Autismus-Spektrums-Störung Austausch gesucht

Hallo!
Mein Sohn (4 Jahre) hat vor einiger Zeit, die Diagnose Autismus- Spektrums- Störung (Frühkindlicher Autismus) bekommen. Vielleicht gibt hier Familien, die auch Kinder haben mit dieser "Diagnose"? Ich würde mich über einen Austausch freuen.

Liebe TE,

ich habe auch einen frühkindlichen Autisten (15 Jahre alt), der mit 6 Jahren diese Diagnose bekam. Meiner ist fast nonverbal (spricht einzelne Worte), motorisch unruhig, hat Pflegegrad 4 und besucht eine heilpädagogische Waldorfschule. Er kann etwas lesen und schreiben. Und ist motorisch fit.

Wie sieht es mit deinem Sohn aus? Kann er sprechen? Kommt er gut in der Kita zurecht?

LG Hinzwife

Hallo, danke für deine Antwort. Jonas kann eigentlich Wörter sagen/ Dinge benennen. Er macht dieses aber ganz selten in der Kommunikation, eher so vor sich hin. Kindergarten ist ein großes Thema, wir finden einfach keine Kita, die ihn aufnehmen will. Die Schule hört sich ja gut an, geht dein sohn da gerne hin? Liebe Grüße

Hallo findus41,

wieso gibt es keinen Kindergarten, der ihn nimmt? Mit einem Regelkindergarten ist es natürlich schwieriger, wenn diese keine Integration- oder Inklusionsgruppe haben. Wo max. 15 bis 16 Kinder mit 2 Erziehern und 1 heilpädagogischen Kraft in der Regelkita sind oder Einzelintegration. Oder du siehst dir einen heilpädagogischen Kita an.

Mein Sohn war als I-Kind in einem Regelkindergarten mit der dementsprechenden Gruppe. Ja mein Jüngster geht gerne zur Schule. Er wird in ca. 2,5 Jahren in eine Werkstatt für behinderte Menschen wechseln und etwas später in eine Wohneinrichtung, wenn es schnell klappt. Er wird im Januar 2020 16 Jahre alt. Es ist auch nicht ganz einfach, steckt mitten in der Pubertät.

LG Hinzwife

Mein kleiner ist 3 Jahre, die Diagnose wurde noch nicht ausgesprochen, aber wird von den Ärzten stark vermutet. Mein kleiner spricht nicht, ist sehr unruhig und braucht einen geregelten und gleich ablaufenden Tagesrythmus. Aber dafür ist er mega verschmust. Er geht in den Regelkindergarten, wird jetzt aber einen I-Helfer an seine Seite bekommen. Welche Eigenheiten hat dein Mäuschen?

Hallo, dass hört sich ja ziemlich ähnlich an. Jonas ist gerade vier geworden und leider finden wir keine Kita die ihn und Einzelfallhelfer auf nehmen möchte. Ich bin irgendwie selten hier, wenn du magst können wir uns gerne über WhatsApp austauschen.
Liebe Grüße

Mein Mann ist frühkindlicher Autist, eins unserer Kinder auch, vier weitere "nur" Asperger Autisten.
Wir hatten das unglaubliche Glück, dass unsere frühkindliche Autistin (wie die anderen auch) hochbegabt ist. So kann sie vieles kompensieren.
Sie begann spät zu sprechen, ging deshalb ab 2 Jahren in die Logopädie und ab 4,5 in den Sprachheilkindergarten (lesen konnte sie zu dem Zeitpunkt plötzlich fliessend, nur immer noch nicht sprechen). Von dort Regelschule, Gymnasium, Abbruch 2 Jahre vor Abi, nun hat sie endlich mit 22 Jahren doch noch das Abi geschafft und macht derzeit ein Praktikum. Wohin der Weg weiter führt? Keine Ahnung, aber es wird sich hoffentlich etwas finden.
Es war (und ist) ein Vollzeitjob, ganz ehrlich. Hier in der Schweiz ist die Fördersituation für Autisten desolat, was aber im Umkehrschluss bedeutet, dass sie selten auf die "Sonderschiene" gelangen, oder nur in Teilaspekten, und das Ziel bei kognitiv fitten eigentlich immer der erste Arbeitsmarkt ist.
Als Mutter hätte ich mir den Unterstützungsluxus Deutschlands gewünscht, ich war und bin dauerhaft am Ende meiner Kräfte, wir sind finanziell stehts am Abgrund, aber, letztendlich wären unsere Kinder kaum so weit gekommen, wären sie (politisch unkorrekter O-Ton meiner Autisten:) auf die "Behindi-Schiene" geschoben worden.

Unsere übrigen Kinder (nur mit Asperger Syndrom) hatten/haben zwar auch einen anspruchsvollen Werdegang, aber eine Nummer einfacher war/ist es schon.

Bei euch wurde die Diagnose ebenfalls früh gestellt, das ist super, das gibt euch Zeit. Gebt darauf acht, dass ihr sehr wählerisch seid mit allen "Fachleuten" die ihr an euer Kind ranlasst. Selektioniert vor und lasst es nie zu, dass der Fokus defizitär ist. Fördert die Stärken!

Hallo,
vielen Dank für deine Antwort.
Du sprichst mir so aus der Seele, für diesen Weg kämpfen wir gerade so. In unserer Stadt gibt es eigentlich nur die heilpädagogische Kleingruppe, in einem Kindergarten wo nur Kinder mit Beeinträchtigungen sind ( keine Ahnung wo da der inklusionsgedanke ist..), die in nehmen würden. Wir haben wirklich alles bewilligt bekommen, heilpädagogen Stunden. Einzelfallhelferin, aber es gibt keine Kita die das mit uns machen möchte.
Vielleicht können wir uns mal über WhatsApp austauschen? Ich würde mich sehr freuen.
Liebe Grüße

Welches Bundesland seid ihr denn?

Meine Jungs haben die Diagnose seit sie 4 bzw. 6 sind. Jetzt besuchen sie schon die weiterführende Schule.
Damals gab es bei uns noch keinen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz. Nur genau DAS würde ich jetzt in Anspruch nehmen. Wende dich an das Jugendamt!
1. Du hast einen Rechtsanspruch.
2. Dein Kind ist schwerbehindert und braucht diese sozialen Kontakte schon allein aufgrund seiner Behinderung. Diese Kinder sind bevorzugt aufzunehmen (also noch vor berufstätigen Alleinerziehenden,...).

Die Platzsuche bzw. Vermittlung ist Aufgabe des Jugendamtes. Im Grunde kannst du dir hier deinen Wunschplatz heraussuchen. Du musst es nur richtig begründen. Ggf. musst du eben bis zum nächsten Schuljahr warten, weil erst dann wieder Platz wird.
Aussuchen kann und darf sich das höchstens ein privater Kiga, der keine Zuschüsse vom Staat bekommt.

Ein Schreiben, dass dein Kind diesen Platz dringend für seine soziale Entwicklung benötigt, bekommst du vom SPZ oder KJP.