Haben Häuser eine "Seele"?

    • (1) 10.09.17 - 21:48

      Hey,

      haltet mich nicht für verrückt bitte. ;) Bis vor einigen Wochen habe ich mir über sowas keine Gedanken gemacht aber wir sind vor kurzem mit unserer Familie umgezogen.
      Von einer sehr schicken Altbauwohnung in ein 10 Jahre altes Reihenhäuschen. Wir haben in der Wohnung ca 2,5 Jahre gelebt mit unseren Kids und obwohl ja dort sooo viel passiert ist, vermissen wir sie überhaupt nicht. Wir haben vor dieser Wohnung in 3 anderen gelebt, mit und ohne Kinder. Bei jeder war ich zum Ende als wir ausziehen mussten traurig und habe teilweise richtigen Abschiedsschmerz gehabt vom alten zu Hause. Ich brauchte meistens eine ganze Weile, bis ich das neue zu Hause als dieses akzeptiert hatte und mich eingelebt habe.
      Bei der letzten Wohnung war alles anders... obwohl sie totschick war und wir echt viel Arbeit inverstiert haben. Wir bekamen auch Komplimente für die tolle Bude... Echtholzdielen, neue Küche... alles aufeinander abgestimmt.
      Heimisch fühlten wir uns leider nie. Es wirkte alles immer kühl trotz warmer Farben. Ich bin oft nach Haus gekommen und wollte am liebsten wieder fahren. Im Wohnzimmer wollte ich mich nie gern aufhalten, keine Ahnung warum! Es ist doch verrückt, aber ich frage mich inzwischen, woran das lag? Meinem Mann geht es genauso und wir finden keine Antwort. Daher die Frage: haben Häuser so etwas wie eine "Seele" oder Ausstrahlung? Habt ihr sowas schonmal gehabt?
      Ich bin mir sicher, egal wie man diese Wohnung eingerichtet hätte, es wäre NIE mein kuscheliges zu Haus geworden. War es zu "perfekt"? Es ging nicht nur uns so. Auch meine Schwiegereltern sagten, ohne dass wir darüber geredet haben, nach dem Umzug:"In dem alten Haus wars auch irgendwie immer kühl..."
      An der Temperatur kanns aber nicht gelegen haben ;)
      Mich würde die Geschichte zu dem alten Haus mal interessieren aber die werde ich wohl nie erfahren. Ich bin einfach nur froh, ausgezogen zu sein.
      Erzählt doch mal eure Erfahrungen dazu!

      Viele Grüße

      • Hallo.
        Bevor wir in unser Haus gezogen sind haben wir in 3 Wohnungen gewohnt und ich kenne das Phänomen. In Wohnung 1 waren wir 3,5 Jahre. Sie hatte sehr viel Charme und war was Besonderes. Eine alte Villa im Kurviertel, eigenwilliger Schnitt, 3,65m hohe Decken...enorme Heizkosten, aber wir haben dort so viel erlebt. Ich denke gerne daran zurück.

        Dann kam Wohnung 2: schick eingerichtete, besserer Schnitt, mit Garten dran und allem. Und trotzdem habe ich keinerlei emotionale Bindung zu der Wohnung. Ich empfand sie als kalt, ungemütlich... genau wie du. Bei der nächstbesten Gelegenheit sind wir ausgezogen.

        Nur ein paar Häuser weiter in Wohnung 3: Das ganze Haus wurde kernsaniert. Vorher war das Haus eine imposante naja "Ruine ". Ich stand oft davor und war fasziniert und wollte das Haus so gerne mal von innen sehen. Tja das hab ich ;-) Uns wurde eine Wohnung gebaut quasi aus dem Nichts nach unseren Wünschen . Vorher war da reiner Dachboden. Wir mussten mehrere Monate warten aber es hatte sich gelohnt. Dort haben wir uns sehr wohl gefühlt. Die Wohnung hatte eine richtige warme gemütliche Ausstrahlung. Jeder hat sich wohl gefühlt.

        Also ja. Ich denke Wohnungen und Häuser haben eine Seele.

        LG

        Klingt recht geister-haft. Die Geschichte des Hauses ist ischerlich eine interessante. #kratz

        Ich bin in meinem Leben bisher 18 mal umgezogen - ich bin 33.

        Vor allem als Kind bin ich viel gereist - ich besuchte 9 Schulen bis zum Abitur.

        Vor fast 9 Jahren sind wir in eine Altbauwohnung gezogen - die Wohnung selber ist noch DDR-schick und wir haben erst nach 5 Jahren renoviert. Bad, Heizungen, Elektrik usw - alles uralt.

        Gleich nach Einzug fühlten wir uns hier sauwohl. DAS Gefühl hatte ich noch nirgends. Wir hatten unser Zuhause gefunden.

        Unser Sohn, damals 2 Jahre und 9 Monate alt, sah kurz nach dem Einzug für einige Monate immer einen alten Mann mit schwarzem Hut und Mantel in der Ecke in der Küche stehen, manchmal auch in seinem Zimmer, wenn wir ihn abends ins Bett gebracht haben (vorzugsweise, wenn er und ich "alleine" waren, also Papa nicht daheim und schon schön dunkel draußen #zitter#zitter#zitter).

        Das war schon ganz schön gruselig, aber Kind teilte uns mit, dass der Mann ihn immer anlacht und freundlich winkt. Er freute sich auch immer. Alpträume hatte er keine (haha, versucht mal mein Ende dieser Situation :-[).

        Einige Monate später war diese Erscheinung wohl weg, mein Kind hat nie wieder drüber gesprochen.

        Seit dem wohnen wir hier und der Gedanke an Umzug macht mich nicht nur traurig, er macht mir richtig Angst.

        Denn obwohl unsere Wohnung nur 50 qm-3-Raum mit, wie gesagt, uralter Elektrik und 60-er Jahre Badezimmer (gelbe und rote Fliesen usw. :-() ist, fühlen wir uns hier daheim.

        Also ich glaube absolut daran, dass Häuser eine gewisse Seele haben - oder überhaupt Orte. Man spürt einfach manchmal eine gewisse Verbundenheit, oder nicht. Das ist wohl das, was Dir passiert ist mit der letzten Wohnung.

        LG

      • (5) 11.09.17 - 22:36

        Hallo!
        Ich kenne das auch.
        Wir haben 8 Jahre in einer Wohnung gewohnt, 65er Baujahr. Ich bin dort reingekommen und wollte nicht mehr weg. Die Atmosphäre war einfach so selig und kuschelig. Die Akustik war schön, Parkettboden, alte Holztüren, usw
        Dann kündigte sich das 2. Kind an und wir zogen aus dieser Wohnung in eine neuere Wohnung auf 2 Etagen, alles neu, gefliest. Auf den ersten Blick besser als vorher, aber schrecklich "kalt", wie sich nur nach ein paar Wochen herausstellte. Wir fühlten uns so unwohl dort, es fühlte sich kalt und unpersönlich an. Ich kann es schlecht beschreiben, aber diese Wohnung legte sich dunkel auf meine Seele, machte mich richtig krank.
        Wir begannen mit der Suche und fanden kurze Zeit später unser jetziges Haus.
        60er Jahre Haus, alte knirschende Holztreppe, Holzrüren,, Messingtürgriffe. Warm und weich fühlte sich dieses Haus an. Es roch gut, es fühlte sich schön an. In diesem Haus ist die Vorbesitzerin gestorben, ihr Bett stand dort wo ich schlafe. Sie hat sich so sehr gewünscht, dass eine Familie mit Kindern wo zieht und sich dort zu Hause fühlt. Zum Glück haben wir es bekommen und ich fühle mich, als wäre ich täglich im Urlaub!
        Ich glaube an die Seele von Häusern und das man sein Haus/seine Wohnung bestenfalls finden kann und sich dort besser fühlt als woanders.
        Viele Grüße
        Tanja

        Ich denke schon, dass es sowas gibt wie eine "Haus-Seele", allerdings habe ich es noch nie in Wohnhäusern bemerkt...

        Umso häufiger dafür in alten historischen Gebäuden, teilweise sogar auf Fotos von solchen Gebäuden... Wir schauen uns gerne alte Burgen und Schlösser an und jedesmal, wenn wir in einer Burg oder einem Schloss sind, kommen mir die Gedanken, was diese Wände wohl schon alles "gesehen" haben mögen... Ich habe auch teilweise Flashback-Gefühle, quasi, dass gleich irgendwer von "damals", wer und wann auch immer das gewesen sein mag, um die Ecke kommt...

        Aus meinen/unseren bisherigen Wohnungen bin ich auch immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge ausgezogen... Es waren an sich alles schöne Wohnungen, in denen wir uns unheimlich wohl gefühlt haben und in denen halt auch immer einiges passiert ist... Auch habe ich immer etwas Zeit gebraucht, um mich in der neuen Wohnung einzugewöhnen... Nur aus unserer letzten Wohnung bin ich nach der Übergabe rausgegangen und es fühlte sich richtig an... Es war eine tolle Wohnung mit tollen Nachbarn, in der wir 10 schöne Jahre verbracht haben, in der quasi alle Kinder geboren wurden (im übertragenen Sinne, versteht sich), in der wir uns wirklich rundum wohlgefühlt haben... Allerdings haben wir uns letztes Jahr ein Haus gekauft und das fühlte sich regelrecht wie "nach Hause kommen" an...

        Wir haben nun auch schon mehrfach gehört, dass es sich für Freunde, Verwandte und andere Gäste bei uns so anfühlt, als hätten wir schon immer hier gewohnt und als würden sie schon seit Jahren hierher kommen... Hier fühlen wir uns, als wären wir angekommen... Die Wohnung war schön, aber sie ist Teil unserer Vergangenheit... Sowas habe ich in Bezug auf Wohnraum noch nie gefühlt...
        Hier im Haus hat man auch das Gefühl, das Haus ist froh, dass endlich jemand da ist, der sich kümmert... Der Vorbesitzer hat hier ziemlich viel Murks verzapft, wir haben viel machen müssen und irgendwie kommt uns das Haus dankbar vor...

        Also ja, irgendwas ist da...

        LG

      • Nein, das glaube ich nicht.

        Die Psyche kann einem die dollsten Dinge vorgaukeln, und dennoch lässt sich nie etwas nachweisen. Zumindest unter seriösen und rein wissenschaftlichen Gesichtspunkten gibt es keine Erklärung für diese Empfindungen.

        Aber wenn Du verliebt bist und Schmetterlinge im Bauch hast, ist das auch nicht "realistisch" oder irgendwie nachweisbar. Dennoch sind sie da.

        Ich glaube eher daran, dass man im Unterbewusstsein viele Dinge nicht steuern oder planen kann. Auch nicht seine Empfindungen. Zu Behaupten, dass Gegenstände - also auch Gebäude - eine Seele haben, ginge mir daher wohl zu weit.

        LG

      Hallo
      Ich glaube an sowas. Eine Freundin hat mal eine Zeit lang in einer Wohnung hier im Ort gewohnt bei der sie von Anfang an ein komisches Gefühl hatte. Sie brauchte dringend eine Wohnung, am praktischsten direkt hier vor Ort, und das war die einzige für die sie eine Zusage bekam.
      An sich war es eine super Wohnung, gute Lage noch vergleichsweise modern usw. Als ich sie das erste mal dort besuchte war sie schon vollständig eingezogen und alles war fertig eingerichtet. Aber auch ich bekam irgendwie ein sehr bedrückendes Gefühl in dieser Wohnung und fühlte mich nicht wohl.
      Unsere Erklärung dazu fanden wir ein paar Wochen später. Die Nachbarn erzählten meiner Freundin wer vorher dort wohnte und was vorgefallen war. Das wusste keiner vorher und unsere Gefühle machten irgendwie Sinn.
      Letztendlich hat sie dort nicht lange gewohnt. Die Wohnung wechselt bis heute sehr häufig ihre Bewohner...
      (Das was passiert ist, ist jetzt keine ausschweifende Horrorgeschichte die überall breitgetreten wird. Es ist etwas das so leider nicht selten ist, eine tragische Lebensgeschichte).

      LG

      (12) 12.09.17 - 21:17

      Hach, spannendes Thema. Ich hab mal gelesen, dass man sich erst dann heimisch fühlt, wenn ein neues Zuhause den Bakterienfilm der Bewohner hat, sich also mikrobiologisch angepasst hat. Sind die Bewohner längere Zeit unterwegs, verliert das Haus diesen Film und bei der Rückkehr fühlt man sich unheimelig und muss sich erst wieder einleben.
      Vielleicht gibt es ja auch Häuser, die man wie Menschen gut riechen kann, weil man die Menschen, die vorher darin lebten, gut hätte leiden können.

      Und dann gibt es da diese Immobilien, die oft ihren Besitzer wechseln, wir haben hier so ein Gebäude, da ist ein Restaurant nach dem anderen drin und alle machen pleite und egal wie die Inneneinrichtung ist, wie gut das Essen auch sein mag: man fühlt sich da nicht wohl.

      Ob das nun Seele ist oder eine ungünstige Kombination an Gerüchen, Lichteinfall, Lage.... ich weiß es nicht.

      Fakt ist, es gibt für mich Immobilien mit denen ich sofort warm bin und solche, in denen ich mich unwohl fühle....

      #winke Die Alltagsprinzessin

      Hallo,

      ich glaube schon dass einige Häuser eine "Seele" haben. Ich denke, es bleibt etwas vom Glück oder Unglück des Vorbesitzers drin hängen....

      Bevor wir unser Haus gekauft haben, haben wir viele angeschaut. Und einige gingen gar nicht. Wir haben uns unwohl gefühlt. Unser jetziges Haus hat uns richtig "willkommen" geheissen, obwohl Einrichtung, Farbgebung, Garten etc..... seeeeeehr schrecklich waren....:-p

      (14) 17.09.17 - 21:43

      Hallo

      nein eine Seele nicht, aber manchmal eine Art ungute Ausstrahlung.

      Eine Freundin von mir wohnte 22 Jahre in einer Wohnung.In Küche und Wohnzimmer fühlte ich mich immer wohl.Manchmal waren wir im Schlafzimmer um Kleider an zu probieren oder auch länger zum aussortieren.Jedes mal wollte ich alles schnell erledigt haben, wurde schnell hektisch, fühlte mich nicht wohl.Ich war froh wenn wir wieder im Wohnzimmer waren.Da ich das Gefühl nicht beschreiben konnte , sagte ich nie etwas.
      Irgendwann zog sie aus, am Tag des Umzuges half ich ihr und sagte dann auch , dass ich mich in ihrem Schlafzimmer immer unwohl gefühlt habe.
      Sie meinte nur lapidar, vielleicht spürst du, dass sich der Vormieter damals aus dem Schlafzimmerfenster gestürzt hat.
      Ich fand das schon merkwürdig.#gruebel

      Als wir in unser vorletztes Haus zogen, warnte uns eine Nachbarin scherzhaft.Zwei Vormieter-Paare und zuvor der Besitzer hätten sich in diesem Haus getrennt.Einmal schon nach weniger als zwei Jahren.Auch die Ehen in den Häusern links und rechts daneben, seien gescheitert.Das hat uns nicht davon abgehalten dort einziehen.Wir haben dort 7 Jahre gerne und recht harmonisch gewohnt.:-)

      Jedes Haus hat seinen Charakter.Also eine diffuse positive oder negative Ausstrahlung.
      Warum auch immer.

      L.G.

      • Ja jedes Haus, jede Wohnung hat ein Seelenleben. Das merkt man daran, ob man sich in der Wohnung wohlfühlt und gerne Zuhause ist, oder wenn man unruhig und ständig unterwegs ist. Viele sind sich auch nicht bewusst, dass das ein Grund sein könnte.

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