Teure tolle Wohnung mieten oder weiter suchen? Achtung lang...

    • (1) 04.04.18 - 09:18

      Hallo Mädels,
      wir haben uns entschlossen aus meinem Elternhaus auf lange Sicht doch auszuziehen, obwohl wir hier sehr günstig und in guter Lage leben könnten. Es ist einfach zu eng und wir müssen immer durch den Flur meiner Eltern. Zeitdruck haben wir keinen und unsere Wohnung wird immer für uns leer stehen, weil meine Eltern nicht vermieten wollen.
      Innerhalb der nächsten Jahre wird in der Nähe ein riesiges Neubaugebiet (für ca 8000 Menschen) bebaut. Dort werden auch Mietwohnungen entstehen. Im Prinzip passt es dort von der Lage sehr fürgut, jedoch ist alles noch im werden. Die Straßenbahn wird in 6-7 Jahren umgeleitet, bis dahin verkehrt ein Bus. Eine Grundschule soll errichtet werden. Unser älterer Sohn ist vom Jahrgang her so, dass er für ein Schuljahr die provisorische Schule und dann ab der 2. Klasse den Schulneubau besuchen würde. Natürlich wird sehr modern gebaut, viel Grün, Verkehrsberuhigung usw..
      Jetzt habe ich trotzdem auch immer wieder die Mietangebote durchstöbert und eine Wohnung gefunden, die bis auf den hohen Preis eigentlich perfekt zu sein scheint.
      Gute Lage, gute Verkehrsanbindung, Garten-Mitbenutzung und Terrasse, nur 2 Mieter im Haus, Schulen nah, Kita müsste nicht zwingend gewechselt werden, aber dennoch weit genug von den Eltern, 2 Kinderzimmer guter Größe, 2 Bäder, Haus ist nur 2-3 Jahre alt. Der Haken: sie ist 200€ teurer als geplant, was bedeutet, dass die Warmmiete anfangs ca 40% unseres Nettoeinkommens auffressen würde. Sobald ich mehr als nur halbtags arbeiten kann (in ca 2-3 Jahren) würde sich die finanzielle Lage entspannen, dann wären wir unter der 1/3-Grenze, die immer als Mietmaximum genannt wird. Wir würden hier halt 20qm, die die Wohnung mehr hat, die wir aber eigentlich nicht bräuchten, bezahlen und solchen Luxus wie Fußbodenheizung, was wir auch nicht bräuchten. Leider hat sie ein 30qm Schlafzimmer (wofür so riesig???). Ach wäre sie doch ein wenig kleiner und günstiger. Die Vormieterin sagte, dass sie mit 2 weinenden Augen auszieht, weil sie ungeplant mehr Kinderzimmer brauchen.
      Da ich die Wohnung gleich angefragt hatte, sobald sie in den Kleinanzeigen veröffentlicht wurde, hat mir der Makler zugesichert, dass wir als erste besichtigen dürfen und er sie erst danach in die großen online Börsen stellt. Das heißt nächste Woche besichtigen und quasi sofort entscheiden. Es fällt mir so schwer... in der Anfangszeit könnten wir echt nichts mehr sparen und wären knapp bei Kasse, dann hängt alles an mir, weil ich deutlich mehr verdiene als mein Mann. Je mehr ich arbeite, desto besser können wir leben. Aber unsere Kinder will ich auch noch sehen...
      Wie die Mieten in Neubaugebiet sein werden weiß ich nicht, aber die Stadt hat bestimmt, dass auch bezahlbare Wohnungen entstehen müssen. Viel teurer als diese Wohnung mit 10€/qm kalt werden sie nicht sein.

      • (2) 04.04.18 - 10:25

        Wie wäre es denn, wenn Du Vollzeit arbeitest und Dein Mann reduziert, da Du ja den lukrativeren Jb zu haben scheinst.

        • (3) 04.04.18 - 10:28

          Ja dann würde die Miete locker drin sein, aber ich hätte die Kindheit meiner Kinder irgendwie verpasst. Das ist es mir nicht wert. Wenn, dann würde ich 60 oder 70% arbeiten wollen vorerst. Das geht aber nicht sofort, weil erst in 2-3 Jahren eine Kollegin in Rente geht und ich deren Stunden abgreifen kann.

      Hallo,

      ich persönlich besitze lieber als dass ich miete.

      Ich finde mein Bruder hat es extrem cool gemacht - er und meine Schwägerin hatten fünf Jahre lang eine nette 1-Zimmer-Wohnung auf dem Land (wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen) und sie haben ein Gehalt komplett und das zweite teilweise weggespart. In der Zeit haben sie geziel nach einer Immobilie gesucht - und am Ende gebaut - zahlen nun weniger ab als die ortsüblichen Mieten wären und haben am Ende ihrer Tage ein superschönes Häuschen.

      Wenn du all das Geld für Miete ausgibst, ist es halt unwiderruflich weg - obwohl du ja noch die Option bei deinen Eltern hast.
      GLG
      Miss Mary

      • Ja vom Prinzip gebe ich dir Recht. Jedoch haben wir jetzt kein Eigenkapital. Bis so viel angespart ist, vergehen Jahre. Dann kann ich das Haus kaufen oder bauen wenn die Kinder schon Teenies sind und sitze dann bald alleine drin... Mieten ist für die nächsten Jahre in unserem Fall klüger, fürs Alter können wir uns immer noch kleiner bemessees Eigentum zulegen, zumal ich wie gesagt das Haus meiner Eltern erben werde.

    (6) 04.04.18 - 13:36

    Hey,
    ich würde weitersuchen, ganz klar. Wenn Ihr euch mit den Schwiegis gut versteht und "nur" der Platz das Problem ist, würde ich das an eurer Stelle aussitzen. 40% des Gehalts jeden Monat zum Fenster rausblasen für eine noch nicht mal wirklich ideale Wohnung - nie im Leben würde ich das machen.
    Lieber, wie der Bruder meiner Vorschreiberin, jetzt noch konsequent sparen und dann bauen / kaufen.
    Viel Glück!! #winke

    • (7) 04.04.18 - 14:44

      So würde ich es auch machen. Lieber das geld jetzt sparen und dann bauen oder was kaufen.
      Wir haben auch gebaut und zahlen jetzt soviel ab wie wir sonst Miete zahlen würden. In wenigen Jahren haben wir das Haus abbezahlt.
      Ein schönes Gefühl das Geld nicht verpuffen zu lassen.
      Da ihr ja umsonst wohnen könnt momentan würde ich soviel im Monat zurück legen was ihr etwa Mal abzahlen müsstet. Dann habt ihr Eigenkapital und das wieder macht Sinn beim kaufen.

      Alternativ würde ich warten bis ihr im neuen Baugebiet eine Wohnung findet. Warum muss das eine Zimmer mit 30 qm denn Schlafzimmer werden? Kann doch auch ein Kinderzimmer sein...

      Mona

Hallo!

Bezüglich des Neubaugebietes: Ich wäre da extrem zurückhaltend damit irgendwelche Zusagen wie Bahnanschluss oder Schulbau in die Entscheidung mit einzubeziehen.
Der BER ist theoretisch seit 2012 in Betrieb sag ich nur - und auch bei Stuttgart21 hat man wohl erst kürzlich festgestellt das ein Bahnhof unter der Stadt wirklich erhebliche Tiefbauarbeiten erfordert .... usw usw ....
Bei uns im Ort wird eine dringend benötigte Umgehung seit 30 Jahren "ganz bestimmt nächstes Jahr" gebaut ....

Wenn die Lage auch ohne diese Einrichtungen gut ist, dann ist das was für euch.

(11) 04.04.18 - 18:17

Hi!
Wenn ihr eh nicht bauen wollt würde ich zuschlagen! Bei uns bekommt man nicht einfach mal ne bezahlbare Wohnung von der Stadt. Wer sagt dir, dass du unter den Glücklichen bist?
Ob und wann im Neubaugebiet Schule und Bahn kommen steht in den Sternen. Bei uns gibt es alles von für 2011 geplanten und noch nicht gebauten Schulen über zu kleine geplante neue Schulen bis zu überquellenden Bestandsschulen. Ähnlich verhält es sich mit dem ÖPNV und der Nahversorgung.
Außerdem können Neubaugebiete sehr anstrengend sein.
LG,
Hermiene

  • Ich würde euch nie in ein Neubaugebiet ziehen - alles eng auf eng, Minigrubdstücke, alles ähnliches Klientel, ständiges Vergleichen, Argusaugen, ob Kirsch- oder Erdbeerkuchen, nervig - NEEE!

    • Wer sagt das? In unserem Neubaugebiet haben wir eins der kleinsten Grundstücke, unseres hat 600 qm.
      Hinter dem Haus ein Wald, dann ne Straße und mit viel Abstand das nächste Haus.
      Anderes Baugebiet hat winzige Grundstücke und ist echt so dicht bebaut dass man das Salz von Nachbars Teller nehmen kann. Aber wie das bei der TE ist wissen wir hier ja nicht.

      Vorteil neues Baugebiet, überwiegend junge Leute und nicht alte Knochen die bei jedem Kinderpups rummeckern.

      • Naja, bei uns kosten 600qm ca 400.000 Euro OHNE Haus! Tendenz steigend. Allein aus Platzmangel werden die meisten Grundstücke kleiner gehalten (+- 250qm). Dazu Mehrfamilienhäuser (aber sehr schön umgesetzt).
        Wir haben letzte Woche zusammen mit 2 befreundeten Paaren gequatscht. Beide wohnen im selben Neubaugebiet, 1x mit Kindern, 1x ohne. Beide halten ihre Siedlung für äußerst schräg und manche Familien für sehr auffällig! Wir reden hier von einem hochpreisigen Neubaugebiet mit hohem Akademikeranteil, weit und breit kein Flüchtling (über die gerne geschimpft wird) usw! Diese Straßen sind in spät. 20 Jahren tot weil alle Kinder weg sind.
        Wir wohnen in einer Siedlung mit Häusern aus den letztem 50 Jahren (jedes Jahrzehnt kam was dazu). Gute Durchmischung von Alter, sozialer Status und Herkunft - fanden beide Paare toll ;-)
        Die größten Meckerer sind meist Eltern ;-)

        Ihr habt Glück, wie es bei der TE wird wissen wir aber tatsächlich nicht, da hast du Recht.

        LG,
        Hermiene

        • Bei uns steigen die Preise auch so stark. In unserer Siedlung sind Akademiker sowie Handwerker und es interessiert niemanden wer welchen Job hat. Bin froh dass wir so normal leben. Die Grundstückspreise sind enorm dennoch wird gekauft. Wir hatten vor einigen Jahren einfach noch Glück, heute sieht es anders aus. Würden wir heute unser Haus verkaufen, würden wir ja bald das doppelte nehmen können, die Nachfrage ist so hoch dass echt alles gezahlt wird. Selbst ne Bekannte die Maklerin ist, ist entsetzt. Man kann nur hoffen dass das sich wieder ändert, aber wir leben in ner sehr schönen Gegend, 15 Autominuten von den Alpen entfernt, ebenso schnell an der nächsten Skipiste oder wunderschönen Seen.
          Trotzdem sind bei uns die Menschen auf'm Teppich geblieben.

          Einfach irre was so abgeht..

          • Und wann hört es auf? Was muß passieren? Ich frag mich wer das noch zahlen kann.... wenn hier Leute für 500.000 ne Wohnung (!) kaufen, die wird angeblich irgendwann nurnoch die Hälfte wert sein. Diese Leute sind doch dann extem frustriert. Aktuell kann man mit Gewinn verkaufen (aber das ist auch relativ, denn irgendwo muß man auch wieder einziehen). Aber wie sieht es in ein paar Jahren aus? Verkauft man und der Kredit läuft weiter?
            Ich kenne mich mit diesen Finanzdingen nicht aus, hoffe aber auf baldige Preisanpasung nach unten.

            • (17) 05.04.18 - 04:29

              Das ist doch alles eine Milchmädchenrechnung. Die Immobilienpreise sinken erst wieder, wenn die Zinsen steigen. Dann zahlt man zwar weniger Haus aber mehr an die Bank. Eine Immobilie kauft man in der Regel ja nicht, um sie nach kurzer Zeit wieder zu verkaufen (außer vielleicht Immobilienspekulanten), sondern um sie dauerhaft selbst zu bewohnen oder zu vermieten. Da sind gewisse Preisschwankungen dann einfach im Laufe der Jahre hinzunehmen. Deswegen ist es wichtig, dass man gerne in seinem Haus lebt und es für die Familie wertvoll ist. Nicht für den Markt.

              Wenn man verkauft, muss man das Darlehen ablösen. Durch den Verkauf bekommt die Bank dann einen Teil des Geldes ab und wenn noch was übrig bleibt, bekommt es der Verkäufer.

              • (18) 05.04.18 - 08:18

                Machen die Zinsen wirklich so hohe Beträge aus?
                Die Immobilienpreise steigen ja in der Niedrigzinsphase so extrem.
                Mit dem Kauf weil man drin wohnen will hast du grundsätzlich recht. Aber wenn ich mir anschaue wie hoch der Wechsel in den Neubaugebieten ist.... Der Klassiker: geheiratet, gebaut und dazu gleich Kinder bekommen (geht auch in umgekehrter Reihenfolge). Durch die massive Doppelbelastung klappt es dann doch nicht und schwupps ist das Paar getrennt und muß verkaufen.
                Dazu natürlich der massive Mangel an Wohnungen

                • (19) 05.04.18 - 22:27

                  Ja, die Zinsen machen hohe Beträge aus. Neulich erst hatte ich ein Angebot. Dann ist in den USA der DowJones so abgerutscht und schwups hat sich das Darlehen um fast 6.000 Euro verteuert, obwohl in Deutschland ja nichts passiert ist. Die Zinserhöhung betrug da gerade mal 0,1 oder 0,2%. In der Summe mit Zinseszins dann doch so viel.

            Hi,

            als meine Eltern (damals viel zu groß und opulent) gebaut haben, gab es 12,5% Zinsen und wir konnten uns es uns nur leisten, weil wir fast in Sack und Asche gingen. Ich mochte das Haus nie. Aber: es hat nicht mal 200.000€ gekostet (umgerechnet) - für damals eine riesige Summe, heute bekommst du dafür nicht mal eine Eigentums-wohnung in unserer Gegend. Sie sind damals auch gewarnt worden ... Aus heutiger Sicht ist es eine supertolle Immobilie. Als mein Vater in Rente ging, hat er die Restschuld praktisch aus der Portokasse beglichen.

            Ich genieße einfach am Eigenheim, dass ich es so gestalten kann, wie ich es will. Wir haben eine Wand versetzt, schon mehrfahr umgebaut, eine Sonnenterasse gebaut, einen Baum gefällt ... das kannst du nur als Eigentümer. Und je nachdem, wie clever du baust, kann es finanziell Vorteile bringen. Die Eltern einer Freundin haben ein Zweifamilienhaus gebaut, das man problemlos zum Einfamilienhaus konvertieren kann. Bis heute: Es begann als Zweifamilienhaus, eine Wohnung vermietet, um Geld reinzubekommen. Dann - Familie - wurde es ein Einfamilienhaus. Dann wurde es zurückgebaut, weil die Kinder größer wurden und ihre eigene Etage bekamen. Dann wurde vermietet. Dann ließt sich der Bruder scheiden und zog daheim wieder ein ... dann wurde wieder vermietet. Dann stand es kurz leer. Dann wurde der Neubau meiner Freundin nicht richtig fertig und man nutzte es .... total coole Sache, finde ich.

            Wir haben überteuert gekauft, aber zahlen trotzdem weniger als die Miete wäre - man darf nicht vergessen, dass auch die Mieten total anziehen.

            Zum Markt: Wir wohnen in einem Dorf - das nächste Kaff hat eine total miese Busanbindung, man braucht zwei Autos oder die Muße, viel Fahrrad zu fahren (im Winter saublöd). Vor 15 Jahren bekam man da 800qm - 1000qm Grundstücke mit Einfamilienhäusern aus den 50ern (mit doofer Aufteilung und viel Dachschräge) für ca. 100.000€. Und niemand wollte sie. Heute kosten die gleichen Häuschen (wenn man mal eins ergattert 400.000€ aufwärts). Hätte man das vorhersehen können, dann hätte sich so manch einer damals ein Haus gekauft und die Sache ausgesessen. Klar kann es sein, dass die Sache irgendwann kollabiert. Aber man weiß nie wann und ob ....

            GLG
            Miss Mary

Müsstest Mal zu uns kommen in die Siedlung...total chillig, nett und trotzdem man auch Mal gemeinsam feiert der nötige Abstand. Und ob die neben mir Käse oder Erdbeerkuchen essen bekomm ich gar nicht mit....du musst ja echt nen Trauma haben ;)

(23) 05.04.18 - 10:59

Danke für die Antwort!

(24) 04.04.18 - 23:15

Wir sind auch mit Bauchschmerzen in eine Wohnung gezogen, die uns eigentlich viel zu teuer ist.
Aber es lohnt sich.
Ich bin so glücklich, wir haben so viel Platz und Raum.
Ich würde hier immer wieder einziehen auch wenn wir jetzt erstmal auf jeden Cent achten müssen

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