Asthma - lohnt sich eine Reha?

    • (1) 21.03.18 - 23:21

      Hallo,
      mein Großer (fast 11) hat Asthma und diverse Allergien.
      Wir sind bei einem guten Kinderarzt, der darauf spezialisiert ist, er wird regelmäßig kontrolliert (Lungenfunktionstest), Medikamete immer wieder angepasst.
      zZ nimmt er Montelukast, Viani Mite, bei Bedarf Salbutamol.
      Herbst und Winter sind immer schlecht, zZ ist er alle zwei Wochen mindestens einen Tag krank -mit Asthma zu Hause. Ist das normal bei starkem Asthma? Oder ein Hinweis, dass er schlecht eingestellt ist?
      Ich habe immer wieder über eine Reha nachgedacht, konnte mich aber nicht dazu durchringen. Ich wollte ihn nicht aus seiner Umgebung/Schule rausreissen - den kleinen Bruder (9) genausowenig, der müsste dann mit uns mit.
      Ich möchte schon gern, dass ein anderer Arzt mal auf ihn schaut und komplett durchcheckt und seine Medikation überprüft. Aber brauchts dafür 4 Wochen Kur?
      Meine Befürchtung ist, dass wir dann in einem lauten Haus voller Kinder uneffektiv vier Wochen absitzen.
      Wir waren vor 4 Jahren in der Asthma-Schule, die war sehr gut,
      Wie sind Eure Erfahrungen - lohnt sich eine Reha?
      Danke schon mal für Eure Antworten,
      Petra

      • (2) 23.03.18 - 20:36

        Wir waren mit unseren Asthma-Kindern seit vielen Jahren immer wieder in Reha in verschiedenen Kliniken. Mein einer Sohn hat ein sehr schweres Asthma.
        Manche Rehas haben uns allen sehr gut getan, manche waren mittelmäßig, 2 Rehas waren katastrophal. Aber das lag daran, dass mein Sohn kein typisches Asthma hat, sondern sehr schwere Allergien und damit haben manche Ärzte Probleme, da sie das so nicht in den Lehrbüchern finden.
        Was Du von einer Reha erwarten kannst:
        Je nach Klima bessern sich die Allergien, das Asthma, teilweise auch noch Monate oder Jahre danach.
        Das Kind und eine eventuelle Begleitperson bekommt sehr gute Schulungen
        Atemgymnastik, intensiver Sport, Entspannungstherapie helfen, sich wohler zu fühlen und mit der Krankheit besser klar zu kommen.
        Die Ärzte in der Klinik sehen das Kind 4 Wochen lang intensiv und können dadurch die Gesamtsizuation manchmal besser beurteilen.
        Das intensive Erleben, dass andere Kinder die gleiche Krankheit haben, hilft oft, die eigene Krankheit besser zu akzeptieren
        4 Wochen weg von zu Hause sein, kann eine Chance sein, einen anderen Umgang mit der Erkrankung einzuüben
        Die meisten Reha-Kliniken haben eine gute Schule, wo die Kinder in kleinen Gruppen lernen. Unsere Kinder haben da meist kräftig aufgeholt und konnten einige Lücken, die durch häufige Fehlzeiten entstanden sind, schließen. Zumindest gibt es wissenserhaltenden Stützunterricht.
        In der Gruppe mit anderen Kindern lernen die häufig, dass man trotz und mit der Erkrankung viel Spaß miteinander haben kann.

        Ob ihr noch eine Reha mit Begleitperson bekommt, ist fraglich. Bis vor Kurzem war die Rentenversicherung sehr streng und verlangte von Kindern ab 8 Jahre, dass sie alleine fahren. Mittlerweile ändert sich das, da Kinder zwischen 8 und 12 Jahren kaum zur Reha geschickt wurden. Die Reha-Kliniken versuchen seit Jahren, das Alter der Kinder mit Begleitperson auf 12 Jahre zu erhöhen. Letztes Jahr auf Amrum habe ich mehrere Kinder mit 10 oder 11 Jahren gesehen, deren Begleitperson direkt genehmigt wurde. Aber auf der Jugendstation waren auch noch einige jüngere Kinder.
        Wenn ihr als Begleitung mit wollt, dann beantragt so schnell wie möglich die Reha!

        (3) 23.03.18 - 20:47

        Noch etwas: eine Reha ist keine Kur! Das Wort darf auch niemals beim Antrag (über die Rentenversicherung) erwähnt werden, da sonst schnell der Antrag abgelehnt wird.
        Kur bedeutet Vorsorge, also bevor man krank wird. Kur ist mehr Erholung und Hilfe zur Selbsthilfe. Reha bedeutet Wiederherstellung bei einer bereits bestehenden chronischen Erkrankung.
        Reha bedeutet viel Arbeit, viele Therapien (je nach Klinik), viel Lernen. Manchmal für Begleitpersonen auch sehr stressig.

          • (5) 25.03.18 - 19:31

            Früher war Davos sehr gut, jetzt aber leider nicht mehr. Oberjoch ist nur noch eine Massenabfertigung. Letztes Jahr waren wir auf Amrum, fahren da auch Ende April wieder hin. Wir waren von der Klinik, den Ärzten, den Therapeuten und Schwestern total begeistert!

      Unbedingt!
      Man hat ja neben der intensiven Schulung noch zusätzlich Therapien und das Reizklima!
      Dein Kind hat trotz der vielen Medikamente viele Kranktage.
      Lieber über die Ferien in Reha mit 2 Wochen Schulausfall. Dafür danach weniger Kranktage.
      Kennt sich dein Arzt wirklich so gut aus? Ich bin vom Fach und manchmal erstaunt wie überzeugt Mütter vom Kinderarzt sind obwohl da einiges schief läuft.
      Mein Sohn geht z.B. regelmäßig in die Asthma-Ambulanz der Kinderklinik obwohl es ihm sehr gut geht.
      Ob du als Begleitperson dabei sein darfst weiß ich nicht, dein Kind ist svhon relativ groß.
      Macht ihr denn regelmäßig Urlaub im Reizklima?
      LG,
      Hermiene

    • Hallo,

      ich bin der Meinung, eine Reha lohnt sich immer. Allerdings sprichts Du von Reha, ich bin mir relativ sicher, daß Dein Sohn da allein hin fährt. Mein Bruder war damals immer an der Ostsee und es hat ihm sehr gut getan, er hatte schlimmes Asthma und Neurodermitis, das war nach der Reha immer um vieles besser und hielt auch eine Weile an.

      LG

      danke für die Antworten- dann werden wir es wohl angehen.
      kennt jemand von Euch die Fachklinik Gaißach bei Bad Tölz?
      Ich habe mich dort erkundigt, es hieß, früher gab es für Begleitpersonen die Beschränkung bis 12 Jahre,, die wurde jedoch aufgehoben.
      Habt Ihr neben Amrum noch weitere Empfehlungen - wo man hingehen soll und wohin besser nicht?
      Danke 👋

      • Hallo,

        als ich vor Jahren meinen Reha-Antrag gestellt habe, bekam ich eine Reha-Klinik zugewiesen. Geh doch erst einmal zum behandelnden Arzt, der sollte ein passendes Formular für Dich haben und Dir alles genau erläutern können. Es bringt Dir ja nichts, wenn Du jetzt eine Klinik heraus suchst und dann war es um sonst.
        Aber schön, daß ihr es angehen wollt, ich drück Euch die Daumen.

        LG

        • Die Formulare bekommt man bei der Rentenversicherung, manche Krankenkassen haben auch welche von der DRV da. Damit geht man zum Arzt. Und wir hatten immer gleich die Wunschklinik angegeben, meist hat es so auch geklappt. Aber die Kinderpneumologen haben meist auch Kliniken, die sie besonders empfehlen.

          • Ja, Du hast Recht, das Formular kommt von der RV, ich glaube aber, mein Hausarzt hat sich damals um alles gekümmert, ich musste lediglich das Formular abholen, ist auch schon etwas Zeit ins Land gegangen ;-) Mit Wuschklinik oder Wunschtermin war überhaupt nichts zu machen, aber schön, wenn es bei Euch so geklappt hat.
            >>Aber die Kinderpneumologen haben meist auch Kliniken, die sie besonders empfehlen.<<
            Das stimmt natürlich.

            LG

      Wir waren auf Norderney, 1 Therapiekind und 1 Begleitkind. Es war sehr gut!
      Im Gegensatz zu meiner Vorschreiberin würde ich nicht beim Arzt nach Formularen fragen, sondern die selbst organisieren und dem Arzt hinlegen. Wenn es ein fähiger Arzt ist wird er es bei dem Krankheitsbild sicher einwilligen.

      (13) 28.03.18 - 17:26

      Auf Borkum ist eine Klinik, die nehmen Kinder bis 14 Jahre so weit ich weiß nur mit Begleitperson auf. Unser Sohn war aber zu krank für diese Klinik, das ist eher was für Kinder, die nur Asthma oder wenigen Allergien haben. Mit Neurodermitis, kennen sie sich ganz gut aus, war früher eine Hautklinik.
      Aber in Bezug auf die Begleitperson ist nicht die Klinik wichtig, sondern die Bewilligung des Kostenträgers! Wenn die DRV keine Begleitperson genehmigt, muss er alleine fahren, oder du zahlst selber!

Vorweg, hast du bereits gehört, Kur und Reha sind ein Unterschied.
Die Standard Kur Dauer ist 3 Wochen.
Ich war bereits 2x in der Kur, mit 2 Kindern, wir waren alle Behandlungsbedürftig und habe alle Anwendungen bekommen.
Das ist nämlich ein großer Unterschied.
Wenn du zur Kur fährst und deine Kinder sind Begleitung, dann bekommst du sehr viele Anwendungen, deine Kinder etwa 2 mit dir zusammen in einer Woche ( und es gibt noch freiwillige Sachen)
Wenn deine Kinder auch "Therapiebedürftig" sind, dann habt ihr alle Anwendungen...
Ich fand die 1. Kur ganz toll, sehr sehr kleines Haus an der Ostsee, sehr Familiär. Es war sehr entspannt.
Die 2. War in einer Riesen Klinik an der Ostsee, ( Ostseeklinik Grömitz), es war furchtbar, Massenabfertigung, 100 Familien angereist, Noro virus ausgebrochen, mangelnde Hygiene, es war der blanke Horror... Ich hätte beinahe abgebrochen.
Da die Kinder es schön fanden, bin ich ihnen zu liebe geblieben, aber ich war fertig danach. Saß auch in der 1. Woche BEIM Direktor, der fand das alles überhaupt nicht schlimm. Ich habe es meiner Krankenkasse gemeldet und darf nun anstatt nach 4 Jahren, wieder nach 2 Jahren, aber ehrlich, ich bin mehr als bedient vorerst.
Im übrigen ist es leider oft so, dass, vor allem die Kinder, erstmal krank werden ( andere Keime und so)

Zudem haben wir die Ostsee gewählt, weil mir die Nordsee zu hart war vom Klima, das war schonender!

Als 12 jährige war ich alleine in der Reha, auch auf Amrum, ich habe das sehe sehr positiv in Erinnerung! Es war anstrengend, aber ich hab viel gelernt für mein Asthma und es war wie Jugendfreizeit 😉

Im übrigen bin ich in die Kur auch über die Ferien gefahren, sodass wir nur 1 Woche Schule verpasst haben. Jedes Mal über Ostern :-)

Als tip noch, die antragstellung kann ziemlich kompliziert sein Und auch langwierig, Krankenkassen stellen sich da beiweilen auch stur an. Ich habe es über eine Mutter Kind kurberatung ( Friesland) laufen lassen, die würden auch Wiederspruch einlegen, falls es abgelehnt wird ( das passiert oft beim 1. Mal)

Hast du denn auch irgendwelche Erkrankungen? Oft ist es leichter, für dich eine Kur zu bekommen und die Kinder als Therapiekinder mit aufzunehmen, ansonsten kann auch hier die kk sagen, bald ist er 12, dann kann er alleine, ist halt günstiger #winke


In Gelsenkirchen glaube ich, gibt es auch eine Tagesklinik die auf Asthma spezialisiert ist, das hat mir meine Lungenfachärztin empfohlen, als ich gesagt habe, dass ich von der Kur die schnauze voll hab und mein Bett vermisse #rofl

Ich hoffe ich habe nix vergessen, falls doch, frag ruhig..

Nochmal nur zur Info, eine Kur ist tatsächlich auch oft einfach nicht entspannt :-(

  • Mit einem Asthma-Allergie-Kind sollte man keine Kur beantragen wenn man eine ordentliche Behandlung für das Kind möchte!
    Außerdem ist das Infektionsrisiko bei einer Reha deutlich geringer im Vergleich zu einer Mutter-Kind-Kur: 1. dürfen nur gesund attestierte Patienten anreisen 2. wissen alle Eltern um die Gefahren einer Infektion und sind entsprechend umsichtig und 3. ist das Personal schwer hinterher erkrankte Patienten zu isolieren.

    Eine Mutter-Kind-Kur ist für die Mütter, nicht für die Kinder, diese sind nur Beiwerk. Einer Kinder-Reha ist für kranke Kinder und die Mütter müssen mitarbeiten.

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