Mit-Mieter sind Stinkfaul - ansprechen oder sein lassen?

    • (1) 31.01.18 - 17:58

      Hallo, eigentlich steht die Hälfte der Frage ja schon oben. Aber trotzdem muss ich nebenbei mal ein bisschen Frust ablassen #augen Wir haben seit ca. einem Jahr wieder ein Mit-Mieter Pärchen bei uns im Haus (der Vermieter wohnt nicht mit bei uns). Und eigentlich verstehen wir uns mit den beiden auch ganz gut, kein Streit wegen Lautstärke, Kinderwagen im Flur oder "Rumgepolter" oder ähnlichem, und das ist ja auch schon viel wert. Das Problem ist nur, dass die beiden wirklich -richtig- faul sind, was häusliche Pflichten angeht. Die Mülltonnen (alle 4) werden seit Wochen (Monaten?) nur noch von mir raus- und reingestellt, Ich bin auch die Einzige die Schnee auf dem Gehweg schippt, das Treppenhaus ist von denen noch nie geputzt worden seit sie eingezogen sind.
      Ich muss zugeben ich bin auch nicht die akribischste Treppenhaus-Putzerin und bei mir steht eine Mülltonne auch schon mal ein- zwei Tage draußen nachdem sie geleert wurde. aber die beiden unter uns machen wirklich gar nichts mehr.
      Was würdet ihr machen? drauf ansprechen? Und wenn ja wie? "Entschuldigung dass ich störe aber warum seit ihr so stinkfaul?" geht ja irgendwie auch nicht. Oder einfach schlucken? Allerdings nervt mich dieser Zustand von Woche zu Woche mehr und ich bin auch nicht deren Putze und wir sind eindeutig beide zuständig. Oder in Streik treten und die Mülltonnen überquellen lassen bzw. nur noch seinen eigenen Müllsack (kann man hier extra kaufen) raus stellen? Ich weiß es nicht und wegen so einem Mist den Vermieter einzuschalten, erscheint mir doch etwas übertrieben? Was meint ihr?

      • Das kommt auf die Umstände an.

        Können sie nicht? Wollen sie nicht? Was steht im Mietvertrag?
        Ist es schlicht Gewohnheit geworden?

        Ich kenne Menschen (auch jüngere), die können nicht. Sie würden gerne, schaffen aber oft nur noch das nötigste. Das anderen gegenüber zuzugeben fällt dann sehr schwer.
        In dem Fall würde ich mit ihnen sprechen. Vielleicht Hilfe anbieten oder eben sich gegenseitig helfen. Z.B. können sie vielleicht etwas gut, was euch helfen würde. Nur wissen sie nichts davon (dass ihr das brauchen könntet) und ihr nicht, weil ihr nicht wisst, was los ist.

        Ist es von den Arbeitszeiten her schwierig?
        Eine Freundin mit Nachtschichten wurde schon als faul hingestellt, weil sie zu wenig saugt. Als sie dann klipp und klar gesagt hat, dass sie nicht zu anderer Leute Schlafenszeiten saugen will und Nachbarn damit aufwecken würde, hat geholfen. Wenn sie wach ist, schlafen andere. Damals eben auch am Wochenende. Auch der Spruch, sie würde den ganzen Tag nur im Bett liegen und solle mal zum Therapeuten gehen. Man würde sie ja nie sehen. :-p

        Schneeschippen wird hier aufgeteilt. Gemacht werden muss es zu Uhrzeiten, da sind manche arbeitsbedingt außer Haus. Das übernehmen dann die, die es vor der Arbeit zeitlich schaffen. Dafür übernehmen andere eben andere Aufgaben.

        Gewohnheit:
        anfangs noch der gute Wille. Dann das sehen, erleben, andere machen es ja sowieso. Irgendwann schleicht es sich dann ein. Silvestervorsätze funktionieren ähnlich. Der gute Wille ist zwar da, aber irgendwie .... und irgendwann ergibt sich dann ein ... "so lange die anderen nichts sagen, wird es schon in Ordnung sein"

        Faulheit gibt es natürlich auch.
        Von einfach egal sein bis hin zu absichtlichem bewussten sollen die anderen doch machen.


        Was steht denn im Vertrag?
        Gibt es eine offizielle Kehrwoche oder Hinweise zur Regelung?
        oder ist es eher ein "Erwachsene werden das schon selbst regeln können"? und wenn es geregelt (gemacht) wird, warum sollte man sich dann zusammen setzen, es klappt ja auch so.


        Ansprechen, wenn es dich stört ist eine gute Idee.
        Von selbst a) kommen sie nicht auf die Idee b) haben keinen Grund was zu ändern c) wissen sie nicht, dass es dich stört d) würden gerne aber können nicht e) wollen sie vielleicht keine schlafenden Hunde wecken, wie man sprichwörtlich sagt.

        Bevor ich weiß oder einschätzen kann, was der Grund dafür ist, versuche ich es sachlich mitzuteilen. Vielleicht auch mit Humor (wenn ich die Person einigermaßen einschätzen kann).
        Absicht oder Boshaftigkeit oder Faulheit unterstelle ich erst mal nicht. Das käme dann mit der Zeit, wenn ich jemanden näher kennen lerne um dann zu entscheiden dass es näher nicht sein muss. :-p

        Fakt ist doch: es stört dich und es wird nicht gemacht.
        Ob du das nicht machen ändern kannst, wird sich zeigen. Daran dass es dich stört, kannst du (erst mal) was ändern: nämlich ansprechen.

        Von: wir sind nächste Woche im Urlaub, könntet ihr mal übernehmen
        über: nächste Woche schaffen wir das nicht, könntet ihr das bitte übernehmen
        (falls du erst mal die Reaktion testen möchtest)

        über direktes ansprechen: mir ist aufgefallen ... könnt ihr bitte ... mich stört ...


        wichtig: nicht direkt nach dem du es (schon) wieder gemacht hast und dann mit hochkochender Laune ... sondern in einem ruhigen Moment!

        Was ich gar nicht leiden kann, sind Erwachsene, die Wochenlang, Monate lang schweigen. (schlimmsten Fall auf Nachfrage noch freundlich tun und behaupten alles sei ok) und dann in einem völlig überraschenden Moment wütend da stehen und einen anschreien!
        Leider schon erlebt!
        Mit mir kann man gut und gerne in Ruhe reden. Was ich weiß, kann ich ändern. Was ich nicht weiß
        a) kann ich nicht ändern. Nicht zur Zufriedenheit ändern, sondern gehe von meinen Vorstellungen aus
        b) was ich nicht weiß, muss ich darauf vertrauen, dass - entweder alles ok so ist oder Erwachsene mich darauf ansprechen würden, wenn es nicht ok so ist.

        Bis dahin kann ich nur raten. Was schwierig ist und anstrengend ist. Diese Nerven habe ich nicht immer.

        Ich kann deinen Frust verstehen.
        Teile ihn den Menschen mit, wo er entsteht. Dann wenn er grade nicht am überkochen ist.

        Hallo!
        Ich habe ein ähnliches Problem. Ich halte es für legitim das mal anzusprechen, aber ohne Vorwürfe.
        Mit meinem einem Nachbarn konnte ich das klären.
        Die inzwischen ausgezogenen Nachbarn hab ich auflaufen lassen, da jedes Gespräch zu nichts (bzw Ausrasten ihrerseits) geführt hat. Ich habe dann, nach Ankündigung, nur noch meine Tonne /gelbe Säcke rausgestellt und ihren Bereich beim Putzen ausgelassen. Irgendwann hat sie es dann gemacht, manchmal. Aber das war das letzte Mittel. Ich mag solche Stänkereien eigentlich nicht und bemühe mich immer um ein gutes Verhältnis. Wenn ihr euch so ganz gut versteht, sprich es an.
        Das über den Vermieter klären zu wollen, halte ich für ungünstig.
        LG #winke

        Wissen sie denn überhaupt, wann was gemacht werden muss?

        Als mein Mann und ich zusammengezogen sind, meinte der Hausverwalter, wir bräuchten nichts machen (kein fegen, kein wischen, etc.), die Mieter aus dem Erdgeschoß würden das alles machen und bekämen ein bisschen Miete erlassen. Tja, das galt leider für ein anderes Haus. Wir hätten alle drei Wochen das Treppenhaus reinigen müssen. Das haben wir aber erst unmittelbar vor unserem Auszug erfahren.

        Ich würde also erst einmal nett mit ihnen reden, vielleicht liegt auch bei euch einfach ein Mißverständnis vor.

        lg

      • Seid ihr denn nur 2 Parteien oder gibt es noch mehr?

        Ich denke, wenn man sich sonst gut versteht (was die beiden ja sicher auch zukünftig mit euch gern hätten), kann man das auch klären, i.d.R. gibt es doch einen Hausplan, wer stellt wann die Tonnen raus, wer ist wann mit dem Treppenhaus dran.

        Einfach ansprechen "Hey, wie wollen wir das denn zukünftig mit dem Treppenhausputzen und dem Rausstellen der Mülltonnen machen?"
        Da müssen sie dann ja antworten.

        Allein würde ich jedenfalls nichts mehr machen. Dann werden die Tonnen eben mal nicht geleert.

        Ganz einfach: Höflich ansprechen.
        Sag ihnen, wie es ist. Vielleicht wissen sie auch gar nicht wirklich, dass sie das machen sollten? Weil sie eben automatisch davon ausgehen, dass du das machen wirst.
        Man muss ja nicht gleich damit ankommen, warum sie denn so stinkfaul sind.
        Weise sie einfach darauf hin, dass sie bitte ihren Teil zu leisten haben.

        Liebe Grüße,
        Tessa

      • Wenn ihr euch gut versteht, würde ich sie bitten, ihren Pflichten nachzukommen. Tun sie das nicht, würde ich umgehend den Vermieter einschalten. Nichts gg. mal aushelfen oder so, aber du bist ja nicht deren Sklave.
        VG

        Ach weißt Du, warum sollen die was tun, wenn Du alles für sie erledigst? Bequemer können sie es doch garnicht haben. Ich wohne in einem 4-Familienhaus und da sind auch immer mal Mieter dagewesen, die nichts machten, garnichts. Da waren dann andere Parteien oder auch ich schon so frei, dass wir freundlich aber bestimmt sagten - entweder machen - oder Info geht an den Vermieter.
        Bist Du die Magd für andere? Sicher nicht.
        Nein das ist absolut nicht übertrieben, den Vermieter zu informieren. In einem Mehrfamilienhaus hat sich jeder anzupassen, wenigstens in den Grundlagen des Miteinanders. Putzwütig ist hier auch keiner - aber sauber sollte ein Haus schon sein.
        LG Moni

        Klar, direkt regeln, Vermieter erstmal rauslassen.
        Mülltonnen reus und reinstellen finde ich jetzt nicht so schlimm.
        Wenn ich meine eigene rausstelle, kostet es nicht viel mehr Zeit, die andere auch noch mitzunehmen.
        Viel schlimmer wäre es, die anderen wären damit dran, würden es vergessen und die Tonne bleibt voll. DAS würde mich dann auch ärgern, dann mache ich es lieber selber und weiß, dass es erledigt ist.
        Die Treppen in den ersten Stock würde ich als Mieter im Erdgeschoss auch nicht putzen wollen. Nicht mein Ding. Nutze ich nicht. Eingangsbereich klar.
        Für Schneeschippen und fegen würde ich einen Wochenplan machen und diesen gut sichtbar im Treppenhaus aushängen.
        Wenn die dann nicht schippen oder fegen, habe DIE ein Problem, wenn sich jemand verletzt.

        • Das kommt darauf an, wie es im Mietvertrag steht. Wir müssen alle vier Wochen das GANZE Haus reinigen, vom Boden bis zum Keller. Gut, den Keller fegen wir (nach interner Absprache) nur ab und zu aber bis zur Eingangstüre ist es Pflicht. Dazu gehört, dass der gesamte Außenbereich gefegt und im Winter geräumt wird.
          Im Eingangsbereich hängt ein bunter Übersichtskalender, jeder Mieter eine Farbe, sodass keiner sagen kann, er weiß nicht, wann er dran ist. Tauschen ist bei Urlaub usw. überhaupt kein Problem - nichts machen schon :-p Dann wird die Infotafel schön wieder zurückgehängt :-D
          LG Moni

      (11) 03.02.18 - 12:48

      - Oder in Streik treten und die Mülltonnen überquellen lassen bzw. nur noch seinen eigenen Müllsack (kann man hier extra kaufen) raus stellen? -

      Genau so! kommentarlos, sie werdens dann schon merken.

      Wegen Treppenhaus putzen würde ich ein kleines Schreiben aufsetzen (mit Kopie an den Vermieter)

      Liebe XY! Da ihr ja nun schon einige Zeit hier wohnt, ich aber immer noch das Treppenhaus komplett alleine putze, finde ich es an der Zeit und angemessen, daß wir uns die Putzarbeit in Zukunft teilen.
      Ich habe dafür als Vorschlag einen Putzplan erstellt. Sofern ihr keinen anderen Vorschlag habt, wie wir uns die Arbeit in Zukunft teilen können, gilt der Putzplan ab XX.

      Ich danke euch für euer Verständnis und für euere Mitarbeit.

      Liebe Grüsse
      XY

      Bei uns damals im Miethaus hing immer ein Schild bei den Mietern, die gerade mit den Pflichten dran waren (Schwäbische Kehrwoche). Das hat ganz gut funktioniert. Klar hat nicht jeder gleich gründlich geputzt, aber es war jedem frei gestellt, wann in der Woche was gemacht wurde. Musste halt einmal erledigt werden. Vielleicht denken sie nur nicht dran, oder die Aufgabenverteilung ist nicht eindeutig? Ansonsten zusammensetzen und klar aufteilen, wer was macht. Am Besten schriftlich und auch dem Vermieter zur Kenntnis vorlegen.

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