ADS Hilfe!!!!

Hallo!

Mein Sohn (10)hat ADS. Es wurde diagnostiziert. Er bekommt medikinet.
Intelligenztest war bis auf das Arbeitstempo normaler bis guter Durchschnitt.
Hat Förderbedarf Lernen und Schulbegleitung.
Leider hat der alte Kinderpsychiater aufgehört und beim neuen stimmt die Chemie nicht.
Ende Januar haben wir bei einem anderen einen Termin.
Was kann man als Eltern unterstützend machen? Oder wo können wir uns Hilfe holen?
Im Moment sind wir ziemlich verzweifelt, er hat zu den Konzentrationproblemen auch motorische Probleme ( das schreiben an sich).
Die letzten Noten, z.B. Englisch 2, Gedicht ( Ribbeck)aufsagen 2, Sachkunde 2+( dabei hat er es diktiert und Schulbegleitung geschrieben), alles auf Normalunterricht, Mathe 3 ( teils Förder teils normal)

Er zeigt in der Schule nicht was er kann... Zuhause klappen die Schuldinge besser.

Nächstes Jahr steht der Wechsel zur weiterführenden Schule an.
Eigentlich sehen wir ihn vom Kopf her dort nicht.
Aber wenn er nicht zeigt was er drauf hat...wie soll das werden?
Er würde gerne auf die IGS. Könnten auch teils Förderschwerpunkte unterrichten)
Seinen Wunsch nachkommen oder auf Lehrer hören?

Gerade gestern hat er mir gezeigt wie toll er technisch drauf ist, hat den Rutscheradlader für deinen kleinen Cousin ohne Anleitung zusammen gebaut. Auch in einer Geschwindigkeit... Wahnsinn!
Dann guckt er Dokus und saugt da alles auf, was der für ein Wissen hat!

Und heute war Weihnachtsfeier von seiner Klasse...da spielt er den Klassenclown das mein Mann und ich uns geschämt haben! Gab vorhin auch Streit unter uns dreien!

Zuhause driftet er gern in seine Lego Star wars Welt. Er spielt seit Sommer in einer Theatergruppe mit, ansonsten hat er leider keine Freunde.
Er bekommt Ergo.

Ich möchte es echt rausfinden bzw. verstehen wo das Problem ist!

Wie sollten wir damit umgehen?
Was sind eure Erfahrungen? Wie ging es euren Kinder auf Schullaufbahn?
Wer hat Hilfestellungen? Ideen? Erfahrungswerte?

Es gibt immer öfter Streitigkeiten... Nimmt echt inzwischen ziemlich unser Familienleben ein.

Danke fürs lesen!

Ich verstehe folgende Teile Deines Beitrages nicht:

>>Nächstes Jahr steht der Wechsel zur weiterführenden Schule an.
Eigentlich sehen wir ihn vom Kopf her dort nicht.<<
Aber auf irgendeine weiterführende Schule muss er doch?!?

>>Seinen Wunsch nachkommen oder auf Lehrer hören?<<
Was wollen denn die Lehrer?

Grüsse
BiDi

Guten Morgen,

Sorry, war wohl schon etwas spät!🙈
Die Lehrer möchten das er auf eine Förderschule geht...
Und da meine ich gehört er vom Kopf her nicht hin!

Hi,

also was die Noten betrifft klingt das doch alles so, als wäre es in Ordnung. Was erwartest du denn? Klar ist ne 1 besser, aber viele 2er ist doch "gut" und ne 3 ist doch auch ok.
Diese Klassenclown-Sache ist oft so ein Ding von Kindern, die irgendwie Anschluss wollen. Da könntet ihr ansetzen. Gibt es denn irgendwen, der er eigentlich ganz nett findet? Versucht private Treffen zu organisieren, vielleicht passt das ja mit einem der anderen Kinder? Meine Erfahrung ist, dass wenn sich Kinder privat auch treffen, dass es in der Klassengemeinschaft dann auch besser klappt, da sie sich eher integrieren können (bin selbst Lehrerin und habe 2 Kinder die auch nicht gerade kontaktfreudig sind).

LG

Isabel

Die Noten die er hat, finde ich super!
Und das Mathe nicht so seins ist und er teils weniger oder Förderniveau macht auch nicht schlimm. Wenn am Ende des Tages ein Hauptschulabschluss bei rumkommt..ist das i.O.!
Wir müssten halt noch irgendwie an der Ablenkbarkeit, Langsamkeit und an seiner " Sauklaue" arbeiten.
Sagt ja selbst der Ergotherapeut Beispiel hat er in der Therapiestunde das große E in vier Varianten geschrieben.
Vllt. Muss er von den Medikamenten anders eingestellt sein?!

Ich weiß es nicht? Gehört ein Kind mit den Problemen/ Noten wirklich auf eine Förderschule?
Sehe ich alles zu rosarot?

Hi,

mit diesen Noten muss er nicht auf eine Förderschule. Für mich sind das "Realschulnoten". Allerdings ist natürlich seine Ablenkbarkeit und Langsamkeit dort unter Umständen ein großes Problem, von daher ist es wichtig, dass ihr da ansetzt.
Eventuell wäre die Förderschule etwas, da die Lerngruppe einfach deutlich kleiner ist und es weniger ablenkende Faktoren gibt. Ich denke da helfen nur Gespräche mit den Lehrern und auch die Aussagen deines Kindes.
Wegen der Medikamente wäre es wichtig, dass du auch mit seinen Lehrern besprichst, wie es denn in der Schule im Laufe des Tages sich verhält. Eventuell ist er tatsächlich momentan nicht richtig eingestellt.

LG

Isabel

Das Kerlchen hat es doch auch so schwer und dafür sind die Noten doch klasse?!
Lasst euch nichts einreden,es gibt eben besondere Kinder und ich finde ihr macht es toll.
Nimm das Kind fest in den Arm und sage ihm wie toll er ist.
VielKraft beim weiter begleiten!

Vielen lieben Dank für deine ganz lieben Worte!
Mir laufen gerade die Tränen.
Bin im Moment echt nervlich weit unten...

Ich hab zwei erwachsene Kinder mit ADHS, und hab auch selbst (und unterrichte auch noch Kinder mit AHDS). Gerade Jungs mit ADHS werden leicht schulmüde und das Allerwichtigste ist eigentlich, dass sie nicht völlig die Nase voll haben und verweigern. Ich arbeite selbst mit Schulverweigerern (allerdings im Ausland). Wenn du nur die Motivation erhalten kannst, ihn bei der Stange halten kannst, dann ist das das Wichtigste.

Dazu gehören natürlich auch viele verschiedene Gebiete. Das soziale ist auch wichtig. Wenn er keine Freunde hat, könnte es auch sein, dass er sich dort nicht wohl fühlt. Lehrer mit denen er sich wohl fühlt, sind auch sehr wichtig. Natürlich gibt es auch das Risiko, dass ein ADHS-ler notenmässig etwas schwächer ist und dann schlechtes Selbstvertrauen kriegt und einfach aufgibt. I

Ich hab bei meinem Sohn auch gedacht, die Klasse sei ideal für ihn - fast nur Mädchen. Er kam mit Mädchen immer gut zurecht, das war nicht so ein Konkurenzkampf wie mit den Jungs. Und die paar Jungs in der Klasse hielten dann zusammen. Aber leider waren die Mädchen auch tüchtig und ordentlich und hatten gute Noten, und mein Sohn gab auf und meinte, er kann da doch nicht mithalten.

Es ist sehr schwierig genau das richtige Niveau zu finden. Diese Kinder sind so empfindlich, wenn es zu leicht oder zu schwer ist, und erwarten oft auch, dass Andere das auf Anhieb wissen müssen. ;) Aber da kann man nur sein Bestes tun und mit dem Kind im Gespräch bleiben. Es ist eine gute Sache, wenn er selbst lernt, was am besten funktioniert und auch keine Scheu hat, das zu sagen. Dann brauchen die Lehrer - und auch ihr Eltern - nicht zu viel zu rätseln. Aber das erfordert natürlich eine gewisse Selbsteinsicht, aber so langsam kann er die entwickeln. Man kann z.B. auswerten, wie es gelaufen ist, wenn man irgendetwas neu probiert. Aber nicht endlos herumprobieren, zu viele Wahlmöglichkeiten sind auch ein Problem für manche.

Sicher, es tauchen Probleme auf, aber die muss man halt dann lösen, wenn sie auftauchen. Man kann auch nicht alles voraussehen.

<<<Mein Sohn (10)hat ADS. Es wurde diagnostiziert. Er bekommt medikinet.
Intelligenztest war bis auf das Arbeitstempo normaler bis guter Durchschnitt.
Hat Förderbedarf Lernen und Schulbegleitung.<<<

Wie kommt man denn auf den Förderbedarf Lernen bei normaler Intelligenz? Wäre da nicht der Förderbedarf emotionale Entwicklung besser?

<<<Er würde gerne auf die IGS. Könnten auch teils Förderschwerpunkte unterrichten)
Seinen Wunsch nachkommen oder auf Lehrer hören?<<<

Wo soll er denn sonst unterrichtet werden? Auf der Förderschule Lernen? Meinst du nicht das er da unterfordert ist? Wie ist die Inklusion in den weiterführenden Schulen aufgestellt? Bei uns werden sämtliche Schulen bis auf Förderschule geistige Entwicklung langfristig eingestampft. Wohnen allerdings in Niedersachsen.

LG Hinzwife

Nein, ein nur langsames Kind hat im Förderbereich emotionale Entwicklung nichts zu suchen. Ich bin E-Lehrerin und habe ein solches Kind in meiner Klasse. Früher gab es noch andere Probleme, jetzt ist er nur noch noch langsam, aber so langsam, dass er alleine niemals dem Unterricht folgen könnte. Wir werden ihn auf Förderbedarf L testen lassen und wollen ihn umschulen, bei uns ist er nicht mehr richtig.

Super langsames Tempo kann tatsächlich zum Förderbeich Lernen führen. Also es lernen ja auch Schüler im Bereich geistige Entwicklung Schreiben und Rechnen, nur halt viiieeel langsamer. Mal zum Vergleich: Schüler mit Schwerpunkt Lernen lernen in Klasse 5/6 ca die Inhalte von Klasse 3/4 Grundschule.

Aber sonst hast du Recht, mit der normalen Intelligenz, den guten Noten, die angeblich auf Regelschulniveau entstanden sind, da passt was nicht.

Bekommt ihr auch Elterntraining?
Welche Zusatztherapien bekommt er zum Medikinet dazu?
Wie lange wirkt das Medikinet?

Ich selbst nehme es 2x am Tag in geringerer Dosierung, weil es bei mir nicht über den ganzen Tag wirkt, trotz Retadierung.
Ist abends eine Weihnachtsfeier zu der ich gerne hingehen möchte, die aber mit vielen Menschen verbunden ist, dann nehme ich meine zweite Dosierung etwas später.
Dann habe ich mittags eine längere ungünstige Phase, kann dafür abends besser Gesprächen folgen.

Das Kind einer Freundin bekommt tagsüber retardiert und abends zu Anlässen oder wenn die Wirkung mal früher nachgelassen hat, noch mal eine geringere Dosierung unretardiert.

Das ist alles mit den behandelnden Ärzten abgesprochen!
Zu beachten ist, dass bei späterer Gabe der Schlaf beeinträchtigt sein kann.



Wichtig finde ich einen guten Arzt!
Der sich auskennt, der alles erklärt
ganz wichtig finde ich Elterntraining!

Was ist ADS/ADHS
Wie funktioniert das Gehirn?
Warum tickt das Kind anders? Warum gerade dann anders, wenn man es am wenigsten brauchen kann?
Tipps für den Alltag
Tipps für einzelene Situationen
Tipps für schulisches
Tipps für das Leben


Warum er in der Schule nicht zeigen kann, was er eigentlich kann?
Weil ADS/ADHS ein Wundermittel ist, wenn es um interessantes geht
und komplett Abschalten, wenn es nicht interessant ist.
Dazwischen gibt es nicht. Ok, mit Medikinet und viiiiiiiiiiiiiiiiel Training geht auch mal was dazwischen.

Da das Thema zu umfassend ist und ich in einem einzelnen Beitrag kein Elterntraining ersetzen kann, befasse dich umfassend mit dem Thema,
erkundige dich, wo es für euch Elterntraining und Begleittherapien gibt.

Fragen würde ich bei
- Krankenkasse
- Arzt
- reha Kids (kenne ich persönlich niht, aber schon davon gelesen)
- ADS/ADHS Foren für Eltern von Betroffenen
vielleicht haben diese Tipps, was es bei euch in der Nähe gibt oder könnten abraten.

Zu meinem Arzt fahre ich 2 Stunden einfache Strecke. Das ist es mir wert.

Ich habe die anderen Antworten nicht gelesen, also sorry wenn sich etwas doppelt.
Bei ADHS mit normaler Intelligenz würde ich eher den Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung empfehlen und nicht Lernen. Die Inhalte sind doch dann viel zu einfach für ihn. Was er braucht sind kleine Klassen und Lehrer, die auf das ADHS eingehen. Grundsätzlich würde ich darum eher überlegene ob er auf eine Förderschule für Emotional und soziale Entwicklung wechselt statt auf eine Regelschule mit riesigen Klassen und zu wenig Sonderpädagogen...
Wegen des Psychiaters: es gibt freie Arztwahl. Wenn der euch unsympathisch ist, dann mach halt mal einen Termin bei einem anderen. Grundsätzlich gibt es schon auch viel, was man als Eltern im Rahmen der Erziehung bei einem Kind mit ADHS machen kann. Vielleicht wäre eine entsprechende Beratung was für euch?

Geh mit deinem Sohn in ein Sozialpädiatrisches Zentrum, die helfen eher bei eurer Problemlage als ein Psychiater oder Therapeut. Im SPZ liegt der Schwerpunkt auf Diagnostik und entsprechende Empfehlungen geben, behandeln tun die dort nicht.

Je nachdem, was das SPZ herausfindet, empfehle ich dir, den Sonderpädagogischen Dienst zu kontaktieren und den Schwerpunkt überprüfen zu lassen.

Wie kam dein Kind zum Schwerpunkt Lernen, wann war die letzte Überprüfung? In BW wäre die Ende Klasse 2 gewesen, also noch recht aktuell.

Schwerpunkt emotionale Entwicklung wie hier schon ein paar mal empfohlen wurde lese ich aus deiner Beschreibung gar nicht heraus, sondern trotz der Noten eher Lernen. Das langsame Arbeiten kann tatsächlich Schwerpunkt Lernen bedeuten, daß ist nicht zu unterschätzen. Hänge dich nicht zu sehr an den Noten auf, eine 2 der Schulbegleitung diktiert wäre auch in doppelter Zeit alleine wahrscheinlich eher eine 3 gewesen. Was dieses Jahr noch ganz gut ging, kann nächstes Jahr gar nicht mehr klappen.
Ich habe einen Schüler (mMn Schwerpunkt Lernen), der kam letztes Jahr noch ganz gut mit, ab einem bestimmten Punkt aber nicht mehr, ich habe ihm mehr Zeit gegeben (sehr viel mehr) und bekam gerade so noch eine 2 im Zeugnis, dank mehrere 1,x Noten am Anfang. Es war aber schon deutlich absehbar, dass er abstürzen wird. Dieses Schuljahr kommt er alleine überhaupt nicht mit, man muss ihm alles xmal erklären und er braucht eigentlich Schritt-für-Schritt-Begleitung. Klar, das kann bei euch die Schulbegleitung machen. Aber ich persönlich weiß nicht, was das einem Kind bringen soll. Lieber Inhalte anbieten, die es auch bearbeiten kann, bzw in der Form, in der das Kind sie auch bearbeiten kann, es zahlt sich aus, wenn ein Kind Selbstständigkeit und Selbstorganisation erlernt.

Wenn die Schule die Beschulung in der Sonderschule empfiehlt, dann hat das seinen Grund und das würde ich ernst nehmen. Allerdings würde ich an deiner Stelle absolut Wert legen auf das Urteil eines Sonderpädagogen und frage nach, aus welchen Gründen die Sonderschule empfohlen wird.

Ohje, ich nehme einiges zurück, den Klassenclown hab ich überlesen 😯 Und den ganzen Schluss irgendwie auch 🙄

Warum gibt es Streit bei euch zu Hause?
Inwieweit spielt er den Klassenclown, also was macht er genau? Macht er sowas auch im Unterricht? Also bei der Feier könnte es ja auch Nervosität gewesen sein.

Jaja, also lasst den Förderbedarf doppelt klären, Schwerpunkt Lernen und emotionale und soziale Entwicklung. Und geh ins SPZ, die sprechen meine ich auch Schulempfehlungen aus, wobei das eine reine Empfehlung ist ohne irgendwelche Folgen, also nicht wie ein Gutachten vom Sonderpädagogen.

Habe das ähnlich durch mit unserem großen Kind und Ratschläge von Außenstehenden, die nicht in einer solchen Konstellation leben, habe ich irgendwann ignoriert. Bei uns kam die Diagnose in der 2. Klasse. ADHS Stadium 3. Es lief immer nur die 1. Stunde einigermaßen, danach der Absturz. Umherlaufen im Klassenzimmer, wühlen im Ranzen, lautes u. permanentes Melden. Ständiges rumfummeln an sämtlichen Utensilien aus der Federtasche.
Es folgten 6 Wochen stationärer Aufenthalt in der Kinderpsychiatrie, um gewisse Verhaltensmuster zu durchbrechen. Hier wurde auch der Test mit Medikamenten begonnen. Jeder, also Lehrer, Hortner und Eltern, sowie Kind selbst mussten über 6 Wochen einschätzen, wann es ein Medikament gab und wann nur Placebo. Die Auswertung ergab 82% Übereinstimmung. Danach gab es noch den Hirnscan. ADHSler haben eine Anomalie, wobei Verbindungen zwischen der rechten und linken Hirnhälfte nicht wie bei gesunden Menschen angelegt wurden. Dadurch gelangen wichtige Botenstoffe nicht an die richtige Stelle im Hirn. Sowas verliert sich nicht im Alter, aber der Organismus lernt sich anzupassen und zu kompensieren. Es wird immer eine Beeinträchtigung bleiben, aber danach kann man sich beruflich orientieren und gut leben. Wir sind nicht den Förderweg gegangen, haben aber sämtliche Therapieangebote genutzt, wie Ergo, Spieletherapie, Verhaltenstherapie usw. Am Ende wurde es ein durchschnittlicher Realschulabschluss, sogar ohne Sozialbegleiter.

Ja, man muss bei jedem Kind schauen, was am besten klappt. Manche laufen mit Medis so gut, dass sie eine Regelschule besuchen können. Manche bekommen das sogar ohne Medis hin. Wieder andere brauchen trotz Medis sonderpädagogische Förderung.

Die Schulen mit Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung verstehen sich übrigens als Durchgangsschulen und haben zum Ziel, die Kinder nach x Jahren (3 brauchen die meisten mindestens) in die Regelschule zurück zu bringen.

Welcher IQ-Test wurde gemacht? WISC? Welche Ergebnisse gab es in den Unterbereichen genau?
Hat sich dein Kind durch das Medikament deutlich verbessert?

Ich sehe keinen Grund, warum dein Kind Förderbedarf Lernen hat. Die Noten geben das nicht her. Hast du mal dein Kind auf eine Teilleistungsstörung testen lassen? Offenbar ist das schlechteste Fach ja Mathe. Dafür könnte man aber einen Nachteilsausgleich beantragen.
Warum soll dein Kind denn nicht auf eine IGS können? Meine Söhne sind auch auf einer IGS - das geht auch inklusiv! Mein Ältester wird zwar im Förderbedarf Sprachheilförderung lernzielgleich beschult, aber mein Jüngster ist davon im Förderbedarf Geistige Entwicklung weit entfernt. Dein Kind hat nirgendwo bessere Chancen sich zu entwickeln, als auf einer IGS. Dort wird doch eh erst nach einigen Jahren sortiert, wer Hauptschule, Realschule und Abitur machen will. Für ein Kind wie deines, ist das optimal.

Hallo,

auf gar keinen Fall würde ich ein Kind auf der Förderschule Lernen lassen, wenn es irgendwie anders geht.

Bei der Grundschule ist das egal, da war mein Sohn mit ADS auch auf der L-Förderschule mit adaptiertem Grundschullehrplan.

Aber wenn er auf der L-Förderschule geblieben wäre, hätte er ja keinen Schulabschluss bekommen.

Nach einem zweijährigen katastrophalen Versuch in der normalen Realschule ist er jetzt auf einem Internat mit E-Schule. Das ist nicht einfach für uns alle, aber es geht ja um seinen Schulabschluss und damit um seine gesamte Zukunft.

Du könntest dich beim Jugendamt beraten lassen, was die vorschlagen. Das Gutachten muss aber vom KJP kommen, das kennst du ja. Ich hoffe, der neue ist besser, ich hasse das, wenn die tollen Ärzte in Rente gehen.

Alles Gute für euch!

Hallo,

unser Sohn (9, 5. Klasse Gymnasium) hat auch ADS und ist überdurchschnittlich intelligent, nimmt aber keine Medikamente.
Ich denke, er ist weniger schlimm betroffen, als Euer Sohn.

Das Problem bei solchen Kindern ist, dass es nie passt.

Entweder gibt man dem Träumer Raum, dann sind sie unterfordert, oder der fachliche Anspruch stimmt, dann sind sie (zumindest teilweise) überfordert.

Unser Sohn war ein spät eingeschultes Kann-Kind und hat in der 2. Klasse die Revolution ausgerufen, weil er unterfordert war. #schwitz
Er hat dann eine Klasse übersprungen. Da war er dann zufrieden und im 2er-Bereich unterwegs. In Deutsch ging es eher in Richtung 3.
Wenn man die Schusselfehler rausrechnet, wäre er im Bereich 1-2 gewesen.

Auf diese Weise ist er dann mit 9 am Gymnasium gelandet, wo er gerade mit dem ganzen Drumherum und mit Englisch überfordert ist.
Er kaspert wohl ganz massiv herum und wirkt, als passe er überhaupt nicht auf.
Die Lehrer sagen, sie hätten erst vorschlagen wollen, dass er die 5. Klasse wiederholt. Wir hatten schon überlegt, ob Gymnasium überhaupt Sinn macht, haben aber Angst, dass er anderswo wieder unterfordert ist.

Aber mittlerweile sind die Lehrer der Meinung, dass unser Sohn in mehreren Nebenfächern das leistungsstärkste Kind der Klasse sei und dass es in Deutsch und Mathe passt, dass er also genau richtig wäre, wo er ist.
(Auch hier wäre er ohne Schusselfehler wieder bei 1en und 2en.)

Das ist das eine.

Das andere ist, dass wir momentan zu Hause ganz große Schwierigkeiten haben, weil er verschusselter ist, als je zuvor und weil Lerninhalte, die ihn nicht wirklich interessieren, extrem schlecht hängen bleiben. #schwitz

Was wir dagegen machen, wissen wir gerade auch noch nicht so richtig. Ich habe mir diese Buch bestellt und habe den Eindruck, die Tips darin könnten helfen.
https://www.amazon.de/Erfolgreich-lernen-mit-ADHS-praktische/dp/3456856180/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=ads+lernen&qid=1575451873&sr=8-1

Jedenfalls würde ich Deinen Sohn auf keinen Fall an eine Förderschule schicken. Da geht der vor Unterforderung die Wände hoch, so wie Du ihn beschreibst. #schwitz

Ich denke, ich würde es mit einer Gesamtschule probieren. Da hat er alle Möglichkeiten.

LG

Heike

Hallo,

der Text wird jetzt wahrscheinlich ziemlich lang (ich versuche es stichworthaft :-), aber vielleicht baut dich das etwas auf.

Meine Tochter ist mittlerweile 19 Jahre alt, war aber schon kurz nach Geburt auffällig (trotz Apgar 10/10). Muskelhypoton, angeborener Nystagmus, mit allem spät dran, entwicklungsverzögert.

Förderplatz im Kindergarten, diverse ärztliche Untersuchungen, aber eine richtige Diagnose gab es nie. Im Kindergarten Logotherapie, Ergotherapie, auffällig durch heftige Wutanfälle, kaum Freunde.

Fertigkeiten zum Schuleintritt: Motorisch unterirdisch, ansonsten Rechnen im Normalbereich, Lesen: recht gut, Schreiben: recht gut in Druckbuchstaben.

Schulempfehlung des SPZ: Förderschule. Schulempfehlung Professor in München: Sonderschule (hieß damals wohl noch so). Schuleingangsuntersuchung, danach Aussage: Kognitiv alles in Ordnung, motorisch schlecht, besser Förderschule.

Ich habe dann einen "Deal" mit der Rektorin der Regelschule gemacht: Einschulung normal, vor den Herbstferien Gespräch, dann Entscheidung. Nach vier Wochen kam ein Anruf, Gespräch brauchen wir nicht mehr, alles im grünen Bereich. Sie ist kein Wunderkind und auch nicht hochbegabt, aber sie hat den Lernstoff gewuppt bekommen, großes Problem allerdings waren immer die schriftlichen Arbeiten, zu langsam, damit zu wenig Punkte = schlechte Note. Damals habe ich das erste Mal den Kinderarzt auf ADS angesprochen, hat er allerdings ausgeschlossen. Nun gut. Ihre Wutanfälle hatte sie leider immer noch. Zu der Zeit ist mein Mann plötzlich verstorben, was die Situation nicht leichter gemacht hat, aber sie hat sich durchgeboxt, obwohl sie auch in der Schule kaum Freunde hatte.

Dann kam der Schulwechsel und ich habe sie auf einer IGS angemeldet. Auch dort musste ich ein Extragespräch führen mit einem ähnlichen Deal. Prognose: "Naja, den Hauptschulabschluss wird sie mit viel Glück schaffen." Also Einschulung, gleiches Szenario wie auf der Grundschule. Wenig Freunde, Wutanfälle, Lernstoff war okay, schriftliche Arbeiten eine Katastrophe. Mobbing durch Klassenkameraden wie extreme Ausgrenzung, Kleidung nach dem Sport in den Müll werfen etc. Ich bewundere meine Tochter heute noch dafür, dass sie das ausgehalten hat.

Als sie dreizehn war, empfahl mir der Förderlehrer die Umschulung auf eine Förderschule. Ich habe damals viel hin und her überlegt, auch ein Internat hatte ich gedanklich mal durchgespielt und dann - mal wieder - viel gegoogelt.

Und dann habe ich eine (heutige gute) Freundin kennengelernt, damals noch als meine Kundin (ich bin selbständig). Sie hat drei Kinder, zwei mit ADHS, eins mit ADS. Und wir kamen ins Gespräch. Und ich erkannte in so vielem meine Tochter wieder. Also habe ich sie testen lassen mit allem drum und dran, Fragebogen etc. Diagnose: ADS, Empfehlung Medikation. Also wieder überlegt. Eigentlich wollte ich das nicht.

Mir wurde noch ein anderer Arzt empfohlen, dort habe ich sie nochmal testen lassen. Gleiches Ergebnis, gleiche Empfehlung. Also probierten wir es aus. Ich habe sie selbstverständlich mitentscheiden lassen, sie war ja mittlerweile alt genug.

Nach ca. sechs Wochen (das Einschleichen war mittlerweile beendet) war Elternsprechtag und die ersten positiven Rückmeldungen kamen. Ich muss dazu sagen, dass ich den Lehrern erst einmal nichts von der Diagnose und Medikation gesagt hatte. Die Wutanfälle waren verschwunden, das war schon einmal etwas. Stetig ging es bergauf. Sie lernte ein paar Mädels kennen, aus den Parallelklassen, mit denen sie sich anfreundete, was ihr wirklich gut tat.

Prognose in der 8. Klasse: Auf jeden Fall Hauptschulabschluss, vielleicht sogar qualifizierter. Abschluss 9. Klasse: Qualifizierter Hauptschulabschluss, dann wieder Gespräche mit viel Bitten und Betteln. Lasst sie noch ein Jahr auf der Schule. Abschluss 10. Klasse: Realschulabschluss = Mittlere Reife. Danach ein Jahr Orientierungsjahr mit halbherzigem: "Ich will Landschaftsgärtnerin werden". Praktika gemacht, Bewerbungen geschrieben, keine Zusage.

Irgendwie kam sie dann auf die Physiotherapie, machte ein Schulpraktikum und dann, nach Ende der Schule, in der gleichen Praxis ein Halbjahrespraktikum. Sie hat sich bei drei Schulen beworben, zwei Absagen, die dritte hat sie genommen.

Seit September ist sie in der Ausbildung zur Physiotherapeutin (ihr absoluter Wunschberuf). Ihr Arbeitstempo ist immer noch etwas langsamer, motorisch hat sich viel verwachsen, aber Leistungssportlerin wird sie nicht mehr, aber sie ist fleißig, sie kniet sich echt rein. Aufgrund der Wohnsituation muss sie morgens um sechs mit dem Bus fahren und kommt erst um 18.00 Uhr zurück. Um fünf Uhr aufstehen, klagt nie, ist nie krank. Ihr merkt, ich bin echt stolz auf mein Kind.

So, jetzt habe ich viel geschrieben (obwohl ich noch viel ausgelassen habe), aber weniger hätte es nicht sein können. Mein Fazit, und leider auch die Last, mit der meine Tochter leben muss, ist, dass sie wirlich von allen unterschätzt wird. Das zieht sich schon durch ihr ganzes Leben. Sie muss (meiner Meinung nach) mehr leisten, um andere zu überzeugen. Das ist mühsam und auch oft frustrierend, aber ich versuche sie dabei zu unterstützen. Manchmal wünsche ich mir, wir hätten eine richtige Diagnose. Ich glaube, damit können die Leute etwas anfangen. Bei ihr ist halt "irgend etwas anders". Ich weiß nicht genau, wie ich das beschreiben soll.

Wenn du der Meinung bist, Dein Sohn kann das schaffen, dann kämpfe dafür. Und unterstütze ihn. Wenn du merkst, er ist überfordert, dann schalte einen Gang zurück. Du kennst ihn am besten und nur du weißt, was er leisten kann. Also höre auf Dein Bauchgefühl.

Viel Glück

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