ADS

Hallo

Ich hätte gerne von euch Infos zum Thema ADS bei Erwachsenen.
Ich habe den Gedanken das mein Mann das haben könnte. Eine Userin bracht mich auf den Gedanken. Weil ich über ihn meckere.

Ich weiß dieses Thema ist sehr individuell.
Vielleicht wollt ihr mir berichten wie es sich zeigt auswirkt.

Danke euch

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Mein Mann hat ADS. Er fährt schnell aus der Haut aber es wurde seit ich ihn kenne deutlich besser. Seine Impulskontrolle ist aber weiterhin nicht toll. Er hat Probleme lange an ein und der selben Sache konzentriert zu arbeiten, weshalb er mehrere Sachen seiner Arbeit bearbeitet und immer wieder wechselt oder kleine Pausen einlegt. Außerdem ist er vergesslich. Für meine Begriffe extrem, weil ich ganz im Gegenteil kaum was vergesse. Er sieht es mit Humor und meint, dann kann man die Filme ruhig mal doppelt schauen ;)
Ads untypisch ist, dass er gelernt hat alles extrem zu strukturieren und zu organisieren - damit er nichts vergisst und nichts ihn unnötig ablenkt. Er wirkt niemals chaotisch sondern total durchgeplant in allem. Fast schon zu extrem manchmal, da er Abweichungen schwer erträgt.

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"Ads untypisch ist, dass er gelernt hat alles extrem zu strukturieren und zu organisieren - damit er nichts vergisst und nichts ihn unnötig ablenkt. Er wirkt niemals chaotisch sondern total durchgeplant in allem. Fast schon zu extrem manchmal, da er Abweichungen schwer erträgt. "

Es ist Ads untypisch von Natur aus strukturiert zu sein.

ADS typisch ist es, dass man aus der Not heraus solche Methoden entwickelt.
Wie du schreibst: extrem.

Bei mir gibt es keine natürliche Struktur. Entweder voll chaotisch oder extrem strukturiert, um nicht im Chaos zu versumpfen. Es ist Überlebensstrategie, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Das kenne ich von vielen Adsler/Adhslern. Als Strategie.
Abweichungen passen da natürlich gar nicht rein, weil Abweichungen Chaos bedeuten. Und davon hat man ja schon genug ;-)

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Ich bin mir jetzt nicht sicher, ich hatte Dir doch schon geschrieben?

Bei jemanden den ich sehr gut kenne, leider kann man hier nicht schwarz schreiben, war es nach außen hin so dass seine mangelnde Impulskontrolle und sein Hyperfokus das Auffälligste war. Er war "jähzornig", extrem ungeduldig wenn etwas nicht klappte und konnte richtig ausrasten wenn ihn jemand reizte. Er war schon als Kind bei Psychologen, aber auf ADHS kam damals niemand, alle sahen nur sein Aggressionsproblem, seine Impulskontollstörung als "Inselproblem" an. Er überreizt auch leicht, unser ADHS-Verdachts-Kind und er gehen oft gar nicht, er kann das Gewusel überhaupt nicht ab. Auch wenn etwas Laut ist ... er war immer sehr empfindlich was "Lärm" angeht, wenn draußen der Nachbar Rasen mähte konnte er keine Schulaufgaben mehr machen. "Aus einer Mücke einen Elefanten machen" oder "Die Flöhe husten hören wenn er keine Hausaufgaben machen will" waren da so die Wahrnehmungen seines Umfeldes.

Ja, vergesslich war er auch, aber das sind in unserer Familie alle mehr oder weniger. Schulisch hat er es gut im Griff gehabt, da er bei den Beratungen gelernt hat wie man richtig lernt, wie man sich strukturiert. Verträumten Stoff in der Schule hat er sich nachmittags in seiner erarbeiteten Struktur nachgeholt.

Er konnte auch Dinge sehr exzessiv tun, sein Hobby ist ein sehr filigranes, aufwändiges, und da bringt er eine Konzentration und Geduld auf dass niemand damals auf ADHS kam. Der Hyperfokus war bei ihm auch extrem ausgeprägt, und wenn er im Hyperfokus-Modus war war er ein Pulverfass wenn man ihn störte. Eine zeitlang kam auch in meinen Augen Suchtverhalten dazu, zu WOW Zeiten war er arbeitslos und zockte gefühlt 24/7, danach kamen Depressionen dazu. Das jahrelange Unverständnis (wie eben der Vorwurf mit den hustenden Flöhen wegen Nichtwollens) geht natürlich auf Dauer extrem auf die Psyche.

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Ich habe auch ADS, bin allerdings nicht getestet. Mein Vater und mein Sohn haben es auch.
Die Auswirkungen sind bei uns allen unterschiedlich.
Mein Vater ist ein Chaot, es sieht in seinem Büro aus wie bei Messis. Aber er kann eine Maschine/ganze Fabrik ansehen und ohne Beschreibungen erklären wie sie funktioniert und reparieren.

Ich habe vor dem Abi nicht lernen können, es ging einfach nicht. Dann ständig geschlafen, geschwänzt und musste in die Nachprüfung. Mit 2 Wochen Nachhilfe, hab ich genau einen Punkt mehr geschafft, als ich brauchte zum bestehen.

Was mich interessiert, kann ich sofort lernen, verstehen und wiedergeben. Was mich nicht interessiert, keine Chance. Mit Zeitdruck/ genug Stress entwickle ich genug „Adrenalin“ oder Energie um das nötigste zu pauken.

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Es gibt auf ADxS.org einen Test zur ersten Selbsteinschätzung.
Vielleicht ist ja dein Mann bereit ihn zu machen 🙂