Wie eine Arbeit finden? SBA 60 G

    • (1) 07.10.17 - 08:53

      Hallo,

      bin jetzt schon ein Jahr krankgeschrieben, letzte OP war eine Versteifung in der LWS.
      Leider ist diese nicht so verlaufen dass es mir nun besser geht sondern ich habe starke Schmerzen. Kann nicht mehr länger stehen oder laufen und sitzen geht nur solala, eigentlich auch nicht lange.
      Meinen alten Job habe ich sehr gemocht, war an der Kasse mit netten Kollegen und weit über dem Mindestlohn.
      Also einfach super. Leider war der Job befristet und meine Krankmeldung begann noch in dieser Zeit. Also wurde ich nicht übernommen, sie würden mich aber gern wieder nehmen.
      Nur...leider kann ich diesen Job nicht mehr ausüben. Die Rotation an der Kasse würde zu Anschlussdegenearation führen.

      Ich war aber immer im Einzelhandel, das ist mein Ding!
      Noch ist nicht absehbar wann ich wieder einsatzbereit bin, aber daheim fällt mir die Decke auf den Kopf.

      Also..ich kann mich nicht bücken um was aufzuheben, kann nicht schwer heben, nicht lange sitzen oder stehen, laufen noch immer nur an Gehhilfen.
      Ich nehme starke Schmerzmittel ( Opioide)

      Zudem habe ich jetzt seit neustem einen Schwerbehindertenausweis 60G.

      Ich weiß nicht was ich machen soll! Ich bin noch zwingend auf Arbeit angewiesen, aber ich arbeite gerne und es lenkt mich auch ab.

      Bekomme ich mit dem Ausweis ne andere Beratung auf dem Arbeitsamt? Gibt es spezielle Jobangebote dafür?

      Hat jemand eine Idee oder ähnliche Probleme und Erfahrungen damit?

      Danke

      • Hallo,



        ich denke das du bei der Arbeitsagentur eine andere Beratung bekommst. Wenn ich richtig liege sollte es dort unter Rea laufen.

        Ich möchte aber nicht ausschließen das du durch den Schwerbehindertenausweis Probleme auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen kannst. Du müsstet dadurch einen stärkeren Kündigungsschutz haben und davor sträuben sich einige Betriebe.

        Ich möchte dir aber auch nicht den Mut nehmen wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Es gibt auch Betriebe die trotz Behindertenausweis einstellen.

        Ich wünsche dir viel Glück.

        Warst du nach der OP in einer Reha? Was hatte der sozialmedizinische Dienst dort gemeint in Bezug auf Deine weitere Teilhabe am Arbeitsleben? Wurde da eventuell auch über Umschulung oder Weiterbildung gesprochen? Es ist immer besser, wenn das nicht über das Arbeitsamt sondern die Rentenversicherung läuft.
        Schwerbehinderung bedeutet in erster Linie Steuervergünstigungen. Ob Du den Ausweis Deinem zukünftigen Arbeitgeber vorlegst oder nicht, entscheidest Du selber. Manche Betriebe stellen Schwerbehinderte bevorzugt ein, da sie einen gewissen Prozentsatz an Schwerbehinderten beschäftigen müssen. Ansonsten müssen sie Strafe zahlen. Das steht dann aber meist in der Stellenausschreibung drin (Schwerbehinderte mit gleicher Qualifikation werden bevorzugt...)

        Tausche das noch gegen ein NICHT. Also ich bin NICHT zwingend auf Arbeit angewiesen, arbeite aber sehr gern.

        Auf Reha war ich nach der OP. Der Arzt meinte dass wenn !!! alles gut verläuft kann ich wieder mit Einschränkungen arbeiten gehen. Aber es verläuft leider nicht gut.
        Die Einschränkungen sind eben " wechselnde Arbeitshaltung, nicht schwer heben usw." Eigentlich alles was ich beschrieben habe ist ausgeschlossen.
        Allerdings wenn ich einen Job bekommen würde bei dem alles passt kann ich sechs Stunden und mehr arbeiten, sobald ich wieder "gesund" genug dafür bin.

        Ich weiß halt echt nicht was für einen Job es da geben kann. Im Einzelhandel wird das schwer. Im Büro war ich noch nie.
        Ich würde wenn dann gern 15 Stunden die Woche arbeiten, mehr muss gar nicht wegen der Kids.

        • Du kannst bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Umschulung(Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben) stellen. Schick dann nochmals eine Kopie des Reha-Berichtes mit. Du kannst Dich auch an den VdK (Sozialverband) wenden, die helfen bei Anträgen und Widerspruch. Es gibt auch die Möglichkeit einer Arbeitserprobung (Rentenversicherung, Arbeitsamt), da wird erst mal festgestellt, in welchem Bereich Du noch arbeiten kannst. Du brauchst nur einen langen Atem ...

            • Und vorher machst Du noch einen Termin beim Berater für Behinderte beim Arbeitsamt, dann weisst Du schon mal, was Sache ist. Den gibts bei jedem Arbeitsamt. Meine Tochter ging auch nur zu diesem, wenn sie mal arbeitslos war. Der kann Dich auch wg. etwaiger Reha zur besseren Vermittlung beraten. LG Moni

      Hattest du eine Reha oder bekommst du eine Reha?

      Wenn ja: dort gibt es meistens eine Sozialberatung.
      Diese ist dazu da, bei finanziellen Fragen zu unterstützen.

      Fragen rund um das Thema Arbeit, Arbeiten mit der jeweiligen Diagnose
      finanzielle Situation: Überbrückung, Teilrenten (z.B. viele Stunden am Tag arbeiten am Tag möglich ist, der andere Teil Rente)

      welche finanziellen Möglichkeiten es gibt, bis die Arbeitsfähigkeit wieder hergestellt ist; oder auch nicht.

      Auch wie ein Wiedereinstieg / Wiedereingliederung aussehen kann. Z.B. Stufenweise erhöhen. Umschulung oder sonstiges.


      Falls du keine Reha bekommst/bekommen hast, erkundige dich mal in der Klinik wo du operiert worden bist. Auch diese könnten eine Sozialberatung haben. Vielleicht nicht so intensiv oder speziell.

      Hallo,

      Ist zwar schon ein paar Tage her, aber ich möchte Dir meine Erfahrung schildern, vielleicht nutzt es Dir ja was.

      Meine OP (Versteifung th6-l4) war im Oktober 2008. Da ich einen sehr kompetenten Arzt hatte/ habe konnte ich über die Reha abteilung beim Arbeitsamt schon im August 2009 eine neue Ausbildung machen (allerdings nur verkürzt, also das zweite und dritte Lehrjahr, weil ich schon eine abgeschlossene Ausbildung hatte) bin jetzt Bürokauffrau, für mich kein Traumjob aber zu Hause bleiben war keine Alternative.
      Beim Landesverwaltungsamt habe ich meinen GdS beantragt, bin allerdings mit 40Grad "davon gekommen"

      Zu den Schmerzen kann ich Dir leider nur sagen, dass es ewig gedauert hat, bis mein Skelett und Muskelapparat sich an die neue "Haltung" gewöhnt hat, gut und gerne waren das leider 4 Jahre, bis ich von den Opioiden weg konnte... heute, ziemlich genau 9 Jahre danach, hab ich "nur" noch in den kalten Jahreszeiten Probleme, Sport macht es besser, der Bürojob ist allerdings kontraproduktiv.

      Ich wünsch Dir alles Gute!

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