Das bisschen Haushalt...

    • (1) 13.03.17 - 10:59

      Hallo,

      wenn ich hier falsch bin, bitte verschieben.
      Und zwar geht es darum, dass ich einfach keine gute “Hausfrau“ bin und mich meinem Mann gegenüber schon echt dafür schäme..

      Er bringt zum größten Teil das Geld nach Hause, dann sollte es für mich doch selbstverständlich sein. Nur merkt er's eh nicht, weil er kein Auge dafür hat.
      Wir sind vor fast vier Jahren in ein Stadthaus gezogen, wo die Eltern meines Mannes zuvor drin gewohnt haben. Da meine Schwiegermutter verstorben ist, dem Vater das Haus alleine zu groß war und seinem Bruder auch zu viel Arbeit war, haben wir es übernommen.

      Aus freien Stücken und ohne diese Hintergründe hätte ich mich niemals(!) dafür entschieden. Es war und ist immernoch SO VIEL zu tun. Die Mutter war zu dem Zeitpunkt schon vier Jahre verstorben und ich glaube, der Bruder und der Vater haben seitdem NICHTS mehr im Haushalt gemacht. Nun gut, das ist vier Jahre her und eigentlich sollte ich so langsam mal die Kurve kriegen, zumal im August unser erstes Kind auf die Welt kommt.
      Hat jemand Tipps?

      Das Thema ist mir so peinlich, wir sind doch keine “Assis“ und ich wollte es schon mit Checklisten versuchen.
      Problem ist wohl auch, dass mein Mann und ich früher NIE etwas zuhause machen mussten. Wir wussten die ersten gemeinsamen Jahre nicht einmal wie eine Waschmaschine angeht, da unsere Eltern, auch wenn wir schon zusammen gelebt und demnach nicht zuhause gewohnt haben, für uns gewaschen haben (Sein Bruder weiß es im übrigen immernoch nicht mit seinen 27 Jahren). Ganz schön verwöhnt. Wissen wir. Am Anfang konnten wir auch noch nichtmal mit Geld umgehen, Mami und Papi haben uns ja schon immer “gerettet“. DAS ist GsD jetzt ganz anders.

      Oh man.. bitte keine Vorwürfe, ich weiß ja selber, wie bescheuert das ist..
      Und bitte keine falschen Vorstellungen davon: hier ist nichts total verdreckt, es liegt nicht viel rum (den vielen Kommoden sei Dank, da darf wirklich keiner reinschauen) und wahrscheinlich merkt es außer mir auch niemand (außer im Garten, der sieht aus wie im Urwald..). Aber MIR reicht es einfach nicht. Zuhause sah und sieht immer alles wie geleckt aus, trotz doppelten m2-Anzahl, warum schaffe ich das dann nicht?!?

      LG

      • Ich glaube es ist schwierig, wenn man haushaltliche Tätigkeiten und deren regelmäßige Erledigung nie mit auf den Weg gegeben bekam. Anscheinend wisst ihr teilweise nicht einmal, WIE man etwas machen muss, WIE OFT und in welchen - sich wiederholenden - Abständen.

        Was genau gibt es denn nach vier Jahren nun noch im Haushalt und im Garten zu tun, was du bislang nicht erledigt hast? Wie regelst du denn die regelmäßig anfallenden Aufgaben (Wäsche, putzen, einkaufen, etc.)?

        Ich würde mir vermutlich über die zu erledigenden Dinge eine Liste aufstellen, die dann nach Prioritäten abgearbeitet wird. Ich entnehme deinem Text, dass ihr beide derzeit noch keine Kinder habt, ob du berufstätig bist, bleibt im Verborgenen. Du musst deine Zeit eben so einteilen, dass du möglichst bis zur Geburt alles erledigt hast, denn danach kannst du es erstmal knicken.

        Für den Garten würde ich mir, wenn finanziell möglich, einmalig einen Gärtner holen, der "Ordnung macht". Denn einen Garten in Ordnung zu halten, der einmal gründlich frisch gemacht wurde, ist einfacher. Zudem kann man schwanger mitunter keinen völlig verissenen Garten (in dem ja anscheinend jahrelang keiner was gemacht hat) in den Griff bekommen.

        Auch das Chaos in Schränken und Kommoden würde ich angehen und aufräumen sowie wirklich einmal gründlich ausmisten. Überlege dir dabei immer, was du wirklich "brauchst" und wann du die Sachen tatsächlich zum letzten Mal aus der Schublade genommen hast.

        • “Was genau gibt es denn nach vier Jahren nun noch im Haushalt und im Garten zu tun, was du bislang nicht erledigt hast? Wie regelst du denn die regelmäßig anfallenden Aufgaben (Wäsche, putzen, einkaufen, etc.)?“

          Habe mich falsch ausgedrückt, ich meinte nicht nur im Haushalt, sondern allgemein. Man muss sich das so vorstellen:

          Die beiden Herren haben NIE geputzt, NIE ausgemistet, die Bäume geschnitten, etc. Eigentlich halt alles so gelassen, wie's ist. Selbst ihren Krempel hier gelassen. Und wenn ich diesen anschließend ausgemistet habe, dann habe ich plötzlich etwas ja ach so wichtiges weggeschmissen. Immerhin hat mein Mann dann ein Machtwort gesprochen, dass die dann einfach Pech haben und wir keine Lagerhalle sind.

          Geraucht wurde hier drin auch ohne Ende, so dass es selbst durch den Anstrich hundert mal kam. Da bin ich auch echt pingelig. Ich HASSE rauchen und rieche und sehe es über Meilen Entfernung. Ich habe dann in Auftrag gegeben, den Putz runter zu reißen und neu zu tapezieren.
          So etwas meine ich damit. Die Waschmaschine ist noch von außen sehr verknaßt. Ich finde es widerlich, meinem Mann ist's wurscht, steht ja eh im Keller. Inzwischen habe ich es auch so gehandhabt, dass ich einfach gefühlte hundert mal schon den Sperrmüll bestellt und vieles auch einfach ohne Diskussionen zu dulden, rausgeworfen habe..bzw rauswerfen lassen habe.

          Einkaufen gehe ich 1-2x die Woche, koche IMMER frisch, staubwischen ca. einmal die Woche, putzen auch. Wenn was dreckig ist, fege ich es natürlich weg.

          Um die Wäsche kümmert sich mein Mann freiwillig, da ich mit Kugel die steile Kellertreppe runter müsste. Die Wäschetonne ist auch fast immer leer.
          Die Kommoden sehen hauptsächlich so aus, weil mein Mann die Post einfach dort reinschmeißt.. oder sämtlichen anderen Krimskrams. Kann ihm das hundert mal sagen, aber naja..
          Hauptproblem ist die Zeit. Die meisten Dinge, die mich noch extrem stören, (das sind dann aber eher so renovierungsbedürftige) kann ICH nicht erledigen und mein Mann ist öfter spät zuhause.

          “Zudem kann man schwanger mitunter keinen völlig verissenen Garten (in dem ja anscheinend jahrelang keiner was gemacht hat) in den Griff bekommen.“

          Völlig verrissen ist er nicht. Man kann schon noch drin sitzen, etc. Letztes Jahr im Herbst wurde seine Familie einbestellt, um die Bäume zu stutzen, ggf zu fällen und ich habe neuen Rasen gesäht. Dann kam der Winter und wir konnten dann auch nicht mehr viel machen.

          Wie ich im Ausgangsthread schon schrieb, MIR reicht es halt einfach nicht. Ich find's unbehaglich, obwohl sich andere immer sehr wohl fühlen bei uns.

          Oder liegt das vll einfach am Nestbautrieb? Mein Mann meinte schon, dass er mich so pingelig noch nie erlebt hat. Ich dramatisiere wohl auch gern.

          LG

      Hallo,

      also so ganz kann ich mir noch nicht vorstellen, was genau das Problem ist: Muss einfach viel ausgeräumt werden, also sind die Schränke noch voller Sachen deiner Schwiegereltern? Oder worum geht es genau? Sachen, die regelmäßig erledigt werden müssen? Wäre es vielleicht sinnvoll mal jemand zu holen, der mal alles "aufräumt", Gärtner o.ä.? Generell finde ich eine Liste nicht doof, notiere doch mal, was alles noch zu tun ist, Einmaliges und Regelmäßiges und dann was jetzt am wichtigsten ist (nummerieren) und dann abarbeiten. nicht zu viel vornehmen!

      Oder geht es darum, dass du regelmäßig etwas machst, wischen usw.? Ich finde, da kommt es darauf an, was für ein Typ du bist. Manche mögen Tage: Montags Badezimmer, Dienstags Staubwischen, Mittwochs Betten abziehen usw. Ander mögen gerne so Listen (gibt es auch Apps inzwischen ;-)) oder einen Tag in der Woche, wo dann alles gemacht wird.

      Wegen des Gartens: Habt ihr noch Familie (Bruder deines Mannes?), dann fragt doch die mal, ob die nicht an einem Sonntag mal vorbeikommen und ihr macht einen Gartentag. Ihr könnt noch Freunde fragen, natürlich mit Bewirtung, Kuchen am Nachmittag, abends Grillen usw. ist halt bisschen wie "helfen beim Umzug". Aber warum nicht? Frage kostet nichts!

      LG

      • “also so ganz kann ich mir noch nicht vorstellen, was genau das Problem ist: “

        Ganz ehrlich.. Gerade merke ich, dass ich es einfach selber nicht weiß. Vll musste ich mir das auch einfach von der Seele schreiben.
        Ich habe wahrscheinlich viel zu sehr die Erwartungen an mich, dass es hier aussehen muss, wie im Katalog. So kenne ich es halt nur. Und DAS schaffe ich nicht. Ich bin zb froh, wenn mein Mann und ich uns abends sehen, gemeinsam ins Bett gehen und dann habe ich zb keine Lust die Spülmaschine noch einzuräumen, die Sachen weg zu räumen, etc. Dann komme ich morgens die Treppe runter und denke mir “Ach du Schreck, du faules Stück.. die fünf Minuten hattest du doch auch noch“..

        Mit dem Garten.. also es ist wirklich nicht sooooooooooo schlimm, wie es für Außenstehende klingen muss, für MICH ist es aber schlimm. Den Vorschlag habe ich meinem Mann auch gemacht, zumal uns das sogar von Arbeitskollegen schon angeboten wurde (die haben einen guten Draht zueinander, jeder hilft privat auch jedem). Mein Mann lässt sich allerdings nicht gerne helfen..da muss ich wohl mit ihm nochmal reden. Aber es wird ja auch gerade erst wieder schöner.

        • Also DAS kann ich gut verstehen, ich habe, nachdem wir abends die Kinder ins Bett gebracht haben, auch oft keine Lust noch die Küche aufzuräumen, meistens machen mein Mann und ich dann gemeinsam noch bisschen was in der Küche oder er bringt die Kinder ins Bett, ich räume auf, aber oft steht morgens noch was rum oder die Spülmaschine ist nicht ausgeräumt, nun ja, so ist es halt. Arbeitest du? Wenn nein, ist es doch ok, machst du es halt an dem Tag. Ich habe heute morgen auch die Spülma. ausgeräumt, ist doch kein Problem!

          Und nein, bei uns sieht es wirklich auch NICHT aus wie im Katalog, aber mal ehrlich, dazu ist mir meine Zeit zu schade. Wir haben drei Kinder, wie lange sieht es da wohl aus wie im Katalog, genau nicht mal 10 Minuten! Was soll es. Hier ist es nicht dreckig, aber es liegt viel rum, ich sauge, wische, putze nicht den ganzen Tag, da habe ich echt besseres zu tun :-p

          Aber es sind bestimmt auch die Hormone, gerade in der SS fallen einem dann Sachen auf, man denkt, wenn wir das jetzt nicht machen und es soll alles hübsch und schön (wie im Katalog!) für's Baby aussehen. Ich denke, das kennen hier viele. Aber ich glaube, es bringt nichts. Schreib eine Liste, was ist jetzt noch wichtig zu tun (aber nicht zuu viel!), arbeite die Sachen ab, dein Mann soll am Wochenende auch mitmachen, vielleicht seine eigene Liste oder ihr schreibt zusammen einen ;-) und das mit dem Garten, da musst du echt nochmal mit ihm reden, entweder er macht es alleine und ihr fragt die Kollegen (wenn sie es schon abieten!!) und macht einen netten Samstag drauß mit Grillen und #fest oder #torte was die anderen halt gerne mögen!

          • Bis zum letzten Jahr habe ich gearbeitet, dann im März noch ein Studium begonnen.
            Als ich gearbeitet habe, ist es gefühlt irgendwie runder gelaufen.

            “Aber es sind bestimmt auch die Hormone, gerade in der SS fallen einem dann Sachen auf, man denkt, wenn wir das jetzt nicht machen und es soll alles hübsch und schön (wie im Katalog!) für's Baby aussehen. Ich denke, das kennen hier viele.“

            Ich hoff's :-).

            • Hey,

              ich würde es (zumindest das Meiste) an deiner Stelle auch den Hormonen zuschreiben.

              In der SS hat mich mein Mann mal kopfschüttelnd gefragt, ob wir bei der Bundeswehr wären.

              Ich habe die Fliesenfugen im Bad mit der Zahnbürste geschrubbt #rofl

              Zu den Kommoden:
              In meiner Herkunftsfamilie gibt es auch die Unart, alles was so herum liegt einfach in die nächste Schublade zu stopfen.
              Geholfen hat mir in meiner eigenen Wohnung in jedem Zimmer eine Schublade für "Kruscht" fest zu legen.
              In diese (und nur in diese) kam das was herum lag.
              War die Schublade voll, musste sie ausgemistet werden.
              Vielleicht hilft euch das auch.

              Glg

        (10) 13.03.17 - 12:49

        >>>Ganz ehrlich.. Gerade merke ich, dass ich es einfach selber nicht weiß. Vll musste ich mir das auch einfach von der Seele schreiben.<<<

        Kann es sein, dass du dich prinzipiell in diesem Haus nicht wohlfühlst?

        • (11) 13.03.17 - 12:54

          Schon irgendwie. Es ist zwar schon schön, aber es ist halt nicht so, wie ich es für mich entschieden hätte. Insbesondere die Lage nicht, obwohl sich jeder andere drum reißen würde. Wir haben halt jetzt so ein typisches Stadthaus. Mein Mann und ich sind aber sehr naturverbunden und würden am liebsten auf's Land ziehen.
          Geplant ist der Umzug in ein eigenes Haus schon, nur halt erst in frühestens zwei Jahren. Macht es halt nicht wirklich besser, bzw. motiviert nicht unbedingt mehr hier noch groß etwas zu ändern.

      "Hier ist es sauber genug, um gesund zu bleiben, und ordentlich genug, um sich wohlzufühlen."

      Mach Dir doch nicht so einen Stress. Ein Haushalt mit Kindern, der extrem aufgeräumt und desinfiziert wurde, schreckt mich eher ab. Darum finde ich den obigen Spruch ganz passend.

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