Wir wollen bauen!

    • (1) 03.02.18 - 21:25

      Hallo zusammen,

      unsere Wohnung wird uns langsam zu klein und wir haben Lust, das Projekt "Haus" anzugehen.

      Wir waren heute mal in so einem Musterhauspark. Zum Teil sind wir etwas schlauer, aber mir ist nicht so ganz klar, nach welchen Kriterien man eigentlich so eine Hausbaufirma aussuchen sollte? Könnt ihr welche empfehlen? Manche Anbieter meinten, sie helfen mit der Grundstücksuche, andere wieder nicht. Auch bin ich mir unsicher wegen der Bauweise. Ich dachte, Stein auf Stein wäre gut, aber heute schwärmte mir ein Anbieter von der "neuen, modernen, ökologischen Holzbauweise" vor. Ähm, ja - wie gesagt, ich habe (noch) keine Ahnung. Habt ihr dazu Meinungen? Weder mein Mann noch ich noch unsere Freunde / Familie sind im Handwerk tätig, leider. Gibt es trotzdem Arbeiten beim Hausbau, die quasi idiotensicher von uns übernommen werden könnten?

      Für weitere Hinweise und Tipps bin ich euch sehr dankbar!

      Liebe Grüße

      • Hi,

        wir waren auch bei einigen Musterhaus Parks. Letztendlich sollte es aber ein Ziegelhaus werden.
        Wir haben dann regionale Firmen gesucht und mit denen unser Haus aus Porotonziegeln gebaut.
        Wunderbares Raumklima.
        Selbst konnten wir sehr viel machen, ohne Vorkenntnissen. Begonnen damit dass ich die erste Baggerschaufel selbst machen durfte, was eine nette Geste des Baggerführers war, haben wir die Unterbodendämmung für den Keller verlegt, die Aussendämmung für den Keller ran geschossen, alle Dachbalken gestrichen bevor sie gesetzt wurden, die Fassade gestrichen. Wir haben uns von dem Heizungsbauer zeigen lassen wie wir die Fußboden und Wandheizung vorbereiten konnten und nachdem diese verlegt waren haben wir die Dämmung und Folien verlegt bevor der Estrich kam.
        Wir haben alle Böden verlegt, alle Malerarbeiten erledigt und die Dosen eingeputzt. Dann noch den Trockenbau selbst gemacht, da hat uns ein Nachbar eingearbeitet als es darum ging diese Schlitze zu verschließen.

        Achso, wir haben auch unser Haus selbst geplant mit AutoCAD (glaub das Programm heißt so).

        Ich muss dazu sagen, wir haben nix von alledem vorher schonmal gemacht, bis auf die Elektrik und halt streichen oder Boden verlegen.

        Aber...... als erstes Mal braucht ihr ja ein Grundstück um überhaupt zu wissen wie dort der Bebauungsplan überhaupt aussieht bevor ihr euer Haus planen könnt.
        Dann rate ich jedem dazu regional zu bauen. Einfach auch deshalb weil das Haus dann für die Firmen ein Referenzhaus ist. Ausserdem weiß man bei diesen Firmen die von weiter her kommen nicht woher die Arbeiter kommen.
        Bei uns waren es alles Leute die aus der Gegend sind. Keine Monteure für die man noch zahlen muss.

        Wir hatten einfach mit allem Glück, alle Gewerke sind vor Ort und ansprechbar wenn Mal was ist.
        Mag sicher auch anders laufen bei anderen, aber es geht ja nicht um billig sondern preiswert. Das war mein Anspruch!

        Viel Spaß beim Abenteuer Hausbau 😎

        • Vielen Dank dir! Ihr habt ja wahnsinnig viel selber gemacht, Respekt! Ich fürchte, soviel Eigenleistung kriegen wir nicht hin (vorallem wenn es danach noch gut aussehen soll... #schwitz).

          • Das klingt viel, ist ja auch aber immer nur je nach Baufortschritt passiert. Also den Trockenbau würde ich nicht nochmals machen weil das echt ne ätzende Arbeit ist. Aber es sieht echr gut aus. Und man sieht keinen Unterschied zur Arbeit von nem Mann vom Fach, wurde im Augenschein genommen.
            Bei vielen arbeiten wird man eingewiesen und kann das auch gut schaffen.
            Grad diese Fummelarbeit beim dämmen rund um die Fußbodenheizung war etwas ätzend, aber zu schaffen..und die Firma war froh sich um diese Arbeit icht kümmern zu müssen.

            Fassade streichen war cool! Wichtig ist aber ein gute Beratung und Farbe aus nem Fachhandel und nicht vom Baumarkt.

            Aber wie gesagt, am besten erstmal das Grundstück finden und dann weißt du wie du bauen darfst. Das dann in Ruhe planen und mitneldem Plan zur Baufirma gehen. Das war bei uns eine Firma die die Erdarbeiten gemacht hat, den Keller und Rohbau aufgestellt und später noch innen und Aussenputz erledigt hat.
            Die anderen Gewerke sind ebenso alle aus der Region und kennen sich untereinander, so dass es terminlich super gepasst hat.
            Zimmerer fürs Dach, Fensterbauer für Türen und Fenster, Heizungsbau eine Firma, Elektriker, Estrichleger, hab sicher was vergessen....
            Der Kran stand bei uns über Winter, die Baufirma war froh dass er wo steht, wir waren froh weil er da war und die Monate nix gekostet hat und die anderen Firmen waren froh dass da einer war.
            Standplatz vom kran ist jetzt Standplatz vom Carport. Durch die Standzeit ist der Boden gut verdichtet ;)
            Ach, war ne geile Zeit! Vor allem bin ich nach wie vor froh nicht irgendeine Firma genommen zu haben die alles selbst plant, sich jeden Pups bezahlen lässt und am Ende Arbeiter aus dem Ausland ran schafft nur weil er die billig bezahlen kann, sich selbst aber die Hosen vollstopft.
            Ich kenn von fast jedem handwerker den Vornamen und hab sie alle verwöhnt mit Snacks, Getränken und nem Richtfest nur für diese Leute. da hat dann die Baufirma ne Bauheizung mitgenommen, wir haben Fensteröffnungen zugeklebt und dann gab es heiße Gulaschsuppe, Bier, Softdrinks und Musik.....war echt cool
            So, etwas abgeschweift......also, bauen kann Spaß machen wenn man mit macht.....!

      Hallo
      Ich wäre mit Eigenleistung vorsichtig. Rentabel ist es eigentlich nur, wenn ihr einen Handwerker in der Familie habt, der das für euch umsonst macht. Du musst denken, dass Baufirmen natürlich ihre Handwerksfirmen im Vertrag haben, deshalb hast du wesentlich schlechtere Karten Handwerker selber günstiger zu bekommen und die Zeit haben. Musst du selber Baumaterial kaufen, zahlst du viel mehr und du brauchst locker die zehnfache Zeit als ein gelernter Handwerker. Auch hast du dann keine Gewährleistung mehr.

      Ich würde immer nur mit einem Festpreis bauen und mir dann überlegen ob und was ich davon wirklich in Eigenleistung machen möchte und kann.
      LG

    Hallo,

    Auf jeden Fall sucht ihr das Grundstück selbst.... denn die Grunderwerbssteuer zählt ihr dann nur dafür. Nicht fürs Haus!

    Wir haben auch mit porotonstein gebaut! Das ist sehr langlebig und wir sind sehr zufrieden. Wir halten nichts von Fertigteil oder gar Holz....

    Wir könnten auch unser Haus selber planen....

    Wir haben mit einer regionalen Baufirma gebaut, mit vielen Standards (Fliesen, Rollläden, steinfensterbänke,...).
    Wir haben nur selber gestrichen, tapeziert, Dachboden ausgebaut und den dachkasten gestrichen. -ach und Außenanlagen sind auch aufwändig....

    Und wir hatten einen Festpreis und einen bauüberwacher vom tüv Nord!

    Und plant auf jeden Fall nochmal 10%auf den Hauspreis für Extras!

    Lg

Ich würde erstmal zur Bank gehen und durchrechnen lassen, wie viel Haus ihr euch leisten könnt. Die Eigenleistung setzen manche viel zu hoch an und bekommen dann kein weiteres Geld nachfinanziert. Wenn ihr handwerklich nicht sooo begabt seid, würde ich nur Tapezieren oder Boden verlegen in nicht so wichtigen Räumen einkalkulieren als Eigenleistung.
Dann noch folgende Fragestellungen überlegen: Keller? Garage? Gartenanlage? Usw. Sind alles Posten, die teuer sind.

  • Vielen Dank! Den Banktermin habe ich letzte Woche schon erledigt. Ich fürchte auch, wir sollte unsere Möglichkeiten zur Eigenleistung nicht allzu hoch kalkulieren.

    LG

    • Unterschätzt vor allem die Baunebenkosten nicht. Die werden gerne mal vergessen und man denkt nur an die Erwerbsnebenkosten. Die meisten Anbieter haben zwar ein Angebot mit Bodenplatte, aber die Mehrkosten der Gründung (Erdarbeiten und des Abtransports / Entsorgung der Erde etc.) können in die zehntausende gehen. Da lohnt sich vorher immer ein Bodengutachten, das um die 700€ kostet, um abzuklären, welche Zusatzkosten auf einen zukommen. Wir haben ein fast flaches Grundstück, es muss kaum etwas abgetragen werden, super Baugrund und sind trotzdem bei um die 10.000€ Mehrkosten. Dazu Hausanschlusskosten, die gut und gerne auch bei 5000€ aufwärts liegen, Kosten für den Vermesser, ggf. Energieberater usw. Da kommen einige Euro zusammen.
      Wir fahren sehr gut damit, dass wir von Beginn an einen unabhängigen Sachverständigen vom Verband privater Bauherren im Boot haben. Wir haben nämlich auch keine Ahnung vom Bauen und könnten im Höchstfall bei Abnahmen sagen, dass es 'schön' aussieht oder eben nicht. Der Sachverständige kostet für die gesamte Bauzeit zwischen 2500-3500€ hat uns aber bereits bei der Vertragsaprüfung sehr geholfen und ist bei allen wichtigen Bauschritten und Abnahmen dabei. Das bewahrt uns hoffentlich vor dramatischen Baumängeln und Baufehlern, die man als Laie nicht einmal erahnen kann. Wir bauen mit einem Generalunternehmer und haben das Grundstück separat erworben.
      Informiert dich mal bei eurer Stadt nach Grundstücken. Meist muss man sich bewerben und die Vergabe läuft nach einem Punktesystem. Wir hatten uns vor drei Jahren beworben und erst einmal null Chance, weil Familien bevorzugt wurden und wir noch kinderlos waren. Vor einem guten halben Jahr kam dann aber der Anruf, dass ein paar Grundstücke wieder frei wurden, weil über die Jahre der Erschließung doch der ein oder andere wieder absprang. Es kann sich also auch lohnen, wenn man auf einer Warteliste steht. Wir haben dadurch ein Grundstück erworben und können jetzt sogar auf einem Grundstück bauen, das mittlerweile fertig erschlossen ist. Hat also auch sein gutes, dass wir vorher den Zuschlag nicht bekamen :)

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