16 jähriger Autist Sohn wird immer Aggressiver /Frage wegen Medikamente

    • (1) 26.11.17 - 14:42

      Hallo.

      Ich bin Mama von 6 Kindern. Mein ältester ist 16 Jahre alt und Autist . Frühkindlich/ ATypisch.
      Er war als Kleinkind eigentlich unproblematisch. Es ging im zunehmenden Alter dann los das er in manchen Situationen aggressiv wurde. Zum Beispiel wenn seine Brüder sich streiten und wenn es zu laut ist. Da konnte ich ihn schon schlecht beruhigen. Es kam so alle 2 Monate vor das er dann richtig aggressiv wurde , er hat dann sehr laut geschrien, und versuchte Sachen kaputt zu machen , gegen TV schlagen, Türen zu schmeißen usw. Mittlerweile häuft es sich leider. Es kommt momentan wöchentlich oder alle zwei Wochen vor das ihn irgendwas stört und er völlig ausrastet. Vor kurzem hat er sogar unseren Hund getreten und das muss nicht sein. Dann schlägt er die Tür so heftig gegen die Wand das ein großes Loch drin ist. Heute wieder wir waren beim Mittagessen und nur weil der Bruder seine Brille nicht auf hatte rastete er völlig aus. Ich kann ihn dann überhaupt nicht beruhigen. Überlege schon die ganze Zeit ob ihn Medikamente ruhiger bekomme. Nur ist das der richtige Weg? Und wenn muss ich da erst zum Kinderarzt und der gibt mir ne Überweisung zu ein speziellen Arzt Neurologe oder ? Ich bin echt traurig und verzweifelt. Ich bin momentan schwanger und habe auch Angst das er mich angreift oder seine Geschwister.

      Lg Dani

      • Hallo Dani,

        ich würde mir an deiner Stelle an eine spezielle Kinder und Jugendpsychiatrie wenden.
        Ob die Medikamenteneinstellung ambulant oder stationär erfolgen wird, dass wird dort
        mit dir besprochen. Ich selber habe auch einen frühkindlichen Autisten, bei uns ist es aber
        nicht so schlimm.

        Viel Kraft und LG
        Hinzwife

        Hallo Dani,

        wer betreut euch denn? Habt ihr einen Psychiater? Welche Therapien hat dein Sohn und wie groß ist sein Vertrauen zum Therapeuten? Wie reagierst du dann? Mein Sohn ist halb so alt wie deiner und zum Glück mit Therapeuten und Hilfen gut aufgestellt. Trotzdem ist es oft schwierig, vor allem das Geschwisterverhältnis ist sehr fragil. Ich kann mir vorstellen, das das mit einem fast Erwachsenen Autisten noch viel schwieriger ist. Hole dir auf jeden Fall Hilfe. Im Raum Oberbayer gibt es zum Beispiel autkom und Autismus-Oberbayern, die beraten können und zum Beispiel KJPs empfehlen können. Und melde dich am besten bei rehakids an, dort gibt es auch gaaanz viele Infos. LG

        Etwas ähnliches hatten wir bei einem unseren Kindern auch. Frühkindlicher Autist mit Hochbegabung, deshalb von der Symptomatik her "nur" wie ein Asperger, aber als Kleinkind mit Affektkrämpfen bis zur regelmässigen Bewusstlosigkeit, später extreme passiv-aggressive Anteile und eine opositionelle Belastungsstörung ( er und Lehrer, ein trauriges Kapitel).
        Schule, Schulpsychologischer Dienst usw. wollten uns zwingen zu stationärer Therapie und Risperidon/Risperdal. Damals war er ungefähr in der 7./8. Klasse Gymnasium.

        Unsere Rettung war ihn aus der Schule zu nehmen, nach 10 Monaten zuhause war er bereit für einen schulischen Neustart, an einem anderen Gymnasium mit viel Heimstudium.
        Als sich nach ca 1 Jahr wieder Probleme manifestierten, war er einsichtig genug, sich auf Ritalin (Concerta) einzulassen, die ersten sechs Monate ergänzend dazu ein stimmungsaufhellendes Antidepressiva.
        Im 2018 macht er nun Abitur, danach wird er vermutlich Wirtschaft studieren, Schwerpunkt Rechnungswesen.
        Einer Sedierung beziehungsweise einem Beruhigungsmittel hätten wir unter absolut keinen Umständen je zugestimmt, aus folgenden Gründen:
        Sein Thema war und ist Reizüberflutung. Mit einer Sedierung nimmt diese Überflutung nicht ab, seine Möglichkeiten damit klar zu kommen würden aber schwinden.
        Mein Mann und ich arbeiten beide im Gesundheitswesen, zudem haben wir viele Autisten im Umfeld, mehr als Nicht- Autisten. Im Gegensatz zu Deutschland kommen hier in der Schweiz selten Benzodiazepine zum Einsatz bei Autisten (höchstens bei Kanner-Autisten mit geistiger Behinderung), das Ergebnis lässt sich sehen. Leider haben wir aber bei autistischen Kindern von Arbeitskollegen aus Deutschland genügend oft gesehen, was über Jahre verabreichte Benzos aus Autisten machen.

        Was für eine Schulform besucht dein Sohn? Wie ist er kognitiv? Wie reflektiert weiss er über Autismus und Nicht-Autismus Bescheid?

        • Ps: 5, bald 6 jüngere Geschwister ist für jeden 16jährigen eine extreme Herausforderung, wenn der 16 jährige dann auch noch das Pech hat als Autist in einer nicht-autistischen Grossfamilie leben zu müssen, dann muss sich das für ihn täglich wie Dantes Inferno anfühlen.
          Versucht bitte ihm ein Umfeld zu schaffen, das seinen Bedürfnissen entspricht, damit er sich zuhause auch tatsächlich zuhause fühlen kann. (Schallisolation, strikte Regeln für die Geschwisterkinder, Ernährungs- und Kleiderbedürfnisse zu 100% respektieren, ihn nicht defizitär sehen, sondern anders, ihm seine Wahrnehmung, sein Empfinden nicht absprechen, seine Realität ist gleichwertig wie die der anderen).

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