wenn die Mitaufnahme von Neugeborenen OHNE Gesundheitsfragen möglich ist, dann macht das ruhig. Das wäre euer einzigstes Schlupfloch bei einer Krankenzusatzversicherung, die etwas umfangreicher wäre. Manche bieten das an.
                Bei Unfall interessiert die Versicherung ganz schnell der GdB. Kinder mit UTS bekommen ja in aller Regel einen GdB von 50. Die Versicherung argumentiert dann eben, dass nur noch 50% des Kindes "ganz" sind. Ich weiß, es klingt blöd. Die Intelligenz ist egal.

                • Danke für deine Antwort. So wie ich das verstanden habe, MÜSSEN doch alle Krankenzusatzversicherungen das neugeborene innerhalb von 2 Monaten ohne Gesundheitsfragen annehmen? Solange der Versicherte bereits 3 Monate versichert ist...

                  Naja okay wenn der GdB zählt werden die Chancen wirklich schlecht sein... Ich denke wir werden uns da mehrfach beraten lassen was man alles tun kann...

                  • Ähm...es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen einer KrankenVOLLversicherung und einer KrankenZUSATZversicherung.
                    Der Kontrahierungszwang, den die Krankenversicherungen (nicht nur die PKV, sondern auch die GKV) unterliegen, beruht auf der gesetzlichen Pflicht zur Krankenversicherung - es gibt jedoch keine Pflicht eine Zusatzversicherung abzuschließen. Der Kontrahierungszwang bei der PKV bezieht sich übrigens ausschließlich auf den Basistarif. Normalerweise bieten die PKVs natürlich dem Nachwuchs den gleichen Versicherungsschutz wie den Eltern an. Das ist jedoch freiwillig und basiert nur auf dem Vertragsrecht. Einen gesetzlichen Anspruch hat der Nachwuchs nur auf den Basistarif.

                    Falls du rehakids.de noch nicht kennst... du kannst dich dort anmelden. Ich bin mir sicher, dass dort einige betroffene Eltern unterwegs sind. Es ist wirklich das einzige deutsche Forum, was einigermaßen nützlich ist wenn man behinderte Kinder hat.

                    • Danke für deine Antwort. Ich dachte dass dieser Versicherungs"zwang" auch für die Zusatzversicherung gilt... Hoffen wir, dass sie bei uns ohne Fragen angenommen wird.
                      Rehakids kenne ich, habe mich dort angemeldet um Frauen zu treffen, die ähnliches durchgemacht haben. Leider ist mein Fall nicht besonders häufig...

                      Habe jetzt bei Facebook eine Gruppe gefunden, die mir sehr weiterhilft, auch wenn ich eigentlich kein Freund davon bin...
                      Dort werde ich halt auch mal danach fragen.
                      Liebe Grüße

                      • (10) 25.01.17 - 19:00

                        Eigentlich ist dieses Syndrom nicht so selten. Frage mal mich. Meine Kids haben ein Syndrom, was wirklich als extrem selten eingeordnet ist und was es in Zukunft wohl auch nicht mehr wirklich geben wird.
                        Solche Fragen kannst du locker in der Rubrik Rechtliches stellen. Irgendjemand kennt sich da genau aus und nennt dir sogar noch die Gesetze dazu.

                Der GdB hat nichts mit Prozent zu tun.

                Jemand mit einem GdB von den 100 ist also kein "Totalschaden " ebenso wenig wie von mir keine 30% defekt sind weil mein GdB 30 beträgt.

                Leider erzählen viele so einen Unsinn.... Bitte informiere dich doch mal.

                http://www.vdk.de/deutschland/pages/themen/teilhabe_und_behinderung/9216/grad_der_behinderung_gdb

                Mona

                • Ich kenne die Regeln. Im übrigen reden wir hier über Versicherungen (und wie VERSICHERUNGEN einen GdB beurteilen) und nicht über den reinen SBA und was ein GdB oder ein GdS bedeutet. Ich habe einen GdB von 50, mein Ältester hat einen GdB von 70 mit dem Merkzeichen H und mein Jüngster hat einen GdB von 100 mit den Merkzeichen B, G und H...nur der Vollständigkeit halber ;-). Du darfst mir also durchaus zutrauen, dass ich mich auf diesem Gebiet etwas auskenne.

                  Aber vielleicht informierst du dich ja mal... Google doch einfach mal nach Behinderung+Unfallversicherung. Es gibt genügend Eltern, die ihre Kinder aus der Unfallversicherung herausgenommen haben, weil diese (zumindest laut der Definition der Unfallversicherung) schon seit Geburt ein "Totalschaden" waren.

                  • Ich kenne mich auch "leider" aus und wollte nur kundtun dass es nix mit Prozent zu tun hat. Das wird halt irrtümlich oft so behauptet.
                    So habe ich das schon auf den einigen Rehas oder Krankenhausaufenthalten gehört dass Mitpatienten immer meinen sie wären zu soundsoviel Prozent behindert. Dabei gaben sie "nur" den Grad der Behinderung an.

                    Wollten auch keine Diskussionen entstehen lassen... Nur halt sagen dass es nix mit Prozenten zu tun hat.

                    Mona

                    • Das habe ich auch nie behauptet. Wir reden hier aber auch nicht über einen Prozentsatz (den der GdB, wie du zurecht behauptest, keinesfalls darstellt), sondern über die Meinung insbesondere der Unfallversicherung zum SBA. Und es ist nunmal Tatsache, dass die Unfallversicherung den SBA direkt als prozentuale Schädigung ansieht. Bei einem weiteren Unfall wird die Versicherung also keinesfalls die normal versicherte Leistung zahlen, sondern die bisherige Schädigung prozentual abziehen. Wer einen GdB von 100 hat, kann demnach nicht mehr versichert werden...naja, zumindest zahlt er sinnlos seine Beiträge.

                      Du wirst in all meinen Posts nie lesen können, dass ich irgendwo geschrieben habe, dass der GdB in Prozent ausgedrückt wird ;-).

    Ich habe in meiner Familie die verschiedensten Krankheitsbilder bei Kindern. Fakt ist, wenn Du bei Versicherungen nur das Geringste verschweigst, brauchen sie nicht leisten, steht immer in den Versicherungsbedingungen. Die eine oder andere Versicherung kannst Du abschliessen, mit horrenden Aufschlägen. Wenn bei einem Versicherungsfall rauskommt, dass Dir die Behinderung schon bekannt war und Du es absichtlich verschwiegen hast, kannst Du sogar wegen versuchten Versicherungsbetrug belangt werden. Die Frau eines mir bekannten Anwalts arbeitet für eine Versicherung; was Du annimmst, ist falsch.
    LG Moni.

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