Fiese Bemerkungen im Kiga

    • (1) 14.02.19 - 18:24

      Hallo zusammen!
      Seit einiger Zeit kriegt mein Kind im (Integrativ-)Kiga Wutausbrüche. Erst neckt und ärgert sie Kinder, dann tritt sie auch zu. Früher war das nicht so.
      Der Kiga sagt, für sie geschehe das aus heiterem Himmel.

      Mein Kind erzählt mir kaum, was im Kiga ist.
      Sie ist sprachlich zurück.
      Durch gezieltes Fragen erfuhr ich heute nachmittag von ihr, es gibt dort eine Vierergruppe, die sich über sie lustig macht und immer wegschickt, wenn sie fragt, ob sie mitspielen darf.
      Meine Tochter ist eigentlich sehr unbefangen, offen und herzlich.
      Die Kinder werden sie ablehnen, weil sie anders ist, kognitiv noch nicht so weit wie sie.
      Die Erzieherinnen scheinen das nicht bemerkt zu haben oder sagen es mir nicht.

      Ich glaub, dass meinem Kind das sehr schwer zu schaffen macht, sie traurig und wütend ist...und sich dann so Luft verschafft, dass sie andere Kinder provoziert und auch tritt.
      Sie hat auch Spielefreunde im Kiga, ist also nicht isoliert, versteht aber nicht bzw. will nicht verstehen, warum gerade diese vier Kinder sich so ablehnend verhalten.
      Da sie sprachlich und kognitiv nicht so weit ist, kann ich ihr das leider nicht gut erklären, ihr nur raten, sich von diesen fernzuhalten.
      Übelnehmen kann ich es den Kindern auch nicht, denn so sind Kinder halt.
      Ich weiß nur nicht, was ich sonst noch für mein Kind tun kann.
      Ich möchte nicht, dass sie ihren Wutanfällen so hilflos ausgeliefert ist.
      Und dass sie ihre Traurigkeit an anderen auslässt, die nichts dafür können.
      Aber das kann ich ihr nicht begreiflich machen.

      Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit seinem Integrativkind gemacht?
      Was könnte ich denn noch für sie tun?

      • Moin,

        dich für sie stark machen und nicht als "so sind Kinder halt" abtun. So hab ich anfangs auch reagiert, bis es zu spät war und es schon richtiges Mobbing wurde.
        Dein Lütte kann nix dafür das sie ist wie sie ist und es ist Sache der Erzieher dort einzugreifen.
        Mein Sohn (ASS und ADHS) muss das schon seit der Kita ertragen und leider habe ICH viel zu lange weg gesehen. Inzwischen hat er richtiggehende Schulangst entwickelt und zählt die Tage bis er die Grundschule verlässt.
        Das deine Tochter ihre Wut irgendwo ablässt ist völlig normal. Da ist es an den Erziehern ihr eine Alternative für die Wut zu bieten (Kissen boxen, Gummi zum beissen oä)


        Lg wirbelwinds.mama

        • Hallo,

          der Thread ist zwar schon ein paar Wochen alt, aber ich möchte auch mal meinen "Senf" dazugeben. Zum Einen finde ich, dass man schon überlegen sollte, zu was Kinder kognitiv in der Lage sind. Und Kinder mit vier Jahren mobben ganz sicher nicht. Zum anderen halte ich vom "stark machen" für das Kind gar nichts, denn das verschärft nur das Problem, Frust und Ablehnung auch mal aushalten zu können. Da würde ich ihr lieber begreiflich machen, dass es nicht ok, andere Kinder zu treten. Ich verstehe dieses Bedürfnis, dass sich jeder mit jedem vertragen muss sowieso nicht. Ist doch im Erwachsenenalter nicht anders, da gibt es auch Leute mit denen ich mich gern umgebe und Leute die ich nicht in meiner Nähe will. Warum erwarten wir das von unseren Kindern und machen uns dafür "stark".

          Die Bemerkung, "dein Kind kann nichts dafür, wie es ist", ist grundsätzlich richtig. Aber man kann auch nicht grundsätzlich von anderen Erwarten (schon gar nicht von Kindern) dass man mit ADHS/Autismus klarkommt. Das ist nicht schön für dich und schon gar nicht für dein Kind, aber ich glaube das Problem wird sich wie gesagt nur multiplizieren, wenn du denkst das als übergeordnete Instanz regeln zu können.

          Alles Gute,

          Tiev

      (4) 15.02.19 - 09:56

      Hi, unsere Kinder sind sich offenbar recht ähnlich. Mein Kind ist auch ein I-Kind (Entwicklung zurück, Sprachentwicklungsstörung usw.).

      Meiner Meinung nach solltest du explizit einen Gesprächstermin mit der Kita vereinbaren und in Ruhe mit Ihnen sprechen.
      Solchen Dynamiken muss Kita-intern entgegengewirkt werden.
      "Halt dich fern" ist keine gute Lösung für dein Kind und es überfordert zudem durchaus.
      Bespreche das mit den Erziehern/Erzieherin und bitte um Unterstützung und Beobachtung.

      Als I-Kind hat dein Kind ohnehin einen erhöhten Unterstützungsbedarf, es wäre fatal, wenn man dein Kind damit alleine lassen würde. Die Erzieherinnen müssen hier ein Auge darauf haben und die Dynamiken in eine positivere Richtung lenken, dein Kind unterstützen und auffangen.

      Liebe Grüße und alles Gute, Snow

    • Hallo,
      dein Kind ist selbst I-Kind, richtig? Die 4 Kids sind auch I-Kinder oder gesund? Hat dein Kind eine I-Kraft? Das ist in jedem Bundesland etwas anders geregelt...daher die Frage.

      Ich sehe hier mehrere Probleme:
      1. Aggression gegen sich selbst oder Andere ist nie eine Lösung. Das macht sie nur noch unbeliebter und bringt mehr Probleme. Hier müssen dringend Alternativen her. Das sollte aber auch nicht auf dein Kind beschränkt sein. Auch andere Kinder haben Wutausbrüche und es wäre gut, wenn sie das gezielt in Kissen, o.ä. entladen können.
      2. Dass die Erzieher nichts gesehen haben in einer Gruppe kann mal passieren. Aber bei einem I-Kind sollte das nicht passieren. Dafür gibt es nämlich eine Menge extra Gelder. Hier besteht dringender Gesprächs- und Handlungsbedarf. Undbedingt einen Termin mit den Erziehern festlegen möglichst auch noch mit der Leitung. Nimm dir selbst auch noch jemanden mit, vielleicht sogar einen Therapeuten des Kindes und deinen Partner. Das Gespräch soll nicht eine gegenseitige Schuldzuweisung werden, sondern es sollen sinnvolle Möglichkeiten gefunden werden, wie man deiner Tochter helfen kann (was kann wer in welcher Situation konkret machen?). Darüber ein Protokoll schreiben und von Allen unterschreiben lassen.
      3. Kinder haben grundsätzlich die Wahl zu sagen, dass sie ein Kind mitspielen lassen, oder eben auch nicht. Das ist deswegen kein Mobbing. Ich wäre hier vorsichtig. Es fallen mir schon aus dem Stehgreif eine Menge Spiele ein, wo man echt nur von Anfang an mitspielen kann - oder eben gar nicht. Wenn deine Tochter dann immer mittendrin in die Spielphase reinkommt, ist das teilweise für die 4 vielleicht schwierig (z.B. bei Gesellschaftsspielen). Du sagst, sie ist Entwicklungsverzögert und hat sprachliche Probleme. Wenn also eines dieser Kinder ihr versucht begreiflich zu machen, dass sie gerade nicht mitspielen kann, weil sie mitten im Spiel sind, aber das nächste Spiel könnte sie mitspielen. Sie müsste halt nur eine Weile warten...würde sie das verstehen? Ich versuche hier nicht irgendjemanden zu entschuldigen, nur die Lösungen für dein Kind wären jedesmal andere. Die Frage ist eigentlich, wie stark eingeschränkt ist die Lautsprache und ist sie überhaupt für die anderen Kinder so problemlos verständlich. Ggf. könnte man hier mit uK unterstützen.

      Ich habe auch 2 Söhne, die im Alter von 2 bzw. 3 Jahren die Diagnose globale Entwicklungsverzögerung und Sprachentwicklungsstörung bekommen haben. Heute sind meine Jungs 11 und fast 13. Die Diagnosen haben sich etwas geändert, aber Probleme mit der Sprache haben sie noch immer. Meine Söhne kann man eigentlich problemlos verstehen, ABER wenn sie sehr aufgeregt sind, habe wirklich nur ich eine kleine Chance darauf, sie überhaupt zu verstehen. Ich danke Gott dafür, dass wir 3 zumindest einige Gebärden können. So gelingt uns meistens die Verständigung. Seit dem Kiga haben die Beiden übrigens eine I-Kraft (ok, in der Schule nennt man das dann Schulbegleiter).

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