4 Kinder und nur 1 Kinderzimmer Seite: 2

      • (26) 12.04.17 - 17:05

        Also: Platzmangel in der Wohnung ist aus meinen eigenen Erfahrungen heraus kein Indiz dafür, dass Kinder schlecht behandelt werden oder so etwas in der Art.

        Meine Eltern haben mit mir und meinem Bruder in DDR-Zeiten von 1972 bis 1984 in einer 2-Zimmer-Wohnung auf nur 52 qm gewohnt. Wir hatten Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Flur, WC. Und das war alles.

        Die Wohnung an sich war so weit in Ordnung. Es war eine Altbauwohnung mit Ofenheizung, nichts defekt, alles in gutem Zustand. Ein Bad hatten wir jedoch nicht. Wir haben uns in der Küche waschen müssen. Und geschlafen haben wir in Doppelstockbetten im Schlafzimmer unserer Eltern. Das war wahrlich kein Idealzustand.

        Damals herrschte jedoch akuter Wohnungsmangel überall. Meine Eltern hatten über viele Jahre hinweg einen sogenannten Wohnungsantrag bei der Kommunalen Wohnungsverwaltung laufen. Sie wurden immer wieder vertröstet, mit dem Argument, andere Familien leben noch beengter. Und das stimmte ja auch. Wir kannten Familien, die auch nicht besser dran waren.

        Als ich dann ungefähr 17 Jahre alt war, wurde es möglich, oben unter dem Dach noch ein kleines "Zimmer" dazu zu mieten. Ich schreibe Zimmer in Anführungsstrichen, weil es ein kleiner fensterloser Raum mit Dachschräge war. Aber ich war glücklich, nun endlich wenigstens eine Tür zu haben, die ich hinter mir zumachen konnte. Zum Schlafen habe ich die Tür allerdings offen gelassen, hätte sonst nicht ausreichend Luft bekommen. Aber so war das. Das war eben unsere Situation.

        Und vielleicht ist die Familie, von der Du schreibst, in einer Notsituation, die Du nicht kennst. Wenn sie Wohnraum vermieten, obwohl sie selbst offensichtlich Platz bräuchten, dann brauchen sie vielleicht genau diese Mieteinnahmen? Wer weiß das schon so aus der Ferne? Ja, und wenn der Vater plant, an- bzw. auszubauen, dann zeigt das doch, dass er sich Gedanken macht. Das hat für mich nichts mit Lieblosigkeit oder Vernachlässigung oder irgend etwas anderem Schlimmen zu tun.

        Dass die Mutter eventuell von der Enge genervt ist, kann ich mir vorstellen. Das war bei meiner Mutter damals auch nicht anders. Da hilft aber nicht das Jugendamt, sondern eher die Unterstützung aus der Nachbarschaft, die wahrnehmen, wie es der Mutter geht, also z. B. Deine Hilfe :-) Such' doch einfach mal den Kontakt und schau', was Du praktisch für diese Familie tun kannst. Vielleicht ergibt sich da etwas Gutes?

        Sowas hier ist ein guter Ansatz meiner Meinung nach: https://www.wohnbedarf-pies.de/Hasena-Konfigurator/Space-Concept

        Dazu vielleicht noch ein weiteres Stockbett oder ein Bett und ein Schlafsofa.

        Katastrophal finde ich die Zustände keineswegs - nicht jeder hat eben so viel Geld, jedem Kind ein einzelnes Zimmer zu geben...

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