Wer ist erst nach Familiengründung aus dem (Schwieger-)Elternhaus ausgezogen oder hat Tipps?

    • (1) 02.05.18 - 07:25

      Hallo, wir werden es wagen. Obwohl wir hier im Haus meiner Eltern günstig (allerdings ohne getrennten Wohnungseingang) leben könnten und genug Platz hätten, haben wir uns dazu entschlossen, eine Wohnung zu mieten und ca. 16 Autominuten weg zu ziehen.
      Wir haben schon Kleinkind und Baby und haben trotz unseres Alters vom 33/32 Jahren noch nie außerhalb des Elternhauses gewohnt.

      Wer hat ähnliches hinter sich und wie ist es euch ergangen?
      Meine Eltern wissen, dass wir suchen und sind sehr traurig. Die Nachricht, dass wir gefunden haben, wird besonders meine Mutter sehr niederschlagen. Ich hab Bammel...
      Momentan haben sie die Enkel zwar nicht so oft in Betreuung, aber sie sehen sie natürlich oft zwischendurch und freuen sich dann. Wir frühstücken auch jedes Wochenende zusammen. Ich frag mich, ob man sowas wie Frühstück am Sonntag beibehalten sollte, aber ich kann es nicht einschätzen, wie sehr uns so ein "fester Termin" vielleicht doch nerven würde (tut es aktuell manchmal, weil das Vorbereiten und Spielen danach sich über einen langen Zeitraum erstreckt).
      Zudem erwische ich mich momentan immer dabei, vor meiner Mutter Dinge zu nennen, die es ihr leichter machen sollen und alles herunterspielen "Den Kindergarten wechseln sie ja erstmal nicht, der ist ja bei euch um die Ecke..." Den Satz habe ich schon fast wieder bereit, weil sie jetzt wahrscheinlich wieder bitter enttäuscht wäre, wenn sie doch den Kindergarten wechseln würden.
      Ich freue mich und sorge mich gleichzeitig sehr um v.a. meine Mutter, die jedes Mal weint, wenn ich die Suche anspreche...

      • Hey, ich denke, du hast damals mit 20/21/22 den richtigen Zeitpunkt verpasst, dich abzunabeln. Das muss jetzt erfolgen mit Tränen. Ich würde es trotzdem tun und halte es nicht für gesund, nie mal richtig rausgekommen und sich nie von Mamas Rockzipfel gelöst zu haben. Es ist ja auch nur eine Viertelstunde!
        Sowas wie das Sonntagsfrühstück hätte ich nie eingeführt, ich mag solche festen Verpflichtungen nicht. Wegen des Umzugs würde ich es vorerst aber beibehalten, es dann aber auch mal umlegen, ausschleichen, sodass man sich eben unregelmäßig trifft nach Absprache.
        Binde deine Eltern mit ein in den Umzug, ihr werdet euch alle an etwas räuml. Distanz gewöhnen, das heißt ja auch nicht, dass ihr euch weniger nah steht. Alles Gute!

        • Mh, ist es nicht komplizierter das Frühstück jetzt weiter zu machen, um es dann auszuschleichen anstatt es genau wegen des Umzugs von Anfang an nicht regelmäßig fort zu führen? Oder würde dieses Ritual es meiner Mutter erleichtern?

          Wie könnte ich sie einbinden in den Umzug?
          Momentan kommt es mir so vor als würde sie den Gedanken daran schon kaum ertragen...

          • Hm...schwierig. Ich würde ihr nicht alles sofort nehmen, dann aber auch mal Sonntagfrüh "Freunde da haben", "sich nicht so gut fühlen" etc.
            Binde sie mit ein z.B. bei den Wandfarben, Balkongestaltung etc. - meine Mutter würde sich darüber freuen :-).

      Ich erinnere mich an deine vorherigen Beiträge und war eine Verfechterin vom Auszug.

      Ich finde es super, dass ihr euch traut! Mach dir nicht so viele Gedanken um deine Mutter, sie hat dich viel zu sehr im Griff! Wenn ihr ausgezogen seid wirst du erst merken, wie befreiend es ist. Mach das mit dem gemeinsamen Frühstück ruhig weiter, nicht für deine Mutter, für dich. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr anstrengend und auch unangenehm wird. Das wird dir dann vor Augen führen, was du die letzten Jahre alles ausgehalten hast.

      Richte dein Leben nicht länger nach deiner egoistischen Mutter aus! Du musst ihr euren Auszug auch nicht leichter machen. Sie muss loslassen lernen!!!!!! Es ist nicht dein Job ihr das zu erleichtern, dafür muss sie selbst sorgen.

      Das sind mal wieder harte und klare Worte von einer tischbeine, die weiß wovon sie spricht ;-)

      Hallo

      Ich finde, du handelst kein bisschen egoistisch, wenn du jetzt ausziehst.

      Du bist mittlerweile wirklich alt genug, um ein eigenes Leben zu führen. Da muss man auch nicht auf die Mutter Rücksicht nehmen.
      Ich bin von zu Hause ausgezogen, da war ich 16 Jahre alt. Aus Ausbildungs Gründen, bin ich 15 km von zu Hause weggezogen. Ich habe zu meinen Eltern ein super gutes Verhältnis.
      Wir sehen uns regelmäßig. Allerdings ohne feste Termine, oder Absprachen. Wir handeln spontan. Wenn es mir einfällt, rufe ich an, ob Sie zu Hause sind... Und dann grillen wir zusammen oder machen etwas anderes.

      Ich würde sicherlich kein festes Frühstück einführen. Ich würde auch meine Eltern nicht mit zum Shoppen nehmen um Wandfarbe oder sonst etwas zu kaufen.

      Und wenn meine Mutter weinen würde, weil ich ausziehe, was ja völlig normal ist, würde ich zu ihr sagen “Mutter ich habe mein eigenes Leben.“

      Meine Eltern sehen meine Kinder manchmal zweimal die Woche. Dann kommt es wieder vor, dass sie sie drei Wochen nicht sehen. Meine Eltern wissen, dass ich mein eigenes Leben führe, dass ich meinen eigenen Kopf habe und dass ich mir niemals irgendwie reinreden lassen würde.

      Selbst wenn ich jetzt auf die Idee käme, 500 km wegzuziehen... Würde meine Mutter nicht das flennen anfangen. Das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Und das weiß meine Mutter auch.

      Du solltest dir einfach weniger Kopf um deine Mutter machen... Sondern einfach dein Leben leben.

      LG Mona

    • Was genau ist dennn der Grund für den Umzug? Ich denke, dass deine Eltern es eher verstehen/nachvollziehen würden, wenn sie eure kennen würden. Kennst du den Grund?

      Hallo.

      Ich denke du hast einfach die "gesunde Abnabelung" verpasst. Deiner mutter fällt es wohl jetzt umso schwerer ....Kind und mittlerweile Enkel zu verlieren. Und sie versteht vielleicht nicht "warum" nie waren sie alleine und jetzt plötzlich wird alles anders.normalerweise wissen das Eltern und bereiten sich seelisch darauf vor....das hat bei euch nicht statt gefunden.

      War nie möglich so umzubauen das ihr einen eigenen Eingang habt? Das macht meines Erachtens sehr viel aus wenn man eine klar abgetrennte Wohnung hat. Dann kann auch das zusammenleben mit Eltern gut funktionieren wenn man harmoniert.

      Wie dem auch sei. Ihr solltet euch zusammen setzen und reden, erläutern warum ihr "auszieht" und damit verbinden das man sich ja jeden Sonntag zum kaffe treffen könnte, einmal bei euch, einmal beiseite Ihnen...,oder wie auch immer.

      Hallo!

      Lass Dich doch nicht emotional von Deiner Mutter erpressen.

      Du bist über 30 und lange genug als Tochter zu Hause geblieben, es wird Zeit, dass Du endlich dein eigenes Leben führst ohne dauernde Kontrolle.

      Nein, ich würde keine festen Termine einhalten. Du kannst ja ab und zu nach dem Kindergarten vorbei schauen, aber nicht zu festen Terminen. Deine Mutter scheint ja gerne die ganze Hand zu nehmen, wenn man ihr den kleinen Finger reicht.

      Auch deine Eltern sind alt genug, um alleine klar zu kommen. Sie sind noch nicht alt und hilfsbedürftig, und sie haben kein Anrecht auf Lebenslange Bespaßung durch dich.

      (10) 06.05.18 - 11:31

      Danke für eure Antworten. Mal sehen, ob ich mich dieses Wochenende schon überwinde, es ihnen zu sagen. Ansonsten wohl das nach dem Muttertag...

      (11) 07.05.18 - 22:06

      Hey,
      tut mir leid, wenn ich das jetzt so sage aber: wenn man ein Kind in die Welt setzt, sollte einem schon dabei klar sein, dass es irgendwann ausziehen wird. Über 30 Jahre später ist das ja dann nichtmal früh und deine Mutter hatte theoretisch lange genug Zeit sich darauf vorzubereiten. Ich finde es nicht fair, dass sie dir/euch da ein schlechtes Gewissen einredet.
      Du kannst ja gern z.b. eure Renovierungspläne mit ihr besprechen und nach ihrer Meinung fragen um sie einzubeziehen aber z.b. wegen des Sonntagsfrühstücks würde ich klar sagen "wir können versuchen das weiter zu machen aber wenn es uns zu stressig/zu anstrengend wird jede Woche, dann lassen wir es bzw. machen es nur noch seltener oder unregelmäßig"
      Schlecht fühlen braucht ihr euch nicht.

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