Meine Elternhaus

    • (1) 05.04.18 - 14:23

      Hallo ihr Lieben, ich muss mal erzählen, was mich gerade bedrückt.

      Meine Eltern denken schon lange darüber nach, sich zu verkleinern und vom Dorf in die Kleinstadt zu ziehen. Ärzte, Geschäfte, bisschen mehr Leben. Die beiden sind Ende 50, arbeiten beide in dieser Kleinstadt und haben jetzt ein passendes Häuschen für sich gefunden. Ich gehe davon aus, dass sie dieses Haus kaufen und mein Elternhaus früher oder später verkaufen werden.

      Natürlich freue ich mich für meine Eltern. Das neue Haus ist wunderschön und bietet meinen Eltern viel mehr Komfort und Lebensqualität auch für die Zukunft. Im Dorf ist es einfach nicht mehr so schön, seitdem meine Generation (inklusive mir und meiner Geschwister) weggezogen ist und die Elterngeneration meiner Eltern langsam aber beständig ausstirbt. Ich bin also total dafür, dass meine Eltern umziehen und sich etwas neues aufbauen.

      Gleichzeitig musste ich gestern echt losheulen, als mein Vater mir am Telefon davon erzählt hat. "Unser" Haus verkaufen? Das kann ich mir einfach nicht vorstellen. Ich bin dort aufgewachsen und liebe den Garten und mein altes Kinderzimmer unterm Dach. Meine Kindheit und Jugend ist dort konserviert und ab und zu besuche ich sie.

      Ich hab mir immer vorgestellt, dass meine Kinder im Sommer die Großeltern besuchen und im Garten spielen....ach, ich weiß ja, dass es dumm von mir ist. Ich habe längst ein eigenes Zuhause und lebe seit 15 Jahren nicht mehr in meinem Elternhaus. Aber es fühlt sich gerade schlimm an.

      Wie war es denn bei euch? Habt ihr das Zuhause eurer Kindheit verloren? Und eie seid ihr damit umgegangen?

      Liebe Grüße

      • Hallo,

        ich kann dich sehr gut verstehen. Bei uns hat es sich glücklicherweise ergeben, dass ich mein Elternhaus kaufen konnte. Aber lange Zeit stand das auch in den Sternen und dann wäre es früher oder später an jemand Fremden verkauft worden.
        Leicht wäre mir das bestimmt nicht gefallen. Zu wissen, dass in dem Haus, in dem man die ersten 20 Jahre seines Lebens verbracht hat, nun andere Leute wohnen.
        Halt dich möglichst an dem Gedanken fest, dass es für deine Eltern das Beste ist.
        Aber trotzdem, ein bisschen Wehmut ist natürlich trotzdem da. Und schöne Erinnerungen sind doch irgendwie auch was tolles.

        Kenn ich, erging mir ähnlich wo das alte Haus verkauft wurde und das neue anstand. Ist schon sehr komisch am Anfang, aber über die Jahre geht es besser ;) Das neue Haus ist aber nie ein richtiges Zuhause....

        Wehmütig wird man aber besonders dann, wenn man sieht wie die Käufer mit "Deinem" alten Haus umgehen... und es verschandeln... da kann ich heute nur mit dem Kopf schütteln... Aus dem Kleinod mit großem Grundstück ist ein Pfeifengrundstück geworden mit der Zufahrt des Nachbarn direkt am Hauseingang vorbei. #augen

        C'est la vie

        • "Wehmütig wird man aber besonders dann, wenn man sieht wie die Käufer mit "Deinem" alten Haus umgehen... und es verschandeln..."
          Das musste ich auch erleben. Meine Eltern hatten immer alles toll in Schuss, und auch wenn es ein Geschäftshaus war, waren immer alles top gepflegt, es waren schöne Beete rundherum angelegt... Der heutige Besitzer hat die Beete mit Schottersteinen bepflanzt oder zugepflastert :-[. Und alle Umbauen, die von außen sichtbar sind, wirken absolut billig - er hat schon nicht viel für das Anwesen bezahlt und investiert auch nur sehr wenig, Hauptsache der Kasten bringt Geld. Da kommt mir auch immer die Galle hoch!

          LG

          • Dann frage ich mich allerdings warum nicht DU das Haus übernommen hast - und jetzt selbst den großen Reibach machst .....

            • Warum sollte ich - ich leben 450km entfernt, hätte überhaupt nicht die Möglichkeit, mich um irgend etwas zu kümmern und habe auch ohne den Kasten Schulden genug. Außerdem hätte ich diese Umbaumaßnahmen gar nicht machen können - wenn ich etwas anpacke, mache ich das ordentlich und qualitativ hochwertig. ICH bin da realistisch, ich kann mich aufgrund der Entfernung nicht kümmern, also pack ich so etwas nicht an.
              Der Käufer könnte sich kümmern, tut es aber nicht. Das ist in meinen Augen ein Unterschied!
              Dafür freue ich mich immer, wenn ich das Haus meiner Großeltern sehe. Das wurde auch verkauft, und der neue Besitzer hat ein wahres Kleinod daraus gemacht! #verliebt
              Es gibt solche und solche Immobilienbesitze, den einen ist es nur wichtig, dass die Kohle stimmt, den anderen ist auch der Erhalt ideeller Werte wichtig.

              LG

      Hallo, wäre es eine Option, das Haus zu kaufen für euch selbst?

      Das Haus, in dem ich aufgewachsen bin, wurde wg. Umzug verkauft, als ich 13 war. Es war erstmal lange aus den Augen. Später durfte ich mal durchgehen, das war sehr seltsam für mich.
      Aus dem Haus danach bin ich mit 20 ausgezogen, meine Eltern leben darin. Von meiner Seite ist da aber kein Herzblut dabei.
      VG

      • Ich würde das Haus gerne selbst bewohnen, allerdings ist es 300 km von dort entfernt, wo ich mit Mann und Kind jetzt lebe. Das ist ein bisschen zu weit zum pendeln.
        Wir sind auch noch nicht so ganz angekommen. Ich muss bestimmt noch zweimal die Stelle wechseln. Langfristig wollen wir wieder näher kommen. Die nächste Großstadt ist etwa 90 km entfernt, das wäre realistisch.
        Von meinen Geschwistern und Cousins und Cousinen hat leider auch niemand Interesse. Das Dorf ist auch echt nicht mehr so toll...leider.
        Immerhin wird es ein Abschied in Raten. Der Umbau des neuen Hauses wird einige Zeit dauern. Ich hab also Zeit genug, um meine Barbiepuppen und Zeugnisse aus der Grundschule durchzusehen und zu entsorgen.

    Hallo!

    Ich kann Dich verstehen! Wir haben mit unseren Eltern in einer großen Wohnung über dem väterlichen Geschäft gewohnt, hatten einen tollen Garten...
    Irgendwann hatten meine Eltern das Rentenalter erreicht und meine Eltern haben das Gebäude samt Grundstück verkauft. Meine Mutter hatte von ihrem Vater ein Grundstück geerbt, und hier haben sie ein neues Haus gebaut, in dem sie jetzt seit fast 10 Jahren wohnen. Es war schon irgendwie traurig, das alte Haus, den Garten etc. hinter sich zu lassen, aber meine Eltern haben es jetzt viel schöner, es ist eben keine Obergeschosswohnung mehr, sondern ein freistehendes Haus mit ebenerdigem Zugang zum Garten... Meine Kinder tollen jetzt dort im Garten herum und haben sicher viel mehr Möglichkeiten als sie in dem alten Haus gehabt hätten. Wehmütig stimmt mich nur, was die neuen Besitzer mit dem Anwesen meiner Eltern gemacht haben. Das Gebäude wurde in mehrere Partien aufgeteilt, teilweise sind jetzt Wohnungen entstanden, ein Teil wird noch gewerblich genutzt, vieles umgebaut - und zwar auf die billigste Art und Weise. Das ist nicht mehr mein Elternhaus!
    Was aber das schlimmste an der Geschichte ist: Der Käufer hat meinen heißgeliebten Birnbaum, der vermutlich 50 Jahr alt war, einfach gefällt #heul. Abgesehen davon, dass der Baum ohne Genehmigung aufgrund des Alters gar nicht hätte gefällt werden dürfen, stimmt mich das bis heute traurig. Schmunzeln muss ich hingegen immer, wenn ich mir den Balkon von vorne anschaue. Der ist mit beschichteten Blechen verkleidet, und als ich so ca. 15 Jahre alt war, habe ich meiner Schwester (sie war auf Klassenfahrt gewesen) mit Kreide einen Willkommensgruß auf diese Verkleidung geschrieben. Die Kreide war zwar schnell abgeregnet, hat aber Schrammen hinterlassen, und so sieht man den Schriftzug bis heute #schein.

    Wie dem auch sei - das Gebäude war für meine Eltern so nicht haltbar, und sie haben sich ein tolles neues Heim geschaffen, in dem ich mich mittlerweile genauso wohl fühle wie in meinem Elternhaus.

    LG

    (10) 05.04.18 - 20:33

    Ich kenne das Gefühl.

    Mit 17 musste ich mit meinen Eltern umziehen, in eine andere Stadt und die Mietwohnung verlassen in der ich von 4-17 gelebt habe. Das ist noch immer die längste Zeit die ich an einem Ort verbracht habe bisher.

    Das Haus meiner Eltern habe ich dann noch fünf Jahre bewohnt, das dürfen sie gerne verkaufen- wäre mir egal. Aber die Wohnung war mein zuhause. #schmoll

    Ich habe mein Zuhause in dem ich aufgewachsen bin während meines Studiums verloren.
    Das war schlimm, weil ich dann quasi keinen Ort zum Heimkommen mehr hatte und von einer WG zur nächsten musste mit meinen Habseligkeiten.
    Das war echt Mist.

    Meine Eltern leben noch in meinem Elternhaus. Eigentümer sind mittlerweile meine Schwester und ich. Wenn unsere Eltern irgendwann tot sind oder das Haus nebst Grundstück nicht mehr bewirtschaften können, dann werden wir das Haus verkaufen, weil wir beide das Haus nicht übernehmen können/wollen. Meine Schwester hat mit dem Verkauf größere Probleme als ich. Sie ist in solchen Fällen ein viel emotionalerer Mensch als ich. Sicherlich würde ich es komisch finden, wenn auf einmal andere Leute da drin wohnen, schließlich gehört das Grundstück fast 100 Jahre meiner Familie. Aber so ist das Leben ...

    Und wenn ich ehrlich bin: ich hoffe so ein bisschen, mit dem Erlös aus dem Verkauf des Elternhauses mein eigenes Haus früher abzahlen zu können. Muss aber nicht sein ...;-)

    Hallo,

    Normalerweise bin ich eher emotional veranlagt, aber bei diesem Thema eher praktisch.

    Meine Eltern 70++++ wohnen noch auf dem Dorf in ihrem Riesen Haus mit noch größerem Grundstück.
    Gesundheitlich geht es noch, aber man merkt, es fällt ihnen immer schwerer alles topp in Schuss zu halten wie es immer war. Sie haben noch nicht die Einsicht, dass eine Verkleinerung in einem Städtchen besser wäre. Noch können sie Auto fahren, aber was, wenn nicht mehr? Dort gibt es nichts, rein gar nichts an Infrastruktur, für jedes Brötchen müssen sie fahren, ganz zu schweigen von den Ärzten!

    Aber da Reden nichts bringt, ist es ihre Entscheidung. Ich hänge nicht an dem Haus, habe darin meine Kindheit verbracht, aber mit keinen emotionalen Erinnerungen. War froh das Dorf verlassen zu können und zu haben. Weder meine Geschwister noch ich werden das Haus übernehmen.

    Die Entscheidung deiner Eltern finde ich mutig und durchdacht. Besser jetzt als den Zeitpunkt zu verpassen und alles verkommt. Ihr Haus, ihre Entscheidung. Auch wenn es dir emotional schwer fällt, versuche deine Eltern in ihrer Entscheidung zu unterstützen.

    Bewahre deine schönen Erinnerungen, projeziere sie aber nicht auf deine Kinder. Du weißt ja nicht, ob sie das Gleiche im Haus fühlen wie du. Ihr wohnt zu weit weg, dass es sich lohnen würde für die Enkel das Haus zu erhalten. Wie häufig seid ihr denn dort?

    Die Eltern einer Freundin haben auch ihr Haus verkauft und eine Wohnung in einer größeren Stadt genommen. Sie sind sehr glücklich mit der Entscheidung.

    VG

    (14) 06.04.18 - 10:31

    Huhu.

    Bin gerade in einer ähnlichen Situation. Meine Eltern verkaufen ihr Haus und bauen ein neues welches altersgemäß sein wird. Also für später, sozusagen.

    Ich finde es allerdings überhaupt nicht schlimm das sie das tun. Sie hatten es uns angeboten, aber die Lage und die geringe Zimmerzahl hat uns nicht gefallen. Mein Bruder wollte es damals auch nicht.

    Meine Erinnerungen nimmt mir niemand und meine Sachen bzw Möbel standen da schon ewig nicht mehr.

    LG

    (15) 06.04.18 - 16:55

    Hallo,

    meine Eltern sind leider früh verstorben, mein Vater als zweites, als unsere Tochter gerade ein halbes Jahr alt war. :-(

    Ich habe mein Elternhaus geerbt, konnte aber nicht darin wohnen, weil mein Mann und ich gute Jobs in einer Entfernung von ca. 1 bis 1,5 Stunden (im Berufsverkehr) Fahrzeit hatten, und das Haus außerdem nur ein Kinderzimmer hatte, wir aber zwei Kinder wollten.
    Da hätte ein Kind ins Souterrain ziehen müssen, oder wir als Eltern mit dem Schlafzimmer dorthin.
    Wie bei Euch ist es in der Siedlung auch nicht mehr so schön wie damals, als ich ein Kind war. Da ist viel zugebaut worden und das Wäldchen, wo wir immer gespielt haben, ist mittlerweile ein Hundeklo. Da kann man kein Kind mehr hin lassen. #aerger

    Vermieten wollte ich das Haus nicht, weil man ja trotzdem größere Reparaturen etc. bezahlen muss, und weil ich viele kenne, die Ärger mit Mietern hatten.

    Also habe ich es verkauft, war dabei aber auch total traurig. Klar, da hängen jede Menge Erinnerungen dran. Mein Vater hat viel Arbeit und Herzblut da rein gesteckt und hätte gerne gewollt, dass wir dort einziehen. Aber es passte leider nicht. :-(

    Liebe Grüße

    Heike

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