Auffälliges EEG gleich Epilepsie???

    • (1) 12.07.17 - 10:27

      Hallo,

      mein Sohn war wegen der ADHS-Diagnostik ( oft recht tollpatschig, verträumt, langsam ect. ) beim EEG. Letzte Woche habe ich den Bericht bekommen (weil ich ihn extra angefordert habe, da sich niemand mehr bei uns gemeldet hatte ).

      Im Bericht steht, dass epilepsietypische Potentiale erscheinen vorrangig zentral, die ebenfalls in der Fotostimulation und im Anschluss in der Hyperventilation auftreten.

      In der Beurteilung steht, dass diese Potentiale vereinbar mit dem sogenannten benignen epilepsietypischen Potentialen der Kindheit ( BEPK ) ist.

      Es wird uns ein Schlaf-EEG empfohlen und der Kinderarzt soll uns einen Anfallsunterbrecher verordnen. Termin beim Kinderarzt habe ich morgen.

      Ich frage mich nun, hat mein Sohn nun eine Form von Epilepsie? Ich habe noch nie einen Anfall bei ihm beobachtet ( außer dass er manchmal sehr verträumt ist - kurz wie ausgeschaltet).

      Ich weiß, ihr seid auch keine Nuerologen, aber vielleicht hat der ein oder andere schon Erfahrung damit gemacht.

      LG
      Igraine

      Nein, muss nicht sein. Es gibt Menschen die einfach mit einem auffälligen EEG leben ohne jemals in ihrem gesamten Leben einen einzigen Anfall zu haben. Es gibt aber auch Epileptiker (und das sind nicht wenige), die in ihrem Leben eine ganze Menge Anfälle haben, aber nie war das EEG auch nur einmal auffällig.
      Wie viele Neurologen zu diesen sehr bekannten Phänomen auch sagen: "Wir behandeln keine EEGs, sondern unsere Patienten.". Aufgrund eines EEGs allein spricht man daher auch nicht von einer Epilepsie. Dazu braucht es mindestens einen, eigentlich sogar 2 epileptische Anfälle. Das bedeutet aber nicht, dass nicht irgendwann einmal ein Anfall kommen kann und aus dem "nur" auffälligen EEG eine behandlungsbedürftige Epilepsie wird. Aber JETZT ist es das noch nicht. Jetzt ist es ein auffälliges EEG, welches eben regelmäßig überwacht wird.

      Mein Jüngster hatte das auch 9 Jahre lang - nach 9 Jahren kam der erste Anfall. Er ist sowieso schon Autist, da ist eine Epilepsie ja schon quasi vorprogrammiert. Bei ADHS ist das ja auch so eine Sache :-(. 9 Jahre ging es gut - dann kam der erste große Anfall, gleich ein Grand mal. Da ich selbst Epileptiker bin, habe ich ihn gleich auf Lamotrigin einstellen lassen. Seitdem ist er anfallsfrei. Sein EEG ist seit Geburt furchtbar. Herde, ganz wilde Wellenmuster und natürlich absolut keine Mitarbeit seinerseits und daher viele, viele Artefakte ;-).

      Google mal nach Absencen. Das fällt auch unter Epilepsie. LG und alles Gute!

    • Es könnte sich bei deinem Sohn um eine Absencen-Epilepsie handeln. Diese Anfälle wirken äußerlich recht unscheinbar, da die Betroffenen das Bewusstsein in der Regel nicht verlieren und auch nicht die üblichen Zuckungen von Armen und Beinen auftreten. Allerdings bin ich nur kein Arzt, sondern nur ein Laie, der Erfahrung mit Epilepsie hat.

      Mein Sohn hat seit drei Jahren Epilepsie (GEFS+) und hatte immer ein unauffälliges EEG. Auch die Schlaf-EEG's waren immer sehr gut. Trotzdem hatte er bereits so schwere Anfälle, dass ich zwei Mal den Notarzt rufen musste. Er wurde dann auf der Intensivstation immer zur Überwachung an ein Überwachungsgerät angeschlossen. Dennoch möchte der behandelnde Neuropädiater nun leider das Antiepileptikum absetzen #zitter. Meiner Erfahrung nach sind EEG's daher oft wenig aussagekräftig. Es gibt Patienten, die immer ein schlechtes EEG und daher auch viele Anfälle haben. Dann gibt es welche, die ein schlechtes EEG haben, aber dennoch nie einen epileptischen Anfall haben. Dann gibt es eben auch noch solche Fälle wie meinen Sohn.

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