Neubau. Garten gestalten - Landschaftsarchitekt? Gartenbauer? Selbst?

    • (1) 05.03.16 - 14:09

      Guten Tag,

      wir sind im September letzten Jahres in unser Eigenheim gezogen. 500 qm Grundstück. Abzüglich Grundfläche Haus, Doppelgarage, Auffahrt, Terrasse etc. bleiben noch 200 qm Gartenfläche. Im Herbst haben wir eine Hecke gesetzt (sollte immergrün, nicht zu klein und nicht zu teuer sein, es ist dann Schwarzer Liguster für ca. 400 Euro für 50m Heckenlänge geworden). Ansonsten gab es Rollrasen und wir haben zum Vorgarten hin ein paar Pflanzen aus dem Gartencenter (Rhododendron, eine Zypresse, etc.) für ca. 100 Euro gesetzt.

      Jetzt ist der Boden leider extrem schlecht, auch andere Nachbarn haben das Problem, dass nicht viel anwächst. Die Hecke ist uns über den Winter eingegangen bzw. nur sehr wenige Pflanzen haben es geschafft. Auch die anderen Pflanzen sind fast alle eingegangen. Der Rasen hat es mit viel Pflege und Liebe geschafft, auch wenn er etwas wellig und leicht gelblich geworden ist.

      Die Hecke ist uns sehr wichtig, da wir in einem Neubaugebiet in der Stadt wohnen (=wenig Abstand zu den Nachbarn) und trotz netter Nachbarn draußen unsere Ruhe haben möchten (zumindest sichtschutztechnisch). Darauf wollen wir auch nicht 10 Jahre warten (d.h. Mini-Pflanzen kommen nicht in Frage).

      Wir haben es also mit ca. 500 Euro und vielen Stunden Arbeit selbst versucht zu richten, aber das war ein Schuss in den Ofen. Nun wollen wir doch jemanden beauftragen, damit da im Frühjahr noch was draus wird und wir den kommenden Sommer dann mal draußen genießen können.

      Wir wünschen uns also eine Hecke (ca. 50m Länge, mind. 150cm hoch und relativ blickdicht und immergrün), ein paar schöne Pflanzen zum Vorgarten hin, die (wie z.B. Rhododendron) auch teilweise etwas Sichtschutz bieten und gerne noch 1-2 Bäume (als Schattenspender für Planschbecken etc.) für den Garten.

      Wie viel habt ihr für die "Erstausstattung" euer Gärten ausgegeben? Habt ihr einen Gartenbauer oder Landschaftsarchitekten beauftragt (wenn es da überhaupt einen Unterschied gibt)? Wie viele Angebote habt ihr euch eingeholt? Habt ihr auch Kleinanzeigen, myhammer o.ä. probiert?
      Meint ihr 2-3000 Euro reichen aus?

      Oder hat es auch jemand ggf. mit einem Ratgeber o.ä. erfolgreich selbst gemeistert?

      Würde mich freuen, wenn ihr ein bisschen von euren Erfahrungen berichtet.

      Viele Grüße!

      • (2) 05.03.16 - 14:51

        Hi,

        naja, als erstes haben wir bei uns komplett den Boden ausgetauscht und zwar 1/2 m. Wir haben nur Lehmboden.

        Dann haben wir Hecke und Büsche pflanzen lassen. Wir haben eine hainbuchen Hecke , wächst unheimlich schnell und bei einer Pfanzhöhe von 1.20 ist sie nach zwei Jahre hoch und dicht. Sie ist zwar nicht immergrün aber im Winter so verzweigt und mit trockenen Blätter behangen, das se fast dicht ist.

        Was das kostet kann ich dir nicht sagen, lass doch einen Landschaftsgärtner ein Angebot machen.
        Hin Hinblick auf unsere Nachbarn (Neubaugebiet) haben wir hochwertige Pflanzen/Bäume gekauft..viele die beim Baumarkt gekauft haben wurden mussten die Pflanzen teils komplett schon hier austauschen.

        lg
        lisa

        lass einen Landschaftsgärtner kommen, der sich die Gegebenheiten vor Ort anschaut

        Er wird euch versch. Hecken empfehlen, die sind da Profis.

        Viele Hecken, die schnell wachsen, sehen in 10 Jahren total hässlich aus, da sie wie eine Mauer geschnitten sind.

        Die schönen Hecken wachsen meist eben auch langsam

        Wir haben eine Kirchlorbeerhecke.

        Wie gesagt, lasst euch ein Angebot machen, dann wisst ihr wo ihr drann seid.

        Zuerst einmal könnt ihr euch ja ein Angebot vpn 2 verschiedenen Landschaftsgärtnern machen lassen. Er berät auch sicher in Hinblick auf wo kann was gepflanzt werden etc.
        Da euch alles eingegangen ist, würde ich euch einen Bodenaustausch empfehlen. Ansonsten werdet ihr auf Dauer kein Glück haben.

        Als Hecke kann ich portugiesischen Lorbeer empfehlen. Die sind nicht so großblättrig und wachsen recht schnell.

        Ansonsten nehmt den Lageplan mit und macht eine Zeichnung des Vorgartens, zusätzlich ein paar Fotos des Hauses und des Grundstücks und geht damit in einen wirklich gut beratenden Gartencenter bzw. eine Baumschule. Dort bekommt ihr auch Empfehlungen, wie man was gestalten könnte.

        Je nachdem ob ihr den Bodenaustausch selbst macht oder nicht, glaube ich nicht, dass € 2000- 3000,- ausreichen. Schon alleine 1-2 Bäume plus Hecke in der Länge plus andere Pflanzen plus Arbeitslohn verschlingt immens.

      • Jallo,

        ich würde auch mal jemanden kommen lassen, der einen Kostenvoranschlag macht. Und mit 2000€ kommst du mE schon ein Stückchen. selbst, wenn nicht alles möglich ist: Wenn ich so die Gärten anschaue, wo Landschaftsgärtner waren, dann finde ich immer wieder, dass das Geld hervorragend angelegt wurde.
        Im übrigen finde ich es inzwischen viel schöner, einen Sichtschutz durch versetzte Bäume und Sträucher herbei zu führen. Dazu braucht man natürlich etwas Platz.

        vg, m.

        Ihr sagt ja, das euer Rasen am Ende doch überlebt hat. Wenn ihr dieses Jahr vernünftig damit arbeitet, düngt usw, so wird der sicher richtig schön.

        Das die Hecke eingegangen ist, ist total ärgerlich. Aber habt ihr vielleicht einfach zu wenig gegossen? Der Sommer war ja warm und die brauchen am Anfang wirklich extrem viel Wasser.

        Ich würde im übrigen noch etwas warten. Vielleicht erholt sich die ein oder andere Pflanze nach einem Schnitt und gutem Wässern noch.

        Parallel kannst du dir ja einen Kostenvoranschlag vom Landschaftsbauer holen, aber mir wäre es das nun nicht mehr wert. Ihr habt ja schon das meiste angelegt. Ich würde also eher mit einem Foto des Grundstücks in eine gute Baumschule und vernünftige Pflanzen kaufen. Die können dann vielleicht auch bei einer Bodenprobe erkennen, ob und was geändert werden muss.

      • Wenn Ihr im September 2015 den Garten bepflanzt habt ist jetzt noch nicht absehbar, welche Pflanzen überlebt haben und welche nicht. Da würde ich bis Mai warten, vieles treibt im ersten Jahr später aus. Und kein Rasen ist Anfang März ein satter grüner Teppich.

        Da wo Großpflanzen hinkommen muss die Humusschicht dicker sein als unter dem Rasen, sprich Boden austauschen muss man nicht überall sondern nur dort wo die Planung entsprechende Pflanzen vorsieht.

        Ich würde den Gartenplan selbst machen, gerade der Platz für die Bäume und Beete findet sich meiner Erfahrung nach am besten vor Ort. Rausgehen, darüber nachdenken, Sonnenstand zu verschiedenen Tageszeiten beobachten (z.B. mit einem Sonnenschirm) , zeichnen, und das immer wieder.

        In unseren Garten haben wir weitaus mehr Geld versenkt als 2-3000 EUR, es ist aber auch ein großes Hanggrundstück und wir mussten den Hang abfangen.

        Großpflanzen (> 2m) würde ich definitiv vom Profi setzen lassen, aber die Pflanzen selber vor Ort in einer GUTEN Baumschule aussuchen. Das teuerste (und meiner Meinung nach wichtigste) ist der richtige Hausbaum. Für den und die wichtigsten Großpflanzen würde ich das nötige Geld in die Hand nehmen, Staudenbeete etc. aber dann nach und nach selbst entwickeln und bepflanzen. Oft haben Freund oder Nachbarn schöne, erprobte Stauden von denen sie gerne was abgeben.

        Viel Spaß beim Gärtnern!

        Das kann aber ganz heftig ins Geld gehen.
        Meine Schwägerin hat ihr Grundstück inkl. Rasen vom Landschaftsgärtner machen lassen. CA. 300 qm, das hat damals 10.000 Euro gekostet. Aussen rum wurde verschiedenes Gehölz als Sichtschutz gepflanzt und dann noch Rasen. (Die Bäume sind inzwischen so riesig, dass sie von einer Spezialfirma gefällt werden müssen - 2/3 muss jetzt weg - nach 12 Jahren).
        Meine Schwiegereltern haben ihren 200qm Garten im Jahr darauf vom gleichen machen lassen - 8000 Euro. Aber das ist Komplett - mit Bodenaustausch und allem.

        Bei mir kam da der Schwabe durch und zwar heftig - wir haben den Garten ebnen lassen (50 Euro, weil er gegenüber grad den Spielplatz angelegt hat), den Rasen von Hand selber gesät und den Rest aus Mutters und Omas Garten mit Ablegern vollgepflanzt. Heisst - wenn ich von der Arbeit heimkam, hatte entweder meine Mutter oder meine Oma einen Kofferraum voller Pflanzen verbuddelt.

        OK - es sieht sehr - naja - bunt aus - aber mir gefällt das. Ich mag diese geplanten Gärten nicht - die sind so steril.
        Das Schlimmste sind diese öden grauen Kiesgärten mit so nem Bonsai und drei Lavendelstöcken, der nie gepflegt wird und nach 3 Jahren so erbärmlich aussieht, das man weinen möchte, das Kiesbeet voller Laub und Moos, weil keiner Zeit oder Lust hat, es sauber zu machen.

        Ein Kiesgarten macht doppelt so viel Arbeit, wie ein Blumenbeet (sagt unser Kumpel, der ist Landschaftsgärtner - ich hab keins, daher kann ich dazu nix sagen).

        Inzwischen blüht und grünt es an jeder Ecke das ganze Jahr lang - ziemlich planlos, aber schön. Ich kauf immer nach Bildern ein - ist das Foto hübsch, vergrab ich das irgendwo. Und wenn was eingeht, hab ich wieder Platz um irgendwas schönes reinzutun.
        Trotzdem hat uns der Garten komplett (über 400qm) auch über 1000 Euro gekostet - allerdings über ein paar Jahre.
        Die Hecken sind seit ca. 3 Jahren in angenehmer Höhe - davor waren es Ableger mit einer Höhe von nichtmal 20cm, wenn überhaupt. Es hat also 7 Jahre gedauert, bis sie hoch genug waren. Das kommt für dich ja nicht in Frage.

        Was du beim Gärtner beachten musst - zumindest hier bei uns - die pflastern dir jeden cm des Garten zu - das sieht die erste 2 Jahre super aus, dann werden die Pflanzen zu groß und du musst mindestens die Hälfte rausmachen und wegwerfen, sonst sieht es scheisse aus.

        Das war mir zu teuer - ich hab ein neues Blumenbeet anlegen müssen, für die vertriebenen Pflanzen meiner Schwiegermutter - ich kann einfach keine Blume wegwerfen, die nicht kaputt ist :-)

        Deinen Boden musst du austauschen, da wo ihr Bäume oder so hinmachen wollt - wir haben das immer selber ausgehoben - mind. 1/2 Meter, sonst kommt da im Lehm nix.
        Dem Rasen ist das wurscht - der wurzelt nur 3-5 cm tief.
        Als Hecke haben wir zu Nachbars eine Thuja gepflanzt (die ist vom Gärtner - bei manchen Sachen sollte man nicht sparen). Da gibts teurere und so billige - wir haben die teuren genommen, die sind auf viele Jahre hinaus schöner (sind so Säulen, die dann ne Hecke bilden). Unser Hausbaum ist auch vom Gärtner.

        ...was die Hecke betrifft, würde es mich nerven, immer schneiden zu müssen und würde einen schönen Zaun setzten. Da gibt es tolle Sachen mit Holz und Edelstahl, Betonmauer etc...

        Ein Tipp für deinen rasen, wenn der Boden so schlecht ist: Streu regelmäßig (alle 2-3 Monate) Sand ein und hol dir einen mulchmäher. Der raspelt den Schnitt und streut ihn wieder aus. Zusammen mit dem Sand, trägt das zur bodenverbesserung bei.

        Viel Erfolg!

        Hallo,

        meine Eltern hatten am Anfang auch viele Probleme mit dem Garten… Sie versuchten, selber diese zu lösen, aber letzten endlich entschieden sie sich für professionelle Hilfe. Sie suchten sich einen guten Gaertner aus, nicht Landschaftsarchitekten, sondern einen Gaertner mit langjähriger Erfahrung. Der half bei der Wahl der Bepflanzung und am Anfang auch ein bisschen mit Pflege. Und in einem Teil des Gartens haben sie jetzt auch einen Pool, bei polnischen Herstellern ist es nicht so teuer :-)

        Selbst! :-) Du kennst doch am besten Deine Möglichkeiten und Bedürfnisse. An die Spezialisten würde ich mich nur dann melden, wenn Du einen Pool planst. Wir haben auch unseren Garten selber arrangiert, nur Pool-Montage haben wir PoolsFactory anvertraut…

        (12) 22.09.16 - 02:12

        Ein Landschaftsgärtenr hat natürlich viel mehr Know-How. Der hat gute Ideen, die er einbringen kann und setzt diese auch gut um.

        Das Problem ist halt, dass solche Gärtner auch sehr sehr teuer sind bei viel Arbeit. Neben den Lohnkosten kommt das Material ja noch dazu.

        Wenn man ein bisschen kreativ ist und selber anpacken kann, dann denke ich macht es mehr Sinn, wenn man selber den Garten gestaltet. Es gibt mittlerweile so viele Quellen für Infos, wo man Ideen einholen kann, was man alles im Garten machen kann. Wir wollten vor kurzem z.B. auch Gabionen in unseren Garten integrieren und sind im Netz auf http://www.gabionen-markt.de/ auch direkt mit hilfreichen Infos fündig geworden.

        Einfach mal hinsetzen und eine groben Plan machen. Ein solches Projekt kann auch viel Spaß machen und den eigenen Horizont erweitern.

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