An alle Bauherren und welche die es werden wollen!

    • (1) 23.06.17 - 15:03

      Hallo liebe Urbia Mitglieder!

      Ich hätte gerne ein paar Tipps von euch und möchte euch vorweg bitten meine grausige Grammatik & Komma Setzung zu ignorieren.
      Eigentlich bin ich wirklich gut darin, aber wenn mir soviel durch den Kopf rauscht, tippen meine Finger schneller, als der Kopf Satzzeichen setzen kann... :-D

      Vorweg, mein "Mann" (bald) und ich sind Mitte 20.

      Wir sind seit langer Zeit zusammen und führen eine harmonische Beziehung. Unser Freundeskreis liegt bei 30-40 Jahren und davon sind wir irgendwie mental die ältesten. :-D Jeder der uns kennt findet, dass wir unserem Alter weit voraus sind.

      Ich würde auch sagen, dass wir sehr viele Kriesen überstanden haben und wirklich gut zusammen funktionieren.

      Wir bauen dieses Jahr nach langer Planung endlich unser eigenes Haus.. ich bin ein Mensch der, wenn einmal wirklich alles gut läuft, immer etwas schlimmes vermutet.

      Wir haben bereits bei Bank und Bausgesellschaft alles unterzeichnet und es geht dann jetzt bald los. Ich finde dass im Moment alles so verdammt glatt läuft dass es schon fast gruselig ist. Wir bauen mit einer Firma dessen Angestgellte wir alle persönlich kennen, Zimmerer, Bodenleger, Firmenbesitzer, mit allen saßen wir schon im Bierzelt und sie sind dafür bekannt, dass die Häuser binnen 7 Monaten stehen und es meist höchstens reklamierungen wie beispielsweise Türklinken gibt. Also nichts wirklich großes.

      Wir bauen mit einem Preis von 350.000 Euro. Wir haben ein EK von 30% des Baubetrages und verdienen durchschnittlich gut. Das bedeutet, mein Mann verdient wirklich sehr gut und ich eher durchschnittlich. Bei mir gibt es aber auf dem Arbeitsmarkt deutlich Luft nach oben. Also für den allgemeinen Durchschnitt verdiene ich i.O, für meine Branche aber eher unterdurchschnittlich, was damit zusammenhängt dass ich mir eher das Klima auf der Arbeit als den Verdienst ausgesucht habe. In jedem Fall könnte ich dahingehend noch deutlich was rausholen.

      Wenn alles so klappt wie wir uns das Vorstellen kann ich in dieser Stelle bleiben, sollte ich Kinder wollen irgendwann müsste ich allerdings den Job aufgeben und in Teilzeit in eine besser Bezahlte stelle wechseln.. leider gibt es da tatsächlich welche die soviel Zahlen wie ich jetzt verdiene auf 25-30 Std. und ich verdiene das mit 40 Stunden... :-D aber naja..

      Mir zerbricht das alles einfach unglaublich den Kopf... ich denke mir... wenn das alles so einfach ist, dann würden doch viel mehr Menschen bauen und viel weniger Paare sich Trennen..oder?

      Ich liebe meinen Mann über alles und würde niemals wollen das irgendwas unsere Beziehung zerstört. Ich habe unglaubliche Angst vor Schulden obwohl das eigentlich quatsch ist. Die Bank sagt wir verdienen genug, die Baufirma sagt wir sollen das machen (es ist wirklich ein Freund bzw gleichzeitig ein Kunde bei meinem Mann der auch bei ihm auf eine richtige Beratung angewiesen ist. Zudem hat er soviele Aufträge dass er locker auf unseren verzichten könnte. Im Gegenteil, eigentlich ist er wirklich ausgebucht und macht uns noch dazu weil er eben auch bei meinem Mann kunde ist.)

      Mein Mann kann meine Sorgen langsam nicht mehr hören, wir kommen beide aus ziemlich reichen Familien und wenn bei uns wegen irgendwas (Schicksalsschlag o.ä) passiert, dann würde im extremen Notfall dort jemand den Kredit weiter bezahlen oder ablösen und wir würden demjenigen dann einfach weiter zahlen. Natürlich haben wir diese hintertür nicht einberechnet, aber es ist trotzdem beruhigend zu wissen, dass wir im notfall nicht alleine wären.

      trotzdem hab ich eine unglaubliche Angst vor allem. Gleichzeitig würde mich der Gedanke einfach abzubrechen nicht beruhigen, ich will bauen, es ist unser Traum, unser Haus. Ich LIEBE Alltag, ich will eine Routine und ich hasse veränderungen. Ich bin ein Mensch der Umziehen hasst und einfach am liebsten für immer an einem Ort bleiben will. Da ist ein Eigenheim ja wirklich perfekt oder?

      Gedanken über Gedanken.. ich muss dazu sagen, dass ich echt verrückt bin. Selbst wenn wir das Haus geschenkt bekommen hätten, würde ich jetzt vermutlich einen anderen Beitrag verfassen a la : "Was tun wenn das Dach kaputt geht, was tun wenn das Haus abbrennt" etc etc etc...

      ich wüsste gerne von leuten die auch bald bauen.. habt ihr das auch?

      von leuten die bereits gebaut haben wüsste ich gerne :

      wie kann man stress am bau verhindern?

      was kommt eventuell auf uns zu, was man sonst nicht gesagt bekommt?

      schildert doch mal eure Erfahrungen und wie ihr vielleicht (2-3-4 oder 10 jahre ) nach dem Bau über alles denkt?

      liebe grüße und vielen dank!

            • Es kommt gewiss nicht nur darauf an 80 Prozent Eigenkapital zu haben sondern vorallem das einer ein entsprechend hohes und sicherea Gehalt hat von dem der Kredit in so kurzer Zeit wie möglich getilgt wird... Und dementsprechend auch sehr gut versichert.

              Hallo,

              ich lese dieses Argument öfter (also, dass ein immenses Eigenkapital notwendig ist) möchte dabei aber zu Bedenken geben, dass der Immobilienpreis dabei eine große Rolle spielt.

              Wir wohnen in einem echt teuren Eck (Kleinstadt). Hier kostet derzeit ein 50 Jahre altes kleines Reihenmittelhaus mit handtuchgroßem Gärtchen knapp 800.000 Euro!!! Eine Freundin hat sich gerade eine 55 qm-Wohnung für knapp 300.000 Euro gekauft. Die Menschen verdienen hier aber auch nicht mehr als an anderen Ecken in Deutschland. 30% Eigenkapital ist hier die absolute Ausnahme, drüber gibt es eigentlich gar nicht.

              Den Leuten bleibt also trotz 30% Eigenkapital eine höhere Finanzierungssumme als anderen in günstigeren Ecken Deutschlands die gar kein Eigenkapital haben. Das muss man schon in der Relation sehen finde ich.

              Im Fall der TE reden wir über eine Finanzierung von knapp 250.000 Euro. Von dem Betrag träumt hier jeder ;-)

              Viele Grüße

        Warum ist das viel zu wenig....?

        K

    Hallo,

    der monatliche Kredit sollte nur so hoch sein das er auch mal mit einem Gehalt abgedeckt wird sollte das andre warum auch immer wegfallen.
    Zudem sollte man immer 6 Raten beiseite gelegt haben als Puffer.
    Dazu natürlich sparen damit wenn etwas kaputt geht es repariert werden kann.
    Deine Frage was wenn das Haus abbrennt erledigt sich wenn du alle wichtigen Versicherung machst und dort nicht an der falschen Stelle sparst.

    So handhaben wir das da bei einem eigenen Haus immer irgendwas zu tun ist... Es gibt ja auch noch die Kosten drum herum wie Abwasser, Steuern etc.

    Wir haben einige Bekannte die haben große Häuser gebaut und können zwar den Antrag zahlen monatlich aber wenn was größeres kaputt geht ist das nicht eingeplant geschweige denn ein Urlaub. Ein Paar kann sich deshalb auch erstmal keine Kinder leisten bis einer ggf mehr verdient.

    Daran sollte man auch denken.

    Und ein Bau ist immer stressig weil immer irgendwas mal schief geht und man ggf umplanen muss aber das gehört halt dazu...

    Grüße Lieschen

    • Achso auch die Lauf zeit der Kredites ist nicht zu unterschätzen .... Wenn der bis in die Rente läuft dann habt ihr ggf dann Probleme wenn er zu hoch ist. Wir haben es so gemacht das wir vor der Rente fertig sind damit wir nicht im Alter dann doch noch finanzielle Probleme bekommen.

Das 1. Haus baust du für den Feind.
Das 2. für den Freund und das 3. Haus baust Du für Dich.

Auch wenn du meinst an alles gedacht zu haben, wirst du dich im Alltag dann ärgern, das es nicht so und so ist.

Ich würde Schlafräume machen und dann ein eigener Raum, Deckenhohe Schränke, Schlafcouch und Fernseher und das Bügelbrett, was dort immer stehen kann. Dann muss man nicht den gebügelten Krempel in 3 Zimmer verteilen.

Eingang Garage Haus, breit genug und Platz für den Kinderwagen.

Gästeklo so groß, das noch ne Dusche reinpasst.

Küche, käme heute ganz anders.

Überdenke: jetzt, wie muss es mit 2 Kindern sein, wie soll es sein als Rentner, oder Schicksal Rollstuhl?

Bauen ist viel Arbeit, hat mir aber Spaß gemacht.

Alles gute

"mit allen saßen wir schon im Bierzelt und sie sind dafür bekannt, dass die Häuser binnen 7 Monaten stehen"

DAS würde mir Angst machen.

Hallo,

klar macht einem ein Kredit Sorgen und bei vielen Leuten zerbricht mit der Beziehung auch das Haus, weil einer alleine es nicht halten kann.

Ob 7 Monate so eine gute Referenz ist?

Ich habe eine Generation weiter geschaut ... was die Freunde meiner Eltern und meine Eltern selbst so gebaut haben und habe auch mit Leuten gesprochen die seit 30 oder 40 Jahren in ihren Häusern lebten. Wichtig ist meiner Ansicht nach:

(1) die Lage und die Verkehrsanbindung - kommst du z.B. mit dem Bus gut weg, wenn du im Alter nicht mehr fahren kannst? Bei uns gibt es z.B. Dörfer, da fährt morgens der Schulbus und dann erst mittags um 14.00 wieder was ... wenn du dann alt bis und davon abhängig ... gute Nacht. Kann man Supermarkt, Bäcker, Metzger etc. auch zu Fuß erreichen?

(2) Kann man Teile des Hauses abtrennen? Das fand ich bei einer Freundin super - die Eltern bauten das Haus, konnten einen Teil vermieten, einen selbst bewohnen. Als die Kinder kamen, wurde alles selbst bewohnt. Als die Kinder groß wurden, wurde wieder abgetrennt, dafür konnte man da nachts um 2.30Uhr oder so noch auf einen Absacker mit, die Eltern wurden nicht gestört. Heute ist ein Teil vermietet und hilft beim Tilgen. Als der Bruder aber bei der Ehefrau rausflog, konnte man ihn wieder aufnehmen. Damit verringt sich die Wohnfläche und man muss z.B. nicht die Heizkosten für das ganze Haus tragen. Problem: Wenn es mit dem Mieter nicht klappt, ist es schon wieder Essig.

(3) Mit vielen Leuten sind offene Räume super ... wenn du dann als Ehepaar zu zweit im offenen Wohn-Essbereich sitzt und per Wendeltreppe nach oben ins Schlafzimmer heizt, wo noch die ehemaligen drei Kinderzimmer leer stehen, dann sind sie v.a. mal - teuer! Energie wird ja auch immer teuer ... und wenn man ehrlich ist, man nutzt doch überwiegend Küche - Wohnzimmer - Schlafzimmer. Also ruhig auch dran denken, wie das dann ist, wenn die Kinder weg sind. Bei vielen Freunden meiner Eltern ist es so, dass die Kinder "weg weg" sind und vielleicht noch einmal im Jahr an Weihnachten kommen. Da wäre es deutlich billiger, in der Zeit ein Hotelzimmer zu mieten und sich wohnraumtechnisch zu verkleinern.

(4) Garten - der macht v.a. auch viel Arbeit und Kosten - je größer er ist ... Freunde von uns haben voll ambitioniert für 40.000€ den Landschaftsgärtner rangelassen und überarbeiten nun - der Garten sah super aus (Gemüsebeet, Blumenbeet, Teich mit zwei Wasserschildkröten aus dem Tierheim, Veranda, Gartenhaus). Im Alltag stellte sich halt dann raus, dass es durchaus 10 - 12 Stunden die Woche braucht, um das alles "perfekt" zu halten. So fielen die Beete wieder der Rationalisierung zum Opfer. Jetzt bei der Hitze brauchen die Kröten ständig einen Wasserwechsel, dass das Teichwasser nicht kippt, das Gartenhaus muss gestrichen werden ...

Kurz: Ich habe gelernt, dass "weniger mehr" ist. Ich habe mir dann so kleinen Luxus gegönnt (Holzofen, 2x Balkon ....) aber auch sehr viel "Vernunft" mitspielen lassen.

GLG
Miss Mary

Top Diskussionen anzeigen