Fühle mich in Heimat plötzlich nicht mehr wohl

    • (1) 14.12.17 - 13:51

      Hallo,

      Mein Mann und ich sind vor 5 Monaten umgezogen, raus aus unserer Studentenwohnung in der Großstadt in eine tolle Wohnung in meiner Heimatstadt, einer Kleinstadt die direkt an unsere Unistadt angrenzt. Die Wohnung ist genau das wonach wir gesucht hatten und ich hab mich soo darauf gefreut, zurück in die Heimat zu kommen. Jetzt das Problem : Ich fühl mich überhaupt nicht wohl! Ich vermisse die alte, viel kleinere Wohnung im sozialen Brennpunkt, über die ich 4 Jahre geschimpft hab schmerzlich und will unbedingt dahin zurück. Ich weiß aber nicht warum. Ich werde schon von allen ausgelacht und niemand nimmt mich ernst, außer mein Mann, aber der versteht auch nicht was los ist. Kennt ihr das? Wieso fühlt man sich plötzlich in der Heimat nicht mehr wohl? Würdet ihr wieder umziehen oder abwarten? Ich vermisse übrigens nicht das Studentenleben, denn ich studiere noch an derselben Uni wie vorher, mein Mann arbeitet schon. LG

      • Hallo, ich kann dich verstehen. Mir ging es genauso, als wir damals aus unserer Wohnung in unser Haus gezogen sind. Ich hatte mich so auf das neue Haus gefreut. Alles ist so geworden wie wir es geplant hatten. Und doch hatte ich "Heimweh" nach unserer alten kleinen Wohnung. Das Umfeld und die Freunde sind geblieben, da wir nur aus einem Stadtteil in die Stadt gezogen sind. Und trotzdem habe ich unser altes zu Hause sehr vermisst. Mir war das neue Haus zu groß, nicht gemütlich genug und irgendwie fremd. Es hat bestimmt 1 Jahr gedauert bis ich mich dort "zu Hause" gefühlt habe. Ich drücke dir die Daumen dass du auch bald in deinem jetzigen zu Hause ankommst. Gruss syltperle

        Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl!

        Ich habe bisher in jeder Wohnung eine gewisse Eingewöhnungszeit gebraucht, hab mich in jeder neuen Wohnung nach der alten gesehnt und mich gefragt, wieso wir umgezogen sind... Aber nach der Eingewöhnungszeit war es dann eine tolle Wohnung...

        Einzige Ausnahme war da unser Umzug ins jetzige Heim, da war es von Anfang an wie nach Hause kommen... Für mich ist das Haus hier mein Gefühl von Heimat! ;-)

        Daher würde ich sagen, warte erstmal ab... Wenn du in einem Jahr (als Beispiel) immer noch das Gefühl hast, dass es sich falsch anfühlt, würde ich etwas ändern...

        LG

        Warte mal 1 Jahr. Dann ist es dein zuhause

      • das ist normal. man zieht ja nicht in der zeit zurück, also hat man sich selber verändert und die heimat auch.

        ich bin nach 15 jahren in meinen heimatort zurückgezogen, nachdem ich in der welt rumgetingelt bin. ist halt ne etwas langweilige kleinstadt und ich bin ganz anders, als früher. bei uns ist es aus familiären gründen wichtig, dass wir in der nähe meiner eltern wohnen, also kann ich damit umgehen. aber zurück kann man nicht, je eher man das akzeptiert, desto leichter fällt es, sich neu drauf einzustellen.

        neinem mann geht es übrigens ähnlich, wenn wir bei ihm zu hause zu besuch sind und der kommt aus new york. da wird's einem sicherlich nicht langweilig, aber es ist halt nicht 'sein' new york, dass er anfang der 2000er verlassen hat. mein vater sagt das gleiche und der ist in london aufgewachsen. man muss halt akzeptieren, dass man wieder von null anfängt und vieles anders wahrnimmt, als früher, als man es nicht anders kannte.

        gib dir noch ein bißchen ziet, um dich neu auf deine umgebung einzustellen, aber es kann ja auch sein, dass kleinstadt einfach nichts mehr für dich ist. man kann auch wieder umziehen, aber ich würd erst mal abwarten, dass man erst mal heimweh hat und alles ungewohnt ist, finde ich normal. ne wohnung und ein viertel ist ja auch mehr, als nur wo man seine sache stehen hat.

        lg

        Ganz einfach: "Heimat" ist doch nicht unbedingt, wo man herkommt, sondern kann auch einfach da sein, wo man herkommt. Ich komme z.B. aus einem anderen BL. Meine Heimat ist aber definitiv da, wo ich jetzt mit Mann und Kindern wohne. Da es eine Mietwohnung ist, ist es doch ein leichtes, umzuziehen :-). Alles Gute für euch!

      Ich denke, dass ist ganz normal, dass du Heimweh nach der alten Wohnung hast. Du hast dort eine lange Zeit deines Lebens verbrachst und dich dort Zuhaus gefühlt. Es braucht auch Zeit, sich an ein neues Zuhause zu gewöhnen, das kommt nicht auf Knopfdruck. Manche gewöhnen sich schneller daran und manche langsamer. Gib dir einfach noch ein bisschen Zeit und richte die Wohnung so ein, dass du dich wohlfühlst.

      Ich danke euch für die aufmunternden Worte :)
      Ich hab noch mal länger drüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich scheinbar gar nicht gemerkt hatte, dass die andere Stadt jetzt zu meiner Heimat geworden ist. War auch eine total bescheuerte Idee, da wegzuziehen, da ich dort noch studiere und mein Mann da arbeitet. Ich hatte mir auch fest vorgenommen, wenigstens noch eine Weile abzuwarten, ob ich mich noch einlebe,mein Mann ist dagegen der Meinung dass es doch nichts bringt, sich unnötig zu quälen. In unserer alten Wohnung hab ich mich auf Anhieb wohl gefühlt, obwohl die klein war und die Gegend auch nicht für ihre Schönheit bekannt. Jetzt vermisse ich den nächtlichen Lärm auf der Straße und die Anonymität, und bin gleichzeitig traurig weil ich das Gefühl hab meine Heimat verloren zu haben.

      Super Beitrag- da antworte ich auch mal.
      Mir steht das noch bevor.
      Kurz vorweg: vor etwas mehr als 6 Jahren bin ich für mein Studium 300km weit weggezogen und habe immer gesagt, dass ich nach dem Studium zurückkomme. Das erste Jahr war hart- alles neu, zum ersten mal ausgezogen, alleine gewohnt...trotzdem hatte es auch schöne Zeiten, habe schnell Leute kennengelernt. Nach einem Jahr ist mein Freund hinterher gezogen (auch mit der Einstellung wieder aufs Dorf zurückzugehen). Wir haben wir also 5 Jahre gemeinsam gelebt und uns ein gemeinsames Leben hier aufgebaut (haben das 1.Mal zusammen gewohnt). In der Zwischenzeit ist bei mir privat viel passiert und ich hatte keinerlei Bezug mehr zu meinem Heimatdorf, Besuche sind zeitweise auch weniger geworden und ich habe mich unwohl dort gefühlt und war jedes mal wieder froh, wieder zu Hause zu sein. Mittlerweile haben wir hier geheiratet und ein Baby bekommen (Baby sollte eig. NIE in einer Stadt leben- so meine Meinung).
      Jetzt ist es tatsächlich so, dass wir doch wieder zurückgehen... ich denke dabei an meinen Mann, der es gerne möchte, aber auch an mein Kind, was etwas von seinem Großeltern haben soll (regelmäßig und nicht in 6 Jahren nur zu Ferienzeiten).
      Freundschaften im Dorf haben wir keine mehr- alles hat sich irgendwie über die Zeit verloren und wir haben uns ja über die Jahre hier was aufgebaut... ich bin gespannt, wie es klappt. Dass wir von einer 2Zi.Whg.in ein kleines Häuschen mit Garten ziehen, finde ich super. .. aber ich hätte das Häuschen auch sehr gerne hier gehabt.
      Ich hoffe, dass ich dort (wieder) glücklich werde!! Und es meinem Mann nicht irgendwann vorhalte.
      ...tut das gut, es mal runterzuschreiben :)

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