Fehldiagnose, Autismus Spektrum Störung, Asperger Syndrom, Hochsensibel

    • (1) 08.02.19 - 12:43

      Hallo an Alle,

      unser Sohn 10, unser Jüngster von 4 Kindern, hat leider arge Probleme in der Schule seit der 1. Klasse.

      Ich selbst habe schon früh selbst gemerkt, dass mein Kind etwas anders ist, als seine Geschwister oder Kinder aus der Umgebung.
      Die KÄ meine aber dass richtet sich wieder.
      So bekam er dann bis zur Einschulung Heilpädagogik und Ergotherapien, aufgrund einer Wahrnehmungsstörung und einer verzögerten kindlichen Entwicklung.
      Er ist sehr eigen, hat einen starken Gerechtigkeitssinn, konnte soziale Kontakte nicht so leicht knüpfen und hat aber ansonsten ebensolche Unarten, wie manch andere Kinder auch.

      Auf andere Kinder konnte er damals nicht so gut zu gehen.
      Spielte auch mal gerne für sich und wurde aufgrund dessen in der KIGA oft von den anderen Kindern ausgegrenzt.
      Die KÄ sowie die Schulärztin gaben ihm trotzdem das Go für die Schule.

      Befunde von der Ergo, u.a. haben wir der Schule gleich am Anfang mitgeteilt ,damit auch sie etwas besser damit umgehen konnten.

      Dann ging es los.
      Er bekam eine Förderung, weil man befürchtete dass er sonst nicht mitkommen würde. Alles gut, machten wir mit. Kann ja dem Kind nicht schaden.
      Man nahm ihn die ersten 2 Jahre dann in Deutsch und Mathe jeweils für drei Stunden in der Woche aus der Klasse mit in eine kleinere Gruppe zum lernen.

      Was für die Klassengemeinschaft echt Gift war, denn wie Kinder so sind...
      Kinder die Förderung brauchen, werden von anderen Kindern und deren Eltern als dumm abgestempelt. Das haben sie ihn auch oft spüren lassen.
      Schlimm genug, aber das Spiel ging ja weiter...

      Die Schule wollte ihn in der 1. Klasse erst eine mangelnde Intelligenz unterstellen, obwohl er das Klassenziel erreichte und lesen konnte wie eine eins, dann in der 2. Klasse aggressives Verhalten, weil er sich anfing zu wehren, wenn er geärgert wurde.
      Passte aber nicht zu dem Bild was er im Förderunterricht abgab.
      Dort soll er sich sozial gegenüber den anderen Kindern gezeigt haben und auch gut gelernt haben. Wollten ihn dann jeweils zurückstufen lassen.

      Habe als Mutter dagegen gehalten.
      Solange er das Klassenziel erreicht, wo ist das Problem ?
      Nur weil er etwas anders ist, nicht in die gängige Schublade passt !?
      Mein Kind hätte mir das nie verziehen, wenn er nochmal die erste oder zweite Klasse wiederholt hätte. So gut kenne ich ihn.

      Dagegen konnte die Schule nichts machen. Wir waren im Recht.

      Seit der 3. Klasse soll er das Asberger Syndrom haben.

      Die Aussagen widersprechen sich auch oftmals.
      Im vorherigen Halbjahr war er gut, arbeitete sogar alleine und gut mit.
      Was nicht immer selbstverständlich gewesen ist.
      Selbst die Klassenreise verlief sehr gut.
      In der Klasse herrschte mehr Ruhe und auch die Mobbereien ließen extrem nach.

      Nun kam es plötzlich zu 2 heftigeren Vorfällen in der Schule, wo unser Sohn von 6 Klassenkameraden körperlich angegangen worden ist. Wurde festgehalten, geschüttelt, u.a.
      Da ist uns der Kragen endgültig geplatzt ist und wir haben uns nach dem Gespräch mit der Lehrerin, Gehör beim Rektor verschafft. Gewalt an der Schule ist nicht zu dulden.
      Aber raus kam bisher nix, nur heisse Luft und die Weisheit, wenn er einer anfängt oder anders ist, dann ist es doch klar, dass er auf die 12 bekommt. :-[

      Gestern gab es ein Einzelgespräch mit der Lehrerin, aber eigentlich aufgrund des Zeugnisses, dachte ich zumindest.
      Sie hatte aber spontan einer weiteren Lehrkraft mit eingeladen, die mein Sohn wohl öfter in der letzten Zeit beobachtet haben soll.

      Seit gestern ist unser Kind, laut der Kollegin die angeblich auch die autistischen Beauftragte Aufsicht unseres Landkreises sein soll und ihrer Ansicht nach, ein waschechter Autist wie er im Buche steht.

      Sie wollte ihn hinterrücks auch an einer Förderschule anmelden, weil das seelische Wohl gefährdet sei.
      Papierkram zeigte sie mir dann sogar noch. Ich fiel fast aus allen Wolken.
      Es war eine Mischung aus Drohung und Verkaufsgespräch.
      Es hat ja soviel Vorteile ein Autist in der zu sein. Privatschulen wäre auch sogar drin, Schulbegleitung,Fahrservice, späterer Unterrichtsbeginn, etc :-(
      Das könnte sie alles regeln...

      Ich fühlte mich bedrängt, bot an eine erneute Diagnostik erstellen zu lassen, aber zu meinen Bedingungen. Ich traue da keinem mehr.

      Habe heute versucht einen Termin für eine Therapie ran zu bekommen,
      um ihn da aus der Schusslinie zu kriegen.
      Da bekommt man ja wirklich Angst...

      Ich muss dazu sagen, es wurde bereits vor 1,5 Jahren eine Autismus Spektrum Störung, Asperger Syndrom Diagnostik in einer Uni Klinik für unser Kind erstellt.

      Hauptsächlich aber auf anraten der Schule hin, da sich die Lehrerin überfordert fühlte, sein Arbeits und Sozialverhalten bemängelte und einige Auffälligkeiten sah.

      Die Schule, Lehrerin wollten gerne eine spezielle Schulbegleitung für ihn.
      Dafür bräuchte man aber eine Diagnostik.
      Bei 24 Kindern kann sie sich nicht um eins dauerhaft kümmern.
      Dinge oder Verhaltensweisen deuteten deren Ansicht auf Asberger hin.
      Wir wollten dem nicht im Wege stehen, im Bezug auf die Diagnostik und machten dann alles soweit klar, eben auch dem Wohl des Kindes.

      Damals kam er knapp über die Grenze,
      weil die damals neue Klassenlehrerin, die unser Kind erst 2 Wochen kannte,
      den Bogen für die Diagnostik absichtlich verkehrt ausgefüllt hatte.
      Ihre Begründung uns gegenüber, damit die Klinik die Angelegenheit die Angelegenheit auch ernst nimmt.
      Hat Sie uns selbst so ins Gesicht gesagt, bevor wir den Bogen abgeben mussten.
      Unser Einspruch, dass sie dann doch lieber die Felder frei gelassen hätte, galt für sie nicht.

      Der Bogen sei ausschlaggebend gewesen dass er einige Punkte über die Grenze kam. So hat uns dass die Uni Klinik, uns als Eltern auch direkt gesagt.
      Auch dass wir wegen des geringen Wertes wohl eher nicht mit viel Hilfe vom JA rechnen können, da Begleitungen rar gesät seien. Eher eine Therapie könnte unserem Kind helfen.

      Wir fühlen uns seit dem, von der Schule veräppelt und verraten.

      Die Diagnostik liegt bei uns, wird die Schule nicht erhalten.
      Selbst die KÄ sagt dass es Humbug sei, dem Jungen mehr angedichtet werden soll.

      Man bekam die ganze Zeit vermittelt, dass es nur um diese spezielle Begleitperson geht, damit Abhilfe für die schulische Überforderung geschaffen wird.
      Sie haben zwar schon Unterstützung Form von 2 Schulbegleitern des Schulamtes, aber die sind auch ohne Ende eingespannt, haben nie Zeit.

      Entschuldigt dass es soviel ist, es ist ein langer Weg bisher gewesen.
      Leider mit viel Tränen, wenig Rückhalt und zwischenzeitliche Verzweiflung verbunden.

      Eine andere Schule wurde schon öfter in Betracht bezogen,
      aber da wir auf dem Land wohnen,
      ist es nicht ganz so einfach und muss gut überlegt sein.

      Haben versucht unseren Jungen stark zu machen und ihn vermittelt, dass es ok ist, wenn er sich wehrt, gerade wenn wieder keine Lehrkraft in solchen Momenten zu finden ist. Aber gegen 6 Schüler kommt auch er nicht an.
      Nach den Sommerferien wechselt unser Sohn definitiv in eine andere weiterführende Schule. Er will auch nicht mehr dahin gehen, was verständlich ist.

      Unser Sohnemann hat im letzten Jahr ordentliche Schübe gemacht.
      Hat einige Freunde und sich eigentlich gut weiter entwickelt.
      Geht allein zur Schule und kommt allein wieder, etc.
      Er brauchte einfach nur etwas länger als andere Kinder.
      Er fühlt sich ungerecht behandelt, was verständlich ist, wenn man als Opfer auch noch bestraft wird, kaum Gehör in der Schule bekommt.

      Wenn ich sehen würde, dass er spezielle Hilfen bräuchte,
      dann würde ich sie auch einfordern.
      Dafür schämen wir uns nicht.
      Wir haben versucht mit Lehrern und der Schule gemeinsam zu arbeiten, aber wir lassen uns nichts aufzwingen, wenn es nicht von Nöten ist.
      Da sind Kinder die diese Hilfen dringender benötigen und ewig Hilfe warten müssen.


      Danke fürs lesen und vielleicht gibt es hier ja noch andere Muttis, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben... wäre schön wenn man sich mal austauschen könnte.

      • (2) 08.02.19 - 13:10

        Mir scheint es bei deinem Bericht völlig irrelevant, ob und was dein Kind "hat", oder eben nicht hat. Die Schule hat sich auf ihn/auf euch eingeschossen, hat sich ihr Bild gemacht. Mir scheint auch, die Schule überschreitet Grenzen. Natürlich kann es sein, dass ein Kind in der Schule völlig andere Verhaltensweisen zeigt als zuhause.
        In meinen Augen ist die Frage müssig, ob dein Sohn Autist ist oder nicht, es ist im jetzien Kontext gar nicht relevant.
        Ob sich da noch einmal Wege an der jetzigen Schule finden lassen, die für deinen Sohn gut sind, ich weiss es nicht. Das ist leider eine oft erlebte Machtlosigkeit.

        • (3) 08.02.19 - 13:52

          Genau so sehe ich das auch schon.

          Ich glaube, dass ich einen Weg finden muss die letzten Monate für meinen Jungen irgendwie leichter werden zu lassen.
          Deshalb möchte ich versuchen eine Therapie für ihn zu bekommen, sei es um ihm das jetzige Unwohlsein zu nehmen, ihn noch stärker zu machen...
          Mal sehen ob die Tagesklinik uns helfen kann.

          Hab auch die leise Hoffnung dass es an einer neuen Schule etwas leichter werden wird. Ist ja schon wie ein Neubeginn für ihn.
          Darauf freut er sich auch schon.

          Du hast mit deinem letzten Satz so recht. Diese Machtlosigkeit, bis hin zur Verzweiflung macht einem auf Dauer schon fast krank und vielleicht auch etwas paranoid.

          Lässt man die Schule machen, weiß ich jetzt schon wie hier oben seine Zukunft aussieht und dass ihm das Leben in vielen Bereichen des Lebens schwerer gemacht wird. Das zieht sich dann wie ein roter Faden das ganze Leben lang so durch.
          Die Schule ist das eine, aber es gibt ja auch noch ein Leben danach.

          Denn auch wenn die Gesellschaft in der Regel schon relativ weit im Umgang mit Behinderungen jeglicher Art umgehen kann, auf dem Land schaut das noch etwas anders aus.
          Wehren wir uns, kann es sein dass sie uns im allerschlimmsten Fall das Jugendamt auf den Hals hetzen, weil wie nicht so agieren, wie sie es gerne hätten.
          Wir haben zwar nichts zu verbergen, aber haben müssen wir das auch nicht.
          Alles unnützer Stress, als ob man im Leben noch nicht genug zu tun hat.

          Danke Dir

          • (4) 08.02.19 - 14:02

            Sei bitte einfach vorsichtig mit Tagesklinik, da habe ich momentan so viele Negativbeispiele, da wird mir Angst und Bange.
            Tut mir leid, dass ihr diese Machtlosigkeit, dieses Ausgeliefertsein miterleben müsst. Gibt es bei euch regionale Elternforen? Um herauszufinden, wo man sich hinwenden kann? Eventuell über Reha-Kids, ist ja egal ob es nun unter Hochsensibel oder Autismus gehandelt wird.

            • (5) 08.02.19 - 14:28

              Oh ok, gut zu wissen.
              Dankeschön für die Info und auch für Dein Verständnis.
              Das tut der Seele gut. :-)

              Es gibt für Autismus einige Gruppen, aber z.B. Hochsensibel, was ich mittlerweile auch vermute, weil es einfach besser zu dem ganzen Bild passt, gibt es hier leider keine Anlaufstellen.

              Die Schule kam auch damit meinen Sohn stationär für 2 Wochen einweisen und testen zu lassen, aber da bekomme ich es mit der Angst zu tun.
              Da würde ich ihn auf keinen Fall alleine lassen.

              • (6) 09.02.19 - 13:54

                Autismus testet man ambulant - eine Tagesklinik für 2 Wochen...warum? Was soll da getestet werden? Das ADOS dauert eine reichliche Stunde, der IQ-Test dauert normalerweise auch eine reichliche Stunde. Bei frühkindlichen Autismus gehört noch ein Sprachtest dazu, der ebenfalls nochmal eine Stunde dauert.
                In eine Tagesklinik geht man aus anderem Grund. Mein Kind. Würde ich nur dorthin schicken, wenn es so extrem verhaltensauffällig ist, dass gar niemand mit ihm mehr klarkommt. Dazu gehört auch Aggressivität. Meine Kinder haben eine enge Bindung an ihre Eltern - jede Trennung verursacht eher eine Verschlimmerung der Situation, als eine Verbesserung.
                Ich stimme meiner Vorschreiberin zu. Eine Tagesklinik würde ich mir gut überlegen.

                • (7) 12.02.19 - 21:42

                  Hallo und Danke für Deine Antwort :-)

                  ADOS,u.a. wurde gemacht. Cut off 7 von 4, in der Altersgruppe 6-9.

                  Vielleicht ist eine ambulante Therapie aufgrund der Problematik und wegen dem Mobbing über die Tagesklinik möglich.
                  Damit wäre er auch aus der Schusslinie bis zum Schulwechsel ist.
                  Er würde dort auch unterrichtet, wie mir von meiner Freundin berichtet wurde.
                  Deshalb die Tagesklinik. Ich will nicht dass er noch länger auf der Schussliste dort steht.

                  Es gibt Einrichtungen wo man 2 Wochen überwacht beurteilt wird und anschließend eine Diagnostik ausgestellt wird.
                  Da dürften auch Eltern mit vor Ort bleiben. Das hat damals vor etlichen Jahren meine Freundin mit ihrer Tochter so gemacht, als die Kleine den Verdacht auf ADS und ADHS hatte.

                  Das möchte ich auf keinen Fall und allein würde ich mein Kind nirgends lassen.
                  Kann ich auch nicht, habe ja auch noch mehr Kinder die mich brauchen.
                  Das kommt uns nicht in die Tüte.

                  Weiß nicht wie die darauf gekommen sind.#augen

                  • (8) 12.02.19 - 22:25

                    Das Problem bei der Tagesklinik ist das Alter deines Kindes. Die Krankenkasse zahlt das nicht. Mein Sohn ist damals im Januar 10 geworden und hatte im Februar einen epileptischen Anfall. Er kam per RTW ins KH. Ich musste bis aufs Blut diskutieren, dass ich mit aufgenommen wurde. Mein Sohn ist aber wirklich schwer mehrfachbehindert und hat einen Pflegegrad 4. Damit ist es tatsächlich erlaubt eine Begleitperson mitaufzunehmen ... unabhängig vom Alter.

                    Mit der Tagesklinik...naja, du musst es wissen. Meine Erfahrungen damit sind eher miserabel. Den Unterricht kannst du dort vergessen. Das ist die Schule für Kranke. Das ist 1-2 Stunden Unterricht am Tag, mehr machen die nicht. Was glaubst du, was man da verpasst.

                    Nur er hat schon ein positives ADOS - was machst du, wenn der Bericht der Tagesklinik nicht so ausfällt, wie erhofft?

                    • (9) 13.02.19 - 11:53

                      Ja, guter Rat ist echt teuer.
                      Ich danke Dir für Deine Ehrlichkeit und Deine Hilfestellung. #blume

                      So recht, weiß ich ja auch nicht wie wir dem Ganzen entgegen treten sollen.
                      Ich oder besser wir wissen nur dass unser Kind von der Schule schlimmer gemacht wird, als er ist und dass es da in vielerlei Hinsicht nicht rund läuft.

                      Es lief im letzten halben Jahr wunderbar, nach der Klassenfahrt.
                      Haben sogar Lob bekommen, weil er so gut mitgemacht hat.
                      Keine Einträge mehr im Heft, keine Anrufe oder Sonstiges.
                      Das war schon fast zu schön.
                      Er hat gut mitgearbeitet, möchte schon fast sagen, dass er sogar gerne zur Schule gegangen ist. Hat freiwillig Hausaufgaben gemacht.

                      Seit Schulbeginn und den erneuten Mobbereien geht das wieder so rund.:-(

                      Als ich das mit der Hochsensibilität las, dachte ich,
                      das passt wie die Faust aufs Auge.
                      Eine neue Diagnostik muss auf jeden Fall gemacht werden.

                      Was den Unterricht an der Tagesklinik angeht.
                      Es wird das Unterrichtsmaterial, der Lehrstoff von der Schule geordert, damit er auf dem Laufenden bleibt. Also ganz so schlimm ist es dann nicht.

                      Uns ist bisher nichts besseres eingefallen um ihn vor weiteren Übergriffen der Mitschüler zu schützen.
                      Die Schule hofft nur auf einen Schulbegleiter, sofern unser Junge einen bekommt.
                      Das wären ja dann 2 Fliegen mit einer Klappe.

                      Sorry, wenn ich mich so oft wiederhole...
                      Habe die halbe Nacht wieder nicht schlafen können.

                      • (10) 13.02.19 - 14:23

                        Mit der Schule für Kranke...es ist so schlimm. Ich habe es selbst durch in meiner Kindheit. Da unterrichtet EIN Lehrer ALLE Kinder in allen Fächern in jeder Klassenstufe - was soll das deiner Meinung nach werden? Mein Ältester war aber auch schon 4 Wochen in der Schule für Kranke. Kann man voll vergessen. Zum Glück war er damals noch Grundschule und ich wurde mit aufgenommen. Mein Mann hat täglich von einem Schulfreund die Aufgaben kopiert und dann vorbeigebracht. Jeden Abend nach den Therapien habe ich die dann mit ihm gemacht. Der Unterricht von der Stammschule wird von der Schule für Kranke tatsächlich geordert...wie lange das dauert, dass sie den bekommen und OB sie den überhaupt bekommen, ist die andere Frage. Nicht jede Schule arbeitet da mit. Eigentlich läuft es eher so, dass du es im Voraus besorgst und mitnimmst. Dann bist du auf der sicheren Seite.
                        Ihr braucht einfache einen fähigen Psychiater, der euch nochmal eine komplette Diagnostik macht. Viele Behinderungen ähneln sich auch unglaublich in den Symptomen und haben doch gar nichts gemein.

                        • (11) 15.02.19 - 13:42

                          Danke Dir nochmal.

                          Ich weiß worauf Du hinaus willst und wenn ich einen anderen Weg sehen würde,
                          um Ruhe da rein zu bekommen, glaub mir, dann würde ich den eher wählen.

                          Er ist schulpflichtig, nicht so krank dass er bis zum Sommer zu Hause bleiben könnte und ein vorzeitiger Schulwechsel ist auch nicht mal eben so drin.

                          Solange mein Sohn da zu Schule geht, steht er bei Denen auf der Liste der unliebsamen Kindern von störenden Eltern, die sich einmischen oder gar bei der Schulaufsicht/Schulamt übel mitspielen könnten.
                          Wir sind ein Störfaktor, den die Schule vorerst nur toleriert.
                          Sofern wir nicht mitspielen, können noch ganz andere Ding passieren.
                          Das Jugendamt kann eingeschaltet werden, etc.

                          Meine Erfahrungen mit dem Jugendamt ist hier oben, sind schon mal in die Binsen gegangen als meine große Tochter und ich Hilfe gesucht haben, sonst hätte ich mich auch schon an Jene gewendet.
                          Die arbeiten Hand in Hand mit der Schule.
                          Hier oben kennen sich alle und wenn auch nur um 2 Ecken.
                          Da hakt eine Krähe, der anderen kein Auge aus.

                          Zwischendurch war ich schon soweit zu sagen,
                          ich nehme mir mein Kind, unsere Sachen, ziehe eben zum Kindeswohl hier weg.
                          Weglaufen ist auch keine Lösung.

                          Erstmal haben wir ja nur den Termin.
                          Dort wird ja auch erstmal besprochen was das Beste für unseren Sohnemann ist,
                          welche Hilfen wir überhaupt angeboten bekommen.
                          Zu irgendwas überreden lassen wir uns eh nicht ohne Bedenkzeit.

                          Die Tips mit den Hausaufgaben sind gut.
                          Hatte ich mir auch schon fast gedacht.
                          Das wäre nicht das Problem, die könnte man immer von Klassenkameraden oder deren Eltern erfragen und dann auch zu Hause noch mal durch gehen.

                          Mal schauen was das alles noch wird.

                          LG #blume

                      (12) 03.03.19 - 15:43

                      Also mir scheint, die benützen euch, um an einen weiteren Schulbegleiter für ihre Schule zu kommen. Sorry, aber es sieht ganz so aus, als ob sie es schlechter machen wollen, als es ist, um für diese extra Hilfestellung zu qualifizieren... die dann wahrscheinlich überall sonst eingesetzt wird, und nur selten bei eurem Kind. Seid vorsichtig und bleibt stark! Ich hoffe, die neue Schule spielt mit offenen Karten.

                      LG

    (13) 08.02.19 - 13:17

    Hallo,
    arg...das war ziemlich lang. Ich hoffe, ich habe es richtig verstanden.
    Ihr habt also vor 1,5 Jahren eine Diagnostik machen lassen und da lag dein Kind über dem Cut Off, richtig?
    Ich sage es nur ungern, aber die Bögen, die Eltern und Lehrer ausfüllen sind sozusagen nur „schmückendes Beiwerk“. Die Diagnose selbst darf nur aufgrund des ADOS des Kindes, also des Tests vom Kind selbst gestellt werden. Etwas anderes ist gesetzlich nicht zulässig. Die Tests, die vorab von den Lehrern und den Eltern ausgefüllt werden müssen dienen einzig und allein zum filtern. Wäre das Testergebnis der Vortests von euch und den Lehrern GEMEINSAM nicht auffällig gewesen, wäre dein Sohn gar nicht getestet wurden. Es kann gut sein, dass die Lehrer das deutlich auffälliger gesehen haben, als ihr Eltern, aber trotzdem muss auch euer Test Auffälligkeiten gezeigt haben. Die KJPs sind derart überlastet, dass sie zu solchen Mitteln greifen müssen. Die Auswertung des Fragebogens der Lehrer fließt nicht mit in das Endergebnis des ADOS ein. Das bedeutet, nur weil der Lehrer den Fragebogen auffällig ausgefüllt hat, hat euer Kind damals nicht die Diagnose bekommen.

    Lass dein Kind nochmal testen - vielleicht von einer anderen KJP. Du musst ja niemanden von dem Test berichten.

    • (14) 08.02.19 - 13:28

      Ach ja, falls du dich nochmal ungeplant einer solchen Übermacht gegenübersiehst, lass umgehend ein Protokoll erstellen. Schreib rein, dass du für ein Gespräch mit der Klassenlehrerin zum Thema X eingeladen wurdest, offenbar soll aber nun ein Gespräch mit Person X, Person Y, Person Z zum Thema A geführt werden. Da du weder über dieses Thema im vorab informiert wurdest und dich ebenfalls auch nicht vorbereiten konntest, brichst du an dieser Stelle das Gespräch ab.
      Im gleichen Zug informierst du nochmals vorsorglich die anwesenden Personen, dass du (Name) und Vater des Kindes die einzigen Sorgeberechtigten sind. Eine Schweigepflichtsentbindung wurde nicht unterschrieben und du stimmst ausdrücklich einer Datenweitergabe nicht zu.
      Du erwartest einen neuen Gesprächsterminvorschlag mit dem korrekten Thema UND allen beteiligten Personen, damit auch der 2. Sorgeberechtigte daran teilnehmen kann.

      Das Ganze soll von ALLEN unterschrieben werden und davon eine Kopie in die Schulakte und zu dir.

      • (15) 08.02.19 - 14:35

        Ich hatte gottlob meine Tochter 13 mit.
        Sie durfte erst nicht mit rein, bis ich klar gemacht habe,
        dass es mein Recht ist, eine Bezugsperson, Begleitung mitnehmen zu dürfen, andernfalls findet gar kein Gespräch statt.

        Ein Protokoll bekomme ich erst Montag.

        Aber das was Du schreibst, klingt sehr gut und überlegt.
        Das werde ich auf jeden Fall machen. Danke :-D
        Und stimmt auch, dass selbst nu beide Eltern Zustimmung erteilen müssen, da ja beide Sorgeberechtigt. Dass Denen das nicht aufgefallen ist, wundert mich ja schon.
        Aber vielleicht wollten sie mich ja nur vorbereitend bearbeiten, so nach dem Motto,
        wenn die Mutter nach gibt, dann folgt der Vater schon von alleine...
        Traurig, dass man schon so denken muss... :-(

        Vielen lieben Dank #blume

    (16) 08.02.19 - 14:23

    Danke Dir.

    Also, zu dem Cut Off...
    Ich füllte die ersten Bögen aus.
    FSK Lebenszeit Version war Cut Off 14 von 15

    FSK Aktuell
    Beim Bogen der Lehrerin kam der Cut Off Wert von 23 von 15 auf.

    Ja, das habe ich auch vor.
    Zwischendurch gab noch berufliche Veränderungen, eine große OP meinerseits, deshalb kamen wir einfach noch nicht wieder dazu.
    Da es ja zwischendurch besser wurde, es ruhiger wurde,
    hat man das natürlich auch etwas aufgeschoben.

    Nur möchte ich auf die Unterstützung der Schule verzichten, da ich das Gefühl habe dass sie uns eher schaden, als helfen.

    • (17) 08.02.19 - 18:22

      Ja, nur mit dem FSK misst man kein Autismus. Das FSK ergänzt das ADOS, aber ersetzt es nicht.
      Wenn ich beim Jugendamt eine Leistung der Eingliederungshilfe, z.B. Schulbegleitung beantrage, wollen die ganz explizit ein positives ADOS.

      Meine Söhne sind frühkindliche Autisten. Mein Ältester hat einen durchschnittlichen IQ.

      • (18) 12.02.19 - 21:27

        Hallöchen nochmal...

        Die FSK waren wohl ausschlaggebend dass er überhaupt auf Autismus hin getestet wurde. Da dieser über dem Wert lag, wurde weiter gemacht, sonst hätten die uns nach Hause geschickt.
        Man muss sich erstmal wieder richtig erinnern und die Puzzleteile zusammenflicken.
        Den Bericht habe ich damals nicht wirklich verstanden.
        Hab mich auf das verlassen was die von der Uni-Klinik gesagt haben, sowie was meine KÄ gemeint hat.

        IQ war auch durchschnittlich bei meinem Sohnemann.

        Der ADOS-2 wurde mit dem Cut off 7 bewertet.
        Vergleichswert 6-9 Jährige liegt 4 im Normalbereich.
        Damals war er knapp 9 Jahre alt.

        Muss ich nochmal nachsehen... da stehen so viele Dinge, wo ich mich jetzt erst so richtig und dank euch mit auseinander setze... #gruebel

        Was meinst Du denn ?
        Ich meine, ich sehe, obwohl es jetzt wieder so einen Stress in der Schule gibt, dass mein Sohn Fortschritte macht.
        Selbst das Zeugnis ist etwas besser geworden,
        aber er ist ja so ein totaler Autist in allem was er dort macht... #augen
        Die Aussage, das und dies, sowie jenes wäre ja so typisch... ahhh :-[

        • (19) 12.02.19 - 22:08

          So wird ein Schuh draus. Der FSK siebt nur aus. Dank der schlechten Bewertung der Lehrer wurde der ADOS durchgeführt, aber die Autismusdiagnose bekommt man nicht durch einen FSK - die bekommt man nur durch einen positiven ADOS. Da reicht schon ein Pünktchen über dem Cut Off.
          Nun darf man aber nicht denken, dass jeder Autist super auffällig ist - im Gegenteil. Viele Autisten, gerade die mit hohem IQ, können den Autismus fast vollständig ausgleichen. Sie fallen im Alltag höchstens dadurch auf, dass sie vielleicht etwas schüchtern wirken. Es gibt wahrlich auffälligere Kinder, die quasi ohne Diagnose durch das Leben rutschen. Aber ein positives Testergebnis beim ADOS bekommt man nicht grundlos - der Cut Off wird übrigens immer nur um ein paar Zahlen überschritten. Man kann noch nicht einmal an der Höhe der Zahl sagen, ob es ein starker oder ein schwacher Autismus ist. Finde deinen Frieden in der Diagnose und dann verstehe, dass jeder Autist anders ist. Es gibt so leichte Formen von Autismus, dass das Versorgungsamt diesen Autisten noch nicht einmal einen GdB von 10 gewährt. Diese Diagnose ist keine Ende, es ist eine Möglichkeit. Dank der Diagnose kann man sich auch wehren. Du könntest deinen Peinigern so z.B. beim nächsten mal direkt sagen, dass für euch eine Sonderschule definitiv niemals in Frage käme, sondern dass ihr von eurem Recht Gebrauch nehmen werdet und die inklusive Beschulung wählen würdet...falls sich jemals herausstellen würde, dass euer Kind behindert ist ;).

          Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen:
          - Fahrdienst ist nur toll für die Eltern, die Kinder leiden unter der Entfernung und der stundenlangen Fährt täglich im Taxi/Kleinbus - mein Sohn war damals 3 Stunden täglich unterwegs, danach haben wir uns für Inklusion entschieden (und den Fahrdienst zu managen ist eine eigene Wissenschaft, da reden wir noch gar nicht von den Problemchen, die entstehen, weil das Kind z.B. wegen eines Ausflugs später Schulschluss hat)
          - dass das Schulamt/Jugendamt bei einem bisher normal beschulten Kind plötzlich die Privatschule übernimmt .... samt Fahrtkosten .... halte ich für ein böses Gerücht. Das machen die nur, wenn es eine Zuweisung in exakt diese Privatschule gibt und da muss einiges zuvor vorgefallen sein - wir reden hier über einige Schulwechsel im Vorfeld
          - was bleibt ist die Möglichkeit die Schulgebühren ganz normal in der Steuer abzusetzen und die Fahrtkosten per Elterntaxi über den SBA
          - grundsätzlich übernommen wird jedoch bei Bedarf der Schulbegleiter auch in der Privatschule
          - es gibt zwar Privatschulen, die auch behinderte Kinder nehmen, jedoch sind die weitestgehend voll und haben Wartelisten oder es sind nur noch die ganz teuren Privatschulen mit Kapazitäten

(20) 08.02.19 - 22:07

Hallo
das tut mir leid, da habt ihr einiges hinter euch, kenne ich auch alles.
Wie kommst du darauf, dass dein Sohn hochsensibel ist?
Meine Tochter ist hochsensibel, sie wurde auch getestet auf Autismus, sie hat es aber nicht. Hochsensibel und Autismus wird gerne verwechselt, weil es einfach sozusagen einige GEmeinsamkeiten gibt.
Alles Liebe für euch Moni

  • (21) 12.02.19 - 21:10

    Hallo und Danke für Deine Antwort :-)

    Ich habe nochmal überall geschaut und mich belesen. Habe versucht online nach anderen Kinder gesucht, die Ähnliches erlebt haben.
    Dabei fiel mit die Geschichte von der Autorin des Buches Hochsensibel und Löwenstark auf.
    Die Geschichte Ihres Sohnes..- ähnelte der meines Kindes so sehr.
    Es passten so viele Punkte überein, was halt schnell mit Asberger verwechselt werden kann wie Du schreibst. Das war wie ein Lichtblick.
    Habe das Buch bestellt und der Lehrerin meines Sohnes gegeben, aber die meint, es würde nicht so passen. Aber na ja, habe es wenigstens versucht.

    Leider gibt es hier in S-H keine Stellen wo man sich in dem Punkt der Hochsensibilität beraten oder Hilfe holen kann. Zumindest konnte ich bislang noch keine finden.

    Warum ich denke dass er hochsensibel ist !?
    Er passt nicht in die Schiene Asberger Syndrom oder Autismus Spektrum Störung, wie es seit Anfang letzten Jahres heißt.
    Er macht Schübe und das nicht wenig in letzter Zeit.
    Die Wahrnehmung hat sich wesentlich verbessert, Mimik und Gestik ebenso.
    Blickkontakt ist auch viel besser geworden.

    Hatte heute ein neues Kind kennen gelernt und keinerlei Probleme damit gehabt zu spielen oder Sonstiges.

    Eine Mutter, so bin ich der Meinung, will natürlich immer das Beste für sein Kind,
    aber kennt sein Kind am Besten.

    Ganz liebe Grüße :-)

(22) 09.02.19 - 14:10

Mein Vorschlag wäre:

suche über Rehakids (kenne ich nur vom Hörensagen) oder andere geeignete Seiten RICHTIGE Stellen aus, die sich mit der Thematik wirklich auskennen.

Gar nicht mal so sehr wegen einer Diagnose, sondern eher zum Schutz vor falschen Behauptungen/Fehldiagnosen.


In einer Klassenstufe meines Kindes behauptete eine Lehrerin vom zweiten Schultag an, dass einige Kinder dumm seien oder die Klasse verlassen müssten. Sie gab auch zu, dass sie mit der Klassengröße überfordert sei.
Diagnosen von Eltern anerkannte sie jedoch nicht. Denn diese bedeuteten, dass die Kindern zwar eine Diagnose hatten, mit Zusatztherapien gut eingestellt waren, aber auch definitiv einen Platz in der Klasse haben könnten. Das war ja das, was die Lehrerin nicht wollte. Sie wollte Diagnosen, damit es weniger Kind pro Klasse werden sollten.


Da ich selbst ADHS habe, weiß ich wie schwierig das sein kann.
Ich habe mich informiert, welche Stellen erwachsene testen und ohne Abzocke ernst zunehmend testen. Eine Fehldiagnose hätte mir nichts gebracht.

Von einer anderen, unabhängigen Stelle wurde ich noch mal getestet. Dabei ging es um differenziertere Werte, wobei die Grunddiagnose nochmal bestätigt wurde.

Meine Erfahrung ist dennoch: es gibt Krankenhäuser, Psychiater, Psychologen etc. die behaupten, meine Diagnose müsse falsch sein, weil SIE es nicht akzeptieren oder SIE sich nicht damit auskennen :-[ Medikation, die mir hilft, wollten sie komplett umkrempeln, weil sie etwas brauchten, an dem sie mit ihrem (begrenzten) Wissen, herumstochern können. Mit meinem Medikament kennen sie sich nicht aus, können daher auch keine Vergleichswerte deuten.


Freunde haben Asperger Autismus. Vom Kinderarzt ausgeschlossen, von manchen Lehrern genommen, wie sie waren, von anderen verurteilt.

Geholfen hat letztlich nur eine Stelle, die sich WIRKLICH damit auskennt. Die gezielt, aber auch SEHR differenziert getestet hat.

Bspw. bei ADHS bei Erwachsenen gehört eben NICHT nur die Konzentration dazu.
IQ Test, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Blutwerte (Diabetis, Schilddrüse, Leberwerte) uvm. MRT

Bei Kindern mit ADHS bringt, gibt es zum Glück Ärzte, die das Kind erst mal zum Augenarzt, zum Ohrenarzt/Pädaudiologen etc. schicken, Blutwerte prüfen (die wissen auch welche! sie prüfen sollten) und sich dann der ADHS Diagnose annähren.

Bei Freunden mit Asperger verlief es etwas anders. Aber auch hier, wurde IQ, usw. geprüft. Viele Gespräche. Es wurde auch gefragt, ob die Fragebögen ernsthaft ausgefüllt wurden, ohne zu lügen oder zu übertreiben: Grund: Verfälschungen des Ergebnisses.


Da würde ich mir schlicht noch eine zweite Meinung dazu einholen.
Nicht irgendeine, sondern über Rehakids oder andere Seiten mit Erfahrungen, wer geeignet ist.

Und dann prüfen, was für euch sinnvoll ist.
Eine seriöse Stelle sollte nämlich nicht sofort darauf lostesten, sondern würde mit Vorgesprächen beginnen.
- Warum Testung/ja nein?
- Warum sie testen/nicht testen würden?
- Welche Vorteile/Nachteile sie sehen
- aktueller Stand und Vorgeschichte

Bei mir wurde z.B. noch vor dem Vorgespräch direkt bei Terminvergabe gesagt, dass das Vorgespräch darüber entscheidet, OB überhaupt getestet wird. Wenn ja, warum. Wenn nicht, warum nicht?

Bei mir war es knapp, dass es zur Testung kam. Getestet wurde unter individueller Absprache, persönlicher Beratung usw.
Bei Freunden mit Asperger war es ähnlich. Ausführliches Vorgespräch, Leidensdruck, eigene Motive für Testung, Motive der testenden Stelle warum ja, warum eher nein - aber warum das dann doch testen überwogen hatte.


Übrigens können ADS/ADHS, Hochsensibilität, Hochbegabung und Asperger Autismus gemeinsame Symptome aufweisen bzw. auch kombiniert auftreten. Bei mir ist definitiv ein Streifschuss Asperger dabei, falle aber ganz sicher aus diesem Diagnosebereich heraus.


Wenn es eurem Sohn gut geht, würde ich nicht mehr viel testen lassen.
Kontakt zu GUTEN Kliniken aber schon mal knüpfen. Falls doch noch was auftaucht, Fragen oder weitere Schulen/Lehrer darauf anspielen. Den nun geprägten wunden Punkt, werdet ihr so schnell erst mal nicht los (drücke euch die Daumen, dass es schneller besser wird, als erfahrungsgemäß zu vermuten).

Das könnte euch den Druck herausnehmen. Gefühlt ist man schnell wieder in alten Rastern/Ängsten/Erlebnissen drin.
Mit neuer Adresse, wüsstet ihr dann, wohin ihr euch wenden könntet. Oder hättet für euch die Sicherheit und somit das entsprechende Auftreten, dass es nicht nötig ist, weil (ihr schon mit der Stelle gesprochen habt).


Wenn es nicht in die Richtung geht, wisst ihr dann wenigstens Bescheid und könnt es zu euren Akten legen.
Falls doch etwas dahin tendieren könnte, sollte euch eine gute Stelle auch entsprechende Hilfsmaßnahmen oder weitere Stellen nennen können.

Bei Stellen, die von Leuten genannt werden, weiß sie ein bestimmtes Ziel haben, traue ich nicht so ganz über den Weg. Ebenso, was die vermeintlichen Hilfestellungen angeht....

  • (23) 12.02.19 - 20:45

    Danke Dir für Deine ausführliche Antwort und entschuldige bitte dass ich so spät antworte. Hab momentan viel um die Ohren.

    Ich habe eine Freundin die selbst auch als Erwachsene ADHS und ADS hat, ebenso ihre Kinder. Daher weiß ich, wie schwer einem das Leben mit, aber auch ohne richtige Diagnostik gemacht werden kann.

    Unser Sohn wäre ohne den Bogen der Lehrerin gar nicht weiter getestet worden, so wie ich das beim 10 mal durch lesen verstanden habe.

    IQ wurde u.a. damals auch getestet, auch Aggression, Verhalten, etc.
    Da war alles soweit unauffällig. IQ normales Mittelmaß.

    Also ich habe nun einen Termin an einer Tagesklinik ausgemacht, die Erfahrungen schon im Umgang mit der Schule gemacht haben und wirklich nicht begeistert von dieser ist, da schon einige Kinder von dort in Behandlung sind.

    Ich werde alles auf den Tisch legen und schauen was sich ergibt.
    Bis zur neuen Schule muss mal Ruhe rein, eben auch was den Druck angeht.
    Ich hoffe nur dass die Schule sich hinhalten lässt und nicht noch mehr Schoten vom Stapel lässt.

    Mein Mann und ich sind der Überzeugung dass, selbst wenn wir ihn jetzt nochmal testen lassen, er nicht weit kommt. Sprich dass er womöglich überhaupt nicht auf Autismus hin getestet wird, es sei denn man befragt dann wieder die Lehrerin, dann müssen wir wieder durch...

    Wenn man sich unseren Jungen ansieht, merkt man nichts außergewöhnliches, außer dass er vielleicht etwas schüchtern am Anfang ist und sich höflich ausdrückt.

    Er hat sich heute wieder mit einem neuen (gleichaltrigen) Kind angefreundet und keinerlei Probleme gehabt, mit ihm zu reden, zu spielen und draußen mit ihm Roller zu fahren.
    Er hatte richtig Spaß und ganz ehrlich wenn er so unsozial im Umgang mit anderen gleichaltrigen Kindern ist, wie die Schule behauptet, wäre das nicht möglich gewesen.

    Mich packt die Wut und ich könnte .... ahhhh einfach nur durch drehen.
    Diese Ungerechtigkeit....

    LG und nochmals Danke :-)

(24) 13.02.19 - 11:21

ich kann nur sagen, --: komme von diesem EXTREM-Bild eines Aspergers weg...

eine Autismus-Spektrum-Störung kann sich in unauffälligen kleinen Ticks bis hin zur dramatischen Beeinträchtigung des Alltags erstrecken. - Dazwischen ist alles vom ganzen Regenbogen möglich...

Diagnose hin oder her ... wenn es sowas ist, dann kann man nur "trainieren" also Therapie und privat... man kann nur lernen (sehr gut) damit umzugehen, indem man einfach annimmt, was so passiert und damit umgeht und das Leben in der Gesellschaft übt, wie es eben angemessen ist... damit haben manche AS ja schwierigkeiten: z.B. durch mangelnde Empathie. -- das kriegt man nur mit Training (darf ich dressiert sagen?, du weisst, was ich meine)

Mein Mann spricht von sich immer spaßhaft von "gut dressiert" --- aber ja: das trifft es auf den Punkt...

wenn er schulisch in Leistung und Noten mitkommt und das Klassenziel erreicht, dann lasst euch von dieser Schule in keine Enge treiben... -- tja: aber am zwischenmenschlichen Verhalten kann man mit guter Hilfe schon ganz gut arbeiten und üben... -- das müsst ihr halt schon tun.... --

klar: die Grenzen verschwimmen und irgendwann sind Kinder auf speziellen Schulen glücklicher oder besser aufgehoben... aber so wie du schreibst, scheint das bei euch eben nicht ganz so eindeutig zu sein....
Ja: Spezielle Hilfe ist ja schön .... aber das muss ja nicht automatisch eine neue Schule sein ....

  • (25) 13.02.19 - 13:36

    Hallöchen. :-)

    Das mit dem weg kommen vom AS oder eben auch ASS, ist leichter gesagt als getan.
    Das es da viele unterschiedliche Facetten gibt, sehr weitreichend ist, ist mir bekannt.
    Deshalb habe ich ja die Diagnostik erstellen lassen, weil auch ich eben diesen Verdacht hatte.

    "Gut dressiert"... sorry, musste gerade schmunzeln. ;-)

    So ähnlich habe ich aber auch mal gedacht, als das ASS das erste Mal im Raum stand und ich Horrorbilder von der Zukunft meines Kindes hatte. Total doof, ich weiß.

    Mir wurde von der Uni-Klinik, sowie von Ergotherapeuten immer wieder gesagt,
    dass so wie ich das Verhalten meines Kindes als Mutter handhabe, richtig sei.
    Ich nehme mein Kind so, wie es ist ohne wenn und aber. Würde es richtig machen.
    Gehe auf mein Kind ein und arbeite mit und an ihm, damit er ein guter Erwachsener werden kann. Dass ich ihren Respekt dafür verdienen würde.

    Mir ist es egal ob er 20 oder nur 3 Freunde hat, er muss auch nicht das beliebteste Kind in der Schule sein, solange er glücklich, bzw. auch zufrieden ist und er auch er selbst bleibt, ist das ok.
    Mir es auch nicht immer so wichtig, dass er vielleicht nicht die besten Noten schreibt, solange er nur mitarbeitet und mitkommt.

    Da scheiden sich eben die Geister...
    Erst stört er, macht nicht mit, dann läuft es ein halbes Jahr problemlos.
    Das passt alles irgendwie nicht.
    Die Lehrer sagen, dass er den Stoff verstanden hat, aber aufgrund des mangelnden Arbeitsverhaltens so schlecht bewertet/benotet wird, aber zeitgleich läuft es dann doch wieder gut bei ihm !? I don´t no...

    Das mit der fehlenden Mitarbeit seinerseits schließe ich ja noch nicht mal aus.
    Aber das Problem hat nicht nur mein Sohn, dass haben seine Geschwistern, andere Kinder auch.
    Sie schöpfen ihr Potenzial dann nicht komplett aus, aus Faulheit o.ä.
    Diese Barriere die sie daran hindert, muss/sollte, wenn möglich überwunden werden.
    Sonst verbauen sie sich ihre Zukunft und haben einen noch schwereren Weg vor sich.

    Bei unserem Jüngsten, so denke ich, liegt es oftmals am Unfrieden, Mobbing in der Klasse. Der Streit und der damit verbundene Stress tun ihm nicht gut und lässt ihn dann teils so gleichgültig und bocklos werden.

    Das Sozialverhalten kommt in der Schule nur dann zur Sprache, wenn wieder sowas wie der letzte Vorfall ist und ich oder wir dazu eine klare Stellung beziehen.

    Bei Kleinigkeiten halten wir uns eher zurück, im Gegenteil zu anderen Eltern.
    Das haben Kinder ja immer mal. Das wird dann zu Hause besprochen, je nachdem auch mal getröstet oder getadelt und gut ist.

    Zugegeben am Ehrgeiz und am Selbstbewusstsein müssen wir noch arbeiten, soviel steht fest. Aber das hatten wir bei seinen Geschwistern teilweise auch, so ist es ja nicht.

    Am Zwischenmenschlichen Verhalten, tja, bin ich der Meinung dass er obwohl er an der Schule schon so viel Negatives erlebt hat, hat er kein Interesse daran nachtragend zu sein.
    Er kann sich in andere Kinder hineinversetzen und hat sogar schon öfter nach einem Streit zugegeben, dass vielleicht er Schuld, der Auslöser gewesen sein könnte.
    Es kam auch schon von ihm, dass es sich vielleicht einfach nur um ein Missverständnis gehandelt haben könnte und er sich dann auch entschuldigt habe.

    Also nicht viel anders, als bei anderen Kindern, finde ich jedenfalls.

    Die neue, weiterführende, Schule soll schon eine Art Neustart für ihn sein und nicht nur ein Ausweg aus dieser Misere.

    Unser Sohn möchte aufgrund des ganzen Theaters,
    nicht länger nicht mehr zur jetzigen Schule müssen.

    Er äußert sich ja auch immer wieder mit Bauchweh dahin gehen zu müssen, weil er ahnt, es könnte wieder Ärger mit Mitschülern geben.
    Er meint auch, dass die Schule deshalb nicht besser wird,
    nur weil er vielleicht eine neue Klasse bekommt.
    Will daher gerne auf eine andere Schule, eben weil da andere Kinder und Lehrer sind.

    Wir können das nach all den Versuchen mit der Schule auszukommen/zusammen zu arbeiten, total nachvollziehen und unterstützen seinen Wunsch.

    Allerdings suchen wir die Schule aus, nicht die Schule selbst.
    Die hatten schon hinterrücks eine Anmeldung für eine Förderschule ausgefüllt.
    Einige Rechte haben wir als Eltern ja schließlich auch noch.

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