Waldstück und Acker

    • (1) 13.03.18 - 20:45

      Hallo,
      Wir haben ein sehr vielversprechendes Exposé für ein Haus gesehen, das mir seitdem nicht aus dem Kopf geht.
      Der Haken ist der: es ist ein alter Hof, und ich brauche / will eigentlich nicht die 10000 Quadratmeter Acker, noch das dazugehörige Wäldchen.

      Der Acker ist laut Makler unverpachtet, aktuell eine Wiese, und wird dann und wann von einem anderen Bauern gemäht. Das Waldstück grenzt ausgerechnet an Fußweg und eine Hauptstraße. Diese gesamte Materie ist mir fremd,

      ich vermute mal, und nun bitte ich um Schwarmintelligenz, dass bei landwirtschaftlichen Flächen die Grundsteuer niedriger ist als bei bebaubarem Land? Als Laie hätte ich 0,0 Ahnung, wie ich diese Fläche loswerden oder verpachten kann.
      Und als Eigentümerin wäre ich wohl auch verantwortlich dafür, dass beim nächsten Sturm kein Baum auf die Straße fällt etc.?
      Auch hier keinerlei Ahnung, was auf mich zukommen würde.
      Das Haus wäre echt toll, aber Wald und Acker???! Wer kennt sich aus und kann mir raten?

      Ist es einfach, so etwas in Auftrag zu geben (Wald), dass sich da wer regelmäßig kümmern kommt (Kosten? Evtl Gewinn?)
      Und das Feld? Theoretisch müsste ich mit drei Gutachtern auftauchen, je einen für Haus, Boden, Wald. Seufz, wir suchen doch nur nach einem Zuhause, ohne Land- oder Forstwirt zu sein.
      Liebe Grüße!

      • Erkundige dich mal beim Bürgermeister. Der kann dir weiterhelfen. Du kannst die Flächen verpachten oder auch verkaufen. Oft sind Bauern interessiert, die angrenzende Flächen haben. Oder auch die Gemeinde.

        Und ja, wenn du der Besitzer bist, bist du letztendlich verantwortlich. Meine Mutter hatte einen Acker verpachtet. Ein Bauer hat Getreide drauf angebaut und bei der Ernte fing der Mähdrescher an zu brennen, dadurch auch das Stroh auf dem Acker. Die freiwillige Dorffeuerwehr bekam den Brand nicht schnell genug unter Kontrolle und es wurde ein hundert Jahre alter Alleebaum beschädigt. Meine Mutter bekam eine Rechnung über 100.000 Euro wegen des Baumes. Obwohl sie nie auf dem Acker war. Jahrelanger Rechtsstreit. Am Ende hat die Versicherung des Bauern das ganze übernommen. Sie hat dem Bauern im Gegenzug den Acker zu einem geringen Preis verkauft.

        Hallo,
        ich würde die Möglichkeit, diesen Besitz im Gesamten zu erwerben, als riesige Chance sehen. Überlege dir gut, ob Du alles verkaufen willst, was Dir im Moment (!) nichts "sagt". Verkaufen kannst du nur einmal.....vielleicht macht es doch Sinn, sich mit der Materie auseinanderzusetzen.
        Ein paar Gedanken: den Wald kann man ab und zu durchforsten lassen und mit dem Verkauf des Holzes einen netten Gewinn einstreichen. Plus kostenloses Brennholz für Euch. Was für ein Wald ist es?
        Die Wiese kannst Du an den Bauern verpachten, der sie aktuell schon mäht - oder: Du legst eine Streuobstwiese an und hast richtig Spaß damit. Es gibt dafür sogar Fördergelder, da würde ich mich an Deiner Stelle erkundigen (Stichwort "Förderung Streuobstwiese Bundesland xy").
        Das Ganze könnte ein Paradies werden und vielleicht erschließen sich für Dich neue Welten dabei. An Deiner Stelle würde ich es kaufen und wenn Du noch nicht weißt, wie es weitergeht, behältst Du alles erstmal 10 Jahre und entscheidest dann neu. Ich würde Landbesitz niemals freiwillig aus der Hand geben!
        Viel Spaß, tatzel #winke

        Guten Morgen!
        Ich würde eine Wildblumenwiese machen und an den Rand Bienen stellen. Dies vielleicht einem Imker vor Ort anbieten.
        Ich würde es auch behalten wenn möglich!

      • (5) 14.03.18 - 10:05

        Komisch, hier stehen gleich die Bauern aus dem Umfeld vor der Tür und wollen kaufen/pachten. Selbst der Makler hatte Adressen in der Tasche. Landleben halt.

        Verkaufen nein, dir wird schlecht wenn das Land (später?) in Bauland umgewandelt werden kann und willst doch kein Geld verschenken, oder? Land ist rar, egal wofür.

        Waldrand zur Straße regelmäßig kontrollieren lassen, kostet zwar aber ihr habt euren Teil geleistet.

        Wiesen und Äcker verpachten, sollte zur Zeit kein Problem sein,
        Wald kommt auf den Zustand an, wie schwierig es wird jemanden zu finden der den Wald durchforstet und was du erwirtschaften kannst bzw dafür zahlen musst.

        Landwirtschaftliche BG musst du abführen.

      • Dankeschön!

        Ich habe vor allem Angst, wenn man es so nennen will, dass wir uns ungeahnte Kosten ans Bein binden würden, die wir dann nicht stemmen können. Das Haus müsste ja auch saniert werden und hätte Priorität.
        Kann da einer was zu sagen?

        Zur Grundsteuer weiß ich nun, dass das Grundstück zu klein ist für eine Ermäßigung, die gibt es erst ab 25000 Quadratmeter.
        Was zahlt man denn in NRW / OWL für solche Flächen von 13000, weiß das der Makler oder wie finde ich das heraus?

        Ich sehe aber, hier denken einige ähnlich wie ich ;-): letztes Jahr haben wir hier (Mietshaus) eine Blumenwiese angelegt. Der Imkerkurs ist verschoben, weil wir unsere Pflegetochter aufgenommen haben, die natürlich unsere ganze Aufmerksamkeit braucht. Und Obstwiese war das erste, was ich zu meinem Mann gesagt habe, plus Hühner :-) wusste gar nicht, dass es da Förderung für geben kann, danke für den Hinweis!

        • Na, das klingt doch schon besser #freu!
          Ich würde den Makler beauftragen, die Kostengeschichte herauszufinden, dann tut der mal was für sein Geld #rofl#sorry.
          Gerade wenn Ihr ein Kind habt, behaltet unbedingt den Grund und Boden!! Ihr ermöglicht Eurer Tochter damit eine traumhafte Kindheit. Bedenkt auch, daß Bodenpreise (auch für Acker- / Grünland) steigen, Ihr hättet da eine Geldanlage, die kaum Arbeit macht. Der Verkaufspreis, den Ihr jetzt erzielen würdet, "rettet" Euch kostenmäßig nicht, aber dann ist es für immer weg und Ihr habt, wenn Ihr Pech habt, den Glyphosatbauern drauf.
          Ein Gespräch mit dem Bürgermeister würde ich persönlich nur führen, wenn es sich nicht vermeiden ließe #schein. Gerade im ländlichen Bereich ist so viel Kungel und Vetternwirtschaft im Gange....10 Minuten nach Eurem Gespräch weiß jeder alte Schulkollege und Kegelbruder des Bürgermeisters, wer Ihr seid und was Ihr vorhabt. #nanana
          Hühnerhaltung klingt so romantisch, ist sie aber gar nicht #rofl. Bedenkt, daß die Viecher auch mehrwöchige Legepausen einlegen, in denen Ihr sie trotzdem durchfüttern müßt. Ist relativ viel Arbeit.
          Ist das Haus denn in schlimmem Zustand? Könnt Ihr den Sanierungsbedarf abschätzen?
          Klingt nach einem super Projekt #freu

          • Ach, den Bürgermeister würde ich auch nicht sprechen wollen, und der uns sicher auch nicht ;-). Immerhin reden wir von über 72000 Einwohnern und nicht 700.

            Und wir haben noch drei leibliche Kinder, das macht die Suche ja schwierig.
            Das Haus sei sanierungsbedurftig, immerhin ist das Dach noch gut, aber ungedämmt (ist ja gut selbst machbar). Einige Fenster sind fällig und die Bäder. Gesehen haben wir es noch nicht, ich bin da bisher drum herum geschlichen sozusagen. Wir haben gute 50000 als Sanierungsbudget geplant, mal sehen, ob das Haus das hergibt ;-). Es ist ein altes Fachwerkhaus ohne Denkmalschutz, mit Klinkeranbau, den man ggf vermieten könnte. Nicht ganz so gelegen, wie wir es gerne hätten, die Kinder müssten von Fahrrad auf Bus umsteigen. Aber ich habe leider mein Herz an Fachwerk verloren. Wir würden gerne mit Lehm verputzen innen, ggf Wandheizung, der Boden ist noch relativ neu (Laminat) , würde aber optimal durch Holz ersetzt werden, vermutlich aber nicht sofort wegen der Kosten. Jetzt schauen wir uns das mal an!

            • Supersupersuper.
              Bitte laß mich wissen, was dabei rauskommt - ich fiebere mit #ole
              (Böden würde ich persönlich immer als allererstes sanieren - sonst müßt Ihr irgendwann alles nochmal ausräumen) #heul Außerdem habt Ihr den Laminatsondermüll dann raus...

              (11) 14.03.18 - 12:00

              Kleiner Rat: Sei vorsichtig! Was im ländlichen Bereich über einen Makler läuft hat meistens einen möchtigen Haken. Stichwort Kungel;-).
              Kennt ihr die Gegend? Lebt ihr dort schon? Habt ihr dort zumindest Bekannte? Dorftrommeln sind da oft hilfreich....zwar muß man die Infos filtern, aber etwas ist doch meistens dran.
              Wenn ihr keine Ahnung von Fachwerk habt, dann sucht euch einen Fachmann für dieses Gebiet! Auch Eichenbalken halten nicht ewig...da kommst mit 50000 nicht weit, fals da was durch ist. Auch KfW kannst du vergessen, mit den geförderten Dingen dort kannst du ein Fachwerkhaus töten.
              Die Steuer für den Acker ist das kleinste Problem und müsste in den alten Unterlagen des Hauses einsehbar sein, auch vor dem Kauf.

              • !!! Das ist tatsächlich auch ganz wichtig: keine KFW Förderung! Da müssen wir tatsächlich neu rechnen. Danke für den Hinweis.

                Wir leben in der Nachbar -Kleinstadt, sind hier aber auch nur zugezogen und (anonym darf ich das ja so dreist formulieren ;-)) staune hier schon über fast inzestiöse Dorfverhältnisse *rotwerd *. An den Buschfunk sind wir nur mäßig angeschlossen, da ich mich von dem Getratsche immer fern gehalten habe.

                Unsere Kinder würden weiter hier zur Schule gehen, diese haben mehr Geld zur Verfügung und einen besseren Ruf als in der Nachbarstadt. Vereinfacht gesagt.

                Den Fachwerk -Fachmann haben wir bereits am Haken. Und ich vermute natürlich auch einen Haken bei der Angelegenheit, wenn ich ehrlich bin. Der fehlende Denkmalschutz lässt ja schon etwas vermuten.

                Eichenbalken, wie sie hier verwendet wurden, halten eigentlich schon eine Ewigkeit, sofern man nicht im Laufe der Jahrhunderte falsch saniert, verkleidet, dicht gemacht hat.

                Wenn bezahlbar würde ich gerne von innen mit Lehm "dämmen", ggf die Außenwände mit einer Wandheizung versehen. Theoretisch setze ich mich mit der Materie Fachwerk und wie man bauökologisch sanieren kann schon etwas auseinander. Nur berechnet haben wir das noch nie, da das konkrete Objekt fehlte.

                • (13) 15.03.18 - 10:14

                  Bitte nicht falsch verstehen, du kannst natürlich auch ür so ein Schmuckstück KfW beantragen. Das Problem ist dann nur die Anforderungen. Die Förderung geht von heutigem Standard aus, welche aber nicht zu einem alen Haus past. Mir fehlen grad für die Erklärung die Worte, deswegen unser Beispiel:
                  100 Jahre Haus, keine Bodenplatte. Der nicht freigewählte Berater vor Ort (um die Förderung zu bekommen)
                  hat nur seinen modernen Vorschriften gearbeitet, hätten wir dem zugestimmt wäre uns das Haus zusammengefallen. Und es gitb Förderung für Eigenleistung aber auch da. Diese Förderung hätte unsere Rechnung am Ende explodieren lassen. Was dort dann noch als Egenleistung zählt war für uns Kinderkram. Fenster hätte ein Fachmann ausgemessen und bestellt, wir aber den Aus udn Einbau selber gemacht (das ist ja das teure an neuen Fenstern;-)). Bam, Rechnung explodiert....da bringt die beste Forderung nix. Denn die gab es nur, wenn alles vom Fachmann gemacht war.#aha
                  Ich hoffe das jetzt verständlich erklärt#schwitz.
                  Fachwerk bedeutet einen anderen Blick auf die Dinge, es bedeutet besonders Zeit haben und verdammt viel Geld (50000 sind verdammt knapp gerechnet, sogar für ein Haus was viel jüber und ohne Fachwerk ist). Ist es schon verfuscht worden? Das muß dann auch noch teuer behoben werden.
                  Für so ein haus hat man entweder einen Lottogewinn oder im engsten Kreis viele Fachleute, macht viel in Eigenleistung. Viele böse Überraschungen lauern in einem Altbau.

                  Deswegen, die Steuern für den Akcer sind Portogeld. Wenn du dir deswegen Gedanken machst, dann habt ihr nicht genug auf dem Konto.

        Humpf, diese online Rechner bzgl Steuer verstehe ich nicht, und die Stadt verweist aufs Steuergeheimnis und gibt keine Auskunft (wollte allgemein fragen und gar nicht konkret, das wundert mich etwas...). Also setze ich den Makler drauf an!

        Bin ja schon eine kleine Ökodame, baue selbst etwas Obst und Gemüse an und träume schon lange von Hühnern.... Es würde so viele Möglichkeiten bieten.
        Wir warten jetzt auf einen Besichtigungstermin. Wohnraum für sechs ist nicht einfach zu finden und dann auch noch zu bezahlen ;-)

    Hallo

    Wir haben von diversen Personen Land gepachtet. Eigentlich eine tolle Geldanlage für Euch. Unsere Pächter haben mit nichts etwas zu tun, außer im November ihre Zahlung zu erhalten. Land ist sehr wertstabil, bzw hier bei ins steigen die Preise seit vielen Jahren stetig an. Sowohl Pacht als auch Kauf. Wir kümmern uns auch um die Gehölze, entsorgen Müll und was sonst noch anfällt.
    Mach dich doch mal über die ortsüblichen Pachten schlau. Da kommt es auf die Bodenpunkte, Schlaggröße, Schnitt, Lage (Hang, Gewässerschutz, Naturschutz)... an. Zu beachten wäre ob es noch Acker ist oder bereits Dauergrünland. Grünland darf man nicht einfach umbrechen. Beantragt aktuell niemand Prämie dafür? Die gibt es übrigens nicht geschenkt, auch wenn viele Laien das glauben.
    Mit Wald kenne ich mich nicht aus.

    Ich würde es als Gewinn und nicht als Risiko werten.

    Lg

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