Altes Haus mieten?

    • (1) 10.12.16 - 22:35

      Guten Abend,
      wir suchen seit langer Zeit ein Häuschen zur Miete. Heute haben wir uns eins angesehen was wirklich Potential hat. Das Problem ist, dass es sehr sehr alt ist.

      Kurz ein paar Fakten:

      85qm Wohnfläche + Ausbaureserve im Dachgeschoss, derzeit 3 super geschnittene Zimmer+ Küche, Diele, 400 qm Garten, Baujahr ca 1895, Nachtspeicherheizung wurde vor ca 15 Jahren durch eine Gaszentralheizung ersetzt, Warmwasser über Durchlauferhitzer, ein Bad komplett neu, das zweite Bad Stand der 50er Jahre, Fenster wurden zum Teil schon erneuert, einige werden noch erneuert. Das Haus hat einen Gewölbekeller. Und es stehen eben die nornalen Renovierungsarbeiten an. Vieles macht der Vermieter vorher, er stellt sich aber vor, den größten Teil mit den neuen Mietern gemeinsam zu machen (vor allem der geplante Dachgeschossausbau) und dies dann mit der Miete zu verrechnen. Wir überlegen jetzt hin und her, ob wir das Experiment eingehen.

      Mit Gewölbekellern kenne ich mich so gar nicht aus. Gibt es eine Möglichkeit diesen halbwegs wohnlich zu gestalten um dort vernünftig lagen zu können? Oder um Sportgeräte oder ein Schlagzeug unter zu bringen?

      Was uns noch nicht so zugesagt hat war die Lage. Wir wollen eigentlich näher ans Zentrum, dieses Haus liegt etwa nochmal 7 Minuten weiter hinten als unsere jetzige Wohnung. Die "Dorf-Hauptstraße" liegt vor der Tür. Direkt gegenüber eine Kirche. Aber der Mietpreis ist einfach unschlagbar.

      Wir wissen nicht wie wir uns jetzt entscheiden sollen. Gibt es noch irgendwas was wir nicht bedacht haben an so einem alten Haus?

      Freue mich auf Erfahrungen.

      • (2) 11.12.16 - 03:40

        Deine Beschreibung klingt als wenn du kaufen und nicht mieten willst.

        Ich halte nicht viel von diesen Absprachen mit (Ver)mietern. Kleine Reparaturen oder Verschönerungen kein Problem, aber ein Ausbau des Dachgeschosses ist schon eine andere Hausnummer. Ohne ganz klare Absprachen, also bis ins kleinste Detail, bedeutet das meistens im Nachhinein Ärger. Zusammen mit dem Vermieter ausbauen? Heißt also er rennt so in der Hütte rum, wie er Zeit für den Bau hat? Nee Danke. Er stellt Material und ihr baut, das könnte man machen. Schlägt sich dann aber nicht so sehr auf die Miete nieder.
        Was ist nach dem Ausbau? Sollt ihr dann Miete für die neue Wohnfläche zahlen?

        Wie gesagt, solche Ausbauten für fremde Menschen sind heikel. Ein "das kriegen wir schon hin" würde einen Fluchtreiz in mir auslösen.
        Seid ihr euch bewusst, das ihr u.U. den Wohnwert des Hauses steigert und dafür am Ende die Kündigung bekommen könnt?
        Gewölbekeller sind eine schöne Sache, sofern sie trocken sind. Da pfuscht man nicht dran rum, man lässt sie, wie sie sind. Evtl verputzen und weißen, mehr nicht. Ob man etwas lagern kann liegt ja daran ob der Keller trocken ist, zumindest ist er im Sommer schön kühl.

        Die Heizkosten werden höher sein, logisch...oder ist es gedämmt?

        Über das "Potenzial" eines Hauses denke ich eigentlich nur beim Kauf nach, bin ich nur Mieter wäge ich Nutzen, Kosten und Aufwand knallhart ab. Wir haben zB den Dachboden gedämmt, Material hat Vermieter gestellt, Aufwand relativ gering, das ganze hat also einen Vorteil für uns. Mietersparnis keine, bei den Heizkosten merkt man es allerdings schon. Wir haben hier ziemlich freie Hand, unser Vermieter weiß was mein Mann handwerklich drauf hat.

        Was mir bei so einem Haus wirklich wichtig wäre: wann wurde der Strom neu gemacht und wie alt sind die Wasserleitungen im Haus, hatte es lange Leerstand, wie viel wurde in den ganzen Jahrzehnten am Haus "rumgepfuscht". Sollen noch Fenster (oder andere Dinge) in der jetzt verfügbaren Wohnfläche ausgetauscht werden, dann VOR dem Einzug...auf die Worte eines Vermieters gebe ich nicht viel.

        Ein "unschlagbarer Mietpreis" hat meistens einen Haken, zu verschenken hat niemand etwas.

        • (3) 11.12.16 - 14:13

          Nein eigentlich suchen wir etwas zur Miete da man sich ein Haus zum kaufen hier kaum leisten kann. Außer eben besagtes Haus und dann ordentlich sanieren. Da suche ich aber die Nadel im Heuhaufen...

          Der Vermieter würde nach den Ausbau des Dachgeschosses die Miete nicht erhöhen. Da würden wir auch drauf achten, dass es im Mietvertrag geregelt ist.

          Strom ist definitiv auf dem neuesten Stand, bei Wasser weiß ich es grad gar nicht. In dem Haus hat eine alte Dame gelebt, es ist noch alles eingerichtet, steht es seit kurzem leer. Die Fenster würden noch vor Einzug erneuert.

          Nachdem wir nun eine Nacht drüber geschlafen haben, haben wir uns aber gegen das Haus entschieden. Aufgrund der Lage. Wir möchten nicht unmengen Zeit, Arbeit und Geld in das Haus stecken und nach ein paar Jahren wieder ausziehen... Wenn man sich so einer Aufgabe widmet dann solltwn wir auch lange drin leben wollen.

      (4) 11.12.16 - 12:54

      Moin,

      bei dem Baujahr tippe ich auf

      https://de.wikipedia.org/wiki/Kappendecke

      Haben wir auch. Einen wirklichen "Wohnkeller" kriegt man da nicht draus. In dem Baujahr sollte es mich sehr wundern, wenn die Fundamentmauern nicht einfach so in den Boden gesetzt worden wären. Eine Horizontalsperre gibt es vermutlich nicht. Das bedeutet, dass die Wände Wasser ziehen und feißig nach oben transportieren. Auch in die Wohnräume. Abdichten von außen kann man (wenn man denn an alle Außenwände drankommt), aber dann kommt das Wasser immer noch von unten. Eine Horizontalsperre unterhalb der Träger kann verhindern, dass Wasser bis in die Wände des Wohnbereiches dringt und schützt auch die Eisenträger (wenn die in den Bereichen an den Wänden aussehen, wie Blätterteig, muss eh noch mal ein Statiker drauf schaun).

      Also, den Keller kriegt der Vermieter mit Hilfe von Fachfirmen vielleicht so trocken, dass Euch nicht sofort alles wegschimmelt, was Ihr dort lagert (wenn wir früher einen Karton auf dem Kellerboden abgestellt haben, war der in Nullkommanix weggeschimmelt), aber Sportgeräte/Schlagzeug solltet Ihr dort vermutlich eher nicht einplanen.

      Thema Dachbodenausbau: Zu den Fragen, wie das genau ablauen soll, wurde ja schon was geschrieben. Wenn geklärt ist, wie die zusätzliche Wohnfläche später sich später mal in der Miete niederschlägt, wäre für mich noch zu klären, ob und wie gewährleistet ist, dass der Dachbodenausbau fachgerecht gemacht wird. Könnt Ihr das?

      Thema Kirche: Ich bin mal auf dem kleinsten Dorf der Welt in die ruhigste Wohnung der Welt gezogen. Irgendwann war dann die Sanierung der Dorfkirche abgeschlossen, und die Turmuhr hat alle Viertelstunde gebimmelt. Und zu allen Gottesdiensten die Glocken. Ein Traum!

      Wie alt ist denn der/sind die Durchlauferhitzer? Die können unfassbar viel Strom fressen! Wir hatten früher ein Haus, in dem das Warmwasser auch von einem Durchlauferhitzer gemacht wurde. Wenn man oben geduscht hat, und unten wollte einer Geschirr spülen, wurde das Wasser oben eisig.

      • (5) 11.12.16 - 14:20

        Die Decke vom Keller habe ich anders in Erinnerung. Der Vermieter würde die Miete nach dem Dachgeschossausbau nicht erhöhen. Da hätten wir auch im Mietvertrag drauf geachtet.

        Genau, die Kirche bimmelt dort alle 15 Minuten. Ich denke deine Aussage war ironisch gemeint.

        Der eine Durchlauferhitzer war 2 Jahre alt, der andere etwas älter. Das konnte er nicht genau sagen.

        Wir haben uns nun aber nach einer Nacht drüber schlafen gegen das Haus entschieden. Aufgrund der Lage. Wenn man sich das Haus nach seinen Vorstellungen umbauen kann, diese Möglichkeit finden wir sehr verlockend, sollte man aber auch viele Jahre drin wohnen. Würde das Haus in einer besseren Lage stehen hätten wir uns wohl darauf eingelassen. Aber so lassen wir es

    (6) 11.12.16 - 13:41

    Hallo,

    lass es - das wird nichts.

    "Vieles macht der Vermieter vorher, er stellt sich aber vor, den größten Teil mit den neuen Mietern gemeinsam zu machen (vor allem der geplante Dachgeschossausbau) und dies dann mit der Miete zu verrechnen."

    meins ist meins, und deins ist deins - das sollte man nie vermischen, das wird nichts.

    freundliche Grüsse Werner

  • Hallo, wenn das Dach ausgebaut wäre, ja, aber selber eine Mietsache ausbauen würde ich nicht. Danach kann es dann passieren, dass du die Eigenbedarfskündigung bekommst.

    Solche Keller kenne ich auch, die sind üblicherweise feucht und man kann höchstens Einmachgläser und Getränke dort aufbewahren.

    Die Lage spricht ja auch dagegen und eine Kirche gegenüber hatte ich auch schon, nein danke! Da ist unsere Flugzeugwarteschleife überm Haus echt ruhiger.

    LG

    • Nur zum Mieten hört sich das nach einer Menge Aufwand und wirtschaftlich/rechtlicher Unsicherheit an. Wenn ihr das wirklich durchziehen wollt, dann achtet drauf, dass alles absolut wasserdicht geregelt ist (Eigenbedarfskündigung, Aufteilung der Arbeitsleistung, Gegenwert, etc.). Habt ihr auch schon die Materialbeschaffung geklärt und wie es mit dem Versicherungsschutz und der Arbeitssicherheit ausschaut? Denn bei solchen Umbauten ist bspw. die Staubbelastung sehr hoch, weshalb auch spezielle Arbeitsausrüstung in Sachen Arbeitsschutz [***vom urbia-Team entfernt. Bitte keine Werbelinks einstellen] nötig sein wird.

      An eurer Stelle würde ich erst irgendeinen Deal festmachen, wenn alle Unsicherheiten aus dem Weg geschafft sind. Ach ja, an sich stehe ich voll auf alte Gewölbe. Ist halt mit Arbeit verbunden.

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