Sauberkeit im Haushalt - Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

    • (1) 03.02.17 - 09:38

      Hallo,

      seit einiger Zeit beschäftigt mich das Thema "Sauberkeit und Ordnung im Haushalt". Ich verändere meine Organisation, plane mehr Zeit ein, versuche an meinen Ansprüchen zu schrauben - und dennoch fühle ich mich nicht ganz wohl.

      Ich denke, jeder Mensch hat andere Ansprüche, wie er sich in seinem Zuhause wohlfühlt. Das heißt, dass es natürlich keinen Standard gibt, wie ein Haushalt auszusehen hat. Darum geht es mir auch nicht.

      Mich würde interessieren:

      Erreicht ihr euren Anspruch?

      Fühlt ihr euch wohl, wenn z.B. spontan Besuch kommt?
      Beachtet bzw. beurteilt ihr die Sauberkeit bei anderen Leuten?

      Wenn ich bei jemandem zu Besuch war, stelle ich hinterher oft fest, dass es mich NICHT interessiert hat, wie sauber es dort ist, dass ich KEINE Ahnung habe, ob das Regal staubig war, das Waschbecken blitzblank oder unter dem Tisch gesaugt war.
      Andersrum bin ich da völlig unentspannt. Ich HASSE spontanen Besuch. Mein Anspruch an Sauberkeit ist, glaube ich, ziemlich hoch. Und diesen Anspruch erreiche ich selten, bzw. hält dieser Zustand nur recht kurz an. (Mit Kleinkindern im Haushalt sind das auch erschwerte Bedingungen.)
      Es geht mir aber nicht nur mit Besuch so. Ich selber fühle mich oft nicht wohl und komme innerlich kaum zur Ruhe, bevor nicht (fast) alles so ist, wie ich es möchte.

      Weil das aber mich (und andere z.B. meinen Mann) stresst, überlege ich oft, ob ich an meinen Ansprüchen schrauben sollt.

      Ich brauche eigentlich keine Tipps - mich würde nur interessieren, wie es anderen Leuten damit geht.

      Lg

      • Zunächst einmal:

        Schön geschrieben! Toll, dass du nicht einen allgemeingültigen Standard vorraussetzt. Ich gebe dir recht, jeder hat da seinen Anspruch.
        Ich könnte eigentlich immer noch was machen, bin also irgendwie niemals fertig.
        Ein nach meinen Ansprüchen (und die sind nicht hoch!) perfekt sauber gibt es nicht.
        Ich stresse mich aber auch nicht damit...es wird eh wieder dreckig und es gibt Wichtigeres im Leben!

        Zu Besuch bei anderen achte ich nicht darauf.
        Aber mir ist aufgefallen, wenn ich mal die Toilette benutze und finde ein eben nicht perfekt sauberes Waschbecken vor, ist mir das sympathisch...nobody is perfect! #schein

        Hallo,

        mein Anspruch ist einfach:

        - ich muss Alles auch im Dunkeln finden können
        - es ist immer aufgeräumt damit ich auch spontanen Besuch in mein Haus lassen kann
        - Bad, Waschbecken und Toiletten werden jeden Tag sauber gemacht bzw. ausgewischt
        - Staub wischen hasse ich und saugen macht für mich mein Robbi, jedenfalls im EG. Oben muss ich leider selber den elektrischen "Hexenbesen" schwingen aber meist auch nur 1x in der Woche trotz Hund.
        - Fenster lasse ich auch putzen, das leiste ich mir so 3-4x im Jahr wobei die Gardinen nur 1x im Jahr gewaschen werden da Niemand bei mir raucht. Sie sind dann nur verstaubt.

        Bei mir ist es also sauber aber nicht steril.

        LG

        • (4) 03.02.17 - 19:32

          Ich würde niemals alles im Dunkeln finden können - auf jeden Fall nicht, ohne über irgendwelche Stolperfallen zu plumpsen - seien es die Wäschekörbe mit der Faltwäsche, die aufs Einräumen warten oder irgendwelche Legobauteile (die garantiert noch nicht da lagen, als ich das letzte Mal da langgelaufen bin!)....

          • (5) 03.02.17 - 19:51

            OK, Lego 1ner-Steine fallen bei mir weg aber Körbe mit Wäsche werden so gestellt dass ich jederzeit von A nach B laufen kann ohne mir irgendein Körperteil zu brechen, wobei ich die in der Regel auch umgehend in den Schrank lege. Außerdem kann ich auch im Dunkeln in meine Schränke reingreifen um irgendein Teil rauszuholen obwohl ich meine Schränke nicht mit einem Lineal stapel. Aber eine gewisse Grundordnung, auch auf dem Fuboden, halte ich schon ein, grad weil ich weiß wie schmerzhaft so ein Legostein sein kann. Meine Kinder mussten früher zumindest einen Weg in ihrem Zimmer für die Nacht freimachen um gefahrlos zu Hilfe eilen zu können.

            LG

      Hallo,

      mit geht es ähnlich wie Dir. Meist interessiert es mich nicht wie es bei anderen aussieht. Außer es ist extrem dreckig, dass es auffällt, oder wenn es bei anderen quasi steril ist und man sich nicht traut sein Kind rumlaufen zu lassen. Finde ich genauso unangenehm wie Dreck...
      Ich selbst hätte es am liebsten immer sauber und ordentlich. Meist ist es auch möglich sponaten Besuch zu empfangen.

      Meines Erachtens gibt auch einen Unterschied ob Krümmel unterm Tisch vom letzten Essen liegen, oder ob der Dreck von 4 Wochen eingetreten ist, oder die Zahnpastareste der letzen Wochen im Bad verschmiert sind.

      LG

    • Guter Beitrag #pro! Ich selbst habe an mich meist auch die höchsten Ansprüche (die ich aber zumeist nicht erfülle) und achte bei Anderen aber überhaupt nicht darauf, ob hie und da was rumliegt oder tatkräftig auf Hochglanz gewienert wurde. Wenn ich jemanden besuche, komme ich ja nicht zur Begutachtung des Sauberkeitszustandes der Wohnung.

      Extreme fallen mir nur negativ auf; also, wenn es richtig dreckig ist oder - fast noch schlimmer - total steril. Unsere Nachbarinnen links und rechts von uns (Reihenhaus) sind z.B. solche Kandidatinnen. Da fühlt man sich so wohl wie in einem frisch desinfizierten OP-Saal.

      Wenn ich spontan Besuch bekomme, so schäme ich mich nicht, wenn's nicht wie im Möbelhaus aussieht. Wir leben hier als Familie und so darf es auch aussehen. Da liegen vielleicht noch Krümel vom Mittagessen, im Flur die Schuhe und Ranzen der Kinder oder im Wohnzimmer Staub auf Regal oder Fernseher. Bei angekündigtem Besuch putze ich aber immer noch mal über. Besonders, wenn meine Sagrotan-Anhängerinnen aus der Nachbarschaft vorbei schauen möchten ;-).

      VLG deichbrise

      (8) 03.02.17 - 13:58

      Ich versteh deine Gedanken.
      Ich kann z.B. fast nie aus dem Haus, ohne das alles ganz genau da liegt wo es hingehört. Ich mag es sauber.

      Mir fällt es aber schon auf, wenn es wo anders dreckig ist. Aber nicht so dass ich mich darüber ärgere sondern eher so dass ich mich gut fühle, weil es bei mir anders ist :D Klingt doof, ist aber so.

      Aber ich weiß jetzt schon, wenn das Kind im April zur Welt kommt, werd ich meinen Standart vermutlich auch mit der Zeit etwas runterschrauben, ich weiß es nicht. Da verschieben sich einfach die Prioritäten

      Ich finde Deinen Beitrag zutiefst sympathisch und finde mich absolut darin wieder.

      Anderswo finde ich ein gewisses Maß an Unordnung und nicht steril geputzt richtig gemütlich und wohnlich. Für meinen eigenen Haushalt renne ich dem Ideal Ausstellungsraum vergeblich hinterher. Und das nervt mich ungemein, dass ich es einfach nicht besser hinbekomme.

      LG

      Hallo,

      ich möchte jetzt nur mal was ganz speziell zu "spontanem Besuch" sagen.

      Ich kann abends ins Bett gehen und die schmutzigen Teller vom Mittagessen stehen noch auf der Spüle. Trotz Spülmaschine einfach noch keine Lust gehabt sie einzuräumen - na und? Ich schlafe trotzdem wohlig und ruhig.
      Wenn meine beste Freundin zu besuch kommt, sagt sie immer, oh wie gut, dass es nicht nur bei mir so ausssieht.....

      Ausser meinen Eltern die nebenan wohnen kommt keiner hier spontan. Da ist mir das egal. Oder mal die Schwägerin.

      Ich putze, sauge und räume jeden Tag. Wir haben einen Labbi der aktuell extrem haart.

      Mache Waschmaschine, Bügelwäsche und und und....also jeden Tag tue ich richtig viel und trotzdem ist es nie wie in einem Musterhaus....wie auch....wir wohnen hier mit 3 Personen, 2 Katzen und Hund.

      Ich habe eine gewisse Grundreinigung und täglicher anfallender Schmutz bleibt eben auch mal 2 Tage liegen.

      Mit den Jahren bin ich entspannter geworden. Wenn man Krankheiten in der Familie, Krebs, Todesfälle etc. erlebt hat.....dann wird der Haushalt sowas von unwichtig, glaub mir.

      Ich mag es auch sauber und aufgeräumt. Dennoch wäge ich ab, was mir wichtiger ist. Ein Haushalt wie geleckt oder mein Seelenheil.

      Und es ist wie du sagst, die wenigsten Gäste bemerken eigentlich, wenn es unordentlich ist, Details für die man sich vielleicht schämen könnte sehen sie nicht.

      Ich unterscheide allerdings ganz klar zwischen frischem Schmutz/Unordnung oder Dreck, der wahrscheinlich schon Wochen/Monate nicht mehr weggeputzt wurde bei anderen - und das finde ich ein No Go

    Seit etwa 2 Monaten ist mein Anspruch etwas höher als vorher, da wir aus der Mietswohnung ins Eigentum umgezogen sind... Jetzt weiß man halt noch mehr, wofür man es macht...

    Wie du allerdings schon geschrieben hast, mit Kindern ist man irgendwie nie wirklich fertig bzw kann wieder von vorne anfangen, sobald man meint, fertig zu sein...

    Küche zb mache ich täglich, das gröbste aufräumen auch...

    Wäsche versuche ich auf 1-2x die Woche zu legen, aber das klappt eher selten... Meistens fällt doch alle 2 Tage mindestens eine Maschine Wäsche an #augen Da ist dann aber auch nur das nötigste drin, waschen, Trockner/aufhängen, zusammenlegen, wegpacken... Ich stell mich garantiert nicht hin und bügel die komplette Wäsche...

    Bäder mache ich 1x die Woche gründlich, die Toiletten öfter, die Waschbecken wische ich nach Bedarf auch zwischendurch aus...
    Saugen mache ich ebenfalls nach Bedarf, die Kinder krümeln ohne Ende (vor allem in der Küche), der Hund haart, man schleppt jetzt bei dem Dreckswetter allen möglichen Mist mit rein, da sauge ich lieber 1x öfter...
    Wischen ist kommt imer drauf an, wie die Böden aussehen... Aber das mache ich nicht unbedingt sooo oft...
    Fenster putzen gehört definitiv nicht zu meiner Lieblingsaufgabe, das vernachlässige ich ganz gerne mal #schein Aber 2x im Jahr muss es einfach sein, da führt kein Weg dran vorbei...

    Ich könnte sicher mehr machen, aber ganz ehrlich, ich bin nicht Sklave meines Haushalts... Es ist ordentlich und einigermaßen sauber und wenn Besuch sich beschwert, zeig ich ihm gern das Putzzeug ;-)

    LG

    "Fühlt ihr euch wohl, wenn z.B. spontan Besuch kommt?
    Beachtet bzw. beurteilt ihr die Sauberkeit bei anderen Leuten? "

    Ja ich fühle mich wohl, hier ist es immer so ordentlich das jederzeit besuch kommen kann. Perfekt ist es nicht. Also es blitzt und blinkt nicht sondern es sieht ganz normal aus.

    Die Sauberkeit bei anderen Leuten beurteile ich nicht. Es interessiert mich nicht und fällt mir nicht auf. Menschen sind verschieden und es sieht nach leben aus. Schauen würde ich höchstens wenn es für mich wirklich auffallend unordentlich ist. UNWOHL würde ich mich allerdings in einem Haus fühlen wo alles perfekt erscheint. Wo alles nach musterhaus aussieht und nicht nach einem heimeligen zuhause wo auch Staub auf dem Regal gehört.

    (14) 03.02.17 - 19:27

    Hallo,

    also wenn spontan heißt, dass ich noch eine halbe Stunde Zeit habe, das Nötigste zu räumen, mag ich spontanen Besuch. Wenn er allerdings unangemeldet vor der Tür steht...nun ja. Dann darf er sich nicht daran stören, dass im Flur die Jacken und Schneehosen der Kinder einen bunten Haufen auf der Flurbank bilden und die nassen Schuhe in langen Reihen ausgestopft mit Zeitungspapier im Flur stehen, mit entsprechenden Pfützen davor und dahinter, wo die Kinder sie ausgezogen haben...und dass im Wohnzimmer noch die Kaplas vom Nachmittagsturmbauen umherliegen und stehen, die Decken nicht zusammengelegt sind (weil die Kinder Ferien haben und eben noch drunterlagen) und die Vögel trotz Saugens am Vormittag sich wieder mal nicht vernkeifen konnten, schon wieder dutzende von Federn zu verlieren....na dann, kann der Besuch gerne reinkommen!

    An manchen Tagen mag ich allerdings lieber keinen solchen Besuch haben - z.B. wenn ich gerade aus dem Nachtdienst komme, die Küche offenbar am Abend nicht gesäubert wurde, auf dem Wohnzimmertisch immer noch das Frühstücksgeschirr steht....das überfordert mich dann doch ein wenig.
    Alles in Allem: der ganz normale Wahnsinn:-D

    LG

    a79

    Hallo

    ich versuche das Erdgeschoss immer so zu haben, dass jederzeit jemand kommen kann - gar nicht so einfach bei zwei haarigen Fellmonsterchen mit der Größe eines "Fastponys" ;-)
    Gesaugt wird jeden Tag - auch mehrmals, und nass gewischt 2 bis 3 mal die Woche, je nach Wetter.

    Wohnzimmer ist immer aufgeräumt, Esszimmer auch, bis auf die Getränke und die zwei dazugehörenden Gläsern auf dem Tisch, zudem oft ein Blumenstrauß und eine Kerze oder auch nur letzere.
    Habe ich Wäsche gefalten, die vom Garten reingeholt wurde , steht schon mal noch der Wäschekorb an der Wohnzimmertürecke, der nächste der ins OG geht, nimmt ihn mit.
    Die Fernsehzeitung liegt auf dem Tisch, auf dem noch eine Kerze steht, die Fernbedienungen ebenso.

    In der Küche ist soweit es geht, alles in der Spülminna verstaut, der Rest steht in der Spüle, ab und an Reste vom Mittagessen auf dem Herd, was nicht gekühlt werden muss.
    Auf der großen Kücheninsel liegt mein Tischkalender, mein Haustürschlüssel, alles andere ist in der Kramschublade verschwunden... meistens jedenfalls!

    Der Flur ist immer aufgeräumt, denn unsere Garderobe geht ums Eck, so dass man erstens nicht sofort den Blick dorthin hat und zweitens ein geschlossener Schrank ist.

    Meine Baustellen sind der Schreibtisch im Büro im Erdgeschoss und im OG das Bügelzimmer.
    Da sammelt sich doch gern der ein oder andere "Bearbeitungshaufen", aber immer noch im Rahmen.

    Wer zu ungünstigen Zeiten kommt, hat eben dann das Pech, dass der Staubsauger im Flur steht, weil dort noch gesaugt werden muss - oder schon wieder.

    In unserem Haus wird gelebt, es ist kein Museum.

    Bei meiner Freundin fühle ich mich nicht wohl, alles ist steril und an seinem Platz, nix wird verrückt - außer ich, weil ich immer denke: wo LEBT sie denn???

    LG

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