Handwerkerauftrag stornieren

    • (1) 15.10.17 - 22:33

      Hallo Zusammen,

      ich habe folgendes Problem:
      Im Mai habe ich eine Firma mit der Komplett-Sanierung unseres Kellerraums beauftragt. Das Angebot war preislich aus meiner Sicht in Ordnung, die Firma machte einen guten Eindruck (lokal, mittlere Größe).
      Es wurde mir mündlich zugesichert, dass die Arbeiten bis Ende Juli abgeschlossen sind.
      Im Juni kam nochmal jemand vorbei um sich das ganze anzuschauen und es hieß in den nächsten Tagen meldet sich jemand bei mir.
      Danach kam seitens der Firma nichts mehr.
      Ich habe mehrfach versucht über meinen Ansprechpartner telefonisch an Informationen zu kommen, aber nichts erreicht. Zuletzt hatte ich mehrfach in der Zentrale angerufen und mir wurde immer ein Rückruf versprochen, der nicht kam.

      Mein Bauchgefühl wurde immer mulmiger... Wir hatten erst vor ein paar Jahren mit einem anderen Gewerk ein Problem mit der Fertigstellung, die sich dadurch von wenigen Wochen auf über 1,5 Jahre hinzog und uns viele Nerven kostete :-[

      Innerlich habe ich also vor ein paar Wochen mit der Firma abgeschlossen, weil ich das Gefühl habe, wer es schon nicht schafft solche Absprachen einzuhalten oder sich wenigstens mal zu melden, der wird vermutlich auch in Zukunft keine Termine und Absprachen einhalten.
      Also habe ich Freitag dort wieder in der Zentrale angerufen und gesagt, dass ich genau aus diesen Gründen den Auftrag stornieren möchte.Die Dame sagte nur, dass sie es weitergibt...
      Nun informiere ich mich natürlich heute Abend erst #klatsch über das Rechtszeug drum herum und lese immer wieder das der Handwerker trotz Kündigung eine Recht auf seine Vergütung hätte und dass ich die Kündigung wohl lieber schriftlich machen sollte.

      Was soll ich tun? Nochmal schriftlich kündigen?
      Habt ihr einen Tipp wie ich es so formulieren kann, dass ich sowas wie einen Termin nenne, ab dem ich die Sache als erledigt betrachten kann? Denn so wie ich die jetzt einschätze, melden die sich wieder nicht. :-( Und ich habe ehrlich gesagt keine Lust da jetzt monatelang zu warten und Angst zu haben, dass doch noch eine Forderung kommt.#zitter

      Aber es kann doch eigentlich nicht wirklich sein, dass ich ohne Leistungserbringung den kompletten Betrag zahlen müsste, oder?

      Es kann natürlich sein, dass sich da morgen jemand meldet und sagt dass alles ok ist und ich mir umsonst nen Kopf mache...

      Aber wenn ich mir das so durchlese, hätte ich vermutlich schon viel eher schriftlich was einfordern sollen #aha

      Für alle die es bis hierher geschafft haben: #danke

      Ich hoffe, ihr habt einen Tipp für mich...

      einen schönen Abend,
      wuseldi#blume

      • Hallo,

        ich würde wie folgt schreiben (änderst halt ab, was bei Dir passt und was nicht):

        Sehr geehrter Herr ...,

        im Mai 2017 hatte ich Sie in einem persönlichen Gespräch mit der Sanierung unseres Kellerraums beauftragt. Sie hatten mir versichert, dass bis Ende Juli 2017 die Arbeiten abgeschlossen sein würden.

        Anfang Juni 2017 hat ein Mitarbeiter nochmals eine Besichtigung des Kellerraums vorgenommen und mir einen Anruf zur weiteren Absprache in den nächsten Tagen zugesichert.

        Eine Kontaktaufnahme durch Ihre Firma ist seither nicht erfolgt.

        Ich habe in der Zeit mehrfach angerufen und um Kontaktaufnahme gebeten, leider weiterhin ohne Erfolg.

        Am .... habe ich telefonisch den Auftrag storniert. Zur Vermeidung von Missverständnissen teile ich Ihnen auf diesem Wege nochmals mit, dass ich den Auftrag zur Kellersanierung storniere.

        Da auch in der Vergangenheit durch Sie keinerlei Kontaktaufnahme erfolgte, gehe ich davon aus, dass der Vorgang durch meine Stornierung erledigt ist.

        Mit freundlichen Grüßen


        LG

        PS: Ich gehe davon aus, dass die Handwerksfirma aktuell sehr viele lukrativere Angebote abarbeitet. Die werden Dich nicht verklagen auf ihr Geld, weil sie ja den Auftrag sowieso nicht ausführen können.

        • Oh danke! Das ist wirklich hervorragend formuliert. #pro
          Ich denke, so in der Art werde ich es machen.

          Ich hoffe sehr, dass du Recht hast und du erst gar keine Klage kommt...

          • huch schon spät *gähn*
            Ich meinte natürlich, dass du hoffentlich Recht hast und es nicht zu einer Klage kommt.

            Aber was mich brennend interessiert:
            Wenn es zu einer Klage käme, ist wirklich der komplette Betrag fällig, obwohl keine Leistung erbracht wurde? Oder werden die Materialkosten abgezogen (die ja nicht verwendet wurden)?

      Hallo,

      ist denn ein Montagetermin in der AB aufgeführt?
      Dieser sollte ja nun deutlich überzogen worden sein.
      Ich würde den Auftrag schriftlich stornieren und die Gründe so im Anschreiben angeben.

      LG

      • Ich habe nur ein Angebot vorliegen.
        In diesem ist kein Termin genannt... Das hatten wir mündlich besprochen.
        Bisher war das auch bei allen anderen Handwerkern und Gewerken (außer bei der besagten 1,5h Jahre Geschichte) nie ein Problem und immer ausreichend...

    (8) 16.10.17 - 17:23

    Wie und wo wurde denn der Vertrag geschlossen?

    • (9) 16.10.17 - 21:09

      Das ganze lief ungefähr so ab:
      Ich habe ein Angebot bekommen. Entweder per Post oder persönlich vorbeigekommen, dass weiß ich nicht mehr so genau.
      Nach der telefonischen Zusage kam mein Ansprechpartner wieder vorbei und hat von Hand drauf geschrieben "Auftrag erhalten" mit Datum und ich sollte unterschreiben.
      Ach und was mir gerade einfällt: Er hat MEIN Exemplar benutzt (ich musste es erst suchen, da ich dachte, er kommt mit was eigenem zum unterschreiben vorbei...) und wollte keine Kopie. Er sagt, es reicht, wenn es bei mir liegt.

      Das heißt, die haben noch nicht mal eine Unterschrift von mir...
      Das kann jetzt ja eigentlich in meiner Situation nur gut sein :-p

      • (10) 16.10.17 - 22:09

        Hmh, hört sich an wie ein "Haustürgeschäft". Ja, das gibt es auch für Handwerksleistungen.
        Der "Vertrag" scheint auch Grottenschlecht ausgeführt.
        An deiner Stelle würde ich einen Anwalt beauftragen. Der kostet nicht die Welt.
        Die hier verfassten Schreiben würde ich nicht benutzen.

        Du solltest die Erledigung der Arbeiten schriftlich mit Frist anmahnen. Verstreicht diese, widerrufst du den Vertrag und kündigst bereits Schadenersatzansprüche an. Denn Mehrkosten, die eventuell durch die Beauftragung eines anderen Unternehmens entstehen, zählen dazu.

(12) 18.10.17 - 20:05

Meine Laienansicht: Wenn die von dir nix schriftich haben, dann würde ich den Auftrag auf keinen Fall schriftlich stornieren, denn DANN haben sie was schriftlich. #schein

Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie ohne etwas schriftliches vor Gericht ziehen.

LG

(13) 20.10.17 - 14:44

Hallo an alle,

vielen Dank für eure Tipps und Anmerkungen!
Ich habe heute wieder angerufen und nochmal nachgefragt.
Die Antwort war, dass ich die Sache nun als erledigt betrachten kann.

Gerade der Hinweis, dass die Firma ja zum ersten Mal etwas schriftlich von mir hätte, wenn ich das Schreiben verschickt hätte, hat mich dazu gebracht nochmal telefonisch nachzufragen.

Mein Eindruck ist, der Auftrag ist bei denen untergegangen. Die haben eine grottenschlechte Kommunikation aber vermutlich so viele gute Aufträge (die Autos der Firma sehe ich oft herumfahren), dass sie meine Stornierung unter "Pech gehabt" verbuchen.

Und falls doch noch was käme (was ich nicht glaube), gehts ab zum Anwalt.

Ich hab zumindest durch die Geschichte einiges gelernt...#aha

ein schönes Wochenende wünscht
wuseldi

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