Wie lange wohnen bleiben nach Zwangsversteigerung?

    • (1) 08.03.16 - 06:35
      Inaktiv

      Hallo... das Haus, in dem meine Schwiegermutter wohnt, wird zwangsversteigert, wie wir jetzt erfahren haben, sie muss also raus. Termin ist in 6 Wochen, wie lange kann man danach noch wohnen bleiben, wenn der Käufer im worst case "sofort" einziehen oder was auch immer möchte, also über die Wohnung verfügen?
      Wir würden sie gerne "zu uns" nehmen, unsere Wohnung ist definitiv zu klein, aber im Haus wird eine Wohnung frei, allerdings erst Oktober / November. Das wäre ideal, wenn sie hier einziehen könnte. Hat man da irgendwelche Chancen, sollte der Fall wirklich eintreten, dass der Käufer sie gleich raus haben will? Geht das überhaupt? Wer kennt sich aus?

      • (2) 08.03.16 - 07:57

        Wohnt sie in dem zu versteigernden Haus zur Miete? Dann muss sie erst nach einer ordentlichen Kündigung raus.

        Ist es ihr Haus muss es normalerweise sofort geräumt werden.

        • (3) 08.03.16 - 08:07

          Nee, sie wohnt als Mieterin im Haus, sind insgesamt 6 Parteien und von den Wohnungen werden 4 versteigert, 2 sind Eigentumswohnungen.
          Ordentliche Kündigung heißt 3 Monate?

          • (4) 08.03.16 - 08:25

            Hallo,

            es kommt darauf an, wie lange sie schon dort lebt. Die Kündigungsfrist richtet sich auch nach der Mietdauer, kann also unter Umständen auch deutlich länger als 3 Monate sein.

            Viele Grüße,
            lilavogel

            • (7) 08.03.16 - 10:52

              Super, danke!! Das hört sich ja ganz gut an. :)

              Hallo,

              "Weiterhin gilt dann trotzdem entsprechende Kündigungsfristen "

              und das sind drei Monate.

              freundliche Grüsse Werner

              • (9) 08.03.16 - 14:39

                Hallo,

                nein, das stimmt so pauschal nicht. Es kommt schon sehr auf die Dauer des Mietverhältnisses an.
                Wir haben vor 2 Jahren ein Haus aus dem Zwang gekauft, in dem eine Mieterin wohnte. Sie lebt dort schon seit mehr als 10 Jahren, daher hat sie eine Kündigungsfrist von 12 Monaten. Wir hatten uns anwaltlich beraten lassen, weil wir auch mit dem Gedanken gespielt hatten, das gesamte Haus abzureißen und neu zu bauen.

                Viele Grüße

                • (10) 08.03.16 - 16:09

                  Lies dir nochmal den oben genannten Link durch.

                  Entweder kannte dein Anwalt den § 57a ZVG nicht, oder du hast dir zuviel Zeit gelassen.

                  freundliche Grüsse Werner

                  • (11) 08.03.16 - 17:38

                    Hallo,

                    vielleicht habe ich ein Brett vor dem Kopf, ich verstehe das mit der Kündigungsfrist anders.

                    § 57a
                    Der Ersteher ist berechtigt, das Miet- oder Pachtverhältnis unter Einhaltung der gesetzlichen Frist zu kündigen. Die Kündigung ist ausgeschlossen, wenn sie nicht für den ersten Termin erfolgt, für den sie zulässig ist.

                    Der Paragraph weist auf die gesetzliche Kündigungsfrist hin und die ist bei der Kündigung vom Vermieter nicht automatisch 3 Monate lang, sondern richtet sich doch nach der Dauer des Mietverhältnisses. Siehe dazu auch:

                    Kündigungsfrist des Vermieters (§ 573c Abs. 1 S. 2 BGB)
                    Für den Vermieter haben sogenannte „asymmetrische“ Kündigungsfristen Gültigkeit. Dies bedeutet, dass die Kündigungsfrist sich in Abhängigkeit von der zeitlichen Dauer des Mietverhältnisses um weitere drei Monate – bis auf längstens neuen Monate – verlängert.

                    In dem konkreten Beispiel von der Dame mit 10-jähriger Mietdauer und einer 12-monatigen Kündigungsfrist ist die Frist zu lang. Aber 3 Monate wären doch auch zu kurz gewesen.

                    Viele Grüße,
                    lilavogel

                    • (12) 08.03.16 - 18:04

                      "Nutzung des Objekts:
                      Mietverhältnis:
                      Der Ersteher muss bestehende Mietverhältnisse übernehmen. Ab dem Zuschlag steht ihm die Miete zu. Bei der Schuldversteigerung (à Versteigerungsarten) gibt es ein Sonderkündigungs-recht. Der Ersteher hat danach einmalig die Möglichkeit, das Mietverhältnis zum nächstmöglichen Zeitpunkt nach dem Zuschlag unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist (bei Wohnraum 3 Monate) zu kündigen. Die weiteren Vorschriften des Mietrechts, wie Form, Kündigungsgrund und Sozialklauseln müssen jedoch weiterhin beachtet werden"

                      https://www.justiz.bayern.de/gericht/ag/a/zustand/verfahren/vf_Zwangsversteigerung.php

                      ganz unten auf der Seite, Allgemeine Hinweise von A bis Z ist ein pdf

                      Eigentlich ganz logisch: welchen Sinn hätte ein Sonderkündigungsrecht, wenn doch sowieso mit 9 Monaten ganz normal gekündigt werden könnte.

                      Aber das mit den 3 Monaten wird vom Rechtspfleger jedesmal ausdücklich erwähnt.

                      freundliche Grüsse Werner

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