Hauskauf - überhaupt Chancen Kredit zu bekommen?

    • (1) 22.07.18 - 14:19

      Hallo ihr lieben,

      Mein Mann und ich überlegen ein Haus zu kaufen. Ich frage mich nur, ob wir überhaupt Chancen haben.
      Wir haben 2 Kinder (3 und 1 Jahre). Wir haben bis Ende 2016 studiert. Ich habe im Juni nach einem Jahr Elternzeit eine neue Arbeit angefangen und habe einen befristet Vertrag für 1 Jahr bekommen, weil die das generell so machen. Ich bin sozialpädagogin und die werden hier in der Gegend sehr gesucht.
      Mein Mann wird ab August einen neuen Arbeitgeber haben, weil er beim alten nicht zufrieden war. Er wird auf 3 Jahre befristet, weil es ein Projekt ist und 20h Arbeitszeit umfassen. Ich arbeite Vollzeit.

      Wir haben leider nur 3000€ eigenkapital, was wir als Puffer angespart hatten. Für uns geht's jetzt erst so richtig los mit dem Geld verdienen und unsere Familienplanung ist abgeschlossen. Bisher war immer nur einer von uns berufstätig und das Gehalt hat uns immer gereicht. Jetzt gehen wir beide und haben dementsprechend das zweite Gehalt "übrig".
      Leider haben wir noch einen Autokredit am laufen und Bafög müssen wir in 2 Jahren anfangen zurückzuzahlen oder wir verschieben das nach hinten. Bafög ist ja zinsfrei....

      Wir zahlen monatlich 470€ kaltmiete....
      Ich habe seit Jahren in einen Sparfond investiert,bei dem ich mir alle paar Jahre Geld auszahlen lassen kann (ca 2000€ alle 3 Jahre)...
      Hätten wir überhaupt Chancen einen Kredit zu bekommen? Wir würden nach dem jetzigen Stand auch Baukindergeld bekommen.
      Achso und wir würden uns gerne eine Immobilie anschauen, die uns sehr gut gefällt. Kostet 98 000€...Mit Nebenkosten 110000€

      • Ich würde fast nein sagen 😌. Geh zu eurem Bankberater und rechnet alles aus. Es ist besser wenn man Eigenkapital hat, sonst wird es sehr teuer. Lass den Bankberater ausrechnen wie viel ihr monatlich zum Leben braucht, wieviel reinkommt und wie hoch der Kredit sein müsste und was der kostet. Behalte auch immer im Hinterkopf das Reperaturen usw anfallen können die auch gestemmt werden müssen.
        Ich würde euch raten einige Jahre sparen und Eigenkapital aufbauen, dann klappt es auf jeden Fall mit dem Kredit,vor allem würde ich schauen das ihr bis dahin schuldenfrei seid,sonst wird es schwierig.

        LG
        Visilo

        Hallo
        Ich sehe da keine Probleme, bei dieser Kreditsumme. Ihr wisst aber noch nicht, wieviel ihr noch für Renovierungen braucht. Am besten ihr geht zu eurer Bank und lasst euch beraten.

        LG

        Hallo
        Die Nebenkosten (Grunderwerbssteuer, Notar, evtl. Makler) sollten in der Regel durch Eigenkapital finanziert werden. Es soll wohl auch Banken geben die das finanzieren aber dazu muss man entsprechend verdienen bei festen Jobs. Deswegen ist es wohl eher noch schwierig für euch, eine passende Bank zu finden. Aber auf jeden Fall würde ich mich beraten lassen.

      • Mhm.... klar werdet ihr bei einer Bank einen Kredit bekommen.

        Aber:

        Ihr solltet euch überlegen, wie hoch die Rate fürs Haus im Monat sein darf, Grundsteuer, Müll, Wasser, Strom und weitere laufende Kosten nicht vergessen.

        Ist es ein altes Haus? Was muss noch alles gemacht werden? Könnt ihr vieles selber oder müssen Fachleute ran?

        Könntet ihr das Haus auch noch halten, wenn jemand von euch ins Krankengeld rutscht oder aus welchem Grund auch immer komplett ausfällt?

        Besser wären natürlich unbefristete Jobs, aber die Banken wollen ja auch verdienen j d die Zinsen werden bald wieder steigen...

        Ich persönlich würde kein zu altes Haus kaufen und in jedem Falle das Geld für einen Gutachter investieren.
        Da könnten teure Überraschungen lauern.

        LG

        Würde direkt zu einem Kreditvermittler gehen (Interhyp, Dr.Klein etc.) ist kostenlos und sie werden auch unabhängig von einem Abschluß bezahlt von allen Banken zusammen.

        Wir waren auch erst bei unserer Hausbank, aber die Dame konnte mir nicht mehr erzählen als ich es schon wusste...und diese Vermittler haben einen Marktüberblick, da sich die verschiedenen Banken doch massiv unterscheiden, wie sie Dinge berechnen. Wenn dort bei euch überall ein rotes Kreuz erscheint, dann sieht es eher schlecht aus.

        Ich kann sagen, dass befristete Verträge nicht gerne gesehen werden, ebenso Selbstständigkeit. Außerdem schauen sie auch, wie lange man schon bei dem Arbeitgeber tätig ist. Altlasten aka andere Kredit werden ebenfalls nicht so gerne gesehen.

        Kindergeld zählt nicht mit als Einkommen für die Banken. Generell nichts was nur temporär ist. Bafög ist dafür kein Schufa Eintrag, interessiert die Bank daher auch nicht.

        • Und von der Tatsache ob ihr einen Kredit bekommt oder nicht abgesehen. Müsst ihr noch ruhig schlafen können.

          Wir haben vor dem Hauskauf 1800€ jeden Monat übrig gehabt (Nach Miete, Haushaltpauschale, Klamotten+Drogerie, Katzen, GEZ, Strom, Internet, Telefon, Spotify, Auto, Handyverträge, Fitnessstudio etc.), das haben wir gespart und damit die Nebenkosten bezahlt + Sanierungsbudget. Nach dem Hauskauf sind es noch 1500€ (Mit Kredit, Müllabfuhr, Strom, Wasser, Gas, Gebäudeversicherung etc.pp.). Und selbst damit ist mir manchmal mulmig...

          Man muss ja auch Rücklagen bilden falls was kaputt geht (da kommt dann nicht mehr der Vermieter für auf), oder wenn die Stadt eine Rechnung mal schickt, weil sie irgendwelche neuen Rohre oder Lampen verlegen in der Straße etc.pp.

          Dann kommen auch Kosten auf euch zu bevor ihr überhaupt entscheidet, ob ihr die Immobilie kauft. Gutachter, ggf. Proben einschicken, wenn es ein altes Haus ist wo man eventuell auf schädliche Lacke oder Asbest stoßen könnte.

          Hallo!
          "Würde direkt zu einem Kreditvermittler gehen (Interhyp, Dr.Klein etc.) i"

          Nun, da habe ich leider sehr gegenteilige Erfahrungen gemacht (mit Interhyp). Der Berater war zweifelsohne sehr bemüht, meinte aber auch er brauche bei der Bank mit den günstigsten Konditionen (IngDiba) gar nicht erst anfragen, da die zu kaufende Immobilie mehr als 100km von unserem Erstwohnsitz entfernt ist, und diese Bank das grundsätzlich nicht finanzieren würde.

          Nunja, irgendwie wusste die ING nur nichts von dieser Einschränkung, und deren Angebot war letztlich deutlich günstiger als das vom Vermittler ....

          • Auch hier gleiche Erfahrung. Dr klein war sehr kompetent und behauptete günstiges gibt es nicht, da Dr Klein eine Sonder Vereinbarung mit der HypoVereinsbank habe. direkt bei der HypoVereinsbank gab's aber bessere Konditionen, das haben wir Dr klein auch so gesagt, er war ziemlich verärgert, weniger über uns sondern weil scheinbar die hypo sich nicht an die vereinbarung gehalten hat.

      Hallo,

      Wir haben im Winter 2016 gekauft.. damals war ich auch befristet - noch bis März 2016 (ich wusste, dass entfristet wird, sonst hätte ich mich schon als Arbeitssuchende melden müssen), aber Befristung war Befristung... die meisten Banken haben dadurch abgelehnt... wir haben dann doch Noch eine vernünftige Finanzierung bekommen (sehr günstiger Zinssatz), andernfalls hätten wir noch gewartet... haben aber innerfamiliär gekauft, da wäre es auch noch später gegangen...

      Lasst euch gut beraten - grundsätzlich sollte nichts dagegen sprechen, aber die Frage ist eben immer zu welchen Konditionen....

      Hallo,

      Wo wohnt ihr bloß? Das ist ja alles sehr günstig bei euch. Wovon wollt ihr denn die jährlichen Kosten, Renovierung und Mobiliar zahlen?

      Ich denke schon, dass ihr eine Bank finden werdet. Aber empfehlen wuerde ich euch eher 2-3 Jahre zu warten. Zahlt das Auto und Bafög ab/zurück. Und dann sucht bitte erst was. Ihr seid am Anfang der Karriere, bleibt flexibel was die Jobumgebung angeht.

      Viele Grüsse

      • In Mecklenburg-Vorpommern im Landkreis Mecklenburgische seenplatte....Eine der wirtschaftsschwächsten und ländlichsten Regionen Deutschlands 😅
        Das Haus, welches wir im Blick haben, ist 1985 erbaut worden und gut in Schuss. Also es muss nicht viel gemacht werden, außer vielleicht neue Tapete.
        Viele ziehen hier weg, weil es so ländlich ist...Pädagogen werden hier viele gesucht, also ich bin jobtechnik sehr abgesichert 🙄

        • 1980 rum ist das Gebäude was wir gekauft haben auch.

          Das ist ja meistens auch nicht die Frage, sondern wie der Sanierungsstau aussieht. Egal wie gut es in Schuss ist irgendwann müssen manche Dinge neu gemacht werden: Fenster, Heizung, Elektrik, Wasserleitungen etc.

          Bei uns ist die Bausubstanz richtig gut. Da hätten wir auch viel mehr Pech haben können, manche Sachen bleiben ja auch mit Gutachter unklar bis man dann mal genau hinter die Wände etc. guckt.

          Es war eine Heizung drin, die 25 Jahre alt war. Sowas wäre zum Beispiel eine Frage. Mit so einem Alter kann man nämlich direkt eine Neue mit einrechnen (auch wenn der Heizungsmonteur den wir da hatten, um den Zustand zu beurteilen meinte sie schnurrt für das Alter noch besonders gut, war eben klar, dass sie jeden Tag kaputt gehen kann).

          Was auch erst später raus kam war, dass die ganzen Kabel von der Elektrik veraltet waren und Brandgefahr bestand. Das hieß alte Kabel kappen, Wände für neue Kabel schlitzen, dann plant man natürlich direkt die ein oder andere Steckdose mehr, eben nach neusten Stand, und schon ist man ein 20.000€ für Heizung und Elektrik los. Wenn man diese nicht im Kredit mit eingerechnet hat und auch keine Rücklagen hat, wird es schon eng.

          Will euch absolut nichts madig reden, nur, dass ihr über alles nachdenkt und alles vorher einmal durchrechnet.

          Achja noch eine Erfahrung, die wir bei der Haussuche gemacht haben. Im Osten ist bei Häusern zwischen 1960 und 1990 zu fast 100% Asbest zu finden.

          Bei dem Haus was wir gekauft haben sind wir die Bauunterlagen, die zum Glück sehr genau waren, durchgegangen und haben an 3 Stellen (Zwischendecke) Asbest gefunden. Davon einmal ein schwachgebundenes Asbest, was extrem gefährlich ist und direkt zerfällt bei Kontakt. Dementsprechend darf es nur von einer Fachfirma entsorgt werden und selbst da machen die meisten Firmen einen Bogen um diese Art von Asbest.

          Wir hatten Glück und das Asbest (wie die Besitzer auch beteuert hatten) wurde schon im Zuge von einem Marder im Haus einige Jahre zur vor komplett raus saniert. Das haben wir natürlich trotzdem nochmal überprüft und auch im Kaufvertrag festgehalten.

          • Also unser Asbest könnten wir selber entsorgen in vorgesehene Bigpacks. Dafür brauchten wir auch keine Firma und es hat uns ca. 200€ Entsorgung gekostet.

            Ganz so dramatisch ist es eher selten ;)

            Lg

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