Hochsensible?

    • (1) 18.06.19 - 16:41

      Hallo ihr Lieben,

      ich vermute unser Sohn ist hochsensible. Er ist auch ängstlicher und motorisch zurück .Er wird im Oktober 5.Wir haben zwei Kindergärten versucht und haben es abgebrochen. Hauptsächlich wegen sozialer emotionaler Störung soll er in eine heilpädagogische Kleingruppe vom Jugendamt. Habt ihr Erfahrung? Ich denke, dass er hochsensible ist.Gibt es hier Familien, die ihr Kind wegen Hochsensibilität in so einer Kleingruppe haben. Er ist ganz normal intelligent.Er kann doch ganz normal in eine Grundschule, oder?

      • Mmh...ich weiß nicht.
        Manchmal fällt es Eltern sehr schwer, die bittere Wahrheit zu akzeptieren, dass die Entwicklung des eigenen Nachwuchses doch deutlich von der Norm abweicht. Es gibt dann viele Begriffe dafür. Einer davon ist Hochsensibilität.
        Ich will nicht sagen, dass es Hochsensibilität nicht gibt, nur schau mal wie du die Defizite deines Kindes beschreibst:
        - ängstlich
        - motorische Entwicklungsverzögerung
        - sozial emotionale Störung
        Dein Kind soll einen HPK besuchen - lt. deiner Beschreibung gestaltete sich schon ein normaler Besuch im Kiga unmöglich. So ganz grundlos werden die Kosten dafür nicht übernommen. Für eine Kostenübernahme MUSS dein Kind entweder behindert oder von Behinderung bedroht sein. Das ist die Voraussetzung lt. Gesetz.
        Die Frage ist nun:
        Warum kommt bei dir die grosse Panik auf, wenn du an den Besuch der Grundschule denkst? Förderschule bedeutet nicht grundsätzlich, dass ein lernzielgleicher Unterricht unmöglich ist - im Gegenteil. Mal abgesehen von den beiden Förderbedarfen Lernen und Geistige Entwicklung ist jeder andere Förderbedarf lernzielgleich möglich.
        Mein Ältester Sohn hat seit Anfang an den Förderbedarf Sprachheilförderung. Er war sogar mal in der SHS für ein Jahr - 6 Kinder pro Klasse, ein Traum. Er wird lernzielgleich beschult und ist jetzt in der 6. Klasse 1-er bis 2-er Schüler. Nur in Deutsch hat er eine 3 (mit Nachteilsausgleich). Eigentlich strebt er das Abitur an.
        Du musst beurteilen, ob dein Kind dem Stress einer normalen Grundschule gewachsen ist. Den Stress eines normalen Kindergarten schafft er ja aktuell nicht.
        Mit der Intelligenz hat das alles nichts zu tun. Eine inklusive Beschulung wäre grundsätzlich möglich. Mein Jüngster Sohn ist seit der 1. Klasse mit Förderbedarf Geistige Entwicklung inklusiv beschult - klappt super. Heute ist er in der 5. Klasse. Nur würde er aus seelischen Gründen das alles nicht aushalten, müsste er eben an die Förderschule. Dort gibt es kleine Klassen, es ist bedeutend ruhiger.
        Meine Kinder sind übrigens beide Autisten.

        Geh zur KJP und lass dein Kind diagnostizieren. Es ist leichter so.

        (3) 19.06.19 - 17:29

        So lange dein Kind nicht getestet ist, weißt du nicht, was mit ihm tatsächlich los ist.
        Ich selbst bin hochsensibel, war aber ganz normal im Kindergarten, in der Grundschule, im Gymnasium, habe studiert...Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Und Hochsensibilität ist keine Krankheit. Was Du brauchst, sind klare Diagnosen!

        Hallo,

        an was machst Du denn fest, dass er hochsensibel ist? Wie äußert sich das ?

        LG

      • (5) 28.06.19 - 09:41

        Hallo,

        als erstes solltet Ihr heraus finden, was mit dem Kind wirklich los ist.

        Vielleicht ist es gar nicht hochsensibel, sondern hat ein anderes Problem. Solange das nicht klar ist, kann man nicht sinnvoll daran arbeiten.

        Ich würde Euch raten, zu einem guten Kinderpsychiater und am besten zugleich -psychologen zu gehen, den Ihr Euch, falls möglich, empfehlen lassen solltet, und nicht zu einem SPZ oder ähnlichem. Da weiß man nämlich nie, an wen man gerät.
        In diesem Bereich gibt es leider eine Menge falsche Diagnosen durch irgendwelche "Fachleute", die in Wirklichkeit keine Ahnung haben.

        Ich halte dieses "Hochsensibel", ehrlich gesagt, für eine Mode-Diagnose.
        Dahinter dürften andere Dinge wie ADS oder Wahrnehmungsstörungen stecken. Oder das Kind ist nur sensibel und hatte irgendein traumatisches Erlebnis, ohne das es sich aber nicht so extrem verhalten würde.
        Letzteres muss übrigens nichts sein, was man als Erwachsener so empfindet. Empfindliche Kinder steigern sich manchmal in scheinbare Nichtigkeiten hinein.

        Ich habe gestern mit einer Freundin telefoniert, die ihren Sohn mal später aus dem Kindergarten abgeholt hatte, woraufhin der massive Trennungsängste entwickelt hat. Nachdem sie das mit einer Psychologin aufgearbeitet hatten, war es wieder ok.

        Was es auch gibt, sind überängstliche Eltern, die ihre Ängste auf die Kinder übertragen, die daraufhin abdrehen.
        Ich habe auch schon Kinder erlebt, deren Eltern ständig eine Welle machten, dass sie sich auf dem Spielplatz verletzen könnten. Diese Kinder waren dadurch so unsicher und motorisch ungeübt, dass sie sich wirklich schneller verletzten als andere. Das war sozusagen eine selbsterfüllende Prophezeiung.

        Wie Dein Sohn beschulbar ist, lässt sich erst dann beurteilen, wenn Ihr wisst, was los ist.
        Intelligenz ist dabei zweitrangig.
        Es gibt sogar hochbegabte Kinder, die wegen anderer Probleme nicht an Regelschulen unterrichtet werden können.
        Aber vielleicht bessern sich die Probleme bei Eurem Sohn ja, wenn man Bescheid weiß, und wie man damit umgeht, und er kann ganz normal beschult werden.

        LG

        Heike

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