Verhinderungspflege wer kann mir genauer erklären

    • (1) 14.02.17 - 20:38

      Hallo zusammen
      Mein Sohn bekommt seit 01/2016 PS1 (Diagnose spastische zerebralparese)im März Wird der drei jahre .
      Da ich noch zwei ältere kinder (mädchen, junge) und eine jüngere Tochter habe, haben die älteren natürlich ihre Hobbys bzw.trainingsstunden bei denen ich die begleite , so muss ich dann den bilal (pflegebedürftige)bei jemandem unterbringen, in der zeit Wo ich meinen grossen zum fussballtraining begleite.
      Das sind 2×in der Woche Für 2 std.
      Mit der Zeit ist es unangenehm auf Dauer jemanden um Hilfe Zu bitten (für lau) Mal auf den kleinen aufzupassen, da ich mir auch keinen babysitter o.ä.leisten kann.
      Meine frage wie kann ich die verhinderungspflege beantragen bzw.würde die KK das anerkennen.
      Kann mir jemand genauer erklären was ich genau tun Muss und was mir zusteht ??
      Danke euch schonmal im vorraus.

      • (2) 15.02.17 - 12:27

        Hi Ghada,

        hat Dein Sohn die ehemalige Pflegestufe 1? Oder den neuen Pflegegrad 1? Das ist in sofern wichtig, da die Kosten für Verhinderungspflege erst ab PG 2 übernommen werden.

        Grundsätzlich kannst Du Verhinderungspflege bis zu einem Betrag von 1612 Euro im Jahr abrechnen. Reicht das nicht aus und nimmst Du keine Kurzzeitpflege für Dein Kind in Anspruch, so kannst Du noch einmal weitere 806 Euro aus den Mitteln der Kurzzeitpflege für die Verhinderungspflege nutzen.

        Lies Dich hier mal ein:
        https://sozialversicherung-kompetent.de/pflegeversicherung/leistungsrecht-ab-2017/682-verhinderungspflege.html

        https://www.jedermann-gruppe.de/verhinderungspflege-informationen/

        Ich selbst nutze die VHP ausnahmslos stundenweise, habe dafür Kräfte außerhalb der Familie und trete grundsätzlich erst mal in Vorlage. Einmal im Quartal rechne ich dann mit der Kasse ab. Deine Kasse wird Dir auf Anfrage mit Sicherheit gern ein entsprechendes Formular schicken.

        LG, chuzzle

        (3) 15.02.17 - 12:47

        Hallo ghada

        ja dir steht die Verhinderungspflege zu. Voraussetzung ist ein Pflegegrad und du pflegst mindestens 6 Monate. Dieses trifft bei dir zu wie ich es aus dem Text entnehmen kann.

        Du beantragst jetzt einfach die Verhindungspflege bei deiner Pflegekasse ( ein Anruf genügt) Diese senden dir normalerweise ein Antrag zu,den du ausfüllen und zurücksenden musst.

        Die Pflegekasse übernimmt die anfallenden Kosten bis zu 1612€ im Jahr. Deine Pflegerin muss dafür ein Zettel ausfüllen das sie die Summe xy von dir erhalten,oder auf ein angegebens Konto erhalten wird (die Kassen arbeiten unterschiedlich)

        Es gibt einen Link wo man sich das nochmal genau durchlesen kann. Da ich kein Computer Freak bin,stell ich mich ein bisschen dusselig an das hier einzufügen.

        Ich hoffe ich konnte dir weiter helfen

        und wünsche euch alles Gute?

        LG Meike

        • (4) 16.02.17 - 08:08

          Guten morgen
          Erstmal bedanke ich mich recht herzlich bei allen die geantwortet haben.
          Ja mein Sohn hat die jetzige PG2 .
          Eins möchte ich noch erklärt bekommen.
          Wie ist es müsste meine ersatzpflegeperson etwas ausfüllen unterschreiben Oder Kontoauszüge vorlegen o.ä.

          Danke euch weiterhin

          • Wie die Pflegekasse das haben will, musst du bei dort erfragen, das ist echt total unterschiedlich. Da hat jede Kasse ihr eigenes Formular. Wir können auf unserem Formular Barzahlungen mit Unterschrift bestätigen udn das reicht unserer Kasse als Nachweis.

            (6) 16.02.17 - 11:35

            Das ist extrem unterschiedlich. Fragt eure Kasse. Fehler dort führen zu unschönen, sinnlosen Kämpfen.

            Bei uns muss ich 2 Blätter ausfüllen und die Ersatzpflegeperson muss das eine Blatt unterschreiben.

            Mein Originalformular stammt noch aus 2014. Dort habe ich alle feststehenden Daten eingetragen (Bankverbindung, Beginn der Pflegebedürftigkeit) und jetzt kopiere ich das nur noch und trage dann eben Name und Adresse der Ersatzpflegeperson und die Verhinderungspflegedaten ein.

      Falls Deine Krankenkasse keine Geschäftsstelle vor Ort hat, ruf an und bitte um den Besuch eines Aussendienstmitarbeiters, der sich mit Pflegekassen-Modaliäten auskennt und lass Dich mal ordentlich beraten. Neue Pflegegrade, deren Beantragung, Abrechnung Verhinderungspflege usw usw. Du musst ja zuerst mal eine ordentliche Grundinformation bekommen. LG Moni

      (8) 15.02.17 - 21:38

      Beantragen musst du es gar nicht, denn du hast einen Rechtsanspruch darauf, der sich aus dem Pflegegrad ergibt. Allerdings kocht jede Krankenkasse bei der Verhinderungspflege ihr eigenes Süppchen und macht uns Pflegepersonen das Leben zur Hölle.
      Das Beste ist wirklich, wenn du bei deiner Kasse anrufst und die notwendigen Formulare anforderst und fragst, welche Nachweise gefordert werden. Ich muss bei meiner Kasse immer pro Ersatzpflegeperson 2 DIN A4 Seiten ausfüllen und unterschreiben (lassen) - das reicht; ich weiß aber auch von Anderen, die eine Überweisung nachweisen müssen. Was du willst, nennt sich übrigens "STUNDENWEISE Verhinderungspflege" - das ist etwas völlig anderes als die normale Verhinderungspflege. Nur bei der Stundenweise Verhinderungspflege unter 8 Stunden wird das Pflegegeld nicht gekürzt.

      Verwandt (bis inkl. 2. Grad) sollte das Kind nicht mit der Ersatzpflegeperson sein - das führt prinzipiell zu Ärger mit der Kasse. Unter Umständen musst du die Ersatzpflegeperson bei der Minijobzentrale anmelden. Diese Kosten, sowie den bezahlten Urlaub, Krankheit,... bekommst du von der Kasse nicht erstattet.

      • Es ist zwar günstig, wenn keine Verwandtschaft 2.Grades vorhanden ist zur eingesetzten Pflegeperson, aber möglich ist es trotzdem. Halt mit etwas Durchsetzungskraft. Sie kann (rein theoretisch) im Jahr Kosten in Höhe des 1,5fachen monatlichen Pflegegeldes für eine verwandte Betreuungsperson geltend machen. Also jährlich.

        Das weißt du sicherlich, aber das wollte ich noch ergänzen.

        • Natürlich hast du recht. Du kommst nur nicht weit damit, wenn deine Pflegekasse das absolut nicht akzeptiert. Ich kann dir versichern, die Barmer lässt das absolut nicht durchgehen. Und die Barmer verschickt auch äußerst ungern rechtskräftige Bescheide - du kannst also noch nicht einmal dagegen angehen.

          Wer sich diesen Ärger also ersparen will, greift gleich auf entfernte Verwandtschaft oder Fremde zurück. So arbeite ich seit Jahren und es funktioniert super. Ich habe derzeit 4 Personen, die über die Verhinderungspflege bei mir arbeiten (2 Pflegebedürftige), 2 Personen davon sind bei der Knappschaft angemeldet. 1 musste angemeldet werden, weil sie unter den Personenkreis fiel und die andere wollte es. Die anderen Beiden müssen und wollen nicht.

          Jetzt bleibt also nur noch die Arbeit jede Überrweisung der Kasse zu kontrollieren - die Überweisungen sind echt abenteuerlich und immer zu meinen Ungunsten.

          • Du kommst nur nicht weit damit, wenn deine Pflegekasse das absolut nicht akzeptiert. Ich kann dir versichern, die Barmer lässt das absolut nicht durchgehen. Und die Barmer verschickt auch äußerst ungern rechtskräftige Bescheide - du kannst also noch nicht einmal dagegen angehen.***

            Ja, solche Sachen habe ich auch schon gehört, aber manche Kassen machen weniger bis keine Probleme. Wir haben das gerade zum ersten Mal abgerechnet. Die Beihilfe hat sofort ihre 80% gezahlt, auch mit dem Hinweis auf die maximale Höhe, die Pfegekasse stellt sich aber gerade tot. Mal schauen was da noch kommt.

            ***Wer sich diesen Ärger also ersparen will, greift gleich auf entfernte Verwandtschaft oder Fremde zurück.***
            Klar, haben wir auch jahrelang gemacht, aber manchmal ist es nicht anders zu handhaben, oder eben einfach sehr naheliegend einen Verwandten zu nehmen. Wir zB sind in den Urlaub gefahren und haben meinen studierenden Sohn mitgenommen, der dann täglich 4-5 Stunden die Kleine betreut hat, damit wir voll entspannen können. Der von der Pflegekasse akzeptierte Stundensatz ist da aber idR niedriger.

            ***Jetzt bleibt also nur noch die Arbeit jede Überrweisung der Kasse zu kontrollieren - die Überweisungen sind echt abenteuerlich und immer zu meinen Ungunsten.***
            Oh, ja das kenne ich ....

            • Tja, wieder so eine Sache. Nach dem Urteil vom BSG DARF die Pflegekasse noch nicht einmal einen niedrigeren Stundensatz annehmen. Aber klar - warum muss sich eine Kasse auch an ein höchstrichterliches Urteil halten.
              Ich hoffe, dass die Petition dafür jetzt wenigstens erfolgreich ist und das dann Gesetzeskraft hat.

    JA; das steht dir zu und nutze es bitte auch, das ist ganz wichtig, dass du dich entlasten lässt und vor allem deine anderen Kinder nicht "zu kurz" kommen. Dafür ist das Geld da!

    AUsserdem müsstet du noch ein Anrecht auf 108 € im Monat zusätzliche Betreuungsleistungen haben, die du allerdings über einen Pflegedienst abrechnen musst. Das kann entweder auch Babysitting sein, oder, wie ich es nutze, eine Haushaltshilfe.

    Ich habe mir eine Putzfee selbst gesucht und die dann zum Pflegedienst geschickt, der sie jetzt angestellt hat, nur für meine Dienste. Ich wollte nicht irgendwen hier haben.

    Alles Gute!

    S.

    • Grüße dich

      Oh ja das mit der putzfee wäre genau das richtige für mich

      Bei 4 Kindern und 110qm whg habe ich ne menge Zutun und bin am.ende des abends total erschöpft Und kann kaum vor schmerzen Und Erschöpfung einschlafen.

      Aber würde mir eine haushaltshilfe zustehn, auch wenn mein mann z.Z.Nicht berufstätig ist ?
      Für eine genauere Erklärung Und wie ich fortgehen müsste würdest du mir echt helfen.
      Ihr merkt wahrscheinlich wie unerfahren ich in solchen Fällen bin, obwohl ich mich als Fuchs bezeichne ,aber in diesem Fall bin ich überfordert.

      • ***Aber würde mir eine haushaltshilfe zustehn, auch wenn mein mann z.Z.Nicht berufstätig ist ?***

        Auch dann, das ist völlig egal.

        ***Für eine genauere Erklärung Und wie ich fortgehen müsste würdest du mir echt helfen.***

        Entweder du rufst verschiedene Pflegedienste an und fragst ob sie diese Haushaltshilfe anbieten und vor allem erfragst du die Modalitäten, also den Stundensatz den du zahlen musst. Auch die Lebenshilfe bietet sowas manchmal an. Oder bei uns noch Reha-Südwest bzw ISB.

        ODER (so mache ich es): Du rufst an und erfragst ob die auch von dir selbst gesuchte Personen einstellen (hat bei mir kein Dienst verneint)und erfragst die Modalitäten. ZB kostet die Stunde 20€ und die Putzfee bekommt davon 10€, ist als Minijobberin dort angestellt. Es lohnt sich mehrere anzurufen, denn manche kosten (bei uns) bis zu 27 € die Stunde und zahlen unterschiedlich an die Kräfte. Bei 20 Euro die Stunde würde das Budget für etwa 3 Stunden Putzfee alle 2 Wochen reichen. Mit dem angestauten Budget vom letzten Jahr wäre es erstmal mehr. Wir hatten bisher alle 2 Wochen 4 Stunden.

        Bei gesetzlichen KK rechnet die Pflegekasse dann selbst direkt mit der Krankenkasse ab. (Um Missbrauch zu vermeiden, habe ich leider auch schon erlebt, solltest du dir die Abrechnungen aber auch schicken lassen, auch um einen Überblick über dein Budget zu behalten).

        Es schadet aber sicherlich nicht, vorher mal bei der Pflegekasse anzukündigen, vielleicht wollen die doch noch irgendein Formular von dir. Unsere wollte das nicht, aber wer weiß....

        Ach ja, außerdem könnt ihr Pflegehilfsmittel in Höhe von 40€ monatlich bezahlt bekommen. Also Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, wasserdichte Bettunterlagen etc- Wie die Pflegekasse das abrechnen will, dazu befragst du sie bitte auch!

        Viel Erfolg!
        S.

        (Kannst gerne weiterfragen... hier oder per PN)

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