Anfangsverdacht Autismus und ratlos

    • (1) 15.03.18 - 10:59

      Hallo zusammen,

      wir machen uns seit einigen Wochen Gedanken/Sorgen um unseren Sohn (fast zweieinhalb Jahre alt), und ich hoffe, hier vielleicht Menschen zu finden, die in ähnlichen Situationen sind/waren und mir Tipps geben oder sich einfach mit mir austauschen können.

      Vorweg: Ich habe heute die Leitung der Kita, in die unser Sohn seit August geht, angesprochen und dadurch erfahren, dass die "Probleme" dort im Team auch bereits länger Thema sind. Sie wollten uns aber noch nicht von sich aus darauf ansprechen, um uns nicht unnötig zu verunsichern. Zwar zeige unser Sohn tatsächlich Züge, die dem Autismus-Spektrum zugeordnet werden KÖNNTEN, in anderer Hinsicht ist er jedoch absolut unauffällig. Es könne auch sein, dass er sich in einem Entwicklungssprung befindet und sich die Probleme bald von allein lösen. Da die Situation uns aber stark belastet, solle ich doch schon mal Kontakt mit dem Kinderarzt aufnehmen. Dort haben wir nun Anfang April einen Gesprächstermin.

      Nun aber zu unserem Sohn und den Verhaltensweisen, die "auffällig" sind.

      Er reagiert oft nicht bzw. erst nach mehrfachem Wiederholen auf direkte Ansprache. Vor allem aber ist er entweder nicht in der Lage oder nicht willens, eine Art Gespräch zu führen. Wenn ich ihn frage, ob er in der Kita Mittagsschlaf gemacht hat oder was er zu Mittag gegessen hat, kommt nichts zurück, als würde er die Frage gar nicht verstehen. Manchmal sagt er gar nichts, manchmal irgendetwas Unsinniges. Bei Dingen, die ich schon oft und teilweise insistierend erfragt habe, antwortet er auch schon mal mit quasi auswendig gelernten Standardantworten, aber es ist eigentlich nie so, dass man das Gefühl hat, sich mit ihm zu unterhalten.
      Ich weiß, dass das mit nicht einmal zweieinhalb nicht gänzlich anormal ist - aber auf der anderen Seite hat er für sein Alter einen riesigen Wortschatz, hat bereits sehr früh (mit unter einem Jahr) begonnen zu sprechen, recht bald auch in ganzen Sätzen, und hat vor allem ein unglaubliches Gedächtnis und Erinnerungsvermögen, kann sehr schnell ganze Bücher und Lieder auswendig, konnte mit anderthalb bis 10 zählen, kann das Alphabet aufsagen, kennt die Nachnamen aller Kinder in der Kita etc. In letzter Zeit scheint es mir häufig so zu sein, dass er sich durch Nachfragen/Insistieren meinerseits unter Druck gesetzt fühlt, etwas sagen zu müssen, und dann einfach etwas sagt, das er auswendig gelernt hat. Was mir aufgefallen ist: Ich glaube, dass vor einigen Monaten sogar noch eher ein "Gespräch" mit ihm möglich war als jetzt. Das kann aber auch täuschen. Was mich besonders traurig macht, ist, dass er zB. nicht mal mehr auf mein "Guten Morgen" mit "Guten Morgen Mama" antwortet, was er durchaus mal gemacht hat. Man hat oft das Gefühl, gegen eine Wand zu reden, und ich vermag nicht zu sagen, ob er nicht WILL oder nicht KANN.

      Es ist allerdings absolut nicht so, dass er nichts versteht. Wenn ich ihn bitte, mir etwas zu holen (auch wenn es das erste Mal ist), seine Schuhe an- oder auszuziehen, seinen Teller auf den Tisch zu bringen etc., macht er das - außer er hat keine Lust, das ist dann aber deutlich und ziemlich typisch für die sogenannte Trotzphase. Ich habe also nicht das Gefühl, dass er gravierende Entwicklungsverzögerungen in dem Bereich hat o.ä. - allerdings scheint sein aktiver Wortschatz seinem passiven doch deutlich voraus zu sein, weshalb wir ihn vielleicht oft überfordern und zu viel von ihm erwarten?!
      Sehr auffällig ist bei ihm die "Echolalie", also das Wiederholen von gelernten Wörtern und Sätzen, Liedern etc. Vor einiger Zeit ist er oft regelrecht auf Wörtern oder Sätzen "hängengeblieben", hat sie immer wieder wiederholt. Das ist zuletzt seltener geworden, er scheint aber grundsätzlich sehr viel durch die Wiederholung zu lernen - nur anwenden kann er es offenbar leider nicht. Darunter fällt auch, dass er "Du" und "Ich" nicht richtig anwendet, er sagt zum Beispiel "Du brauchst einen Schnuller", wenn er seinen Schnuller will oder "Bringst du das der Mama", wenn er mir etwas bringt (ohne dass ich ihn dazu aufgefordert habe). Oder er kommt mit einem Spielzeug zu mir und sagt "Soll ich das anmachen" und meint: "Mach das an". In der Kita sagten sie, das sei noch völlig normal in seinem Alter - ich war in Verbindung mit der Echolalie eben sofort auf Autismus gestoßen und bin dadurch nun völlig verunsichert. Ich sage nun immer "Du meinst: Ich bring das der Mama" , und er wiederholt das dann, aber ich glaube nicht, dass er es wirklich begreift. "Früher" sprach er von sich einfach in der dritten Person, also seinem Namen, das macht er teils auch heute noch, oder aber er bezeichnet sich selbst als "Du".

      Er spielt meines Erachtens "normal", konnte schon sehr früh Holzpuzzles machen und macht das nach wie vor sehr gerne, liebt Bücher über alles, spielt viel mit Autos, aber in einer für meine Auffassung stinknormalen Weise - außer dass er sich seit einiger Zeit oft mit einem Auto oder anderen Fahrzeug auf den Boden legt und ganz genau beobachtet, wie es fährt, das ist mir schon sehr aufgefallen. Allerdings macht er das nicht immer und auch nie länger als ein paar Minuten. Und er tobt zum Beispiel auch mit seinem Bruder im Bällebad, spielt mit ihm Fangen und Verstecken etc.
      Generell spielt er aber schon eher für sich (was ich aber in dem Alter ebenfalls noch für mal halte) und konnte sich schon früh sehr gut allein beschäftigen. Was mit im Nachhinein u.a. aufgefallen ist: Beim Kleinkinderturnen (was er sehr liebt), ist er (im Alter von gut anderthalb) meist "gegen den Strom geschwommen" - wenn alle anderen Kinder in die eine Richtung liefen, lief er in die andere etc. Ich habe das aber nie negativ wahrgenommen, aufgefallen ist es allerdings schon.
      Er interagiert aber durchaus mit anderen Kindern und Erwachsenen, wobei er eine Zeitlang (in der ersten Zeit in der Kita) ein "unangemessenes" Verhalten gegenüber anderen Kindern zeigte, indem er sich ganz nah vor sie stellte und ihren Namen rief. Das macht er aber meines Wissens nicht mehr bzw nur noch mit seinem kleinen Bruder (gerade ein Jahr alt geworden), der das toll findet und darüber lacht - es ist generell deutlich zu erkennen, dass er sich freut, wenn er andere zum Lachen bringt. Auch berichtete mir die Kitaleitung, dass er im Morgenkreis voll dabei ist, sich zum Beispiel Lieder wünscht und bei Rollenspielen mitmacht - und davon hat er mir sogar erzählt, nämlich dass er beim Lied "Und die Katze tanzt allein" der Hase ist, ein anderes Kind der Kater, sein Bruder der Hamster etc.

      Auch legt er zwar sehr viel Wert auf Routinen und entwickelt ständig neue (zB will er morgens aus einer bestimmten Schüssel sein Müsli essen etc.), aber er ist durchaus in der Lage, sich anzupassen, wenn sich etwas ändert. Ich muss dazu sagen, dass wir ihm im vergangenen Jahr sehr viel zugemutet haben - er ist (viel früher als geplant) großer Bruder geworden, wir sind umgezogen, er ist in die Kita gekommen... und das alles ohne nennenswerte Probleme! Natürlich bekommt er auch Trotz-/Wutanfälle, wenn ihm etwas nicht passt, und er ist auch teilweise sehr eifersüchtig seinem Bruder gegenüber, aber das ist für mich im Vergleich mit anderen alles vollkommen normal und sehr gut händelbar.

      So etwas spricht für mich als Laien völlig gegen Autismus, aber wie gesagt: Ich kenne mich auch nicht aus, bin einfach nuer völlig verunsichert und schwanke zwischen zwei Gefühlen: Einerseits will ich meinem Sohn so gut und so schnell wie möglich helfen, andererseits möchte ich ihn nicht in eine Diagnostik-Maschinerie stecken, nur damit ich den Druck und ein Stückweit die Verantwortung abgeben kann. Es ist letztlich vollkommen egal, was los ist, er ist und bleibt mein Sohn und ist einfach nur wundervoll, liebenswert und einzigartig.

      Ich würde mich sehr über Antworten freuen, falls irgendjemanden dieser viel zu lange Text noch nicht abgeschreckt hat.

      • (2) 17.03.18 - 19:53

        Hi
        Ich habe 3 Kinder.
        Ich könnte an deinen Darstellungen nichts auffälliges lesen. Eventuell würde ich mal zum Ohrenarzt und rachenpolypen anschauen bzw. Die Ohren. Das allerdings nur damit du nichts verabsäumst. Ansonsten finde ich sein Verhalten „normal“.
        Zum kinderarzt gehen finde ich allerdings immer eine gute Idee, der kennt sich sicher besser damit aus und kann dir da professionell weiterhelfen.
        Lg faxl

        • (3) 20.03.18 - 13:04

          Vielen Dank für deine Antwort! Wir waren tatsächlich heute beim HNO, und er hat auf beiden Seiten Paukenergüsse und zudem vergrößerte Polypen und Rachenmandeln. Ob das eine Erklärung sein kann, weiß ich nicht, aber davon unabhängig bin ich sehr froh, dass das jetzt dadurch rausgekommen ist! Zum Kinderarzt gehen wir dann Anfang April.

      Also ich hab weder Erfahrung mit Autismus, noch ist mein Kind schon so alt wie deins.
      Ich find aber, er ist ein echt schlaues Kerlchen und denk, er verwechselt nicht das du und ich, sondern versetzt sich in dich rein. So nach dem Motto, was hätte Mama gesagt, damit ich diese Handlung ausführe.
      Unterbrich doch 1 mal dein Schema und sag mal Good Morning sweety... :D
      Alles Gute dir.

      • Danke für deine Antwort :-) Ich glaube auch, dass er ein echt schlaues Kerlchen ist, und ganz davon abgesehen ist er sowieso einfach nur wunderbar. Das schließt aber ja nichts anderes aus. Mir geht es nur darum, nichts zu übersehen... Aber ich muss mich wohl wirklich lockerer machen in der Hinsicht.

    Hallo!

    Nun nachdem was Du schreibst ist er schon verhaltensoriginell, ABER deswegen kann er immer noch gut im "normalen" Spektrum sein. Nachdem meine Kinder nun schon 16 und 12 sind würde mich das Verhalten nur müde zum lächeln animieren. Vor 10-15 Jahren wäre das natürlich anders gewesen.
    Ich würde mich nicht wirklich auf Autismus fokussieren (Ich finde das als Anfangsverdacht von der Mutter definitiv zu stark!) und würde einfach mal zum KiA gehen und die Deine Beobachtungen sowie die der Kita schildern.
    Es kann auch schlecht hören, schlecht sehen, Rückstände in der Sprachentwicklung sein, "neuer" Bruder-Trauma, Umzug etc. sein. Bis April geht gar nichts "verloren" und übe Dich im Coolsein! Wenn Du Dich von Sorgen zerfressen lässt merkt das auch das Kind und wird unsicher und instabil.

    LG, I.

    • Ich danke dir für deine Einschätzung. Ja, vielleicht steigere ich mich da gerade in etwas hinein, dazu neige ich leider, insbesondere seit ich Mutter bin. Dass genau die Dinge, die ich bei meinem Sohn auffällig finde, offenbar (auch!) ins autistische Spektrum passen, verunsichert mich eben zutiefst, und ich bekomme es nicht mehr aus dem Kopf. Insbesondere dieses Du-/Ich-Problem irritiert mich sehr. Nichtsdestotrotz hast du natürlich völlig Recht - im Coolsein sollte ich mich wirklich mal üben, sonst tue ich meinem Sohn keinen Gefallen. Ich übe also jetzt und versuche mich locker zu machen ;-)

Vorab: ich habe mehr autistische als nichtautistische (mittlerweile erwachsene) Kinder zuhause.

Was du beschreibst erinnert mich eher an ein kleines Kind, welches a) ziemlich clever ist und/oder b) ziemlich auf Leistung fokussierte Eltern hat.
Wie kann man auf die Idee kommen, dass es "normal" ist, dass ein Kleinkind (oder meinetwegen ein grösseres Kind) "Guten Morgen MAMA" sagt.
Es Echolalie zu nennen bei einem 2,5 Jährigen der vor sich hin plappert und Gehörtes wiederholt? Ich weiss nicht recht, ich halte es für an den Haaren herbeigezogen.
Dann die sehr frühe Sprachentwicklung; bei dem was du beschreibst käme als Autismusform ja allerhöchstens ein Aspergersyndrom in Frage, die frühe Sprachentwicklung ist diesbezüglich jedoch geradezu ein Ausschlusskriterium.

  • Vielen Dank für deine Einschätzung! Ja, ich glaube definitiv, dass mein Sohn clever ist! Aber widerspricht sich das denn? Es tut mir leid, wenn ich dir als "Betroffener" irgendwie auf die Füße getreten bin. Ich wundere mich eben über manche Verhaltensweisen, habe (dummerweise) gegoogelt und bin SOFORT auf Autismus gestoßen. Dann sagt die Kita: Ja, daran haben wir auch schon gedacht. Und so setzt sich das in meinem Kopf leider fest und ich recherchiere und recherchiere immer weiter. Im einen Moment denke ich , es ist alles Quatsch, und dann wieder passt die Beschreibung so genau, dass mir ganz anders wird. Ganz besonders dieses Verwechseln von Du und Ich und ja, auch das Nachplappern... Eben weil er so früh anfing zu sprechen: Müsste das dann nicht inzwischen weg sein bzw er von sich selbst als "Ich" sprechen? Das sage ich nicht, weil ich diese "Leistung" von ihm verlange, wirklich nicht. Sondern weil ich mir einfach große Sorgen mache und nichts übersehen will.

    ***Was du beschreibst erinnert mich eher an ein kleines Kind, welches a) ziemlich clever ist und/oder b) ziemlich auf Leistung fokussierte Eltern hat.***

    Genau so sehe ich das auch.

    Ich habe auch ein Kind mit Autismus und kenne mich beruflich ein wenig damit aus.

    @ TE Wenn ich wetten müsste dann würde ich 100% auf Nicht-Autismus wetten, aber letztendlich kann das nur ein Experte feststellen. Die Diagnose läuft nach einem Punktesystem ab. Da würde dann das ein oder andere Verhalten deines Sohnes vielleicht zu ein paar Punkten führen, aber erst wenn eine bestimmte Anzahl von Punkten überschritten ist, kommt es zu einer Diagnose.

    Die Erzieherinnen im Kiga können vermutlich schon erkennen, wenn ein Kind etwas "anders" ist, aber von Autismus haben sie mE wenig Ahnung, denn von autistischen "Zügen" spricht man schon lange nicht mehr. Da würde ich nicht viel drauf geben.

    Die Frage ist auch, was "hilft" eine Diagnose? Wenn es zu Problemen kommt, kann es gut tun eine Erklärung dafür zu haben, manche Dinge kann man auch mit dem Kind mühevoll trainieren, damit es besser in der Gesellschaft klarkommt. Aber "behandeln" kann man den Autismus nicht. Und da ich bei deiner Schilderung nun wirklich keine Probleme erkennen kann, würde ich an deiner Stelle das ersteinmal entspannt sehen.

    Was ich an deiner Stelle machen würde: Mich an meinem cleveren Kind erfreuen. Jedes Kind ist anders, die einen mehr die anderen weniger. Ich würde aber alles aufschreiben, was mir so an besonders untypischen Verhalten auffällt. Wenn es irgendwann mal zu Problemen kommt, dann würde ich eine Diagnostik anstoßen (am Besten in einer Uniklinik, dazu muss man 4-5 Termine wahrnehmen). Dann hätte ich schon alles auf Papier und würde in den Gesprächen nichts vergessen.

    Alles Gute!
    S.

(12) 04.05.18 - 15:15

Ich habe auch rinf Autistin mittlerweile 6 Jahre alt zu Hause. Echolalie kenne ich au h von ihr, aber eher, dass sie ihre eigenen Worte bzw. nur Endfetzen der Worte als Echo wiedergibt.
Unsere hat frühkindlichen Autismus und ist mir schon recht früh aufgrfallen. Massives Wehren als Säugling schon gegen die Brust, kein/kaum dulden von Körperwärme, Ausraster, krin altersgerechtes Reagieren.
Da jeder Autist natürlich anders ist, ist es immer schwer zu beurteilen denke ich. Ich sehe das aber genauso wie du, Kinder die sich Normabweichend in manchen Punkten zeigen si d noch lange keine Autisten.

Hallo liebes!

Mein Sohn hat neben einem Syndrom Autismus. Ein bisschen was weiß ich dazu und kann nur sagen, dass Autismus Spektrum ist sehr groß.

Mein kleiner Neffe (wird im April 6), ist ein Genie. Auch bei ihm war damals die Befürchtung, dass was nicht stimmt. Die Kita hatte meine Schwester oft drauf angesprochen, weswegen meine Schwester mit ihm zu einem Psychiater ist und zum Kinderarzt. Nach wochenlangen Therapiestunden und Gutachten kam raus, dass sein IQ extrem hoch ist. Kinder mit einem extrem hohen IQ haben oft Züge, die an Autismus erinnern, allerdings keiner ist. Deine Beschreibung erinnert mich 1a an ihn. Mein Neffe ist ebenfalls anstrengender als "normale" Kinder, weil man ihm alles logisch erklären muss. Er kann sich sehr gut anpassen, allerdings im sozialen muss man ihm oft erklären wieso man was macht und was nicht.

Mein Sohn hat schweren Autismus. Er ist eher distanziert und lebt viel in seiner Welt. Interaktionen mit anderen Menschen geht er zwar ein, aber nur bedingt. Bspw spielt er nicht richtig mit einem. Meist soll man die Dinge nur für ihn halten. Sprechen tut er gar nicht. Er versteht zwar manche Gebärden, reagiert dort aber nur bei mir und bei keinem anderen. Auf Lautspreche reagiert er gar nicht. Nur auf Nein.^^

Das was du erzählst klingt wirklich nach meinen Neffen. Er war auch vom Kopf her immer sehr schnell, allerdings sozial eher unter durchschnittlich. Ich denke du solltest dir keine Sorgen wegen Autismus machen. Aber auch ein Genie muss gefördert werden.

Liebe Grüße Julie

  • Ich danke dir für deine Einschätzung und die interessanten Einblicke! Auch die Kita hat eine mögliche Hochbegabung angesprochen. Vermutlich ist es irgendwas dazwischen oder gar nichts. Ich werde den Termin beim Kinderarzt wahrnehmen und ansonsten abwarten. Inzwischen hat sich auch herausgestellt, dass unser Sohn in beiden Ohren Paukenergüsse und zudem vergrößerte Polypen und Rachenmandeln hat. Das könnte ja durchaus eine (Teil-)Erklärung sein. Darauf konzentrieren wir uns nun erst mal, weil es auch das Einzige ist, das tatsächlich jemanden Probleme macht, nämlich unserem Sohn.
    Danke noch mal und liebe Grüße!

    • Unser Sohn hatte auch Paukenergüsse. Dadurch wird die Hörleistung vermindert.

      Ihr macht das genau richtig, wie ihr es aktuell macht! Auch dass du das ernst genommen hast was die Kita gesagt hat. Zeigt dass du eine sehr gute Mama bis. :)

      Aber lass dir nicht zu schnell Panik machen.

      Ich wünsche euch alles Gute!

(17) 21.03.18 - 19:34

Hallo,

Ich bin ganz ehrlich.
Als ich deinen Beitrag gelesen habe, dachte ich nur:

-was für eine überspannte, verkrampfte und ungesund auf das Kind fokussierte Mutter!-

Aber da man deine latente Verzweiflung so offensichtlich heraushört, frage ich dich einfach mal ganz offen:

Wovor hast du nur solche Angst?

“Bei Dingen, die ich schon oft und teilweise insistierend erfragt habe, antwortet er auch schon mal mit quasi auswendig gelernten Standardantworten, aber es ist eigentlich nie so, dass man das Gefühl hat, sich mit ihm zu unterhalten.“

#zitter
Dein Orientierungsrahmen ist im totalen Ungleichgewicht.
Ein Kind im Alter von unter 3 Jahren, kann keine Unterhaltung führen, wie du sie forderst.
Auch nicht, wenn es so schlau ist, wie dein Sohn.

Das, was du als Abnahme seiner Fähigkeiten wahrnimmst gehört zu den normalen Schwankungen innerhalb der Entwicklung von Kindern.
Schon bestehende Fertigkeiten treten in den Hintergrund, damit neue Fähigkeiten sich ungestört herausbilden können.

Du kennst doch deinen Sohn, siehst seine Eigenheiten und findest ihn eigentlich super.
Ja, kann schon sein, dass ihr irgendwann eine
Asperger- Diagnose bekommt.
Das ist nicht ausgeschlossen.

Aber was wäre daran sooooo schlimm?
Dein Sohn hat tolle Ressourcen und entwickelt sich gut.
Wäre er Autist, hätte er die bestmögliche Ausstattung zu Kompensation.

Ich glaube ja eher,
du hast da einnen superschlauen Jungen, der schon weit vor seiner Zeit von “Muttern“ genervt ist,;-)

Tut mir leid, dass ich so abgeklärt und selbstgefällig daherschwätze.
Ich habe mir auch immer wahnsinnige Sorgen gemacht, als meine Kinder noch klein waren.
Und ich fand es
zum Kotzen, wenn man mich und meine Ängste nicht ernst nahm.

WENN man mich allerdings in meinen Ängsten auch noch bestätigte,
fand ich das auch irgendwie ungünstig.

dir alles Gute!

  • Hey, danke für deine in der Tat sehr ehrliche Antwort, mit der du sicher in vieler Hinsicht richtig liegst. Keine Sorge, ich bin durchaus in der Lage, mit direkten Antworten umzugehen - mir geht es nämlich tatsächlich nicht um mich, sondern um meinen Sohn. Ja, es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ich überspannt und verkrampft bin bzw. agiere, möglicherweise bin ich auch ungesund auf mein Kind fokussiert. Und nein, selbstverständlich wäre es absolut kein Weltuntergang, wenn irgendwann Autismus bei meinem Sohn diagnostiziert würde - ich habe mittlerweile genug darüber gelesen, um das wissen. Wenn es so ist, werden wir lernen, damit umzugehen und ihm so gut es geht helfen. Aber wenn du mir eine Mutter zeigen kannst, die keine Angst/Sorge deswegen hätte - Chapeau, aber so cool bin ich nun mal nicht. Um ganz ehrlich zu sein, hoffe ich auch, dass ich so cool niemals werde. LG

    • Ich könnte dir eine (künftige) Mutter zeigen, die keine Angst/Sorge hat, dass ihr Kind autistisch sein könnte.
      Meine Tochter und ihr Partner haben im Gegenteil Angst davor, ein nichtautistisches Kind zu bekommen, in einem autistischen Umfeld ist ein nichtautistisches Kind genauso eine Herausforderung wie ein autistisches im nichtaustischen Umfeld.

      Alles eine Frage der Perspektive....

      • Ja, und gerade darum bleibt sie Logik ganz genau dieselbe: Auch deine Tochter hat Angst, und das ist nur natürlich. Das bedeutet doch nicht, dass (in meinem Fall) ich meinen Sohn ablehnen würde, wenn er autistisch wäre! Das heißt noch nicht, dass meine Angst und Sorge "berechtigt" ist, aber dass sie da ist, ist meines Erachtens normal.

        • Du hast schon gelesen, dass meine Tochter Angst hat, dass das Kind NICHT autistisch ist?

          Du sagstest, man solle dir eine Mutter zeigen, die keine Angst davor hätte, dass ihr Kind autistisch wäre. Ich habe lediglich deine Aussage widerlegt ;-)

          Abgesehen davon, dass ich auch keine Angst davor hätte, und wenn ich wählen könnte, wahrscheinlich lieber ein autistisches als ein nichtautistisches Kind nehmen würde.

(23) 22.03.18 - 11:08

Hallo,

Ich habe dir eine PN geschickt.

Hallo

Ich habe 3 Kinder.
2 meiner Söhne sind Autisten.

Ich kann dir von meinen berichten, ich mag mir da kein Urteil drüber erlauben, da das Spektrum sehr gross ist und die grüne von ASS zu NT (Neurotypisch) sehr schmal ist.

Bei meinem 1. Sohn
Er war ein schreikind könnte schon als Baby die ganzen Reize nicht verarbeiten.
Im TT fühlte er sich wohl aber nur mit Bewegung.
Beschäftigung war mit ihm nicht möglich, er wandte sich ab und schrie noch mehr.
Spielte stundenlang nur mit sich und war happy.
Beim babyscheimmen fiel schon auf das er die anderen Babys nicht zu nah bei sich haben wollte.
Mit 1 Jahr konnte er reden, sprach alle Wörter von Anfang an perfekt aus. Bis auf 4 oder 5 Wörter, aber die perfektionierte er innerhalb von 1 bis 2 Wochen.
Er liebte formen damit könnte er sich Stunden lang beschäftigen sowie mit bauklotze.
Er ass nur von seinem Besteck und seinem Teller und nur ausgewählte Lebensmittel.
Bis er 9 Monate alt war, war das Muttermilch, da fingen wir dann langsam an 1 MZ zu ersetzen mit Milchbrei bis er 14 Monate war (wurde dann mit dem Bruder SS und er verweigerte die brust).
Er ass nur trocken toast und Kartoffelbrei plus den Milchbrei das bis er 2 war, dann kamen Fleisch dazu und teigwaren.
Er isst immer noch sehr wenig.
Hatte nie Interesse an Rollenspiele und anderen Kindern.
Es muss alles so laufen wie er sich das vorstellt ansonsten gibt es grosse kriesen bis heute.
Er ist perfektionist durch und durch, steht ihm sehr oft im weg. Diagnose bekamen wir als er 5 war, war ein grosser Kampf bis zur Abklärung.

Sohn Nr.
schwere Geburt würde danach sehr krank das wir jeden Tag kämpften.
Erholte sich aber prächtig davon und entwickelte sich die ersten 2 Jahre völlig normal er war nur nicht so eine tragebaby wie der Bruder.
Hatte es aber geliebt mit Mama zu kuscheln und zu spielen, lachte viel. Plauderte gern und viel nicht so perfekt aber ist ja auch herzig :)
Dann kam der 2. Geburtstag und dann fing es langsam an. Da ich mit dem 3. SS war schob ich alles darauf.
Er fing an allein zu spielen, wollte nicht mehr kuscheln, lehnte uns ab verkroch sich immer mehr in seiner Welt.
Sprache entwickelte sich zurrück es gab immer mehr Krisen einige waren schnell zu lösen andere unmöglich.
Kein Interesse an andere Kinder was vor dem 2. Geburtstag noch da war keine Rollenspiele, immer mehr Ähnlichkeiten zum Grössen Bruder.
Bis kurz vor seinem 5. Geburtstag hiess es angekuckt das kommt gut.
Kurz vorm 5. Würden wir dann zur Abklärung geschickt.
Mit 6 dann die Verdachtsdiagnose ASS müssen jetzt noch weitere abklörungeb machen ob etwas anderes dahinter stecken könnte. Und täglich grüßt das Murmeltier, kennen wir ja schon alles von 1. Es ist mühsam. Daher wenn du als Mama ein gutes Gefühl hast, so würde ich den Marathon nicht machen es ist sehr belastend für die ganze Familie.


Beide haben Stereotypen der 1. Sehr viel mehr und ausgeprägter der andere etwas dezenter.

Bis auf die grossen Krisen die wir sehr oft haben ist es aber dennoch toll mit ihnen und ich möchte sie keinen Moment mehr missen wollen.


Ich könnte über meine 2 noch soviel mehr schreiben...
Gerade über den kleinen, aber das alles zu schreiben springt den Rahmen und mit Handy ist es mühsam.

Beide Jungs hatten eine hirnblutung bei der geburt (und dabei hatte nur der 2 die schwere geburt mit sauerstoffmangel)ob die dafür verantwortlich ist bleibt fraglich aber vermutlich ja

LG Aloeverahasi

  • Hey, vielen lieben Dank für deinen Beitrag! Dass die Grauzone da sehr groß ist, wird mir auch mehr und mehr bewusst. Ich warte nun "einfach" ab, wie es weitergeht und wie unser Sohn sich entwickelt. Ich danke dir herzlich für die interessanten Einblicke und wünsche euch alles Gute!

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