Kriterien Baukindergeld

    • (1) 24.06.18 - 00:51
      Inaktiv

      Hallo,
      heute kam ja überall in den Nachrichten, dass das Baukindergeld nun wohl doch nicht für alle Eltern kommt, sondern an bestimmte Kriterien gekoppelt ist.
      Diese sollen sein:
      Haushaltseinkommen bis max. 75tsd Euro pro Jahr (+15000 Euro Freibetrag pro Kind)
      und
      Wohnfläche des Hauses bei Eltern mit max. 2 Kindern max. 120qm und pro weiteres Kind 10qm mehr.

      Wie findet ihr die Kriterien und welche würdet ihr ggf. gerechter finden?

      Ich persönlich denke, dass diese Kriterien besonders für sehr kinderreiche Familien unfair sind. Ob 120qm für 4 Personen viel oder wenig sind, darüber lässt sich streiten aber die 10qm pro weitem Kind reichen meiner Ansicht nach nicht aus. Denn man braucht ja dann nicht nur tendenziell ein Kinderzimmer mehr, sondern auch mehr Platz am Esstisch, auf dem Sofa, in Schränken u.ä. da sind 10qm dann schnell "weg".

      • Wir haben auch auf das Baukindergeld gehofft aber das ist mit der Quadratmeterbeschränkung wohl passé. Mir persönlich wären 130qm mit 3 Kindern viel zu klein. Und da ich nicht gerne in einer Streichholzschachtel wohnen möchte, verzichte ich gerne darauf.

        Noch gar nicht berücksichtigt wurde ein notwendiges Arbeitszimmer. Mein Mann und ich brauchen beide eins, also ein gemeinsames. Da müsste es eigentlich weiteren Spielraum geben. Und mir ist nicht klar, ob oder inwiefern der Keller mitzählt bzw. wie das mit weiteren Nutzflächen ist.

        ,Ungerecht‘ ist das jetzt auch für Familien, die Bestand auf dem Land kaufen. Da sind die Häuser oft größer. Und wahrscheinlich werden in nächster Zeit viele Häuser gebaut, die gerade noch so in die zulässige Quadratmeteranzahl reinfallen.

        Am Beispiel Baukindergeld sieht man, wie Politik funktioniert. Erst große Wahlversprechen machen, dann ist es immer zu teuer und es werden irgendwelche willkürlichen Begrenzungen gesetzt. An der Höhe und am Einkommen konnte man schlecht noch rütteln, das war ja schon im Koalitionsvertrag vereinbart. Und alle können sich brüsten mit einer ,erfolgreichen‘ Familienförderung.

        • (3) 24.06.18 - 09:25

          Da stimme ich dir vollkommen zu! Uns geht es da ganz ähnlich, außer, dass wir bisher nur ein Kind haben aber bewusst schon mit 2 Kinderzimmern planen damit noch weitere Kinder kommen können und mein Mann benötigt auch definitiv ein Arbeitszimmer und würde ich nach der Betreuungszeit unsrer Tochter eine Stelle in meinem eigentlichen Beruf finden, bräuchte ich auch eins. Das sehe ich da auch nicht berücksichtigt. Ich habe vor, heute mal dem SPD Abgeordneten meines Kreises zu schreiben und z.b. mal zu erfragen welche Räume zählen und wie man auf die Grenzen kam etc.
          Ich bin in einem Haushalt mit 5 Kindern aufgewachsen und je älter wir wurden, desto mehr haben meine Eltern das Haus noch optimiert um mehr Räume/besser nutzbare Räume zu schaffen und jetzt hat das Haus ca 200qm Wohnfläche...ich wüsste beim besten Willen nicht, wie da 50qm (denn nach den Kriterien würde eine entsprechend große Familie ja sonst kein Baukindergeld bekommen) eingespart werden sollten, ohne dass es so klein ist, dass es keine ausreichenden Rückzugsmöglichkeiten gibt. Die halte ich aber, besonders für Kinder ab der Pubertät für absolut sinnvoll bzw. notwendig.

          Von der Einkommensgrenze sind wir übrigens auch weit entfernt. Ich würde es evtl. auch sinnvoller finden, dass einfach z.b. erst ab 2 oder 3 Kindern Baukindergeld gezahlt wird aber dann eben ohne Platzeinschränkung. Dann würden wir momentan zwar ja auch keins bekommen aber zumindest auf den ersten Blick erscheint mir das trotzdem fairer.

            • Genau! Wir bauen JETZT ein Haus mit 1 Kind, um später Platz für 4 Kinder zu haben, gilt nicht.

              • (6) 24.06.18 - 12:50

                Aber genauso muss man als Bauherr doch denken: wieviele Kinder möchte ich haben und wir groß soll daher mein Haus sein. Dass man für spätere Kinder kein Baukindergeld bekommt ist ja klar aber man bekommt es ja dann nichtmal für das erste Kind weil man "zu groß" baut...selbst wenn es später garnicht zu groß wäre. Deshalb finde ich diese Quadratmetergrenze einfach ungeeignet.

                • Sehe ich genauso. Vor allem wird das Baukindergeld niemanden, der es sich VOR Baukindergeld nicht leisten konnte zu bauen (und vollständig abzubezahlen!), plötzlich in die Lage versetzen, es sich jetzt dann doch leisten zu können.
                  VG

            (8) 24.06.18 - 12:48

            Ja, das man dafür später kein Geld bekommt ist klar aber man "darf" ja auch den Platz nicht einplanen...

      Ungerecht ist es eher für die Familien in der Stadt. Mit dem Jahreseinkommen kann man sich dort kaum eine Wohnung/ein Haus leisten.... auch nicht 90qm zu viert.

      • (10) 25.06.18 - 18:41

        Ja die Immobilienpreise in Städten sind ja sowieso ne Baustelle für sich. Eigentlich ist das Baukindergeld so also für alle blöd...auf dem Land baut man "zu groß" und in der Stadt ist man "zu reich" sobald man sich eine Immobilie leisten kann.

Ergänzend möchte ich noch sagen, dass ich eine strengere Einkommensgrenze wohl angebrachter finden würde. Also wirklich nur für Personen, die ganz einfache Jobs haben.

(12) 24.06.18 - 10:36

Hallo,
das Baukindergeld ist mal wieder ein klassischer „Hirnpups“. Das Geld werden sich die Immobilienentwickler in die Tasche stecken, die einfach mal wieder die Preise für Grundstücke und Bauleistungen erhöhen.
Die gleiche schamlose Abzocke, die seit Jahren läuft. #aerger

(13) 24.06.18 - 10:57

Hallo
Das Gesetz hat nichts mit Logik zu tun. Du musst es als Lotteriespiel sehen. Entweder du hast Glück und es passt oder du hast einfach Pech.

Ich habe es eher so verstanden das eine Familie MIT 4 Kinder gerade mal 120 qm Wohnfläche bauen dürfen also zu 6. Zu viert also Mutter Vater und 2 Kinder wäre es ja noch okay aber zu 6. Ist es "Wohnen nach HartzIV Kriterien

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