ich kann nicht mehr

    • (1) 01.08.18 - 17:41

      Hallo ihr Lieben,
      Es ist total lächerlich. Ich weiß.
      Es ist noch nicht mal so schlimm.
      Nein - es *ist*schlimm. Für mich.
      Und für sie.
      Vielleicht ist es anders, wenn man gleich merkt, das Kind ist gehandicapt.
      Das ist bei meiner nicht so.
      Wahrnehmungsstörungen. Entwicklungsverzögert.
      Für uns ist alles an der Kippe zur "Normalität".
      Und ein Wille, zu kämpfen, nicht einfach nur akzeptieren.
      Sie ist jetzt in einem Alter, wo sie endlich so viel versteht, dass man ihr Aufgaben oder ihr Situationen halbwegs erklären kann.
      Sie bekommt Förderung und wir machen auch Zuhause was.
      Wir machen viel.
      Wir waren auch im Therapiezentrum Iven und machen jeden zweiten Tag Übungen.


      Das Problem ist momentan: mir geht die Kraft aus. Ich bin so müde. Was andere Kinder sich selbst beibringen oder schnell kapieren, dafür muss ich mit ihr ewig üben (z.B.Puppen anziehen, schälen, schneiden).
      Und natürlich alles täglich, weil's sonst nix bringt.
      Sie malt mit fünf wie ein 3 - Jähriger.
      Wir basteln daheim, ich stelle ihr soviel Material zur Verfügung, zeige ihr dies und das, lass sie selbst machen, helfe ihr.
      Mache diese Vorschulhefte.
      Wir matschen, fädeln, spielen UNO, sogar die Würfelzahlen hab ich mit ihr ewig beim Spielen geübt mit einem riesigen Schaumstoffwürfel.
      Das war dann sogar bei der letzten U-Untersuchung dran.
      Hätte ich das nicht geübt, wäre die Untersuchung wesentlich schlechter ausgefallen.

      Und ich brauche so viel Geduld. Und ich gebe mein bestes.

      Das Schwimmen hat sie beim Kurs gelernt. War eine der besten.Und kaum ist eine Woche vergangen, hält sie sich kaum an das Gelernte, paddelt wieder wie ein Hund.

      Aber das schlimmste: kaum sage ich was dazu, heißt es: geh weg!

      Ich weiß, dass ich gerade die "Übungtante" bin, aber sie bockt oft so massiv!
      Es muss aber leider sein.
      Man muss fördern, denn wenn nicht jetzt, ist es irgendwann zu spät.

      Ich weiß, man kann jetzt gerne sagen: das arme Kind.
      Aber mir geht's auch nicht gut!
      In der Zeit, wo andere Mütter ausruhen, hab ich wegen meinem Kind Arbeit.
      Ich finde das manchmal einfach besch#@* und ungerecht!
      Zeit für Partnersuche hab ich keine, mit dem Vater kann ich mich kaum austauschen.
      Dieses"Wow"!-Ding, echt, das hast Du jetzt alleine geschafft! habe ich so gut wie nie.
      Wenn sie etwas gut hinbekommt, ist das mehr deshalb, weil ich das mit ihr vorher ewig geübt hab.
      D.h. ich bin da dann fast mehr stolz auf mich als auf sie.
      Für die Ausdauer, Zeit und Geduld.

      Es klingt alles schrecklich.
      Ich weiß.
      Aber vielleicht möchte sich ja noch jemand outen, dem es ähnlich geht.
      Grüße

      • (2) 01.08.18 - 19:22

        Hi,

        hör halt auf!

        Und fang an, Deine Tochter zu akzeptieren. So wird es für Euch beide irgendwann in einer Katastrophe enden. Du tust weder ihr etwas Gutes, geschweige denn Dir selbst. Such Dir dringend jemanden, der Dich zu der Frage beraten kann, welche Förderung tatsächlich notwendig und wichtig ist und wo Du besser aussetzt.

        Viele Grüße
        die Landmaus

        • (3) 01.08.18 - 19:34

          Was soll ich aufhören?
          Die vom Therapie-Zentrum empfohlenen Turnübungen und Mundübungen?
          Hast du dich da eingelesen oder machst du es selbst?
          Ist dein Kind in der Förderschule?

          Ich kenne einen Haufen Eltern, die sich aus Bequemlichkeit um gar nichts kümmern und das als "Liebevolle Pädagogik" verkaufen.
          Die versäumen, ihren Kindern zu helfen.
          Die vorgeben, ihren Kindern Selbständigkeit beizubringen, aber es mal wieder nur um Bequemlichkeit geht.
          Die alle fünfe ständig grade sein lässt und so tut, als käme das ihren Kindern zugute. Dabei geht es nur wieder um Konfliktvermeidung.

          So eine Mutter möchte ich nicht sein.
          Aber es ist hart. Echt hart.
          Und anstrengend.
          Nur kann die Lösung nicht sein, sich das zu sparen.
          Das ist nur gut für einen selber.
          Für das Kind garantiert nicht!

          • (4) 01.08.18 - 19:40

            Das Gegenteil ist aber genauso schlecht. Dir fehlt ein Mittelweg. Zuviel ist genau so schlecht, wie zu wenig. Lies Deinen Text selbst nochmal in Ruhe durch. Es klingt grauenvoll, weil die Förderung über allem zu stehen scheint.

            Und was Deine Frage, ob ich überhaupt weiß wovon ich rede, angeht: Mein 10jähriger Sohn ist Autist mit geistiger Behinderung. Ich hab noch eine Tochter, bin bereits viele Jahre allein erziehend und arbeite 80% in einem anspruchs- und verantwortungsvollen Beruf. Ich hab das alles durch. Ich kenne die Erschöpfung, die Hoffnung und das Gefühl nicht genug zu tun.

        (5) 01.08.18 - 19:41

        Und wir sind (!) bei der Logo und Ergo und Psychologin und bekommen überall Beratung und was für Zuhause mit! Keine Sorge:)

        • (6) 01.08.18 - 19:43

          Genau das macht mir ja die Sorgen. Du sollst Dich im Hinblick auf die Menge und die Prioritäten beraten lassen. Ihr braucht beide Raum für normale Entwicklung.

          • (7) 01.08.18 - 19:57

            Dein Sohn ist Autist.
            Also mach es dir doch gemütlich!
            Da weiß man was man hat.
            Ich aber nicht!!!
            Und ich weiß, dass der IQ mit sieben durch ist. Bis dahin haben wir noch ein wenig Zeit, danach ist Schicht.
            Ich werde nicht die sein, die ihr Kind sich selbst überlässt und behauptet find super Mutter gewesen zu sein, weil sie ihr Kind nie gefordert hat.

            Aber es ist anstrengend!!!
            Und ich hatte gehofft, auf diesem Weg Mütter zu finden, die sich ihrer Verantwortung bewusst sind und denen es genauso geht!

            • (8) 01.08.18 - 20:06

              Wir haben eine Diagnose erst seit er 8 ist. Gemütlich war und ist da nichts dran.

              Deine Vorstellung davon, wie Du Dein Kind formen kannst, ist schlicht falsch. Und Du schadest damit wohl eher Euch beiden. Möchtest Du tatsächlich Austausch oder Bestätigung und Anerkennung?

    (9) 01.08.18 - 20:47

    Liebe Vreni,

    Respekt was du alles leistet. Es ist sehr viel und dass da einem mal die Puste ausgeht ist normal.

    Welche Wahrnehmungsstörungen hat sie denn?? Mein Ältester hat die visuelle und die auditive. Lese Rechtschreibschwäche und Diskalkulie. Blasen Darmlähmung. Nur so die groben Punkte. Das sag ich nur, um dir zu zeigen ich weiß von was du sprichst. Ich hatte das ähnlich durch. Einmal in derWoche Logo, einmal Ergo, Therapien, Ärzte, KH. 4mal am Tag Blase leeren etc pp. (habe noch 2 kleinere Kids) nebenher. Ich ging wie du am Stock!! Ich sah meinem Sohn nicht mehr, nur noch ein Pflegefall.... Das war schrecklich für alle!!!! Habe dann die Notbremse gezogen. Und gesagt Logo und Ergo OK. Aber den Therapeuten klar gemacht, dass er noch eine Kindheit braucht, und wir darum keine Übungen zu Hause machen. Die anderen habe ich auf Eis gelegt. Hab dann abends ein Ritual angefangen... Wo ich mit ihm übe und er es gar nicht merkt... Und Sonntag ist Familientag, da wird nur etwas gemacht was allen gefällt (bei uns ist es wandern und Rad fahren). Und seit wir das alles umgestellt haben, fängt er an selbstständig Übungen zu machen. Und er ist wieder glücklich und wir anderen auch.

    Ich schreibe dir das nicht, um zu zeigen wie ich es "vielleicht richtig" mache. Sondern um dir viel. Einen neuen Weg aufzuzeigen. Du darfst mich gerne auch persönlich anschreiben falls du noch Fragen hast.

    Für mich bist du eine liebe tolle Mama. Die nur vergisst "Mama" zu sein. Weißt was ich meine. Hab ich auch.

    (10) 01.08.18 - 21:35

    Hast Du schonmal eine Kinderreha beantragt für Dein Kind? Bei Facebook gibt es eine Gruppe dazu, wo Du einige Infos zum Antrag und zur Klinikwahl bekommst.

    Lg,
    Fina

    (11) 01.08.18 - 22:04

    <3

    Du machst das super, halte weiter durch, irgendwann wird es besser!

    Du weißt, wofür du es machst!

    Geht sie in einen Heilpädagogischen Kindergarten?

    Geht sie im Herbst in eine SVE? Da wirst du Entlastung spüren!

    Mein Sohn ging vormittags in die Förderschule und nachmittags in eine Heilpädagogische Tagesstätte, dort haben sie viele Therapien gemacht.

    Seit diesem Jahr mache ich wieder alles selber, mein Sohn besucht eine normale Schule. Schon wieder Therapie!

    Aber es wird wirklich besser, je älter sie werden.

    Du musst nur aufpassen, dass du einen Weg findest, das durchzuhalten. Mich hat es zerlegt, als mein Sohn 5 war und ich war ein halbes Jahr in einer Klinik, das war eine Katastrophe.

    Wenn sie dann bis zur Schule nicht alles kann, lernt sie es dort, du solltest dich nicht verrückt machen. Geht sie zur Förderschule?

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man dran zieht, versuche ich mir immer zu sagen.

    Alles Gute!

    (12) 01.08.18 - 23:12

    Hallo verini, auch wenn du das jetzt nicht gerne hörst/liest, aber ich bin da wirklich bei Landmaus.
    Sie hatte dir lediglich geradeaus geschrieben, was eigentlich auf der Hand liegt und du im Grunde schon selber spürst: es ist zu viel!
    Förderung ist ja schön und gut, aber Überforderung endet in Überforderung und macht jegliche Motivation zunichte und es schadet letztendlich mehr, als das es hilft.

    Ich versuche es dir jetzt mal mit anderen Worten zu sagen und schildere dir jetzt auch kurz im Vorfeld unseren Background.

    Also ich habe 2 Kinder, im Alter von 8 J und 3 J. Bis unser 8 Jähriger 4-5 Jahre alt war, dachten wir, es wäre alles Okay. Klar es war anstrengend, er war weiter zurück als die anderen, er tat sich in allem Schwerer. Fahrradfahren hatte er letztendlich erst mit 7 3/4 Jahren gelernt und er fährt bis heute noch wackelig.

    Sein Seepferdchen hatte er als einziges Kind der Schwimmschüler nicht erhalten und überhaupt war immer alles schwieriger für ihn: Zuhören, Aufpassen, Koordination, Gleichgewicht, Umgang mit Freunden etc.pp.
    Damals hatten wir mit Ergo gestartet und es folgten Osteopathie,
    Physio, Logo, Psychomotorik, Urologie, KJP, SPZ (Psychologe, Heilpädagogin, auch dort Ergo, Physio und Logo, allerlei EEGs und Entwicklungskontrollen) + allerlei weitere Untersuchungen und Facharzttermine: MRT in Vollnarkose, Schlaflabor, Röntgenbild, Blutbilder, Schlaflabor, Pädaudiologie, HNO usw.


    Unser Kleiner kam als Frühchen und hatte allerlei Komplikationen nach der Geburt. Darunter beidseitige Hirnblutungen, welche uns bis heute - trotz sehr gutem Verlauf - nach wie vor die meisten Sorgen hinsichtlich seiner Entwicklung machen.

    Bei ihm war es von Anfang an kein akzeptieren, sondern ein Hoffen und sich in Zuversicht üben. Uns wurde damals bei Entlassung nur gesagt, dass bei den Hirnblutungen die unser Kind hatte, Behinderungen in allen Bereichen möglich wären, wir aber Hoffnung haben dürfen.

    Man genießt da zwangsläufig weniger weil die Unbeschwertheit fehlt und man beobachtet jede kleinste Auffälligkeit mit Argusaugen. Er bekam von Geburt an Physiotherapie und aufgrund einer frühchentypische Augenproblematik augenärztliche Kontrollen in einer Augenklinik mit Sehschule - mit 1 Jahr bekam er dann aufgrund einer Sehstörung eine Brille und aufgrund eines Schielens Okklusionstherapie.
    Seine Entwicklung gab schnell Entwarnung bzgl schwerwiegender physiotherapeutischer Probleme, dennoch hatten die Hirnblutungen wohl doch Störungen der Kommunikation zwischen Hirn und Muskeln einseitig gestört, weswegen wir die ersten 2,5 Jahre Physio bekamen. Als er physiotherapeutisch auf einem guten, akzeptablen Level war, wechselten wir von Physio zu Ergo. (Bytheway: Begründung war, das zu viel Therapie definitv schadet und sehr oft "Weniger MEHR ist")

    Also starteten wir mit Ergotherapie und das bekommt er bis heute und das wird er auch die nächsten Jahre bekommen.
    Er ist entwicklungsverzögert (wie sein großer Bruder auch) und wichtig ist IMMER: deine eigene Erwartungshaltung zurückschrauben. Wenn ich gleichaltrige Kinder sehe (beide Kinder betreffend) dann werden die Unterschiede immer wieder ganz ganz deutlich und ja: manchmal bedaure ich das und manchmal macht mich das auch traurig.
    Aber beide Kinder entwickeln sich weiter, nur in ihrem Tempo! Insbesondere beim Kleinen, wo noch so viele große Meilensteine anstehen und auf sich warten lassen, freue ich mich tatsächlich über jede noch so Kleine Errungenschaft.

    Mittlerweile bekommt er auch Logopädie, weil er mit dem Sprechen sehr große Probleme hat. Er ist ein I-Kind und bekommt auch im Kindergarten sprachtherapeutische Stunden (heilpädagogisch und mit sensorischer Integration). Evtl wird er noch bewegte Logopädie bekommen bei einem Gestüt.
    Selbstverständlich wird auch unser Kleiner vom SPZ betreut und hat eine Menge ärztliche und therapeutische Termine hinter sich gebracht, wie beispielsweise Pädaudiologie, Neuroorthopädie, EEG, Heilpädagogin, Osteopathie usw.

    Es ist mit beiden Kindern oft sehr schwierig und zermürbend und ich hardere oft mit mir. Aber niemals würde ich über ihren Erfolg mehr stolz auf mich selbst sein, als auf sie.
    Was andere Kinder wie selbstverständlich gefühlt von alleine lernen, müssen sich meine Beiden mühevoll erarbeiten. Da bin ich stolz auf die Beiden und wirklich nicht auf mich.

    Stolz auf mich bin ich, dass ich 2 so taffe Kinder habe, welche sich schon viel öfter beweisen mussten, als die meisten anderen Kinder um sie herum.

    Aber ich veranstalte zuhause sicherlich kein Förderprogramm und wenn wir Übungen mal nicht schaffen, dann ist es halt so.
    Für mich liest sich es auch so, dass du durch die viele Förderung, unbeschwerte Zeit mit deinem Kind einbüßt und dein Kind die Motivation peu à peu verliert.

    So sollte es nicht sein. Förderung ist ja schön und gut, aber die Motivation dazu ist noch viel wichtiger.

    Sprich bitte mit deinen Therapeuten und Ärzten darüber und findet bitte einen anderen, weniger straffen Weg der euch beide endlich wieder entlastet und zueinander finden lässt.

    Vielleicht täte es gut, deine Tochter einfach ein stückweit so zu akzeptieren wie sie ist und deine Erwartungen an sie zu überdenken. Denn ich denke auch, dass sich da die Katze in den Schwanz beißt. Du baust dir selber offensichtlich jede Menge Druck auf, das Beste aus deiner Tochter rausholen zu wollen und zu müssen, weil du für sie verantwortlich bist.

    Aber das Gras wächst auch nicht schneller wenn man daran zieht, im Gegenteil: Ziehst du zu fest, dann reißt es ab und geht kaputt.

    Versuche doch bitte deine Tochter nicht so zu sehen, als "könnte sie Besser sein wenn sie nur/wenn du nur....genug üben und fördern und und und..."
    Nimm sie so wie sie ist und erfreue dich gemeinsam mit ihr über jeden weiteren Entwicklungsschritt. Deine Tochter MUSS GAR NICHTS können, sie muss es offensichtlich NUR FÜR DICH können, weil DIR das wichtig ist. Es darf dir auch wichtig sein, aber nicht so wichtig, dass du mit deiner Tochter so wie sie ist unzufrieden bist und sie das durch Drill spüren lässt.

    Ich finde es großartig und smart von deinem Kind in diesen Situationen zu sagen: Geh weg!

    Weil genau diese Abwehrreaktion völlig gesund ist und sie das genau richtig macht. Es ist nicht okay von dir als Mutter und es ist auch nicht deine Aufgabe als Mutter, dein Kind zu überfördern/-fordern. Dein Kind hat das Recht darauf Kind zu sein und mit all seinen Schwächen akzeptiert und geliebt zu werden. Erst dann wenn dein Kind sich in diesen entscheidenden Punkten sicher sein kann und sich sicher fühlt (=> das sie so wie sie ist genügt und ausreicht, dass sie Okay ist wie sie ist!), wird sie durch eigenen Antrieb Motivation finden auf freiwilliger Basis, spielerisch und ja manchmal auch mit "Muss halt sein" dahinter. Aber dann tut sie es FÜR SICH selbst und nicht gefühlt für DICH als Mutter.

    Die Frage ist und bleibt: was möchte sie selbst erreichen und was möchtest du von ihr, dass sie erreicht - was erwartest du von ihr.

    Ich kann dir nur raten: Schraube deine Erwartungshaltung zurück und verschaffe euch beide endlich mehr unbeschwerte gemeinsame Zeit, in welcher sie genau spürt: Mama liebt mich so wie ich bin, ich reiche ihr aus, sie erwartet jetzt keine Leistung von mir, sondern sie verbringt mit mir einfach gerne ihre Zeit und ist für mich da.

    Du solltest definitv Prioritäten bei der vielen Förderung setzen und mit den Ärzten und Therapeuten Schwerpunkte herausarbeiten, denn Weniger ist nunmal Mehr.

    Zu viel schadet nicht nur deinem Kind, sondern auch eurer Beziehung und somit auch eurer Gesundheit.

    Liebe Grüße Snow,
    die dich zwar versteht, dir aber dennoch sagen möchte, dass ihr euch gerade auf keinen tollen Weg befindet und dir das bewusst machen solltest.

(15) 02.08.18 - 19:31

Hallo,
ich weiß was du durch machst.

Ich stimme meiner Vorrednerin zu:

HÖR AUF! DU MACHST DICH UND DAS KIND VERRÜCKT!

Du merkst es doch selbst. Wann willst du es dir eigentlich auch endlich mal ganz offen eingestehen? Dein Kind ist anders als gesunde Kinder! Dein Kind wird auch lernen zu schwimmen - aber zu seiner Zeit und nicht, wann du es für richtig hältst! Es gibt in Deutschland ein ganz tolles Sprichwort: "Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." - und du reißt es ja schon fast aus!

Meine Söhne sind jetzt 12 und 10 Jahre alt. Sie haben derart viele Diagnosen, dass ich für Jeden einen eigenen dicken DIN A4 Ordner habe. Beide sind seelisch und körperlich behindert - der Kleine auch noch geistig behindert. Ja, Iven sagt mir durchaus etwas - ich wäre gern mit meinen Jungs dorthin gegangen, nur leider sind meine Jungs zu behindert für Iven. Meine Söhne haben beide Frühförderung gehabt, im Kindergarten hatten sie eine I-Kraft. Mein Ältester hat einmal ein Jahr eine Förderschule besucht - war eine Katastrophe. Daher hatten wir uns nach einer anderen Alternative umgesehen - beide Kinder sind dann in der Grundschule inklusiv beschult wurden. Jetzt in der weiterführenden Schule gibt es keine staatlichen Schulen mehr, die das anbieten. Daher besuchen sie jetzt eine Privatschule - natürlich seit der 1. Klasse bis heute mit Teilhabeassistenz und sonderpädagogischen Förderbedarf.

Und wenn du meine Söhne sehen würdest, würdest du denken, sie sind vollkommen gesund. Ich würde schon gefragt, wie ich es angestellt habe für meinen gesunden Sohn einen Schwerbehindertenausweis mit einen GdB von 100 und den Merkzeichen B, G, H zu bekommen. Und für den Pflegegrad 4 habe ich auch nur den Gutachter ausgetrickst...

Lass dein Kind seine eigene Entwicklung bestimmen. Beobachte, was es gerade lernen will und unterstütze das.

Warst du mal in einer KJP zur Diagnostik oder läuft bei euch alles über das SPZ.

  • (16) 02.08.18 - 19:38

    Ach ja, ... ich war einmal wie du. Das hat mich zu einem deftigen Nervenzusammenbruch geführt.
    Danach gab es eine lange Pause und danach eine Mutter-Kind-Kur und dort eine Menge Verhaltensweisen, die ich doch bitte ändern sollte, falls ich noch eine Weile Mutter und nicht Managerin meiner Kinder sein will.
    Daher war mein Rat: sei Mutter und lass dein Kind auch Kind sein!
    Beantrage die Hilfen die dir zustehen und nutze sie. Und lege eine Höchstgrenze an Förderung fest. Mehr als 3 Therapien pro Woche sind sinnlos und bewirken das Gegenteil. Tägliche "Therapien" zu Hause sollten dann extrem spielerisch sein.

(17) 03.08.18 - 13:10

Für mich klingt das, als ob du und der ganze Therapeutenzirkel auf den Defiziten des kleinen Mädchen runtanzt. Wann in dem ganzen Trara erhält das Kind Förderung und Anerkennung seiner Begabungen/Talente?

Ein Stück weit verstehe ich dich ja, ich habe fünf Autisten gross bekommen, ich war über Jahre chronisch am Limit, es war eine extreme Gratwanderung, meine Angst oft unermesslich etwas falsch zu machen, zuwenig zu fördern. Aber eins habe ich gelernt: es gibt nichts destruktiveres als defizitorientiertes Denken und Therapieren!

(18) 03.08.18 - 17:13

Ich glaube was du machst, finde ich ein wenig viel. Bau Übungen einfach spielerisch in den
normalen Alltag mit ein. Und nicht Zuviel. Weniger ist häufiger mehr.

Ich habe selber zwei Kinder mit Besonderheiten. Der Große hat Legasthenie und AVWS
auditiver Verarbeitungsstörungen. Der Kleine hat frühkindlichen Autismus mit weniger Sprache. Und beide hatten KISS-KIDD-Syndrom und waren sehr lange in Behandlung.

Die Förderung hatten wir spielerisch im Alltag mit eingebaut. z.B zieh doch mal deine Strümpfe an, versuche den Knopf zuzumachen z.B morgens beim Anziehen. Beide Kinder
hatten feinmotorische Probleme. Bis es irgendwann klappte. Ich übte auch kein Druck aus. Mein Großer musste wegen seine Legasthenie auch noch Zusatzaufgaben zu den
vielen Hausaufgaben 5. Klasse Realschule lösen. Die Frage von mir an die Lehrerin warum, ganz einfach, dass gehört zur täglichen Förderung. Und das Ende vom Lied, es sind viele Tränen gelaufen, weil er so wenig Zeit hatte wegen den vielen Hausaufgaben,
Zusatzaufgaben (die es übrigens auch beim Legasthenietraining gab, aber nur eine Seite für eine ganze Woche, in der Schule gab es mindestens noch eine DIN4 Seite auf pro Tag). Wo ich dann mit der Hilfe des Legasthenietrainers dann eingeschritten war, so geht
es nicht weiter. Die Lehrerin ließ es dann auch sein, weil sie sich schon über die schlechten Noten beschwerte. Das zum Thema Förderungswahnsinn. Nebenbei hatte mein Großer neben Legasthenietraining auch noch Ergotherapie. So eine Förderung machte ich zu Hause nicht mehr. Lieber schaffte meinem Großen mehr Freiraum.

Und der Kleine hatte seine Förderungen auch täglich im Alltagsleben eingebaut. Therapien erfolgten bis zur Einschulung im Kindergarten. Nach Einschulung hatten wir bis zu 3 Therapien in der Woche. Zusätzliche Förderung über längere Zeit am Tag brachte
nichts.

So in diesem Stil wie du es machst, hatte ich das nicht gemacht. Weil neben den ganzen Therapien ziemlich viele Arztbesuche, Chiropraktik wegen KISS-KIDD-Syndrom der beiden Jungs, Kieferorthopäde beim Großen (dort bekam er sogar ein Verordnung Logo,
auch wieder ein zusätzlicher Termin in der Woche) anstanden. Für so eine Förderung hatte ich nämlich auch keine Zeit mehr. Dann lieber 2 bis 3 mal die Woche mal auf dem Sofa ausruhen. Dafür nahm ich mir die Zeit. Außerdem bin ich auch noch berufstätig.

Heute ist es so, der Große ist mit allen durch und ist Ende Januar 2019 mit seiner Ausbildung fertig. Er ist 19 Jahre alt.

Der Kleine ist 14 Jahre alt. Wir haben alle Therapien bis auf Logo auslaufen lassen. Er geht auch länger zur Schule und ist an zwei Tagen erst gegen 16:45 Uhr zu Hause. Und
für mehr Therapien ist die Luft raus. Und es läuft auch so ganz gut im Moment mit ihm.
Vielleicht machen wir noch Autismustherapie mit ihm zwei Jahre bevor er aus der Schule . Diese machten wir schon mal 4 Jahre lang.

(19) 04.08.18 - 13:47

Es ist nicht lächerlich, dass dir Anerkennung fehlt, dass dir Kraft und Motivation abhanden kommt.

Dazu kommt jetzt, dass deine Tochter deine Training nun ablehnt.

Um Erfolg zu haben wirst du deine Strategie ändern müssen.
Sie ist jetzt 5 und bekommt täglich zu spüren , dass sie "nicht richtig" ist.
Und sie viel üben muss , um "richtig" zu sein.
Auch wenn du dein Kind liebst und du ihr die beste Förderung angedeihen lassen willst, so scheint dein bisheriger Weg für euch beide nicht der zielführende zu sein.
Ihr sollt euch beide miteinander wohlfühlen.

Vielleicht liegt der Weg eher darin, dass du mit ihr spielst.
Sag ihr : "Heute ist es warm, wir gehen uns abkühlen. Plansch mit ihr! Spiel mit ihr. Später sag ihr, dass du eine Runde schwimmen willst. Frag sie ob sie mitkommen will.
Wenn nicht soll sie mitkommen und die Zeit "stoppen". Ermuntere sie später zu dir ins Wasser zu kommen um sich abzukühlen. Nimm den Druck raus.

Bei motorischen Übungen kann man doch gut alltägliche Sachen als Übung nehmen.
Lass sie beim Kochen die Zutaten abwiegen und abzählen, lass sie doch die "zufällig" in die Nudeln gefallenen Bohnen da rausfischen.
Lass sie dir für euch einen Coupon aus der Zeitung ausschneiden oder einen "wichtigen" Artikel.
Spiele mit ihr was sie aber mit dem gängigen Material, damit ihr nicht so offensichtlich wird, dass sie üben soll.
Baue deine Übungen in den Alltag ein, damit stellst du die tägliche Wiederholung sicher.
z.B beim Hochtragen vom Einkauf.
Nach jeder 7. Treppe kurz stehen bleiben... deine Tochter wird mitzählen.
Gib ihr mehr Zeit und setzt euch nicht so unter Druck.
Eines meiner Kinder konnte in der zweiten Klasse mit Buchstaben auch so gut wie nichts anfangen.
Heute ist es erwachsen hat einen Beruf erlernt und verdient gutes Geld.

LG
Karna

(20) 07.08.18 - 11:27

Hallo Verini,

Ich habe mich extra wieder angemeldet, um dir zu schreiben. Auch ich habe ein knapp 5-jähriges, in mehreren Bereichen entwicklungsverzögertes Kind. Ist I-Kind in der Kita, nicht jeder merkt sofort, dass er anders ist. Kann aber z. B. immer noch nicht sicher die vier Grundfarben, kann nur mit größter Mühe bis drei/vier zählen, kann nicht malen, motorisch kleine Probleme, sprachlich zurück ... To be continued.

Aber: mein Mann und ich sehen uns nicht als Therapeuten unseres Kindes. Ich als Mutter sehe meine größte Aufgabe darin, mein Kind so zu lieben, wie es ist. Ihm zu zeigen, dass er richtig ist, so wie er ist. Es gibt genug Menschen, die ihn immer wieder beurteilen und sagen was er nicht kann. Das wird wahrscheinlich ein Leben lang so sein, dass er nicht so ist, wie das Umfeld es gewohnt ist. Wir Eltern möchten ein sicherer Hafen für ihn sein, wenn die Außenwelt mal wieder gnadenlos auf seine Inkompatibiltät hinweist.

Ich akzeptiere die Andersartigkeit meines Kindes. Klar wird er gefördert, aber eher so Nebenbei, klappt bei vielen Dingen. Wir könnten ihn aber auch systematisch immer wieder z. B. jeden Tag Farben üben lassen... Aber wo führt das hin?! Meiner persönlichen Erfahrung nach zu Frust auf beiden Seiten und zu einer gestörten Eltern-Kind Beziehung.

Zum Anfang hab ich auch oft im Hinterkopf gehabt: "Ah, du musst jetzt dieses und jenes heute unbedingt mit dem Kind noch üben...". Das hat mich gestresst, enorm. Das hat mein Kind gestresst. Bis ich begriffen habe, das mein Kind auch Kind sein darf.

Seit einem Jahr überlegen wir sehr genau, welcher Arzt-Besuch wirklich sein muss, welche Therapie jetzt gerade wirklich einen Nutzen hat.

Bei euch hört sich alles so mega verkrampft an. Du möchtest auf Teufel-Komm-Raus dein Kind der Norm anpassen. Du bist erschöpft, klar, verständlich. Man rennt gegen Windmühlen, wenn das Kind das mühsam vorher erlernte wieder vergisst. Aber wie geht es eurem Kind? Kommt es mit dem Druck klar?

Ich wünsche euch, dass ihr euren Weg zu einem guten Mutter-Kind Verhältnis findet..

Viele Grüße
Stiefelkind

(22) 19.08.18 - 21:42

Hallo!
Ich möchte euch allen für eure Beiträge danken!
Ich war wirklich in einem tief.

Nun habe ich eine Woche Urlaub gehabt und mein Kind war in der Zeit beim Vater. Ich habe mich richtig erholt, ausgeschlafen, habe mich mit Freunden getroffen, was für mich getan, gefaulenzt.
Das war wie eine Kur für mich.
Als mein Kind wieder da war, war plötzlich alles anders.
Einfach so.
Ich war ausgeruht, entspannt.
Ich habe mir überlegt, was wir wirklich noch machen müssen und wie oft und habe beschlossen, alles drastisch runterzufahren. Viel mehr im Spiel zu "üben". Ich konnte wieder mehr mit meinem Kind lachen und Quatsch machen.
Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.
Wir sind in eine dumme Spirale geraten und es war ein Segen, dass wir davon Pause hatten.
Danke euch nochmal!
Jetzt sehe ich vieles entspanner.

  • (23) 01.09.18 - 14:26

    Das freut mich wirklich sehr! Ich wünsche Dir, dass dieses Gefühl möglichst lange anhält. Aus eigener Erfahrung befürchte ich, dass Du irgendwann bemerken wirst, dass du wieder zurückrutschtst. Das passiert wahrscheinlich und ist nicht schlimm. Die Bremse findet sich zum Glück immer am gleichen Ort :-)

(24) 24.08.18 - 18:58

Hi , ich selbst habe zwar (noch ) keine Kinder, arbeite aber mit schwer kranken und auch Entwicklungsverzögerten Kindern zusammen. Ich kann zu eurer Situation sagen : weniger ist manchmal mehr . Ich finde es gut , dass du kämpfen willst und alles mögliche für dein Kind tun willst um auch am Ende nicht sagen zu müssen : was hätte ich noch tun können. Aber : zu viel Druck aufbauen ist auch nicht förderlich. Wenn dein Kind schon signalisiert : geh weg, ich mag nicht . Dann lass ihm die Freiheit. Zu viel Druck kann auch oft das Gegenteil bewirken. Es ist super , wenn man sein Kind fördert . Ich kenne auch andre fälle, wo zb mehr Förderung nicht schaden würde .. Aber wie gesagt : zu viel Köche verderben auch den Brei. Es ist gut wenn ihr Logo ergo usw macht . Aber vllt könnte man einige Kurse streichen, vllt etwas was dein Kind ganz und gar nicht mag und keine Freude daran hat .
Wichtig ist auch , auch wenn es schwer fällt : gib deinem Kind die zeit, die es braucht . Auch wenn das bedeutet dass es deutlich mehr zeit braucht als ein andres Kind im gleichen alter.
Und bitte : vergleiche dein Kind nie mit andren . Das ist das verkehrteste was man machen kann . Irgendwann kommt alles von selbst . Auch wenn es länger dauert . Wichtig ist doch , dass du dein Kind liebst so wie es ist.

Mein jüngerer Bruder (mittlerweile 25) war ähnlich wie du deine kleine beschreibst. Er hat auch lange gebraucht. Meine Eltern waren auch verzweifelt. Aber er ist seinen Weg gegangen unf heute stellvertretender seines Chefs in der Küche (gelernter koch ) . Was ich damit sagen will : auch solche Kinder gehen ihren Weg, auch wenn dieser länger und steiniger ist.

Ich würde euch noch eine Selbsthilfe Gruppe empfehlen, wo du dich vor Ort mit Eltern ähnlicher Kinder austauschen kannst . Versuche Adressen zb beim Jugendamt oder pro Familia zu bekommen. Außerdem wäre eine Mutter Kind Kur empfehlenswert.

Alles gute euch / dir

P.s : egal ob das Handicap von vornherein oder schleichend kam : es ist immer ein Schwerer Kampf sich diese Realität einzugestehen.

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