Preisminderung Hauskauf wegen Gefälle

    • (1) 25.01.17 - 07:17

      Hallo zusammen,

      bin sonst eher stiller Mitleser, habe aber jetzt auch mal eine Frage an Euch.

      Wir haben einen schwierigen und unschönen Hauskauf hinter uns (lange Geschichte). Seit Anfang Januar bauen wir unsere Traumimmobilie alleine um - Baujahr 1983. Jetzt haben wir relativ schnell festgestellt, dass der Keller und damit natürlich das gesamte Haus total schief sind - wir reden hier von 10 cm Gefälle auf 8m Raumlänge. Für mich ist das ein arglistig verschwiegener Sachmangel, für den man über einen Anwalt sicherlich im Nachhinein etwas vom Kaufpreis zurückfordern könnte. Aber wieviel ist hier realistisch - 5% oder 10%?

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass man sowas nicht merkt, wenn man 20 Jahre in dem Haus gelebt hat - jeder Schrank stand ja komplett schief...

      Hat einer von Euch hier Ahnung? Sicherlich müssten wir erst einmal noch einen Bausachverständigen hinzuziehen für die Dokumentation des Sachmangels.

      Danke und Gruß

      Nisi

      • Hi,

        warum ist das beim Kauf nicht aufgefallen, nicht mit einem Gutachter das Haus geprüft?
        Von meinem Handwerker weiß ich, dass ein paar % Gefälle noch unter " normal" fällt, die müsst ihr dann von den 10 cm abziehen.

        Vermutungen über Preisminderunge kannst du gar nicht anstellen, dafür gibt es Anwälte, die sich damit auskennen.

        lg
        lisa

        • Bei gebrauchten Immobilien heißt es gekauft wie gesehen ganz richtig.
          Eine arglistige Täuschung nach zu weisen ist mehr als nur schwer und liegt bei einem offensichtlichen Mangel schlicht nicht vor, so leid mir das für Euch tut.

          Abgesehen von einem Gutachter, hätte es laut Deiner Aussage ja auch gereicht eine Wasserwage in die Hand zu nehmen oder sich zu wundern warum alle Schränke schief stehen.

          Ich kann dir nach unseren Erlebnissen nur von einem Prozess dringend abraten.

          https://www.edermühle.at/jmsblog/sanierung/29_kapitel-5---der-installateur-des-grauens

          Genauso passiert, kein Witz und trotzdem lief es auf einen Vergleich raus, obwohl die Sachlage für einen Laien doch recht eindeutig erschien.

          Ich drück euch trotzdem die Daumen, dass es Euer Traumhaus wird!

      Das wird dir hier kein Laie sagen können. Wenn du dir so sicher bist, dann würde ich mir vor dem Anwalt erstmal ein Bausachverständiger ins Haus holen. Der kann dir auf jeden Fall objektiv sagen ob deine Klage überhaupt Erfolg haben kann. Das sollte er dir auch ohne Gutachten gleich nach der Besichtigung sagen können. Erst danach würde ich entscheiden ob ich zum Anwalt gehe oder nicht.

      LG

    • Hi,

      danke für Eure Antworten - wir hatten sowieso vor diesbezüglich einen Baugutachter kommen zu lassen - vielleicht kann der uns dazu schon etwas sagen. Im Kaufprozess gab es leider für einen Gutachter keine Zeit...

      Danke und Gruß
      Nisi

      • hallo,
        wie kommt es, dass ihr im kaufprozess nichtmal 1-2 stunden (!) hattet, mit einem gutachter durch das haus zu gehen? für mich ist das falsche prioritätensetzung und naiv! ich kann mir nicht vorstellen, dass eure klage nur 1 cent bringen wird - im gegenteil, das könnte arg teuer für euch werden.
        vg

    Also mich wundert es das ihr das bei Begehung vor Kauf nicht bemerkt hattet.

    Das Haus von meinem Opa ist 8cm abgesackt und wir konnten super die Autos den Flur runter flitzen lassen als Kinder. Alle Personen die das Haus zum 1. mal betraten fühlten sich wie betrunken.

    Das bemerkt man in der Regel sofort.

    Grund bei meinem Opa : Baufirma hatte im ehemaligen Seegebiet das falsche Fundament gegossen. Mein Cousin hat später dann Haus und Grundstück übernommen und alles komplett abreißen lassen wegen der Statik und natürlich auch weil er und seine Familie nicht in nem Haus mit dem Neigungswinkel wohnen wollten.

    Hallo,

    Ihr müsst erst einmal Nachweisen dass es tatsächlich arglistig verschwiegen wurde und noch dazu ein Mangel sein soll, der den Preis mindert?!

    Ich denke da habt ihr ganz schlechte Karten....

    Warum hattet ihr keine Zeit für einen Gutachter?

    Versteh ich nicht! Wenn mir die Zeit dafür nicht gegeben ist dann habe ich 2 Möglichkeiten:

    1. ich kaufe mit dem Risiko
    2. ich kaufe es nicht.

    Lg

    (10) 25.01.17 - 20:52

    Hi Nisi,
    es tut mir leid, daß Ihr Euch betrogen fühlt. Ist immer ärgerlich, weil man ja eigentlich einmal im Leben ein Haus kaufen will und sich auch erträumt, daß dann alles gut ist.
    Schaut vielleicht als erstes Mal in Euren Notarvertrag - üblicherweise gibt es da eine Formulierung wie "gekauft wie gesehen". Steht das bei Euch drin, würde ich den Gedanken an eine Klage oder Nachverhandlung direkt ad acta legen, denn dann ist es quasi aussichtslos.
    Kostet Euch nur Zeit und Nerven und Schlaf!
    Ich verstehe nicht, wieso "natürlich das ganze Haus" schiefsteht, wenn nur der Kellerboden nicht eben ist. Zwischen Keller und EG gibt es doch sicher eine (ebene) Geschoßdecke?

    Sind im Keller nur Lagerräume oder auch Wohnräume betroffen?

    An Eurer Stelle würde ich mir überlegen, den Estrich und Bodenbelag neu machen zu lassen, wo es wirklich stört. Zementestrich ist nicht teuer. Müßt nur an den Türanschlüssen mit den Höhen aufpassen.
    Und ansonsten verbuchen unter "wieder was gelernt" und abhaken. Glaube mir, wer neu baut, hat auch nicht weniger Ärger ;-)....
    Viel Spaß am eigenen Heim, tatzel #winke

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